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Der VC Kanti bleibt ungeschlagen
Auch nach dem dritten Saisonspiel führt der VC Kanti ohne Punktverlust die NLA-Tabelle an. Zwei Tage vor dem Rückspiel des CEV Challenge Cup gelang den Schaffhauserinnen ein 3:1-Sieg über VBC Cheseaux.

Korina Perkova (Mitte, 2) mit dem Smash gegen Naya Gros (l.) und Oriane Hämmerli an. BILD REINHARD STANDKE
Reinhard Standke
Nach dem dritten Saisonspiel sind neben dem VC Kanti auch Neuenburg UC (beide drei Spiele) und Aesch-Pfeffingen (zwei Spiele) noch ungeschlagen. Mit nur einem Tabellenpunkt steht dagegen der Finalist der vergangenen Saison, Volley Düdingen, als Neunter der elf Teams da.
Für die Partie gegen VBC Cheseaux hatte Kanti-Trainer Neubauer Änderungen in der Stammformation angekündigt. Davon sollte es zwei geben. Anstelle der ersten Passeuse erhielt Eigengewächs Alessia Pazin fast durchgehend Einsatzzeit, anstelle von Brooke Botkin begann Lina Lieb. Zunächst sollte jedoch das Heimteam gegen den unangenehmen Gegner aus der Romandie lange einem Rückstand von ein bis zwei Punkten hinterherlaufen. Dem Gegner unterliefen zwar mehr Fehler, sie punkteten aber fleissig mit Neuzugang Naya Gros. Erst später fand auch Kanti im Angriff gegen das Bollwerk Cheseaux Lösungen, dann kam auch Topscorerin Jordan Lockwood zu ihren Punkten. Nach dem Stand von 21:21 entschied Kanti den Satz für sich (25:21).
Mal mehr, mal weniger Intensität
Auch im zweiten Durchgang agierte Cheseaux aus der Verteidigung im Angriff aktiver, schneller. Kanti führte einzig beim 5:4, 6:5, geriet dann mit bis zu fünf Punkten in Rückstand und liess die Gäste ausgleichen (25:21). Nach der Pause von 10 Minuten sahen die 356 Zuschauer ein entschlosseneres Kanti-Team als zuvor. Die Munotstädterinnen machten mehr Druck mit dem Service, verteidigten besser und machten im Angriff ihre Punkte. Captain Holaskova gelang eine Service-Serie vom 5:3 bis 14:4, danach war der Satz so gut wie gelaufen (25:12). Die Schaffhauserinnen nahmen den Schwung mit in den Beginn des vierten Satzes, jedoch nach dem 11:5 schmolz der Vorsprung dahin. Cheseaux war im Angriff wieder das aktivere Team und kam bis auf ein, zwei Punkte heran. Den dritten Matchball entscheiden zum 25:23 sollte dann eine Netzberührung des Gegners.
Nach den 91 Spielminuten äusserte der Kanti-Cheftrainer unterschiedliche Kritiken. «Alessia Pazin hat ihre Sache sehr gut gemacht, Lina Lieb agierte auf dem Feld gut, im Angriff tat sie sich schwer», so Nicki Neubauer. Nicht zufrieden war Neubauer in den Sätzen zwei und vier mit der Intensität, die sein Team zeigte. Brooke Botkin habe bei ihren Einwechselungen Energie gebracht.
Bereits heute morgen um 7 Uhr erfolgt die Abreise Richtung Kopenhagen, wo morgen (19 Uhr) in einem nördlich der Hauptstadt gelegenen Vorort das Rückspiel im CEV Challenge Cup ausgetragen wird. Das Hinspiel hatte das Team von Nicki Neubauer Mitte letzter Woche mit 3:2 gewonnen. Die nächste Partie in der NLA folgt am Sonntag auswärts bei Genève Volley.
An Cheseaux weiter als Team wachsen
Nach den bisherigen drei Spielen der Saison (NLA und Europacup) ist der VC Kanti noch ungeschlagen. Vor dem Rückspiel bei Holte IF vom Dienstag müssen die Schaffhauserinnen morgen daheim gegen VBC Cheseaux antreten.

Jordan Lockwood (9) avancierte im Spiel gegen Holte IF zur Topscorerin (23 Punkte). BILD REINHARD STANDKE
Reinhard Standke
VOLLEYBALL. In englischen Wochen ist die Steuerung der (Trainings-)Belastung nicht immer ganz einfach. Nach dem Europacupspiel vom Mittwoch hatte Kanti-Cheftrainer Nicki Neubauer seinem Team einen freien Tag verordnet. Für gestern Freitag und heute Samstag sind drei Einheiten mit Kraft beziehungsweise Ball geplant, bevor schon morgen um 16.30 Uhr in der BBC-Arena das nächste Spiel in der NLA angepfiffen wird. Je nach Dauer der Partie könnte im Anschluss noch ein kurzes Krafttraining folgen. Bereits am Montag um 7.00 Uhr beginnt bei der BBC-Arena die Reise nach Kopenhagen. Neubauer deutete an, dass es am Sonntag zu Änderungen in der Startaufstellung gegen Cheseaux kommen könnte, um die eine oder andere Spielerin für das Rückspiel in den 1/32-Finals im CEV Challenge Cup vom Dienstagabend zu schonen.
