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Der VC Kanti lässt einen Punkt liegen

Korina Perkova, die gegen Cheseaux für die meisten Punkte sorgte, war auch bei der Abnahme gefordert. BILD REINHARD STANDKE

 Schwerer als erhofft tat sich der VC Kanti in der Partie gegen VBC Cheseaux. Die Schaffhauserinnen machten im Heimspiel zweimal einen Satzrückstand wett und siegten am Ende 3:2.

 Reinhard Standke

VOLLEYBALL. Immerhin 342 Zuschauer waren zu Beginn der Sportferien bei Gratiseintritt in die BBC Arena gekommen, um in der 15. NLA-Runde den Kampf des VC Kanti gegen VBC Cheseaux zu verfolgen. Für einmal nicht am Spielfeld präsent waren Linienrichter, das Fehlen sollte aber nicht für nennenswerte Probleme oder Diskussionen sorgen.

 

In den ersten vier Durchgängen vermochten es die Schaffhauserinnen nicht, sich von Satzbeginn an abzusetzen. Im ersten Durchgang fiel Kanti von 5: 4 auf 5: 8 zurück, nach dem ersten Timeout sorgte Korina Perkovac am Service für Druck bis zum 11: 8. Anschliessend kamen die Gäste jedoch wieder heran, später zog das Heimteam auf 21: 17 davon. Doch diese vielversprechende Ausgangslage wusste Kanti nicht zu nutzen: Mit den Aufschlägen der ­erfahrenen früheren Nationalspielerin Inès Granvorka kam man nicht zurecht. Schluss war erst beim 21: 25: Hier eine schlechte Abnahme, dort ein schlechter Pass oder ein Angriff in den Block halfen den Gegnerinnen, bei denen nicht nur Topskorerin Pritchard oder Diagonalspielerin Novakova, sondern vor allem Katherine Ferguson für die Punkte gesorgt hatten.

 Satzausgleich und erneuter Rückstand

Weil es mit dem Service so gut funktioniert hatte, begann Inès Granvorka auch im zweiten Satz. Kanti startete jedoch aggressiver und lag bald mit 5: 1 vorne. Die Munotstädterinnen gestatteten dem Team aus der Romandie zwar zwischendurch den Ausgleich zum 8: 8, zogen dann aber wieder davon und sicherten zum Schluss den Satz klar mit 25: 17. Doch so sollte es nicht weitergehen: Im dritten Satz punktete nach dem 5: 4 vor allem VBC Cheseaux, der bald mit 7: 14 vorne lag. Einige Probleme in der Abnahme erleichterten Passeuse Norene Iosia die Aufgabe nicht, beim Stand von 6: 9 hatte Kanti-Coach Neubauer anstelle von Mittelblockerin Molly Lohmann, die diesmal weniger punktete als die Mitspielerinnen, die junge Jasmin Kuch eingewechselt, die bis zum Spiel­ende im Einsatz stehen sollte. Den Rückstand sollten die Schaffhauserinnen nicht mehr wettmachen (20: 25).

 Den Spielstand ausgeglichen halten konnte Cheseaux im vierten Durchgang bis zum 24: 24, Kanti nutze erst den dritten Satzball zum 26: 24. Nach dem Abtasten im Timebreak servierte Monika Krasteva für ihr Team vom 3: 2 zum 6: 2, den Vorsprung liess sich Kanti nicht mehr nehmen und sicherte sich mit 15: 10 Satz und Match. Für die meisten Punkte hatten bei den Gastgeberinnen Korina Perkovax(21), Romy Jjatzko (20) und Captain Katherina Holaskova (17) gesorgt.

 «Wir haben lange gebraucht, um in das Spiel zu finden, wir haben lange gebraucht, um mit dem Service für Druck zu sorgen», blickte Kanti-Trainer Neubauer auf die 113 Spielminuten zurück. «Am Ende müssen wir aus dem Spiel lernen, was es braucht, wenn es nicht perfekt läuft. Wir hatte zu viele Spielerinnen, die alleine und nicht für das Team spielten.»

 Gegen Cheseaux gaben die Schaffhauserinnen also einen der erhofften Punkte ab, liegen aber vor der am kommenden Samstag anstehenden Begegnung im Tessin drei Punkte vor Volley Lugano. Um den dritten Rang am Wochenende zu verteidigen, muss Kanti mindestens einen Punkt mit heimnehmen. Welche Bedeutung der vorgestrige Punktverlust für das Behaupten des dritten Ranges beziehungsweise das Erreichen des angestrebten zweiten Platzes hat, lässt sich drei Runden vor Schluss der Qualifikation schwer abschätzen. In den letzten beiden Spielen müssen die Munotstädterinnen gegen Genève Volley und bei Aesch-Pfeffingen antreten.

