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Auf den Satzgewinn folgt gegen Neuenburg UC eine klare Niederlage

Für den VC Kanti wäre gestern gegen den Tabellenführer mehr dringelegen als der Verlust der drei Punkte.

 

Die Neuenburger Topskorerin Tia Scambray (r.) setzte sich oft gegen den Schaffhauser Block durch. BILD REINHARD STANDKE

Reinhard Standke

Nach dem der VC Kanti in der Rückrunde bislang nur gegen in der Tabelle hinter den Schaffhauserinnen klassierte Teams antreten mussten, war gestern der souveräne Leader Neuenburg UC in der BBC Arena zu Gast. NUC hatte sich am Vortag die Reise zum Spiel ins Tessin sparen können, welches wegen positiver Corona-Fälle verschoben worden war. Hatte sich vor Beginn der Partie in der BBC Arena wohl der eine oder andere Kanti-Fan auf eine schnelle 0:3-Niederlage eingestellt, sollte er bald feststellen, dass es anders kommen sollte.

Der Leader machte zwar zunächst Druck mit dem Service und stellte die Abnahme der Schaffhauserinnen recht auf die Probe. Nach dem es 1:5 und 2:10 stand, hatte Kanti-Coach Nicki Neubauer bereits seine zwei Time-outs für den ersten Satz genommen und sollte bald darauf auf der Libera-Position abwechselnd Rebekka Merkofer und Lisa Contorno auf das Feld schicken. Dann fanden die Munotstädterinnen dennoch in das Spiel und kamen auf 9:11 heran. Passeuse Victoria Deisl servierte dann zur 15:12 Führung, ein Status den Kanti sehr zur Freude der meisten der 386 Zuschauer so schnell nicht wieder hergeben sollte. NUC wechselte auf der Passposition (Wassner für Trösch). Die Schaffhauserinnen konnten nun mitspielen, auch wenn sich dann ein gewisser Nervenkitzel anbahnen sollte. Kanti musste zwar den Ausgleich zum 18:18 und 23:23 hinnehmen und vergab auch den ersten Satzball, schaffte es aber durch Romy Jatzko im zweiten Anlauf (27:25).

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs konnte das Neubauer-Team das erfolgreiche Spiel fortsetzen. Während sich die Gäste den einen oder anderen (Service-)Fehler mehr leisteten, machte Kanti Druck am Service und im Angriff die Punkte. Zumindest bis zum 15:15. Dann zog NUC auf 18:15 davon, Neubauer stellte Guyer auf die Zuspielposition, der Faden bei den Schaffhauserinnen war jedoch gerissen, und Leader Neuenburg konnte ausgleichen (25:20).

Anschliessend hielt Kanti bis zum 4:3 mit, danach war die Luft jedoch in der Serviceabnahme wie im Angriff meistens draussen. Neuenburg zog das gewohnte Spiel über die beiden starken Hauptangreiferinnen Scambray und Holt durch und sicherte sich nach dem 25:12 den ersten Tabellenpunkt. Zunächst gut lief es aus Schaffhauser Sicht zu Beginn des vierten Satzes (5:4). Danach kam das Team mit dem Servicedruck von Tia Scambray nicht zurecht und lag mit 5:10 schon vorentscheidend zurück. Zum Schluss musste sich Kanti mit 16:25 geschlagen geben.

«Wir haben nicht gut angefangen und dann gut gespielt, nur kam im zweiten Satz der Bruch», blickte Kantitrainer Nicki Neubauer auf die 80 Spielminuten zurück. «Dann waren wir wie die Maus vor der Schlange. Wir haben viele gute Sachen gemacht, schlagen uns aber letztlich selbst», so Neubauer weiter. Sein Team habe die Ruhe, die Ordnung verloren, es fiel ihm schwer, die gute Leistung aufrecht- zuerhalten. So waren dann die Ergebnisse im dritten und vierten Satz zu deutlich.

In der Tabelle liegt der VC Kanti drei Spiele vor dem Ende der Rückrunde drei Punkte vor Cheseaux. Er tritt am kommenden Freitag gegen das zweitplatzierte Team aus Aesch-Pfeffingen (dessen Büsinger Trainer Andi Vollmer die gestrige Partie in der BBC-Arena mitverfolgte) sowie in Cheseaux und bei Franches-Montagnes an. Bei Cheseaux folgen zusätzlich noch die Spiele gegen Düdingen und in Neuenburg. Möglicherweise könnte die auf den 3. Februar verschobene Direktbegegnung den Ausschlag für die Vergabe von Rang drei und vier in der Qualifikation geben.

