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Supercup: VC Kanti ohne Siegeschance
Im ersten Ernstkampf und Titelspiel der Saison 2021/22 mussten die Schaffhauser Cupsiegerinnen im Supercup gegen die Meisterinnen von Neuenburg UC eine deutliche 0:3-Niederlage einstecken.

Der VC Kanti versucht mit einem Dreierblock die überragende NUC-Topskorerin Tia Scambray zu stoppen. BILD WERNER SCHLÄPFER
Dass es für den auf vielen (Schlüssel-)Positionen veränderten VC Kanti schwierig werden würde, gegen den eingespielten Meister aus Neuenburg mitzuhalten, hatte Kantitrainer Nicki Neubauer schon im Vorfeld angedeutet. Sie seien erst seit zwei Wochen im Training komplett zusammen und bräuchten mit den neu einzubauenden Spielerinnen noch mehr Zeit, um auf das Wettkampfniveau zu kommen. Zudem hat der VC Kanti mit Zuspielerin Irina Kemmsies, Pia Leweling (Aussen) und der Punktesammlerin Taylor Fricano (Diagonal) einiges auch an Erfahrung und Substanz verloren. Diese gilt es erst einmal zu ersetzen. Die Befürchtung Neubauers, dass die neue Diagonalspielerin Isidora Ubavic wegen Transferproblemen nicht würde spielen können, ergaben sich zum Glück nicht. Die Serbin stand genauso in der Anfangsaufsstellung wie die Deutsche Romy Jatzko und die neue österreichische Zuspielerin Victoria Deisl. Daneben schenkte der Kantitrainer den bewährten Stammkräften Korina Perkovac, Captain Katerina Holaskova und Wiebke Silge (beide auf der Mittelposition) sowie Libera Viviane Habegger das Vertrauen.
Bis zum 3:3 konnten die Schaffhauserinnen mithalten, danach legten die Neuenburgerinnen mit ihren erfahrenen Kräften schnell einen klaren Abstand zwischen sich und ihre Gegnerinnen: Vom 7:3 bis zum 13:4 – da musste Nicki Neubauer im Timeout sein Team wachrütteln – deckte NUC vor allem die Hauptschwäche offen beim VC Kanti: Die Serviceabnahme wollte bis zum 14:4 nie richtig funktionieren, und auch bei der Angriffsquote lag Kanti im ersten Satz mit 35 zu 60 Prozent deutlich hinter Neuenburg zurück. Am Schluss des Spiels fiel diese Bilanz mit 29 zu 49 Prozent nur unwesentlich besser aus. In der Quote der guten Serviceabnahmen, da lag der VC Kanti am Schluss der Partie mit 31 zu 30 Prozent sogar vor den Gegnerinnen. Aber damit war die ungenügende Angriffsleistung natürlich nicht zu kompensieren.
Guter zweiter Satz
Immerhin kamen die Schaffhauserinnen im zweiten Satz, den Trainer Neubauer mit der Tschechin Eva Svobodova anstelle von Romy Jatzko beginnen liess, besser ins Spiel und führten mit 10:8, ehe wieder eine Serviceserie die Neuenburgerinnen auf 16:11 voranbrachte. Aber diesmal blieb der VC Kanti dran, kam dank Blockpunkten und Angriffen über die Mitte auf 22:21 heran und zwang NUC-Trainer Lauren Bertolacci bei 23:23 zu einer Auszeit. Den Service von Svobodova beantwortete indes die mit 17 Punkten stärkste US-Angreiferin Scambray zum 24:23 und nach dem folgenden Service von Elise Boillat (früher einmal beim VC Kanti) landete der Ball von Holaskova zum 25:23 für NUC im Aus. Da wäre sicherlich mehr dringelegen für Kanti; der zweite Satz gibt auch Hoffnung für die neue Saison. Aber letztlich liessen das die schon deutlich länger im Training stehenden Schweizer Meisterinnen mit ihrer tollen Angriffspower nicht zu.
Im dritten Satz sah es zunächst weiter gut aus für die Schaffhauserinnen. Bis zum 11:12 lagen sie sogar in Führung. Dann begann jedoch eine nicht mehr enden wollende Serviceserie der neuen NUC-Mittelblockerin Samira Sulser, die bis zum 22:13 am Service blieb und so schliesslich der besten Neuenburgerin, Tia Scambray, nach 64 Spielminuten ermöglichte, mit einem ihrer Longline-Powershot von der Aussenposition den Matchball zum 25:15 zu verwandeln. (hcs.)
Der VC Kanti kämpft gleich um den ersten Titel – im Supercup
Seit der Supercup zwischen Meister und Cupsieger in der aktuellen Form durchgeführt wird morgen in Gümligen ist die siebte Austragung, hat der VC Kanti noch nie daran teilgenommen. Der Cupsieger trifft nach sehr kurzer Vorbereitung auf den erneut zu favorisierenden Meister Neuenburg UC.