 NLA, Frauen. 15. Runde: VC Kanti - VBC Cheseaux 3: 2 (21: 25, 25: 17, 20: 25, 26: 24, 15: 10). - BBC Arena. - 342 Zuschauer. - SR: Ciemiega/M. Auricht. - Spieldauer: 24, 21, 24, 28, 16 = 113 Minuten. –VC Kanti: Iosia (4), Krasteva (10), Lohmann (3), Jatzko (20), Perkovac (21), Holaskova (17), Habegger (Libera); eingewechselt: Pazin, Künzler, Corbach (2), Kuch; nicht eingesetzt: Contorno, Hinteregger, Suriano. – VBC Cheseaux: Granvorka (10), Ferguson (14), O. Hämmerli (1), Pritchard (20), Oseghale (13), Novkovic (15), M. Hämmerli (Libera); eingewechselt: Freymond (1), Konstadinova, Hanon (3), Monge.

Weitere Resultate: Neuchâtel UC - Volero Zürich 3: 0 (25: 23, 25: 22, 29: 27). Düdingen - Franches-Montagnes 3: 0 (25: 12, 25: 21, 25: 19). Volley Lugano - Sm’Aesch-Pfeffingen 0: 3 (21: 25, 23: 25, 22: 25). Genève Volley - Toggenburg 3: 0 (25: 10, 25: 21, 25: 14).

 

Rangliste: 1. Neuchâtel UC 15/41. 2. Düdingen 15/35. 3. Kanti Schaffhausen 15/30. 4. Volley Lugano 15/27. 5. Cheseaux 15/24. 6. Volero Zürich 15/22. 7. Sm’Aesch-Pfeffingen 15/21. 8. Genève Volley 15/13. 9. Franches-Montagnes 15/11. 10. Toggenburg 15/1.

Kanti orientiert sich nach oben

Nicki Neubauer gibt Inputs an sein Team, hier beim Spiel bei Franches-Montagnes. BILD WERNER SCHLÄPFER

 In den letzten vier Partien der NLA-Qualifikation will der VC Kanti nicht nur den dritten Rang verteidigen, sondern auch das zweitplatzierte Volley Düdingen angreifen.

Reinhard Standke

Die Überraschung der vergangenen NLA-Runde war der 3: 1-Heimsieg des VBC Cheseaux über Volley Lugano, durch welchen (und den eigenen 3: 0-Erfolg bei Franches-Montagnes) der VC Kanti auf den dritten Tabellenplatz vorrücken konnte. Cheseaux und Lugano sind die beiden Teams, gegen die die Schaffhauserinnen in den nächsten acht Tagen antreten müssen. Danach folgen mit Genf (daheim) und Aesch-Pfeffingen weitere zwei Gegner, die durchaus zu schlagen sind.

In der Rückrunde und somit auch in diesem Jahr ist der VC Kanti in der Liga noch ungeschlagen. «Wir haben einen guten Lauf», freut sich Trainer Nicki Neubauer. «Vom Restprogramm her, da muss aber Düdingen Punkte liegen lassen, ist noch Platz zwei möglich», rechnet sich der Coach für sein Team aus, das aber dafür alles gewinnen muss. Zumindest in den nächsten beiden Wochen wolle man Rang drei sichern. «Da kommen aber auch die Ergebnisse der anderen Mannschaften zum Tragen. Wenn wir etwas Glück haben, können wir den Platz nach dem Lugano-Spiel fix haben.»

 Schlüsselspielerinnen kontrollieren

Zunächst steht jedoch heute (16.30 Uhr, BBC Arena) die Aufgabe gegen Volley Cheseaux an. Gegen das Team aus dem Raum Lausanne hatten die Munot-städterinnen auswärts mit 3: 0 gewonnen. «Cheseaux ist eine gefährliche Mannschaft», warnt Coach Neubauer und verweist auf die Topskorerin, die amerikanische Aussenangreiferin Erika Pritschard, sowie die serbische Diagonalspielerin Jelena Novakovic. «Sie kann das Zünglein an der Waage sein. Spielt sie gut, dann haben sie zwei gefährliche Skorerinnen, spielt sie nicht so gut, dann verlieren sie halt.» Das von Cheseaux geschlagene Lugano habe am letzten Samstag aber zum einen nicht so gut gespielt, zum andern plagen die Tessinerinnen Verletzungssorgen.

 «Im Hinspiel in Cheseaux haben wir es sehr gut gemacht, da fehlte allerdings Novakovic», erinnert Nicki Neubauer. Am Ende gehe es darum, diese beiden Spielerinnen zu kontrollieren und mit dem Aufschlag gut zu arbeiten. Weiter müsse Kanti versuchen, nicht zu viele Geschenke, sprich Fehler zu machen.

