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Kanti am Block und Service Top
Wie in den meisten Sportarten werden auch die Volleyballspiele der Profis von Statistikern beobachtet und bewertet. So fällt bei den Spielaktionen eine Menge an Zahlenmaterial an, die sich in unzähligen Rankings auswerten lässt. Der Softwarepartner von Swiss Volley, Dataprojekt, publiziert auf seiner Datenseite zur Saison 2022/2023 acht solcher Ranglisten. In fünf davon steht aktuell eine Akteurin des VC Kanti auf Platz 1. Dabei handelt es sich um zwei Spielerinnen, und zwar Mittelblockerinnen. So führt Kanti-Captain Katerina Holaskova nicht nur die Auswertungen nach «Blockwinner» und «Blockwinner pro Satz an», sondern auch die Angriffsexzellenz, berechnet aus Angriffspunkten geteilt durch die Anzahl aller Angriffsversuche. Teamkollegin Molly Lohman (im R.Sta.-Bild) dagegen führt die beiden Tabellen als beste Servicespielerin an, und zwar in der Wertung der Aufschlagsasse wie auch in der Berechnung Aufschlagsasse pro Satz. Bereits übermorgen werden die beiden Spielerinnen im Spiel gegen Genève Volley ihre Positionen verteidigen und ausbauen. Vor allem geht es aber darum, mit einem Sieg drei Punkte zu holen, um Rang drei in der NLA-Qualifikation zu sichern. (R.Sta.)
Der VC Kanti lässt zwei Punkte liegen
Mit voller Kraft schlägt Kateřina Holásková (l.) den Ball übers Netz. Am Ende verlor der VC Kanti aber im Tessin. BILD W. SCHLÄPFER
Mit dem 2:3 bei Volley Lugano bezog der VC Kanti die erste Niederlage in der Rückrunde. Die Schaffhauserinnen müssen nun noch kämpfen, um den dritten Rang nach der Qualifikation zu verteidigen.
Reinhard Standke
Aus der vorzeitigen Sicherung des dritten Ranges in der NLA-Qualifikation wurde für den VC Kanti nichts: Für die Schaffhauserinnen setzte es beim Verfolger Volley Lugano eine 2: 3-Niederlage ab. Kanti konnte so den Vorsprung vor den letzten beiden Runden nicht auf sechs Punkte erhöhen, er reduzierte sich von drei auf zwei Punkte. Die Munotstädterinnen könnten aber rechnerisch nicht nur vom Team aus dem Tessin, sondern auch von VBC Cheseaux verdrängt werden, das im Toggenburg mit 3: 0 erfolgreich war.
Kanti-Trainer Nicki Neubauer blickte so auf die 108 Spielminuten vom Samstagabend in Cadempino zurück: «Als Topteam dürfen wir nach einer 2: 0-Führung nicht gegen Volley Lugano verlieren, man kann es aber.»
Dies sollte sich vor rund 200 Zuschauern –auch einige Kanti-Fans unterstützten ihr Team lautstark – zeigen. «Es war ein gutes und kämpferisches Spiel von beiden Seiten», fasste Neubauer die Partie zusammen. «Lugano begann super aggressiv am Aufschlag.» Nach dem ersten Hin und Her zogen die Tessinerinnen mit Passeuse Gebhardt am Service auf 15: 9 davon, Kanti kämpfte sich erst beim 20: 21 heran, gab noch einmal zwei Punkte ab, konnte aber mit Molly Lohmann am Aufschlag den Satz noch drehen (25: 23). «Ab Mitte 1. Satz haben wir gut gespielt, Passeuse Iosia hat die Bälle gut verteilt, die Stimmung war gut, die Energie auch», schilderte Coach Neubauer.
Das Spielgeschehen dreht sich
Der zweite Satz war zu Beginn geprägt vom Side-out-Spiel. Erst nach dem 19: 18 vermochte Kanti, mit Molly Lomann am Aufschlag, zum 25: 18 Satz-Sieg davonzuziehen. Im dritten Satz sollte sich nach und nach das Momentum im Spielgeschehen verändern. Das Heimteam erhöhte wieder den Druck im Service, bei Kanti vergösserte sich die Fehlerquote leicht. Nicht nur die Spannung am Block sei heruntergegangen, überall habe sein Team 2 bis Prozent nachgelassen, erläuterte Coach Neubauer. Die Topskorerin Runjic habe man im Griff gehabt, Lugano wechselte die Diagonalspielerin, das Team brachte sich ins Spiel. «Wir machen die Tür auf und sie gehen durch», drückte es der Kanti-Trainer aus. Nach dem 11: 11 konnte sich Lugano auf 16: 11 absetzen, Kanti kam später bis auf zwei Punkte heran, musste aber den Satzverlust (21: 25) hinnehmen. «Es war so, als wenn man mit einem Sieb schaufeln will, wir hatten keinen Zugriff mehr auf den Gegner.» Das habe Energie und Spannung gekostet, man zwar habe gekämpft, es habe aber an der Präzision im Finish, im Block und im Angriff gefehlt. Neubauer brachte Ende des dritten Satzes Elisa Suriano für den Aufschlag und im vierten Satz ab 3: 7 auch im Angriff für Krasteva. Die junge Spielerin machte ihre Sache gut, Kanti blieb jedoch 3 bis 4 Punkte hinten und musste auch diesen Satz (22: 25) und damit den ersten Tabellenpunkt abgeben.
