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Klare Niederlage gegen Aesch-Pfeffingen
VC Kanti scheitert im ersten Playoff-Halbfinal 
Sarah van Rooij (Aesch, l.) im Netzduell mit Wiebke Silge (Kanti). Bild: Werner Schläpfer
Nur ein Satzgewinn im basellandschaftlichen Aesch gelang dem VC Kanti beim Auswärtsstart in die Play-off-Halbfinals.
von Reinhard Standke
Erst zum zweiten Mal trafen am Samstag der VC Kanti und Aesch-Pfeffingen in dieser Saison auf dem Spielfeld aufeinander. Das Rückspiel in der Qualifikation konnte nach Coronafällen bei den Baselbieterinnen nicht rechtzeitig ausgetragen werden, es war zu einem Forfaitsieg für die Schaffhauserinnen gekommen. Die Vorbereitungen auf den Start des Play-off-Halbfinals waren beim VC Kanti nicht ganz optimal verlaufen. Während Aesch-Pfeffingen die zweieinhalbwöchige Spielpause zu Testspielen gegen Franches-Montagnes und Cheseaux nutzen konnte, kamen die beiden erhofften Partien der Munotstäderinnen gegen Linz aufgrund von positiven Coronatests bei den Österreicherinnen nicht zustande. Isidora Ubavic ging angeschlagen ins Spiel und fehlte in der Startaufstellung. Karis Watson, die sich Mitte Februar in der dritten Viertelfinalbegegung bei Franches-Montagnes am Fuss verletzt hatte, wird zumindest in den Halbfinals noch nicht wieder zur Verfügung stehen.
«Ich bin unzufrieden mit der Leistung, wir haben nicht auf unserem Level, nicht wie in den Viertelfinals gespielt», äusserte sich Kanti-Trainer Nicki Neubauer nach den 89 Spielminuten beim Tabellenzweiten. Das erste Heimspiel der Baselbieterinnen seit zwei Jahren ohne Corona-Beschränkungen hatte immerhin 630 Zuschauer angelockt. Und diese hatten, im Gegensatz zu den rund 20 mitgereisten Kanti-Fans, auch bald Freude am Spielstand. Nach dem 4:6 zog das Heimteam auf 11:6, 15:8 und 21:9 davon. Vor allem im Aussenangriff gelangen den Schaffhauserinnen keine Lösungen. So musste Saison-Topskorerin Korina Perkovac bis zum 12:25 warten, bis ihr der erste Punkt gelang. Auch Svobodova und Jatzko hatten laut Neubauer nicht ihren besten Tag. Nach dem 25:12 war die Überlegenheit der Gastgeberinnen im zweiten Durchgang nicht ganz so gross. Der VC Kanti kam nach einem 1:5-Rückstand bis auf zwei Punkte heran, lag danach aber mindestens vier Punkte zurück und musste auch diesen Satz mit 16:25 abgegeben. «Wir haben recht gut aufgeschlagen und auch gut, stabil angenommen», so Nicki Neubauer. Während das Spiel der Mittelblockerinnen «okay» funktioniert habe, fanden die weiteren Angreiferinnen nie den Rhythmus, sagte der Trainer weiter. Dazu kamen auch diverse Angriffsfehler. Ganz im Gegensatz dazu gelangen der Aesch-Topskorerin Madison Duello in den vier Sätzen 27 Punkte.
Gut spielte sein Team nach Einschätzung des Kantitrainers im dritten Durchgang. Mit mehr Druck gelang der Start (5:2), die Verteilung der Angriffspunkte zwischen den Teams war nun ausgeglichener, die Schaffhauserinnen brachten den Vorsprung über die Zeit (25:22). Doch im folgenden Satz verloren die Schaffhauserinnen wieder den Faden, nach dem 3:1 fielen sie auf 3:6 zurück und mussten den Durchgang mit 16:25 abgeben. Die meisten Punkte gelangen bei den Munotstädterinnen Eva Svobodova und Wiebke Silge (je 12) und Katerina Holaskova (9).
Zweites Spiel am Mittwoch
Die 2. Runde der Play-off-Halbfinals wird am Mittwoch um 20.00 Uhr in der BBC Arena angepfiffen. «Von den Zahlen in der Statistik waren wir nicht so weit weg», zeigt Nicki Neubauer auf. Wir müssen aber deutlich besser spielen und eine gute Balance finden. Aesch-Pfeffingen ist nicht unschlagbar.» Mit einem Sieg kann der VC Kanti verhindern, das das Team des Büsinger Trainers Andreas Vollmer schon am Samstag den Einzug in den Final feiern kann.
VC Kanti fordert Vollmers Aesch im Halbfinal
In den Playoff-Halbfinalserien der Volleyballerinnen (best of 5) stehen sich Qualifikationssieger Neuenburg und Düdingen (4.) sowie Sm’Aesch Pfeffingen (2.) und der VC Kanti (3.) gegenüber. Zu favorisieren sind wohl die besser klassierten Teams, aber Überraschungen scheinen durchaus möglich zu sein.

