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Enger Kampf um die Bronzemedaille
Die Best-of-3-Serie um den dritten Platz in der Frauen-NLA geht heute Abend (20 Uhr, BBC-Arena) in die dritte Runde. Wenn es für den VC Kanti das erste Mal seit 2003 Bronze geben soll, dann muss er sich gegen Düdingen steigern.

An der Fan-Unterstützung für den VC Kanti hat es im Auswärtsspiel in der Leimacker-Sporthalle nicht gefehlt. Um die Medaille zu holen, wird sie heute im Heimspiel noch wichtiger sein. BILD WERNER SCHLÄPFER
VOLLEYBALL. Nach dem 3:1-Heimsieg am Samstag vor einer Woche durften die Schaffhauserinnen darauf hoffen, im Auswärtsspiel am letzten Samstag in Düdingen mit dem 2:0 schon alles klarzumachen. Aber es sollte nicht sein. Nach dem gewonnenen ersten Satz steigerten sich die Freiburgerinnen vor 460 Zuschauer derart, dass sie dem VC Kanti in den Sätzen zwei bis vier mit 25:18, 25:19 und 25:18 klar das Nachsehen gaben. «Der erste Satz war wirklich gut, aber danach haben wir uns die Butter fast wie selbst vom Brot genommen», meinte der mitgereiste Kantipräsident Sandro Poles etwas ernüchtert. Ohne dass der gegnerische Trainer Dario Bettello personelle Änderungen vorgenommen hätte – im Gegensatz zum ersten Match war indes die Topskorerin Nicole Eiholzer wieder im Team –, brachte die geänderte Servicetaktik die Schaffhauser Abnahme stark unter Druck. Dadurch wurde auch das Passspiel immer schwieriger, sodass am Ende statistisch gesehen in der Angriffseffizienz der grösste Unterschied zwischen den beiden Teams lag: Düdingen verwandelte 59 von 131 Angriffsbällen in Punkte (= 45 Prozent), beim VC Kanti waren es nur 43 von 122 (= 35 Prozent). Bei den direkten Servicepunkten lautete die Statistik 7:3 für Düdingen, einzig bei den Blocks hatten die Schaffhauserinnen mit 9:13 ein leichtes Plus.
Um die nach den Abgängen von Topzuspielerin Irina Kemmsies und Diagonalangreiferin Taylor Fricano neu formierte und stark verjüngte Kanti-Equipe doch noch zur ersten Bronzemedaille seit 2003 – damals mit Trainer Chuanlun Liu gegen Riehen – zu führen, braucht es heute Abend eine Topleistung. «Mit dem Heimvorteil in der vom Training her bekannten Halle, der wegfallenden langen Anreise und dem Glauben an sich selbst ist vieles möglich», glaubt Sandro Poles an die Fähigkeiten des Teams. «Vor allem im Kopf müssen wir bereit sein – und es beginnt ja wieder bei 0:0.» Natürlich würde den Schaffhauserinnen eine breite und lautstarke Fanunterstützung bei dieser schwierigen Ausgangslage sehr helfen.
Abgänge nach der Saison stehen fest
Dass die Pendenzen im Personalbereich inzwischen weitgehend bereinigt sind und beim heutigen Saisonschlussmatch acht Verabschiedungen bevorstehen, ist sicher gut: Mit Vivian Guyer, Melanie Kunz, Victoria Deisl, Eva Svobodová, Isidora Ubavić, Karis Watson, Wiebke Silge und Rebekka Merkofer verlassen acht Spielerinnen die NLA-Equipe des VC Kanti. Zudem verabschiedet sich Natalia Cukseeva als Assistenztrainerin, sie wird aber weiter im Kanti-Nachwuchs tätig sein. Weiterhin im Kader stehen, vorbehältlich kurzfristiger Änderungen, Korina Perkovac, Romy Jatzko, Maelle Corbach, Captain Katerina Holaskova wie auch die beiden Liberas Viviane Habegger und Lisa Contorno. «Wir hatten diese Saison ein sehr junges Team, die Routine hat uns in schwierigen Spielsituationen wie in Düdingen oder im Europacup etwas gefehlt», zieht Präsident Poles Bilanz. «Die Angst, zu verlieren, kam zu schnell. Aber das wussten wir ja.» Bei der Zusammensetzung des Kaders 2022/23, die im Hintergrund auf Volltouren läuft, spiele der Faktor Erfahrung eine grössere Rolle. (hcs.)
VC Kanti verliert das Spiel in Düdingen und muss auf den Mittwoch hoffen
Nach der 1:3-Niederlage in Düdingen im zweiten Spiel ist das Rennen und um die Bronzemedaille weiterhin hoffen

