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Letzte Chance für VC Kanti, gegen Aesch zu verkürzen

 

«Mit Köpfchen müsst ihr spielen», sagt Kantitrainer Nicki Neubauer. BILD RSTA

 Um in einer Best-of-5-Serie als schlechter klassiertes Team am Leben zu bleiben, ist es entscheidend, das erste Heimspiel zu gewinnen. Das hatte der VC Kanti in der Auseinandersetzung mit Aesch Pfeffingen auch fest vor und war am letzten Mittwoch auch auf dem besten Weg dahin, als er den ersten Satz mit 25:15 gewann. Trotz weiterhin gutem Auftritt musste er den zweiten Abschnitt in der Schlussphase mit 23:25 hergeben – ein 2:0 hätte an diesem Abend vielleicht bereits eine (kleine) Vorentscheidung bedeutet, denn den besten Tag hatten die ambitionierten Gäste aus dem Baselbiet nicht erwischt.

 So aber kam es anders, auch wenn der VC Kanti im dritten Satz mit 25:19 wieder zur Bestform auflief. Der ­Büsinger Trainer Andreas Vollmer nahm bereits da zwei wichtige Wechsel vor, denn seine Aussenangreiferin Sarah van Rooj hatte nicht nur Mühe in der Serviceabnahme, sondern auch im Angriff. Zuerst brachte Vollmer bei 16:21 auf dem Mittelblock Martina Koch für Captain Madlaina Matter und bei 16:22 Jaidyn Blanchfield (USA) für van Rooij. Und das zahlte sich bald einmal aus, Blanchfield brachte Stabilität – und so dominierte Aesch den vierten Satz mit 25:11 und setzte sich im engen Tiebreak mit 15:13 durch.

 Dadurch steht der VC Kanti heute (17.30 Uhr) in Aesch unter Druck. Gewinnt er, gibt es am Mittwoch ein zweites Heimspiel, verliert er, ist die Serie fertig und Kanti kann sich auf die Best-of-3-Serie im April um die Bronzemedaille vorbereiten. (hcs.)

Erweiterung rund um die BBC-Arena

Sportanlage soll mitfinanziert werden

Von Westen aus betrachtet: So soll der Sportkomplex auf dem Schweizersbild nach der Erweiterung um den orangen und den blauen Teil aussehen. Bild: zvg

Der Regierungsrat will die Erweiterung rund um die BBC-Arena im Schweizersbild mit knapp drei Millionen Franken unterstützen. Profitieren soll nicht nur der Spitzensport. Das letzte Wort könnte das Volk haben.

 

2010 fand das Begräbnis der «Sportstadt» Schaffhausen statt. Das Label wurde von da an in der Hauptstadt des Kantons nicht mehr offiziell verwendet. Nun aber könnte die «Sportstadt» Schaffhausen nicht mehr nur in den Köpfen von Sportaficionados existieren, sondern tatsächlich wieder zum Leben erweckt werden. Denn im Schweizersbild soll ein Multisportkomplex – mit noch mehr Sportarten als bisher und mit nationaler Ausstrahlung – entstehen (die SN berichteten).

 Nun wird das gesamte Ausmass der Erweiterung rund um die BBC-Arena bekannt. Knapp 20 Millionen Franken dürften die geplanten Bauten kosten. Das geht aus einer Vorlage des Regierungsrats zuhanden des Kantonsrats hervor, in der es um eine finanzielle Unterstützung für den Sportkomplex geht.

 Zwei Neubauten sollen im Schweizersbild entstehen. Das eine, «Projekt West» genannt, schliesst direkt an die BBC-Arena an. In diesem Gebäude sollen die Trainings- und Wettkampfräume für das nationale Leistungssportzentrum im Tischtennis sowie weitere Trainingsräume für Sportarten wie Taekwondo entstehen. Zusätzlich enthält das Gebäude eine Unterkunft mit acht Zimmern und weitere Räume. Die Kosten dafür liegen gemäss regierungsrätlicher Vorlage bei rund 8,4 Millionen Franken. Das Areal gehört bereits heute der Eignerin der BBC-Arena: der Gemeinnützigen Stiftung Schweizersbild.