Der klare Leader Neuenburg ist beim VC Kanti zu Gast

Nach den coronabedingten Spielausfällen von Anfang Januar und dem Nachtragsspiel vom Mittwoch gegen Val-de-Travers (9.), das trotz einem missglückten dritten Satz noch mit 3:1 gewonnen wurde, steht dem VC Kanti mit dem morgigen Heimspiel gegen Leader Neuenburg UC (16.30 Uhr, BBC-Arena) ein erster Saisonhöhepunkt bevor. Letzte Saison lieferten sich die beiden Kontrahenten viele ganz enge Spiele, und während sich NUC im Playoff-Halbfinal mit 3:2 Siegen durchsetzte, revanchierte sich der VC Kanti kurz darauf mit dem begeisternden 3:2-Erfolg im Cupfinal.

 

Vivan Guyer bei einer Abwehraktion gegen Val-de-Travers. BILD W. Schläpfer

 In dieser Saison scheint es einseitiger zu verlaufen, die Schaffhauserinnen verloren sowohl den Supercup wie auch das Auswärtsspiel in Neuenburg deutlich. Selbst Verfolger Aesch Pfeffingen muss bisher die Überlegenheit der Equipe von Trainerin Lauren Bertolacci anerkennen, bei der kürzlichen 1:3-Niederlage von Andi Vollmers Team am Neuenburgersee hatte Aesch keine wirklichen Siegeschancen. Zu überlegen tritt die eingespielte Equipe von NUC mit der langjährigen Topskorerin Tia Scambray jeweils auf. Da verkraften die Neuenburgerinnen selbst den verletzungsbedingten Ausfall ihrer neuen Diagonalspielerin Barbara Dapic fast locker. Samantha Drechsel (USA) ist bereits die dritte Besetzung der Diagonalposition, denn vor Dapic hatte sich mit Holly Toliver bereits eine andere US-Amerikanerin kurzfristig zurückgezogen. Mit Drechsel scheint es nun aber bei NUC gut zu klappen, wie das auch die australische Trainerin – und neue Schweizer Nationaltrainerin – Lauren Bertolacci betont: «Das war eine schwierige Mission für uns. Aber mit Samantha Drechsel haben wir nun eine perfekte Lösung gefunden. Sie stammt aus dem gleichen College-Teams wie unsere Topskorerin Tia Scambray.»

Die Schaffhauser Volleyballfans dürfen gespannt sein auf die normalerweise beeindruckende Angriffsstärke von NUC. Ob der VC Kanti schon bereit ist, dem bisher fast übermächtigen Leader wenigstens phasenweise Paroli zu bieten, ist die andere Frage. Schön wäre es natürlich, aber nach den letzten gesundheitsbedingten Rückschlägen und dem mässigen Auftritt vor drei Tagen gegen Val-de-Travers darf wohl nicht allzu viel erwartet werden. «Mit einer Leistung wie am Mittwoch werden wir sicher nichts holen können», schätzt Kantitrainer Nicki Neubauer die Ausgangslage realistisch ein. Gegen NUC gilt es vielmehr, den Rhythmus für die strenge Schlussphase der Qualifikation mit noch fünf Spielen bis am 5. Februar – inklusive dem Cup-Viertelfinal am 30. Januar in Saignelégier gegen Franches-Montagnes – zu finden. (hcs.)

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Der VC Kanti schafft im Nachholspiel gegen Val-de-Travers den Pflichtsieg

Um die drei Punkte gegen den ­Tabellenneunten Val-de-Travers zu holen, benötigte der VC Kanti gestern einen Satz mehr als eigentlich nötig. 

Maelle Corbach (8) und ihre Kolleginnen vom VC Kanti siegten mit 3:1 über Val-de-Travers. BILD REINHARD STANDKE

 Reinhard Standke

Mit zwei klaren Satzerfolgen startete der VC Kanti in das Nachtragsspiel gegen Val-de-Travers. Im zweiten Spiel nach dem Jahreswechsel und den coronabedingten Verschiebungen standen die zu Jahresbeginn positiv getesteten Spielerinnen wieder zur Verfügung. Nach einem etwas harzigen Beginn führte Wiebke Silge ihr Team mit einer Serviceserie vom 9:7 zum 18:7 Zwischenstand. Der Gegner hatte zwischendurch die Passeuse gewechselt, bei Kanti kam Vivian Guyer beim 19:8 für Victoria Deisl aufs Feld. Val-de-Travers kam etwas besser ins Spiel, Kanti legte mit 25:17 vor.

Die nächste Serviceserie sollte anschliessend dank Romy Jatzko bis zum 10:0 folgen, nach dem 15:3 konnte Kantitrainer Neubauer wie schon zuvor Guyer, Maëlle Corbach und Lina Hintergger Einsatzzeit geben. Mit 25:16 sicherten sich die Schaffhauserinnen auch den zweiten Durchgang. «Der Beginn war sehr gut», bilanzierte daher Neubauer im Anschluss an die 89 Spielminuten. «Das war eigentlich nicht gut für uns. Wir haben viel gewechselt, das birgt die Gefahr, dass der Rhythmus bricht.» Und so sollte es nach der 10-Minuten-Pause kommen. Die Gäste begannen aggressiver, die Kantiabnahme kam mit dem Service nicht so zurecht, die Schaffhauserinnen liessen Einsatz und Druck vermissen, waren im Angriff weniger erfolgreich als zuvor und leisteten sich mehr Fehler. Und so ging die Führung mit 6:1 an Val-de-Travers, das diese nicht mehr hergeben sollte (25:18).

