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Unisono fürs Hallensportzentrum
Die Erweiterung im Schweizersbild sieht zwei grosse Anbauten am bestehenden Multisport-Komplex vor. Visualisierung: zVg
Das Schaffhauser Stadtparlament stimmt ohne eine Gegenstimme für die Erweiterung des Sportzentrums Schweizersbild. Es geht um gut 6 Millionen Franken. Auch der Kanton soll mitzahlen. Das Volk hat das letzte Wort.
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Mark Liebenberg
SCHAFFHAUSEN. Dass ein Geschäft im Schaffhauser Grossen Stadtrat ohne einzige Gegenstimme durchkommt, ist selten – und noch rarer ist es, wenn es dabei um einen Millionenbetrag geht. Doch im Falle der Erweiterung des Hallensport-Komplexes im Schweizersbild herrschte schon in der vorbereitenden Kommission nur eitel Freude. Die BBC-Arena, schon heute der grösste Multisport-Komplex des Kantons Schaffhausen, soll in ein paar Jahren ein Sportcampus mit europäischer Ausstrahlung sein: Für 40 Millionen Franken werden neue Grossturnhallen, zusätzliche Unterkünfte, eine Indoor-Leichtathletik-Bahn, ein nationales Tischtenniszentrum und eine speziell für den Rollstuhlsport geeignete Halle gebaut. Stadt- und Kantonsregierung sowie die Sportvereine sind begeistert.
Des Lobes voll
Es handle sich um ein Projekt mit Vorzeigecharakter, so der Tenor gestern: Die drei P spielten hier in mehrfacher Hinsicht ideal zusammen – Private-Public-Partnership. Die gemeinnützige Stiftung Schweizersbild GSS als Projektherrin bringt insgesamt rund 8,7 Millionen Franken ein, die Jakob-und-Emma-Windler-Stiftung finanziert genau 40 Prozent der Gesamtsumme, der Bund gibt etwa 2 Millionen Franken, und Stadt und Kanton schiessen im Rahmen ihrer Sportanlagenförderungskonzepte je gut 6 Millionen Franken ein.
Beträge also, die in der Stadt wie im ganzen Kanton eine obligatorische Volksabstimmung nach sich ziehen werden. Die Volksvertreter im Stadtparlament jedenfalls waren gestern Abend über die Parteigrenzen hinweg bereits des Lobes voll. Und doch gab es Nuancen. «Wir hätten uns einen Architekturwettbewerb gewünscht, damit Nachhaltigkeitskriterien ein noch grösseres Gewicht hätten entfalten können», merkte Daniela Furter (Grüne) an. Das veranlasste Res Hauser zur Feststellung: «Unsere Fraktion begrüsst gerade, dass es keinen Wettbewerb gibt, damit die Bauten funktional sind und nicht irgendein Architekt sich hier selber verwirklichen kann.»
Auch bei der SP mischte sich in grosses Lob ein leises Klagen. «Es ist klar, bei solchen Private-Public-Partnerschaften ist die demokratische Mitbestimmung immer ein wenig eingeschränkt», sagte Fraktionschef Thomas Weber. Doch unter den vorliegenden Umständen entlockte das sogar dem Freisinnigen Christian Mundt hymnische Worte. «Private realisieren ein super Projekt und die Stadt steht nicht im Weg, sondern unterstützt, wo sie nur kann.»
Leuchtende Augen bekam auch Finanzreferent Daniel Preisig (parteilos), wenn er vorrechnete: «Die Stadtbevölkerung erhält einen viel höheren Gegenwert, als die öffentliche Hand dafür aufwenden muss.» Sportreferent Marco Planas (parteilos) empfahl ein Ja zur Vorlage, weil sie «eine einmalige Gelegenheit darstellt, Schaffhausen als Sportstadt zu stärken». Vor allem im Winter bestehe seitens der Sportvereine, aber auch der städtischen Schulen ein ausgewiesener Bedarf an Hallen, der bisher nicht gedeckt werden kann. Der geplante Ausbau im Schweizersbild schaffe da Abhilfe.
Laut Preisig sollen die zuständigen Gremien im Kanton baldmöglichst entscheiden – die kantonsrätliche Kommission hat Mitte Februar ebenfalls einstimmig Ja zum Kantonsbeitrag gesagt. Die städtische und die kantonale Volksabstimmung sollen am gleichen Tag stattfinden, so Preisig.
Profitieren sollen Breiten- und Jugendsport. Neben dem Tischtennisklub besonders nötig haben den Ausbau des Sportkomplexes auch der Unihockey-, der Basketball- und der Rollstuhl-Klub. Letzterer muss heute nach Winterthur ausweichen, um trainieren zu können.