 «Der Stadtrat steht dem Vorhaben grundsätzlich sehr positiv gegenüber.» Raphaël Rohner, Stadtrat

Das zweite Teilprojekt namens «Projekt Ost» soll auf der Parzelle zu liegen kommen, auf der sich heute der Besucherparkplatz der BBC-Arena befindet. Die Baute beinhaltet Parkierungsmöglichkeiten sowie zwei Grossraumhallen, die für verschiedene Sportarten genutzt werden können. Die Hallen und das Parkdeck kosten gemäss Vorlage knapp 11,6 Millionen Franken. «Es entsteht mit der Breite des Angebotes und aufgrund der Lage angrenzend an das Naherholungsgebiet Dachsenbühl/Hohberg sowie gut erschlossen durch den ÖV und den Autobahnanschluss ein einzigartiger Sportkomplex», sagt Stiftungspräsident Giorgio Behr.

Städtische Baurechtsabgabe nötig

Das Gebäude des «Projekt Ost» liegt auf einer städtischen Parzelle. Diese würde die Stadt in einer Baurechtsabgabe abtreten, wie es in der Vorlage heisst. Auf Nachfrage sagt der zuständige Stadtrat Raphaël Rohner (FDP), dass sich die Stadt im Gespräch mit der Stiftung befinde. Der Stadtrat stehe dem Vorhaben grundsätzlich sehr positiv gegenüber. Das überrascht nicht: Die Schulen könnten die Hallen für den Schulsport benutzen.

 Der Kanton will sich mit knapp drei Millionen Franken am Projekt beteiligen. Diesen Betrag muss der Kantonsrat genehmigen. Er untersteht zudem dem fakultativen Referendum. Als Grundlage dafür dient das Kantonale Sportanlagenkonzept, kurz Kasak, das seit Oktober 2020 in Kraft ist. Das Ziel von Kasak war es, ein einheitliches Verfahren zu schaffen, wie der Kanton mit Anfragen um Kostenbeteiligungen von privaten Sportinvestoren umgeht. Dasselbe Konzept gibt es auf nationaler sowie auf kommunaler Ebene. Aus dem nationalen Fördertopf mit 80 Millionen Franken fliessen 2,5 Millionen Franken nach Schaffhausen – der Nationalrat hatte in der Wintersession als Zweitrat Ja zum Sportförderpaket gesagt. Die Stadt hat erst kürzlich ihr Konzept verabschiedet. Und wie Rohner sagt, gehe der Stadtrat davon aus, dass das Projekt auch von der Stadt unterstützt werden könne. «Die politischen Entscheidungen sind zurzeit in Vorbereitung zuhanden des Stadtrates und des Grossen Stadtrates.»

 Die knapp drei Millionen Franken entsprechen 15 Prozent der Gesamtkosten. Das ist das Maximum an Unterstützung, das der Kanton à fonds perdu vergeben kann. Berechnet wird die Unterstützung aufgrund eines Kriterienkatalogs, in dem es um Punkte wie Bedarfsnachweis, Auslastung, Standort, Nachhaltigkeit und Erreichbarkeit geht. Ebenfalls in die Bewertung miteinbezogen wird, ob neben dem Spitzensport auch Nachwuchs- und Breitensport Platz finden.

Kanti liegt in der Serie 0:2 zurück

Im Gegensatz zur ersten Play-off-Halbfinalpartie gegen Aesch-Pfeffingen konnte gestern der VC Kanti Paroli bieten, verlor aber knapp mit 2:3. Damit könnten die Baselbieterinnen am Samstag den Finaleinzug sicherstellen.

Romy Jatzko wurde gestern mit dem Service häufig angespielt. BILD Werner Schläpfer

Nach der klaren Niederlage vom letzten Samstag sollte es gestern für den VC Kanti nichts dergleichen geben. Vielmehr eröffnete sich ein Spiel, bei dem für die Schaffhauserinnen mehr drin gelegen hätte, und dies nicht erst im Tiebreak. «Wir schlagen uns halt selber», fasste Kanti-Trainer Nicki Neubauer die 102 Spielminuten gegen Aesch-Pfeffingen am Ende zusammen. «Wir entscheiden, wer gewinnt: Spielen wir gut, gewinnen wir, spielen wir schlecht, gewinnen sie», so Neubauer weiter, der aber dennoch auch die starke Leistung des Gegners hervorhob.