Die neue österreichische Zuspielerin Victoria Deisl (17) bejubelt im Testspiel gegen Suhl einen Punkt mit ihren neuen Kanti-Teamkolleginnen. BILD WERNER SCHLÄPFER
Rekordverdächtige acht (!) Mal trafen NUC und der VC Kanti in der Saison 2020/21 aufeinander. Zweimal in der Qualifikation, fünfmal im Playoff-Halbfinal und einmal im Cupfinal. Nur ein einziges Mal hiess das Resultat 3:0, ganze viermal ging es ins Tiebreak. Sowohl Neuenburg wie auch Kanti Schaffhausen konnten je vier Partien für sich entscheiden: Die nackten Zahlen versprechen morgen einen Knüller. Ob dem aber auch so sein wird, ist eine andere Frage, denn beide Teams hatten erst wenige Tage Zeit, in neuer Formation miteinander zu trainieren. Deshalb sagt Kantitrainer Nicki Neubauer vor dem ersten Ernstkampf zurückhaltend: «Wir können nicht bei 100 Prozent sein, da wir erst dran sind, die Feinabstimmung zu finden. Den Supercup müssen wir aus der Vorbereitung heraus einfach mitnehmen.» Wenn sich die Chance bietet, ihn zu gewinnen, werden die Schaffhauserinnen dies natürlich tun, keine Frage. Aber für Coach Neubauer sind die Neuenburgerinnen die Topfavoritinnen auf den Titel. «Ihre vier Ausländerinnen kosten so viel wie bei uns das ganze Kader», sagt der gebürtige Thüringer, der dank seiner Tätigkeit als Assistenzcoach des deutschen Frauen-Nationalteams auch in der internationalen Szene bestens vernetzt ist.
Während NUC mit seinen US-Topskorererinnen Holt und Scambray das Herz der Equipe halten konnte, habe der VC Kanti durch die Abgänge der beiden Deutschen Pia Leweling (zu Wiesbaden) und Irina Kemmsies sowie Taylor Fricano (wechselte zu Olimpia Teodora Ravenna) an Erfahrung und Stabilität verloren, schätzt Nicki Neubauer die Ausgangslage realistisch ein. Ersetzt wurden sie durch vor allem junge und eher unerfahrene Spielerinnen, die auf jeden Fall erfolgshungrig sind. Dass aber ein Wechsel auf der Schlüsselposition Zuspiel immer auch mit einer längeren Einspielphase verbunden ist, leuchtet ein. Da Vivian Guyer durch zwei Hüftoperationen einen Grossteil der letzten Saison verpasst hat, muss auch sie im sechsten Jahr beim VC Kanti die Bindung zum Team wieder neu finden. Sie sei erfreulicherweise schon sehr weit, brauche aber sicher noch weitere Aufbauarbeit. Mit Victoria Deisl (21) von Meister Volley Linz-Steg wird Guyer von einer ambitionierten Österreicherin ergänzt, der Trainer Neubauer viel zutraut. Wie die Schlüsselfunktion funktioniere, sei entscheidend fürs Team.
Ubavics Einsatz noch ungewiss
Noch unsicher ist morgen der Einsatz der neuen serbischen Diagonalspielerin Isidora Ubavic, da habe es beim Transfer noch Probleme gegeben. An ihrer Stelle auf Diagonal könnten Korina Perkovac oder die neue deutsche Aussenangreiferin aus Schwerin, Romy Jatzko, spielen. Auf Aussen sind sonst die Tschechin Eva Svobodova (Dukla Liberec) und Lina Hinteregger (17/VC Dornbirn) zum VC Kanti gestossen. «Es sind alle parat», freut sich der Trainer auf den Saisonauftakt. In der NLA geht es dann am 2. Oktober in Lugano los. (hcs.)
Programm von morgen in der Mobiliar Arena, Gümligen BE: 09.30 Uhr Kids Day und Schnuppertraining für 6-bis 12-Jährige. - 13.30 Hallenöffnung. - 14.30 Männerfinal Chênois Genève - TSV Jona; 17.30 Uhr Frauenfinal Neuenburg UC - VC Kanti SH (1. Schiedsrichterin: Nadine Hefti, 2. Schiedsrichter: Alfio Sanapo; Linienrichter: Christian Roggo, Joëlle Spina, Deborah Tobler, Matthias Wüthrich). – Kader des VC Kanti: Nummer 1 Habegger Viviane SUI 2001 Libera. 2 Perkovac Korina SUI 1999 Aussen. 3 Kunz Melanie SUI 1999 Pass. 4 Watson Karis Elizabeth USA 1992 Mitte. 5 Svobodá Eva CZE 1997 Aussen. 6 Contorno Lisa SUI 2000 Libera. 7 Jatzko Romy GER 2000 Aussen. 8 Corbach Maelle SUI 2003 Aussen. 9 Ubavic Isidora SRB 1999 Diagonal. 10 Guyer Vivian SUI 1998 Pass. 11 Holásková Katerina CZE 1991 Mitte. 12 Silge Wiebke GER 1996 Mitte. 13 Hinteregger Lina AUT 2004 Aussen. 15 Pazin Alessia SUI 2003 Pass. 17 Deisl Victoria AUT 1999 Pass. – Head Coach: Neubauer Nicki (GER). – Assistant Coaches: Horvath Ludwig (AUT), Cukseeva Natalia (GER), Kriech Claudio (SUI)
VC Kanti belegte am Turnier in Suhl den zweiten Platz
Die neue österreichische Zuspielerin des VC Kanti, Victoria Deisl (17), lanciert im Spiel gegen Turniersieger Suhl Mittelangreiferin und Captain Katerina Holásková. BILD WSCHL
In der laufenden Vorbereitung auf die neue Saison reisten die Volleyballerinnen vom VC Kanti letzten Donnerstag nach Suhl. Das Programm: Trainings und drei Spiele gegen Gegner auf Augenhöhe. Im ersten Spiel des Turniers und dem ersten wirklichen Gegner in der noch jungen Saison 2021/22 kamen die Schaffhauserinnen mit 3:0 zum ersten Erfolgserlebnis. Gegen den tschechischen Vizemeister der letzten Saison aus Prag gelang dem Team von Nicki Neubauer ein gutes Spiel, es liess dem Gegner keine Chance.