Für einmal bekommt die französische Angreiferin Alexandra Dascalu einen Blockball des VC Kanti ins Gesicht. Dennoch behielt Düdingen mit 3:1 die Oberhand. BILD WSCHL.
Werner Schläpfer, Düdingen
VOLLEYBALL NLA. Der VC Kanti und die Leimackerhalle in Düdingen waren schon in der Vergangenheit keine Erfolgsgeschichte und am Samstag kam ein weiteres negatives Kapitel dazu. Düdingen gewann als das klar bessere Team das Heimspiel mit 3:1 und gleicht die Serie um Platz 3 aus.
Im Vorfeld der Begegnung im Kampf um Platz drei gegen Düdingen war man im Kantilager nach dem Auftaktsieg vor Wochenfrist verhalten optimistisch gewesen, nach einer beinahe zehnjährigen Durststrecke endlich wieder einmal eine Meisterschaftsmedaille nach Schaffhausen zu bringen. Nach den engen Satzverhältnissen im ersten Aufeinandertreffen in Schaffhausen wurde auch ein spannendes Spiel zweier ebenbürtiger Gegner in Düdingen erwartet. Entsprechend intensiv starteten die Teams in die Partie. Beide starteten gut, entsprechend eng war der Spielstand mit leichtem Vorteil für Kanti beim Skore von 8:5. Im weiteren Verlauf kamen die Einheimischen besser ins Spiel und führten bei Satzmitte 14:10. Mit einigen guten Angriffsaktionen brachte Topskorerin Korina Perkovac ihr Team zurück. Am Ende war es den Gästen vergönnt, im ausgeglichenen ersten Satz die beiden letzten Punkte zu machen.
Trainer Dario Bettello änderte im zweiten Satz die Taktik, und seine Spielerinnen punkteten jetzt vermehrt mit Block-outs und verstärkten den Druck am Service. Die Schaffhauserinnen hielten zu Beginn dagegen, aber unter dem Druck der Power-Cats summierten sich die Fehler: da eine ungenaue Abnahme, dort ein Angriffsfehler. So musste Nicki Neubauer beim Stand von 13:8 bereits sein zweites Time-out nehmen. Der VC Kanti konnte jetzt wieder mithalten, den eingehandelten Rückstand jedoch nicht mehr wettmachen.
Etwa 30 Kanti-Supporter, unter ihnen Präsident Sandro Poles, unterstützten ihr Team nach der Pause lautstark, aber sie mussten zur Kenntnis nehmen, das es im Sensebezirk nichts zu holen gab. In Satz 3 und 4 spielte Düdingen aus einem Guss und liess die Gäste nicht mehr ins Spiel kommen. So kommt es am Mittwoch, 13. April, um 20 Uhr zur finalen Entscheidung um Platz 3 in der BBC-Arena.
Juniorinnen (U18/U19)
Das Nationalteam der Juniorinnen U19 qualifiziert sich direkt für die Europameisterschaft!Historisches für den Schweizer Volleyball: Erstmals seit sechzehn Jahren qualifizieren sich die Juniorinnen wieder für eine EM-Endrunde.