«Der Mut von Lugano im Aufschlag wurde im Angriff belohnt», meinte Nicki Neubauer. «Den Mut hatten wir am Anfang, dann ging er zurück.» Im Tiebreak war kurz nach dem Seitenwechsel (8: 8) noch alles offen. Dann zog das Heimteam auf 12: 8 davon. Kanti gelang nur noch ein Punkt, Lugano deren drei. Nach der 2: 0-Führung hatte der VC Kanti, bei dem Perkovac (19), Holásková (18) und Jatzko (17) für die meisten Punkte gesorgt hatten, das Spiel aus der Hand gegeben. «Wir müssen über die Bücher gehen, was wir in solchen Situationen machen müssen», so Trainer Neubauer.
Die Überraschung der 16. Runde war die erste Saisonniederlage von Leader Neuenburg, der in drei engen Sätzen (jeweils nur zwei Punkte Unterschied) bei Aesch-Pfeffingen unterlag. Für den VC Kanti geht es weiter am Freitagabend mit dem Heimspiel gegen Genève Volley. Das Team des Büsingers Andi Vollmer hat sich in den letzten Monaten mit einigen Neuzugängen verstärkt. Im letzten Spiel der Qualifikation muss der VC Kanti am 18. Februar bei Aesch-Pfeffingen antreten.
Der VC Kanti will auch im Tessin gewinnen
Am Block vorbei: Kanti-Captain Katerina Holaskova bei einem Smash im Hinspiel gegen Volley Lugano. BILD Werner Schläpfer
Der in der NLA-Rückrunde noch ungeschlagene VC Kanti will morgen mit einem Erfolg bei Volley Lugano den dritten Platz in der NLA-Qualifikation sichern.
Reinhard Standke
VOLLEYBALL. «Jetzt muss ein Sieg her» schrieb der VC Kanti Anfang Woche in seinem Newsletter, der periodisch an die Fans verschickt wird, zum morgigen Match, in dem das Team auswärts gegen Volley Lugano antreten muss.
«Wir sind immer noch im Fahrplan», meint Trainer Nicki Neubauer im Hinblick auf die Sicherung von Platz 3 und den angestrebten zweiten Platz in der NLA-Qualifikation. Mit einem 3-Punkte-Sieg in Cadempino (Anpfiff 19.30 Uhr) könnten die Schaffhauserinnen trotz sechs Punkten Vorsprung vor den letzten beiden Runden allerdings immer noch von Rang drei verdrängt werden.
Die Aufgabe in Lugano stufte Neubauer dennoch als schwer ein und wirft die Frage auf, wer bei den Gegnerinnen wie gut einsetzbar sein wird. Während Diagonalspielerin Runcic als wichtige Skorerin zuletzt wieder dabei war, kamen Angreiferin Kantor und Mittelblockerin Branca nur teilweise zum Einsatz. Aus der 2: 3-Heimniederlage Ende November habe er in der Analyse viele Lehren gezogen. Im zweiten Spiel mit Monika Krasteva waren beim Team die eigenen Fehler ein grosses Thema. «Eigentlich waren wir dominierend, machten das Spiel aber in einigen Situationen nicht ganz klar», erläutert der Kanti-Trainer. Jetzt sei sein Team stabiler, auch vom Kämpferischen her. Wichtig sei eine gute Aufgabe, «sie wackeln ein bisschen bei der Annahme».
Im Rückblick auf das vergangene Spiel gegen Cheseaux – beim 3: 2-Sieg musste Kanti zweimal einen Rückstand aufholen – spricht Neubauer von teilweise zu verspielten Aktionen. «Wir haben zeitweise nicht die einfachen Lösungen gefunden, waren vom Zuspiel her zu kompliziert. Finish und Konsequenz in den Aktionen haben ein bisschen gefehlt.»
U23-SM-Qualifikation
Auf dem späten Heimweg wird ein Teil der Kanti-Spielerinnen eine andere Route einschlagen: Die jüngeren Teammitglieder und der Staff übernachten auf dem Weg nach Köniz, wo sie am Sonntag an der U23-SM-Qualifikation teilnehmen, während der Rest im Teambus mit den Fans nach Schaffhausen zurückkehrt. In der ersten Qualifkationsrunde trifft Kanti in der Gruppe 4 auf die U23-Teams von Aesch-Pfeffingen, Volley Luzern und VBC Bulle. Während der Gruppenerste direkt die nächste Runde im März erreicht, muss der Gruppenzweite in einer Zwischenrunde gegen den Dritten der Gruppe 3 antreten. Gespielt wird jeweils auf zwei Gewinnsätze, zu absolvieren sind von den jüngeren Spielerinnen also nicht weniger als sechs bis acht Sätze.