Wiederum stieg der VC Kanti ohne die weiterhin verletzte Karis Watson, aber erneut mit Romy Jatzko in die Partie. Trotz der etwas höheren Fehlerquote bei den Schaffhauserinnen konnte Aesch-Pfeffingen nicht davonziehen, im Gegenteil: Mit Captain und Geburtstagskind Katerina Holaskova am Service setzte sich das Heimteam nach dem 10:10 auf 17:10 ab und baute den Vorsprung bis auf 25:15 aus. Im Gegensatz zur ersten Runde gelangen auch den Aussenangreiferinnen Punkte.

Schwacher vierter Satz
Im zweiten Durchgang sollten die Munotstäderinnen nicht daran anknüpfen können. Etwas unaufmerksamer konnte sich nun Aesch-Pfeffingen mit den Angreiferinnen Bélanger und Duello entfalten, die Baselbieterinnen glichen mit 25:23 aus.

Im Dritten Satz hatte Kanti diese beide Spielerinnen besser im Griff und liess sie nicht so erfolgreich zur Geltung kommen. Die Schaffhauserinnen erwischten einen guten Start (8:4), mussten aber den Ausgleich hinnehmen. Den nur 318 Zuschauern wurde manch langer, spektakulärer Ballwechsel geboten. Kanti zog nach und nach davon (17:11) und vermochte mit dem dritten Satzball wieder die Führung nach Sätzen zu übernehmen.

Ein Satz zum Vergessen zeigte der VC Kanti im vierten Durchgang. Zwar kam das Heimteam nach dem 4:8 auf 8:9 heran, mit vier Fehlern in Folge begann dann eine Service-Serie von Barfield bis zum 9:18. Dann gelang den Schaffhauserinnen nicht mehr viel, Aesch-Pfeffingen hatte mit 25:11 ausgeglichen.

Nun musste der Tiebreak die Entscheidung bringen. Bei der etwas höheren Fehlerquote der Schaffhauserinnen lagen die Gäste immer mit zwei bis drei Punkten vorne, sicherten sich mit 15:13 Spiel, Satz und Sieg – und gingen somit 2:0 in der Halbfinalserie in Führung. «Wenn wir die Fehlerquote auf ihr Level senken, gewinnen wir», doppelte Kanti-Trainer Neubauer im Rückblick nach.

Im zweiten Halbfinal knöpfte Düdingen (vierter nach der Qualifikation) dem Sieger Neuenburg immerhin zwei Sätze ab, unterlag aber ebenfalls 2:3. Somit konnte nach der dritten Runde vom Samstag die Finalpaarung NUC gegen Aesch-Pfeffingen feststehen. Wenn es dem VC Kanti nicht gelingt, zum ersten Sieg zu kommen, träfen sie in den Spielen um Rang drei auf Düdingen.

NLA, Frauen, Halbfinals (best of 5), 2. Runde: VC Kanti - Aesch-Pfeffingen 2:3 (25:15, 23:25, 25:19, 11:25, 13:15), Stand 0:2. - BBC Arena. - 318 Zuschauer. - Spieldauer: 18, 23, 26, 19, 16 = 102 Minuten. – VC Kanti: Deisl (Pass), Silge, Svobodova, Holaskova, Jatzko, Perkovac, Merkofer (Libera); eingewechselt: Corbach, Ubavic, Guyer (Pass); nicht eingesetzt: Contorno (Libera), Hinteregger, Kunz; ohne Watson, Habegger (beide rekonvaleszent).– Aesch-Pfeffingen: Pierret (Pass, Matter, Bélanger, Barfield, Duello, Van Rooij, Saita (Libera); eingewechselt: Koch, Andersson, Blanchfield; nicht eingesetzt: Eichler, Saladin.