Doch Kanti meldete sich zurück im vierten Satz wieder mit Deisl und dazu Watson spielend. Der Gegner wehrte sich zwar mit Verteidigung und einigen guten Angriffen, blieb aber gegen Perkovac, Jatzko, Ubavic und Holaskova letztlich erfolglos. Unter dem Strich übte Coach Neubauer auch Kritik am eigenen Team: «Mit drei Dingen war ich heute nicht zufrieden: mit dem Abwehrverhalten, der Ballkontrolle und der Geduld mit uns selber.» Am Sonntag werden die Schaffhauserinnen gegen den Tabellenführer aus Neuenburg anders gefordert werden.

Bilder Werner Schläpfer      Statistik

Nationalliga A. Frauen. Nachtrag: VC Kanti - Val-de-Travers 3:1 (25:17, 25:16, 18:25, 25:18). - BBC Arena. - 112 Zuschauer. - SR: Tobler/Auricht. - Spieldauer: 24, 23, 21, 21 = 89 Minuten. -VC Kanti: Deisl (Pass), Jatzko, Holaskova, Ubavic, Perkovac, Silge, Merkofer (Libera): eingewechselt: Guyer (Pass), Corbach, Hinteregger, Svobodova, Watson; nicht eingesetzt: Kunz, Contorno. - Val-de-Travers: Fabien, Mackevicuite, Izquierdo (Pass), Ribeiro, Sullivan, Butkevich, Aliu (Libera); ­eingewechselt: Rabechy (Pass), Bourquard.

Verschoben: Düdingen - Genève Volley.

Rangliste: 1. Neuchâtel UC* 14/41. 2. Aesch-Pfeffingen* 15/38. 3. Kanti Schaffhausen* 14/31. 4. Cheseaux* 14/25. 5. Düdingen* 14/24. 6. Franches-Montagnes* 15/21. 7. Genève Volley* 14/19. - 8. Volley Lugano 14/8. 9. Val-de-Travers 15/6. 10. Toggenburg 15/3. (* in Playoff-Viertelfinals).

Die nächste Partie

Der VC Kanti empfängt am 23. Januar um 16.30 Uhr in der BBC-Arena den ­Leader Neuchâtel UC.

NACHTRAGSSPIEL DES VC KANTI

Val-de-Travers dürfte kein Gradmesser sein

Das ursprünglich am 9. Januar wegen Covidfällen beim VC Kanti verschobene Heimspiel gegen Val-de-Travers findet heute Abend (19 Uhr, BBC-Arena) statt. An der Ausgangslage hat sich insofern etwas geändert, als die Gäste aus dem Neuenburger Jura nach einer 1:3-Niederlage gegen Genf und gleichzeitigem 3:1-Sieg von Lugano über Franches-Montagnes hinter Lugano auf den 9. Platz und damit in die Abstiegsrunde abgerutscht sind. Der VC Kanti steht trotz eines oder zwei weniger ausgetragenen Spielen weiterhin auf Platz 3. Und diesen will er im Hinblick aufs Playoff unbedingt verteidigen. Die vor den Schaffhauserinnen (13 Spiele/28 Punkte) liegenden Spitzenteams von Neuenburg UC (1., 14/41) und Aesch-Pfeffingen (2., 15/38) sind praktisch nicht mehr einzuholen. Von hinten droht aber noch Gefahr von Cheseaux (5., 14/25) und Düdingen (6., 14/24). «Das heute gegen Val-de-Travers ist eine Pflichtaufgabe für uns, da müssen drei Punkte her», erklärt Trainer Nicki Neubauer die Ausgangslage vor dem Match gegen den Vorletzten. Dies trotz nicht ganz ­optimaler Spielvorbereitung, denn für die erst aus der Isolation gekommenen Katerina Holaskova und ­Vivian Guyer gab es letztlich nur zwei Balltrainings im neuen Jahr, neben Workouts und Krafttrainings zu Hause. «Katy ist erfahren und braucht wenig, und Vivi ist gut drauf. Die Dritte im Bunde, Libera Lisa Contorno, ist noch nicht ganz so weit.»

Bereits am Sonntag (16.30 Uhr, BBC-Arena) folgt dann das Spitzenspiel gegen Leader Neuenburg UC, «in dem wir nur Aussenseiter sein werden, denn NUC ist momentan sehr solid und spielt gut». (hcs.)

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