Die Captains im Netzduell: Madlaina Matter (l.) und Katerina Holaskova. BILD W. SCHLÄPFER
Das beste Beispiel, wie ein klarer Favorit straucheln kann, lieferte erst kürzlich Neuenburg UC, das die NLA-Saison bisher so klar dominiert hat – nun aber im Cup-Halbfinal mit 1:3 an Düdingen scheiterte. Ausgerechnet Düdingen heisst ab morgen wieder der Gegner der Neuenburgerinnen im Playoff-Halbfinal. In einer Best-of-5-Serie sei das schwierig zu wiederholen, meint auch Kanti-Trainer Nicki Neubauer, der die Mentalität im Freiburger Sensebezirk von seiner fünfjährigen Tätigkeit dort (bis 2017) bestens kennt: «Sie können sehr gut mit der Aussenseiterrolle umgehen und machen wenig Fehler.» Schon vor einem Jahr stand Düdingen im Playoff-Final, allerdings äusserst glückhaft, nachdem die Halbfinalserie wegen Coronafällen bei Aesch-Pfeffingen mit 1:0 für Düdingen – gemäss Reglement völlig korrekt – hatte beendet werden müssen. Das war bitter für Trainer Andreas Vollmer und sein Team, nachdem es im Vorjahr als Qualifkationssieger an NUC gescheitert war.
Diesmal hat sich das Team des Büsingers mit seinem ehemaligen Club, dem VC Kanti, auseinanderzusetzen, der ihm vor einem Jahr mit dem überraschenden Sieg im Halbfinal im Baselbiet die Cupfinal-Qualifikation und damit auch den Cupsieg weggeschnappt hatte. Nicki Neubauer wurde als zweiter Trainer nach Vollmer (2000 und 2009) mit den Schaffhauserinnen dank einem 3:2-Sieg über die Equipe von Lauren Bertolacci im dramatischen Final Cupsieger.
Auf die Frage, ob der VC Kanti nun dem Favoriten wieder ein Schnippchen schlagen und ob der Playoff-Final 2022 auch VC Kanti gegen Düdingen lauten könnte, wollte sich Neubauer nicht auf die Äste hinaus lassen, aber er sagt dennoch: «Fürs Finale ist alles möglich.» Entscheidend in der Halbfinalserie wird wohl sein, wer nach einer gut zweiwöchigen Spielpause besser zum Rhythmus findet. «Das wird nicht so leicht werden für unsere Frauen, denn wir konnten im Gegensatz zu Aesch kein Testspiel absolvieren.» Denn der Besuch von Linz musste aufgrund von Coronafällen ausfallen, immerhin hätten sie mit drei Männern im Training versucht, die Wettkampfsituation zu simulieren. Derweil habe Vollmers Team ein Spiel gegen Franches-Montagnes bestritten.
Vom Spielsystem her sieht Neubauer sein Team mit Aesch auf Augenhöhe. «Beide Teams spielen ähnlich breit verteilt und sind gut organisiert. Am Block sind wir vielleicht etwas besser, während sie in den anderen Bereichen ein leichtes Plus haben. Es wird vor allem auf die Tagesform ankommen.» Und der Heimvorteil spiele gerade, was den Service betreffe, eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und dieser liegt in der Serie, die morgen in Aesch beginnt und am Mittwoch in der BBC-Arena weitergeht, eher bei Vollmers Team. «Unser Vorteil ist, dass wir schon 80 Prozent unserer Saisonziele erreicht haben. Da wollen wir mutig und mit viel Freude aufspielen», sagt Neubauer. (hcs.)
Der VC Kanti trifft in den Halbfinals auf Aesch-Pfeffingen
In den Playoff -Viertelfinals nutzte der VC Kanti den ersten Matchpunkt und setzte sich gegen Franches-Montagne erneut mit 3:0 durch. In den Halbfinals ist nun Aesch-Pfeffingen der Gegner.
Der befreiende Jubel bei den Kanti-Spielerinnen nach dem letzten Ball in Saignelégier zum 3:0-Sieg. BILD WERNER SCHLÄPFER
Reinhard Standke
VOLLEYBALL. Auch in der zweiten Playoff-Begegnung gegen Franches-Montagnes begann der VC Kanti mit der zuletzt gewohnten Aufstellung. Doch bald, beim 3:5-Zwischenstand, war Coach Nicki Neubauer gezwungen, die Mittelblockerin Karis Watson gegen Wiebke Silge auszuwechseln. Die Amerikanerin war wohl bei einer Aktion am Netz umgeknickt und konnte nicht weiterspielen. Wie schwerwiegend die Verletzung ist, soll ein Arztbesuch klären.«Wir sind gut gestartet und hatten bis Mitte des zweiten Satzes alles im Griff», fasste Neu- bauer den Beginn der Partie zusammen. Im ersten Satz hatten sich die Schaffhauserinnen nach dem 8:8 absetzen können und mit 25:16 vorgelegt.