Im Duell am darauffolgenden Tag mit Lokalmatador und Turnierfavorit Suhl fanden die Kantispielerinnen nach einem missglückten Start in den Rhythmus, und sie spielten auf Augenhöhe. In den entscheidenden Momenten merkte man aber, dass die Deutschen bereits ein Monat früher mit dem Training angefangen haben, besser harmonierten und weniger Fehler machten. Das junge, auf vielen Positionen veränderte Schaffhauser Team um Kapitän Katerina Holásková forderten die Wölfe im zweiten und dritten Satz bis zum Schluss, mussten sich aber mit 0:3 geschlagen geben. Speziell war die Begegnung gegen Linz-Steg am Sonntagmorgen für den Kanti-Neuzugang am Pass, Victoria Deisl. War die Österreicherin in der vergangenen Saison noch eine Leaderin beim Doublegewinner aus dem östlichen Nachbarland, spielte sie jetzt auf der anderen Seite des Netzes, beim VC Kanti. Coach Nicki Neubauer hatte erste kleine Korrekturen aus den Erkenntnissen der letzten Testspiele einfliessen lassen, und es gelang dem Schaffhauser Team mit einer weiteren Leistungssteigerung ein 3:0-Sieg, bei dem alle Akteurinnen Einsatzzeit bekamen.
Nicki Neubauer äusserte sich nach dem zweiten Platz von Suhl positiv über die Entwicklung seines Teams. Natürlich gebe es noch einige Baustellen, sind doch die Zu-, Aussen-, und Diagonalspielerinnen neu, so der Kantitrainer. Er bereitet sein Team nun auf den nächsten Sonntag vor, da geht es beim Supercup in Gümligen zwischen dem Cupsieger und dem Meister Neuenburg UC ab 17.30 Uhr bereits um den ersten Titel der Saison 2021/22. (wschl)
Bilder:
Prag – Kanti https://1drv.ms/f/s!AqCfWJqBW_PgqcsceTM7NZxgpF_8dA
Suhl – Kanti https://1drv.ms/u/s!AqCfWJqBW_PgqctoRnzSV6mWIqlGzQ?e=vuDiWO
Kanti – Linz https://1drv.ms/u/s!AqCfWJqBW_PgqcwTX76AsYvuFWwKgg?e=OcYnWu
VC Kanti mitten in der Vorbereitung
Trainer Nicki Neubauer und der VC Kanti in Wattwil. BILD WERNER SCHLÄPFER
Während Italien den Europameistertitel feierte, läuft beim VC Kanti die Vorbereitung auf die 31. NLA-Saison, mittlerweile ist das Team auch komplett.

Head-Coach Nicki Neubauer reiste am vergangenen Wochenende direkt von der EM aus Bulgarien nach Schaffhausen und übernahm am Montag das Zepter von Ludwig Horvath. Auch die an der Europameisterschaft engagierten Korina Perkovac und Eva Svobodava trafen im Verlauf der Woche in Schaffhausen ein. Nach ein paar intensiven Trainingstagen reiste das Team dann am vergangenen Wochenende nach Wattwil. Bei einem Freundschaftsspiel gegen Volley Toggenburg testeten beide Teams einige Aufstellungsoptionen. Da die neue Zuspielerin aus Österreich, Victoria Deisl, auch angreifen kann, ergeben sich einige interessante Konstellationen, da ist es zum Beispiel möglich, mit zwei Zuspielerinnen zu agieren.
Nicki Neubauer hat nun die ersten Eindrücke gesammelt und wird sie in die Trainings einfliessen lassen. Weitere Gelegenheiten, um zu testen, haben die Kanti-Volleyballerinnen am nächsten Wochenende in Suhl. Beim traditionellen internationalen Vorbereitungsturnier in Thüringen heissen die Gegner der Schaffhauserinnen VfB Suhl, VK Olymp Prag, der tschechische Vizemeister, und die Steelvolleys Linz aus Österreich – der aktuelle Double-Sieger. (wschl)
Bilder vom Spiel gegen Toggenburg