Geduld zeigen und Lösungen finden
Aber auch gegen VBC Cheseaux werde man alle Kräfte brauchen, so der Kanti-Chefcoach. Das Team aus der Romandie liegt nach nur einem absolvierten Spiel in der Tabelle, die von den Schaffhauserinnen mit sechs Punkten aus zwei Spielen angeführt wird, auf Rang vier. «Sie haben relativ viele Annahmeformationen», hat Neubauer anhand von zwei Videoaufnahmen beobachtet. «Unter der Trainerin Laura Girolami hat Cheseaux seit der vergangenen Saison einen neuen Spielstil, eher so wie NUC, aggressiv, eher schnell.» Da gelte es anzusetzen, beim Aufschlag und auch bei Block und Abwehr. «Da müssen wir unsere Hausaufgaben machen.» Aber es sei ein komplett anderer Stil als am Mittwoch gegen die gross gewachsenen Däninnen. «Cheseaux ist physisch ein eher kleines Team, das aber traditionsgemäss eine gute Abwehr hat und viel zurückbringt. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es manchmal einen zweiten oder auch dritten Anlauf braucht.»
Neu im Kader bei den Westschweizerinnen sind unter anderem die Ausländerinnen Naya Gros (USA, Mitte) und Gabrielle Attieh (CAN, Angriff) sowie die Ex-Neuenburgerin Chiara Petitat (Angriff). Kanti müsse versuchen, wie gegen Toggenburg, die Mittelblockerin gut zu stoppen, gibt Nicki Neubauer vor. «Cheseaux ist eine Mannschaft, die nie aufgibt, die kämpft, die auch unmögliche Bälle zurückbringt. Ähnlich wie am Mittwoch ist, dass wir Geduld zeigen müssen, um die richtigen Lösungen zu finden.»
Gegen Holte IF habe sein Team ein gutes Spiel gemacht, auch wenn es scheinbar eng gewesen sei. «Das Spiel war auf einem guten Level, da können wir viel herausziehen. Vor allem in den Sätzen, die wir gewinnen, spielen wir sehr dominant, haben sehr gute Werte in der Statistik.» Man stehe aber immer noch am Anfang der Saison. «Es geht auch darum, Respekt, Geduld und Demut dem Gegner gegenüber zu haben. An den Spielen können wir nur wachsen, dies wird auch gegen Cheseaux so sein.»
Saisonstart Kanti 2:Nach Rang vier nun in Richtung Podest

Einige Neuerungen verzeichnet das 1.-Liga-Team des VC Kanti, welches morgen mit dem Heimspiel (13 Uhr, BBC-Arena) gegen VBC Kanti Baden in die Saison startet. Der neue Trainer heisst Claudio Kriech, zuletzt NLA-Assistenzcoach, der mit einem 40-Prozent-Pensum nun als Nachwuchschef amtiert. Von Volley Aadorf (NLB) wechseln zwei Spielerinnen in die Munotstadt, die früher im Kanti-Nationalliga-A-Kader spielten: Alexandra Schaber (Mitte, 2015–2017) und Vivian Guyer (Pass/Diagonal, 2016–2022). Mit Olivia Nussbaumer kommt aus Aadorf eine weitere Spielerin, eine junge, «wilde» (so Kriech) Mittelblockerin (2004). Das Team verlassen haben Noemi Moser, Leonie Brander und Sophie Broder, die alle im VC Kanti «aufgewachsen» sind.
Nun mehr Erfahrung im Team
Unter dem Strich sei das Kanti-2-Team stärker geworden, so Claudio Kriech. «Vivian Guyer und Alexandra Schaber bringen viel Erfahrung und Unterstützung mit. Wir haben als Teamzielsetzung mindestens einen Podestplatz», so Kriech. «Somit Bestätigung der vergangenen Saison, wo wir im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg Vierter wurden, das wollen wir jetzt toppen.» (R. Sta.)
Kader VC Kanti Schaffhausen 2 (1. Liga): 1 Melanie Kunz (Pass). 2 Jana Fuchs (Pass). 3 Olivia Nussbaumer (Mitte). 4 Anna-Lena Rubli (Libera). 5 Melis Çeçen (Aussen). 6 Nina Cavka (Aussen). 7 Melisa Saipi (Libera). 9 Noelia Pazin (Diagonal). 10 Nina Brugger (Mitte). 11 Jeanne Neuhaus (Aussen). 12 Isabella Loffreda (Libera). 13 Alexandra Schaber (Mitte). 16 Vivian Guyer (Pass, Diagonal). – Zugänge: Nussbaumer, Schader, Guyer (alle Volley Aadorf), Claudio Kriech (Kanti-NLA), Elia Casutt (Assistenztrainer).– Abgänge: Noemi Moser, Leonie Brander, Sophie Broder, Seraina Backer (Trainerin).