Das Team um Headcoach Frieder Strohm und Assistenztrainerin Aïda Shouk kann im ersten Spiel gegen Montenegro einen 2:1-Satzrückstand noch zu einem 3:2-Sieg drehen - das beweist mentale Stärke. Topmotiviert und mit dem Ziel vor Augen, Historisches zu schaffen, gelingt den Juniorinnen dann gegen Gastgeber Bosnien & Herzegowina ein sensationeller Coup: Ein umkämpftes, aber letztendlich klares 3:0 für die Schweiz! Als Gruppenerster qualifiziert sich die Equipe damit direkt für die EM-Endrunde."Wir sind unglaublich stolz und glücklich. Es ist wahnsinnig, was diese Spielerinnen geleistet haben - sie haben es sich mehr als verdient. Ausserdem bin ich sehr dankbar für die Arbeit des Staff. Alles ist perfekt aufgegangen und war so organisiert, dass wir uns ganz auf diese zwei Matches fokussieren konnten. Das Ganze zeigt auf, dass die Organisation und die Strukturen der Nationalen Nachwuchsvereine und des Nachwuchs im Allgemeinen funktionieren. Sie führen dazu, dass solche Resultate möglich sind. Nun muss man klar sagen, dass wir jetzt investieren müssen, damit wir in Zukunft auch auf Elite-Nati-Niveau mit diesen Spielerinnen Erfolge feiern können. Die Nationalteams der Juniorinnen und Junioren haben einen ungemeinen Wert auf dem sportlichen Weg dieser Athletinnen und Athleten", meint der stolze Headcoach Frieder Strohm.
Resultate:
Montenegro - Schweiz: 2:3 (23:25, 25:23, 25:19, 15:25, 9:15)Schweiz - Bosnien & Herzegowina: 3:0 (28:26, 25:23, 25:21)
Europameisterschaft
Die EM der Juniorinnen findet vom 27. August bis 4. September in Skopje (Nordmazedonien) statt.
Hoffnung auf Bronze und neue Automarke
Vor dem zweiten Spiel um Platz 3 in der Best-of-3-Serie am Samstag (17.30 Uhr) auswärts gegen Düdingen hat der VC Kanti diese Woche noch bekannt gegeben, dass die Spielerinnen neu mit Autos der Marke Peugeot unterwegs sein werden.

Das Kanti-Team mit Trainer Nicki Neubauer, Manager Heinz Looser und den Betreibern der Gräfler-Garage, Marco und Fabio Ninghetto, sowie Vorgänger Stefan Gasser. BILD RSTA

Marco und Fabio Ninghetto, Leistungssportchef Heinz Looser und Stefan Gasser (v. l.) bei der Präsentation. .Bild WSch
Mitten in der heissen Phase der Playoff-Finalspiele um Rang drei in der NLA-Meisterschaft gegen Düdingen waren das Fanionteam und die Marketinggruppe des VC Kanti kürzlich zu einem Apéro beim langjährigen Fahrzeugsponsor Gräfler-Garage Gasser, gleich gegenüber der Schweizersbildhalle, wo jeweils auch die Europacup-Apéros stattfinden, eingeladen. Nach monatelanger Wartezeit sind die neuen Autos der Marke Peugeot nun endlich bereit zur Übergabe an Spielerinnen und Staff. Die neuen Inhaber der Gräfler-Garage, Marco und Fabio Ninghetto, freuen sich darüber, die vom Vorgänger Stefan Gasser begonnene Partnerschaft mit dem VC Kanti fortzusetzen. Am 4. Dezember 2003 hatte Stefan Gasser das erste Fahrzeug an die damalige Spielerin Mélanie Pauli übergeben.
Nach diesem Event galt die ganze Konzentration der Kanti-Equipe der Vorbereitung auf das zweite Spiel in der Best-of-3-Serie um Platz 3 gegen das unberechenbare Düdingen. Es gilt den 3:1-Heimsieg vom letzten Samstag zu bestätigen, erfahrungsgemäss dürfte das auswärts etwas schwerer sein als in der Heimhalle, was sich meistens im Servicespiel auswirkt. Das Augenmerk gilt es insbesondere auf die französische Diagonalspielerin Alexandra Dascalu zu richten, die einen enorm wuchtigen Aufschlag hat und mit 19 Punkten die Topskorerin Düdingens war. Es wird sich zeigen, ob die zuletzt fehlenden Elena Steinemann und Nicole Eyholzer wieder ins Team zurückkehren. Sie waren auch in dieser Saison wichtige Teamstützen der Freiburgerinnen. Bei einem Heimsieg kommt es am nächsten Mittwoch in der BBC-Arena zu einer dritten Partie um Bronze. (rsta./hcs.)