Dem VC Kanti gelingt die Revanche und der Sprung auf Rang drei

So jubeln Sieger: die Spielerinnen des VC Kanti nach ihrem Sieg gegen Franches- Montagne. Rechts freut sich Trainer Nicki Neubauer. BILD WERNER SCHLÄPFER

Mit einem glatten 3:0-Sieg bei Franches-Montagnes machte der VC Kanti die 2:3-Heimniederlage wett und profitiert in der Tabelle von der 1:3-Niederlage von Lugano in Cheseaux. Neu sind die Schaffhauserinnen Dritte hinter Neuenburg und Düdingen.

 Reinhard Standke

Einen Blitzstart legte der VC Kanti am Samstag in Saignelégier hin: Erst beim 7: 2 endete die Serviceserie von Molly Lohmann (mit einem Schlag ins Aus). Auch Romy Jatzko und Korina Perkovac hielten den Druck aufrecht und brachten ihr Team zu einer 12: 5-Führung. Danach sollte jedoch das Heimteam herankommen, nach zwei Servicewinnern (u. a. vier Angriffsfehlern von Kanti) lag das Team von den Freibergern nur noch 11: 13 zurück. Dessen Trainer suchte den Erfolg mit vielen Wechseln. Durchsetzen konnte sich im ersten Satz u. a. mit den Punkten von Monika Krasteva und trotz vieler Fehler die Schaffhauserinnen mit 25: 19.

 Viele Fehler

Noch grösser sein sollte die Fehlerquote beim VC Kanti im zweiten Durchgang. Trainer Neubauer sprach nach den 71 Spielminuten vor 230 Zuschauern davon, dass von 41 Punkten bei Franches-Montagnes in Satz eins und zwei 18 aus Angriffsfehlern von seinem Team stammten. Die Munotstädterinnen konnten zwar auf 6: 2 davonziehen, nach vier eigenen Fehlern in Folge war das Heimteam dran. Dann konnten sich die Gäste wieder zum 12: 7 absetzen, um dann Franches-Montagnes auf 11: 12 herankommen zu lassen. In der Folge geriet Kanti sogar in Rückstand (14: 15, 19: 21). In der Moneytime servierte dann Captain Holaskova ihr Team wieder in Führung, Kanti nutzte den zweiten Satzball zum 25: 22.

Lange ausgeglichen verlief der folgende Durchgang: Mal konnten sich die Gäste um zwei Punkte absetzen, dann liessen diese wieder eine Führung vom Heimteam zu (9: 7). Erst nach dem 14: 13 erspielte sich Kanti einen Vorsprung von mindestens zwei Punkten. Bei Kanti gab es weniger Fehler als zuvor, mit Monika Krasteva am Aufschlag kam ihr Team vom 18: 16 auf 23: 16, Coach Neubauer brachte in der Schlussphase die lange verletzten Jasmin Kuch (zwei Blockpunkte) und Elisa Suriano, mit 25: 18 gingen Satz und Sieg an die Schaffhauserinnen. «Drei Punkte, das ist das Wichtigste. In der Endphase von jedem Satz waren wir richtig stark und haben wenig Fehler gemacht», blickte Nicki Neubauer zurück. «Wir hatten eigentlich alle Spielerinnen gut unter Kontrolle, lassen aber sehr viel liegen.» Die besten Skorerinnen bei Kanti waren Monika Krasteva und Romy Jatzko mit 16 Punkten.

 In der Tabelle der Nationalliga A liegt der VC Kanti nun mit einen Punkt vor Lugano, das sich nach einem Satzgewinn in Cheseaux noch mit 3: 1 schlagen liess, auf dem dritten Rang. Cheseaux folgt vier Punkte dahinter. Genau gegen diese beiden Teams treten die Schaffhauserinnen an den beiden folgenden Wochenenden an: Diesen Samstag ist Cheseaux in der BBV Arena zu Gast, eine Woche später muss Kanti ins Tessin reisen.

Kanti will etwas gutmachen

Alessia Pazin (15), mit Romy Jatzko und Molly Lohman im Hinspiel gegen VFM. BILD Werner Schläpfer

 Im Hinspiel der NLA-Qualifikation unterlag der VC Kanti Mitte November gegen Franches-Montagnes daheim mit 2:3. Beim heutigen Rückspiel wollen die Schaffhauserinnen die Punkte aus Saignelégier mitnehmen.