Der VC Kanti muss in die Serie zurückfinden, sonst wird es schwierig

Im ersten Spiel der Play-off-Halbfinalserie war der VC Kanti auswärts bei Aesch Pfeffingen mit 1:3 klar auf der Verliererseite. Will er sich noch eine ­Finalchance ausrechnen, braucht er heute Abend (20 Uhr, BBC-Arena) einen Heimsieg.

 

Gespannt beobachtet Kantitrainer Nicki Neubauer (l.), ob es seinem Dreierblock gelingt, die Aesch-Topskorerin Madison Duello diesmal zu bremsen. BILD WERNER SCHLÄPFER

 

VOLLEYBALL. Eine Play-off-Serie wird nicht im ersten Match entschieden, sagte Kantitrainer Nicki Neubauer vor dem Startmatch der Best-of-5-Serie in Aesch: «Wir haben drei Chancen, sie in ihrer Halle zu besiegen, und eine davon gilt es zu nutzen.» Die erste ist nach dem 1:3 vom letzten Samstag schon mal weg, um den Finaleinzug zu schaffen, bräuchte es nun aber zuallererst einen Heimsieg heute Abend. Damit würde sich der VC Kanti schon einmal ein zweites Heimspiel erkämpfen, das am nächsten Mittwoch stattfände. Das wäre bereits ein kleiner Teilerfolg, der die Psychologie der Serie wenigstens leicht ändern würde. Die Equipe des Büsinger Trainers Andreas Vollmer müsste sich in diesem Fall erst einmal darauf einstellen, dass es gegen den VC Kanti doch nicht ganz einfach geht, wie es von der Papierform vielleicht zu erwarten war. Und wer weiss, mit einem Sieg käme wohl auch eine Euphorie ins Schaffhauser Team rein, das sich fortan auch auswärts mehr zutraut …

 

Heim- und Auswärtsspiele, das ist – auch im Volleyball – ein Kapitel für sich. Es zeigt sich immer wieder, dass gerade für das so wichtige Servicespiel die eigene Halle ein entscheidender (kleiner) Vorteil sein kann. Das sieht auch Nicki Neubauer so, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Risikobereitschaft beim Aufschlag sei zu Hause einfach grösser. Da trainiere man Tag für Tag und kenne die Gegebenheiten, ja fast ­jeden Winkel der Halle bestens. Gerade in der Aescher Löhrenackerhalle, wo es keine fixen Tribünen gibt, sei es etwas schwieriger, die Orientierung zu finden. Gemäss dem Club wohnten dem ersten Spiel aber immerhin 1000 Zuschauer (offiziell 630) bei.

 

Wie stehen nun, ungeachtet der Halle, die Chancen der Schaffhauserinnen, gegen die in dieser Saison deutlich besser klassierten Baselbieterinnen mehr als einen Satz zu gewinnen oder sie gar in eine Niederlage zu zwingen? Das Team von Nicki Neubauer müsste dafür einen Sahnetag erwischen, und die Gäste dürften wohl nicht den besten Abend erwischen. Im (Frauen-)Volleyball ist ­sicher vieles möglich, zumal Auswärtsspiele unter der Woche bei den Spielerinnen meist nicht beliebt sind …

 

Wenn aber Vollmers Equipe unter der Führung von Zuspielerin Méline Pierret und den starken Angreiferinnen Madison Duello (27 Punkte) und Marie-Alex Bélanger (14) spielerisch und kämpferisch wieder so dominant auftritt, dann müssten beim VC Kanti einige über sich hinauswachsen, um dabei zu sein. Eva Svobodova und Wiebke Silge führten in Aesch mit je 12 Punkten die Skorerliste an, dahinter folgte mit Katerina Holaskova (9) eine weitere Mittelblockerin. Zu wenig Angriffsdruck kam von der Diagonalposition, auf der Aesch mit Duello das grösste Plus hat. Auch am Block, sonst eine der Stärken des VC Kanti, waren die Baselbieterinnen mit total 14:10 Zählern besser. Auch da liegt bei Kanti hoffentlich eine Steigerung drin. (hcs.)

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