Kanti setzte die Überlegenheit im zweiten Durchgang zunächst fort, liess dann aber ein letztes Aufbäumen beim Gegner zu, der die Saison-Topskorerin Yvonne Montaño nun besser einsetzen konnte. Das Team aus dem Jura glich nicht nur immer wieder aus, sondern spielte nach dem 15:15 bis zu drei Punkte Vorsprung heraus. «Wir haben da ein bisschen gewackelt und mussten wieder Ruhe in das Spiel bringen», so Nicki Neubauer weiter, der zu einem zeitweiligen Doppelwechsel (Guyer und Jatzko für Ubavic und Deisl) griff. Nach dem 20:23 kämpften sich die Schaffhauserinnen aber zurück und erzielten fünf Punkte in Folge, dem Heimteam unterliefen drei Service- bzw. Angriffsfehler.
Danach war «die Messe eigentlich gelesen», so Trainer Neubauer. Sein Team lag bald mit 17:10 vorne, verlor aber noch einmal den Faden und machte es spannend. Franches-Montagnes kam nach und nach bis auf 18:20 heran, Neubauer musste zum zweiten Timeout in diesem Satz greifen. Auch beim 23:22 musste man noch einen Satzverlust befürchten, doch mit zwei Angriffspunkten stellten die Schaffhauserinnen mit dem zweiten Sieg in der Best-of-3-Serie den Halbfinaleinzug sicher.
In den anderen Viertelfinalpaarungen schlossen Aesch-Pfeffingen (3:0 in Genf) und Neuenburg (3:1 in Lugano) die Serie ebenfalls mit 2:0 ab. Somit steht mit der Paarung Aesch-Pfeffingen gegen VC Kanti der erste Halbfinal fest. Der Gegner von Neuenburg wird erst am Samstag ermittelt, da Cheseaux mit einem 3:2 Heimsieg über Düdingen die Auswärtsniederlage vom Samstag ausglich. Für den VC Kanti geht es nun erst am ersten Märzwochenende weiter.
NLA, Viertelfinals (best of 3), 2. Runde: Franches-Montagnes - VC Kanti 0:3 (16:25, 22:25, 22:25), Endstand 0:2. - Maurice Lacroix, Saignelégier. - 280 Zuschauer. - SR: Sanapo/Ciemiega. - Spieldauer: 22, 25, 24 = 71 Minuten. - VFM: Marin (Pass), Staffelbach, Rothenbühler, Monnin, Arrechea, Mantano, Chappatte (Libera); eingewechselt: Faivet, Varé, Gomes, Gerber; nicht eingesetzt: Parts, Vallat. - VC Kanti: Deisl (Pass), Perkovac, Watson, Svobodova, Ubavic, Holaskova, Merkofer (Libera), eingewechselt: Silge, Jatzko, Guyer; nicht eingesetzt: Contorno (Libera), Corbach.
VC Kanti kann in Saignelégier heute die Serie beenden
Die Erinnerung an den vorletzten Auftritt des favorisierten VC Kanti im Jura bei Franches-Montagnes ist nicht gut. Denn der Titelverteidiger musste sich im Cup-Viertelfinal in Saignelégier 3:2 schlagen lassen. Das war bitter. Aber auch die Jurassierinnen sind bereits nicht mehr im Schweizer Cup dabei. Am letzten Sonntag verloren sie den Halbfinal beim (Noch-)NLB-Club Volero Zürich deutlich mit 0:3.
Das ist indes alles Geschichte. Die Zeichen mit zwei folgenden Siegen über VFM sind gesetzt, und die Gegenwart bringt heute das zweite und allenfalls entscheidende zweite Spiel in der verkürzten Best-of-3-Serie zwischen Franches-Montagnes und den Schaffhauserinnen. Ob die Karten in Saignelégier neu gemischt werden und die Jurassierinnen ein drittes Spiel – am Samstag in Schaffhausen – erzwingen können, ist offen. Erfahrungsgemäss kann sich die Equipe von Trainer Leonardo Portaleoni bei ihrer letzten Chance, kurz vor dem Ausscheiden, in der laufenden Saison nochmals steigern. Kämpferisch sowieso.
Kann der VC Kanti wie beim Spiel am vergangenen Samstag in der BBC-Arena die NLA-Topskorerin Ivonne Montaño erneut so kontrollieren, dass sie nur acht Punkte erzielt, dann kann das klappen. Die Kolumbianerin hatte aber schon Partien mit gegen 30 Punkten, und letztes Mal war ihre Landsfrau Diana Arrachea mit 16 Punkten die beste Punktesammlerin. Auch auf sie gilt es gut zu achten. Ansonsten müsste das ausgeglichenere Kollektiv den Ausschlag zugunsten des Teams von Nicki Neubauer geben. (hcs.)