 Reinhard Standke

«Wir hatten eine gute Woche, haben gut regeneriert und gut trainiert», blickt der Trainer des VC Kanti Nicki Neubauer auf die Tage nach dem Cup-Achtelfinal vom Sonntag zurück, in dem sich sein Team bei Aesch-Pfeffingen mit 1: 3 hatte geschlagen geben müssen. «Die Analyse hat gezeigt, dass es knapp war, wir im Grossteil aber eine gute Leistung gezeigt haben, auch kämpferisch.» Dies werde auch heute im Auswärtsspiel beim achtplatzierten Team Franches-Montagnes nötig sein. «Es ist eine Mannschaft, die unheimlich fightet, gerade zu Hause», so Neubauer. Beim Hinspiel Mitte November in der BBC-Arena sei sein Team zum einen in einer «Findungsphase» gewesen, zum anderen war die Neuverpflichtung Monika Krasteva damals noch nicht einsatzberechtigt. Die Munotstädterinnen hatten die ersten beiden Sätze abgegeben, waren dann herangekommen, verloren aber im Tiebreak. «Wir haben sehr viele Angriffsfehler in diesem Spiel gemacht, 22 oder 23», erinnert der Kantitrainer. «Wir sind jetzt einen Schritt weiter.»

 Franches-Montagnes habe in den letzten Spielen ein Problem auf den Aussenpositionen gehabt und Juniorinnen eingesetzt. «Im Endeffekt muss aber die Qualität in unserer Mannschaft grösser sein.» Gegen das Team, das gut verteidigt und kämpferisch gut ist, müssen wir den Gegnerinnen den Spass und die Lust an ihrer Stärke nehmen, meint Nicki Neubauer. «Wir haben nach den Hinspiel etwas gutzumachen und wollen geraderücken, dass wir die bessere Mannschaft sind. Franches-Montagnes gibt nie auf, das dürfen sie auch nicht, denn von der Physis her haben sie nicht so viele Optionen», so der Coach des VC Kanti. «Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass viele Bälle zurückkommen, die Lösung ist nicht immer hart spielen, sondern auch clever, mit Geduld und den Block benutzen.»

 «Das Ziel für die nächsten drei Spiel ist klar: Wir wollen so viel Punkte wie möglich einfahren», gibt der Coach der Schaffhauserinnen vor den Begegnungen gegen Franches-Montagnes (auswärts), Cheseaux (daheim) und in Lugano vor. Bis Anfang Februar spielen alle Teams aus dem Mittelfeldbereich der Tabelle gegeneinander. «In den nächsten Wochen können wir zum einen Platz vier absichern, zum anderen uns eventuell einen Platz nach vorne schieben.»

«Neuer» Gegner für den VC Kanti: Fusion von Volero Zürich mit Volleyball Academy

Auf die Saison 2023/2024 fusioniert die Volleyball Academy Zürich mit Volero Zürich und erbt gemäss Volleyballreglement dessen Platz in der NLA. Die Academy führt seit Sommer 2020 einen nationalen Nachwuchsverein Volleyball sowie ein ­regionales Trainingszentrum und bietet den Athletinnen auch Betreuung hinsichtlich einer parallelen schulischen, beruflichen oder akademischen Ausbildung.

Nachdem im Sommer der Verband Swiss Volley ein Label «Talentförderung» auf Stufe NLA ausgeschrieben hatte, überdachten die drei Gründungsmitglieder der Volleyball Academy, Stav Jacobi, Frieder Strohm und Vassilios Koutsogiannakis die bestehenden Strukturen in Zürich. Wie die Academy in einer Medienmitteilung schreibt, entschied sich der Präsident des 13-fachen Schweizermeisters Volero Zürich, Stav Jacobi, im Zuge dieser Überlegungen und aufgrund der sportlich sehr erfolgreichen Situation von Volero Le Cannet in der französischen Ligue A, sein Engagement in der Schweiz gänzlich dem Schweizer Volleyballnachwuchs zu widmen und das internationale Profigeschäft beim französischen Champions-League-Teilnehmer zu belassen. Das neue NLA-Team wird vorwiegend aus jungen Schweizerinnen bestehen, die weiterhin von Chef Coach Svetlana Ilic betreut werden.

Vom VC-Kanti-Team wurde Kanti-Eigengewächs Alessia Pazin auch in der Volleyball Academy ausgebildet.

Als heikel stuft Kanti-Coach Nicki Neubauer die Fusion in Zürich ein, auch in Fribourg, in der Nähe von Konkurrent Düdingen, sei ein weiteres Ausbildungszentrum geplant. Es komme zu einer Abwerbung von ­Talenten aus anderen Vereinen, die dann leichter an den mit dem Zentrum verbundenen Klub zu binden seien. (R.Sta.)

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