Am Ende legt der VC Kanti mit 3:2 vor
Holte IF entpuppte sich im Hinspiel der 1/32-Finals im CEV Challenge Cup als der erwartet starke Gegner. Nach dem gestrigen 3:2 gegen die Däninnen ist jedoch im Rückspiel ein weiterer Sieg notwendig, um die Chancen für den Einzug in die nächste Runde offen zu halten.

Aussenangreiferin Korina Perkovac fordert die Blockspielerinnen von Holte IF heraus – am Ende kann der VC Kanti einen knappen Heimsieg feiern. BILD Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Eine grosse Kulisse von 536 Zuschauern, darunter gut ein Dutzend Fans aus dem Kopenhagener Vorort Holte, hatte gestern den Weg in die BBC-Arena gefunden, um ihre Teams beim Auftakt in die Europacup-Saison zu unterstützen. In den insgesamt 112 Spielminuten sollte sich ein abwechslungsreicher Schlagabtausch zwischen den jeweiligen Spitzenreitern in ihren Ligen entwickeln.
Kanti startete nervös in die Partie, ging zwar nach einem 0:2 mit 5:3 in Führung, offenbarte dann aber Mängel und Unkonzentriertheiten in der Serviceannahme. Es waren in dieser Phase nicht die Schaffhauserinnen, die mit Aufschlag Druck machten, sondern die Gäste, die über 7:5 auf 16:9 davonzogen – insbesondere durch Punkte von Helena Elbaek. Kanti setzte einige Angriffe in den gegnerischen Block und gab den ersten Durchgang mit 15:25 ab.
Ganz anders dann der Auftritt des Heimteams im zweiten Satz: Kanti hatte sich auf die Aufschläge des Gegners eingestellt, hielt das Spiel bis zum Stand von 7:7 offen und zog dann nach und nach durch kurze Serviceserien von Petrenko, Botkin und Holaskova auf 18:10 davon. Der Schaffhauser Captain glänzte auch durch diverse schöne Blockpunkte, Holte unterliefen einige Fehler. In der Schlussphase kam es für Eigengewächs Nina Cavka zur Europacup-Premiere, Kanti glich mit 25:16 aus.
Lange ausgeglichen verlief der darauffolgende dritte Durchgang, in dem bei 18:19 für beide Teams alles offenstand, dies, obwohl Kanti die höhere Fehlerquote aufwies. Die Gäste gingen mit 23:18 in Führung, Kanti kam 23:24 heran, konnte aber den Satzball nicht abwehren. «Das darf so nicht passieren», monierte Kantitrainer Nicki Neubauer den Verlauf, der zum eigentlich unnötigen Satzverlust führte.
Den vierten und fünften Satz (25:16, 15:7) dominierten unter dem Strich dann die Munotstädterinnen, Holte IF reagierte mit vielen Wechseln, konnte aber nur in kurzen Phasen die Gegnerinnen unter Druck setzen, die für viele starke Aufschläge und clevere Angriffe sorgten. «Hier waren wir extrem konzentriert», meinte Neubauer. Bei den Schaffhauserinnen hatten vor allem Jordan Lockwood, Katerina Holaskova und Brooke Botkin für die Punkte gesorgt. «Wir müssen mehr Ruhe reinbringen, cleverer spielen», fasste der Kantitrainer die Partie gegen eine starke Mannschaft zusammen. Wenn sein Team nicht aufpasse, die Türe aufmache, nutze der Gegner den Moment.
Mit dem 3:2 hat Kanti nun vorgelegt. Um die Chancen in den Einzug in die nächste Runde zu wahren, ist am kommenden Dienstag im Auswärtsspiel ein weiterer Sieg gefordert. In den 1/16-Finals ist dann Volley Düdingen der nächste Gegner für Kanti oder Holte IF. Zunächst müssen die Schaffhauserinnen am Sonntag noch daheim gegen VBC Cheseaux antreten.
CEV Challenge Cup, 1/32-Finals, Hinspiel. VC Kanti - Holte IF (DEN) 3:2 (15:25, 25:16, 23:25, 25:16, 15:7). - BBC Arena. - 536 Zuschauer. - SR: Mitrovic (MNE)/Gore (ENG). – Spieldauer: 21, 24, 30, 24, 13 = 112 Minuten.– VC Kanti: Holásková, Perkovac, Petrenkó, Ambrosius, Lockwood, Botkin, Habegger (Libera); eingewechselt: A. Pazin, Lieb; Capraro, Cavka; nicht eingesetzt: Loffreda (Libera); rekonvaleszent: Popic. – Holte IF: Schroeder, Lachenmeier, Windeleff, Marciniak, Brinck, Elbaek, Moellgaard (Libera); eingewechselt: Stevnsborg, Christensen, Hansen, Stefansdottir, Overgaard. - Rückspiel am Dienstag, 15. Oktober.
Weitere Resultate (Schweizer Teams): Aesch-Pfeffingen - Jedinstvo Brcko (BIH) 3:0 (25-17, 25-16, 25-16). Genève Volley - Sant Cugat (ESP) 0:3 (25-17, 25-16, 25-16). Freilos: Volley Düdingen.



