News
Kanti macht sich das Leben lange schwer
Im Hinspiel der 1/16-Finals im CEV Challenge Cup setzt sich der VC Kanti gegen Volley Düdingen mit 3:1 durch. Die Freiburgerinnen waren der erwartet kämpferische Gegner, das Heimteam konnte das eigene Spiel nicht immer durchziehen.

Mit Vehemenz zum Sieg: Brooke Botkin (in Rot) greift gegen den Einer-Block von Düdingens Annouk Erni an. BILD R. STANDKE
Reinhard Standke
Den Einstieg in die dritte Europapokalpartie der Saison hatten sich die Schaffhauserinnen wohl anders vorgestellt. Düdingen spielte von Beginn an unerschrocken auf, man spürte, dass das Team nichts zu verlieren hatte und die Negativserie der letzten Wochen vergessen wollte. «Es wurde das erwartet schwere Spiel», erinnerte Kantitrainer Neubauer im Anschluss an die 100 Spielminuten an seine Worte zu den Aussichten vor der Partie. Sein Team geriet nach einer 5:4-Führung in Rücklage (5:7), dann kam Kanti zurück. Das Hin und Her ging bis zum 23:23, dann machte Jordan Lockwood mit zwei Punkten den Satzgewinn klar. «Wir haben lange gebraucht, um unseren Rhythmus zu finden in Aufschlag und Abwehr, wir hätten schlauer spielen müssen», so Nicki Neubauer. Sein Team konnte zwar im zweiten Satz den 1:4-Rückstand vom Beginn aufholen, doch die Gäste forderten Kanti immer wieder mit harten Aufschlägen, guter Verteidigung oder dem Doppelblock gegen das erste Tempo. Dazwischen setzten die Schaffhauserinnen ihr Spiel um, führten mit 15:12, 18:15. «Wir hätten den zweiten Satz nie verlieren dürfen», so Neubauer. Doch genau dieses sollte geschehen. Die Freiburgerinnen kamen heran, und nach den 19:18 konnten die Munotstädterinnen eine Serviceserie von Zuspielerin Josie Vondran nicht abwehren (19:25). Im ersten und zweiten Satz habe sein Team zu viele «unforced errors» in Aufschlag und Angriff begangen, so Neubauer, der auch die Spielintelligenz kritisiert.
Eng verlief auch der dritte Durchgang, beim 21:22 war noch alles möglich. Dank zwei Punkten von Botkin und zwei Assen von Holaskova ging der Satzgewinn an das Heimteam. Aggressiv startete Kanti mit Petrenko am Service in den vierten Satz (5:0), auch das Angriffsspiel funktionierte nun (mit Lieb, die beim 2:5 im dritten Satz für Perkovac gekommen war). Kanti zog das Spiel bis zum 21:10 durch, dann rückte Düdingen näher. Doch zum Ende blieb der VC Kanti vor 423 Zuschauern auch im neunten Pflichtspiel der Saison ungeschlagen. «Wir können noch zulegen, sie nicht», blickt Nicki Neubauer voraus.
Am nächsten Mittwoch findet in Düdingen das Rückspiel um den Einzug in die Achtelfinals statt. Dafür fehlen den Schaffhauserinnen nun noch zwei Satzgewinne. Der nächste Gegner für eines der beiden Teams wird ebenfalls am kommenden Mittwoch feststehen, im Hinspiel schlug SC Potsdam (GER) gestern ZOK UB (SRB) mit 3:0. Die Spiele der Achtelfinals werden Ende November und Mitte Dezember ausgetragen. Auf die Serbinnen war Kanti bereits vor zwei Jahren getroffen und damals in den 1/16-Finals im Golden Set ausgeschieden.
Zunächst geht es jedoch für die Schaffhauserinnen und Düdingen in der NLA weiter. Tabellenführer Kanti ist im nächsten Spitzenspiel am Samstag beim zweitplatzierten Aesch-Pfeffingen (Rankhof Basel) gefordert, Düdingen im Duell der Kellerkinder beim Tabellenletzten Volleyball Academy. Auch Aesch-Pfeffingen stand gestern in den 1/16-Finals des CEV Challenge Cup im Einsatz, im Hinspiel gegen VB Niederösterreich Sokol/Post (Schwechat bei Wien) gab es einen 3:0-Heimsieg.
CEV Challenge Cup, 1/16-Finals, Hinspiel: VC Kanti – Volley Düdingen 3:1 (25:23, 19:25, 25:22, 25:15). - BBC Arena. - 423 Zuschauer. - SR: Armandola (ITA)/Kälin (SUI). – Spieldauer: 27, 25, 25, 23 = 100 Minuten. – VC Kanti: Petrenko (Pass, 5), Ambrosius (8), Botkin (12), Holaskova (11), Lockwood (20), Perkovac (6), Habegger (Libera); eingewechselt: Lieb (9), A. Pazin, Popic nicht eingesetzt: Cavka, Loffreda; rekonvaleszent: Capraro. – Volley Düdingen: Wieland (18), Staffelbach (7), Firmino (1), Erni (15), Da Silva (11), Vondran (6), Portman (Libera); eingewechselt: Loosli (2), Gasser, Sacher; nicht eingesetzt: Flühmann (Libera), Nevot, Rothenbühler.
Kanti macht sich das Leben lange schwer
Im Hinspiel der 1/16-Finals im CEV Challenge Cup setzt sich der VC Kanti gegen Volley Düdingen mit 3:1 durch. Die Freiburgerinnen waren der erwartet kämpferische Gegner, das Heimteam konnte das eigene Spiel nicht immer durchziehen.

Mit Vehemenz zum Sieg: Brooke Botkin (in Rot) greift gegen den Einer-Block von Düdingens Annouk Erni an. BILD R. STANDKE
Reinhard Standke
Den Einstieg in die dritte Europapokalpartie der Saison hatten sich die Schaffhauserinnen wohl anders vorgestellt. Düdingen spielte von Beginn an unerschrocken auf, man spürte, dass das Team nichts zu verlieren hatte und die Negativserie der letzten Wochen vergessen wollte. «Es wurde das erwartet schwere Spiel», erinnerte Kantitrainer Neubauer im Anschluss an die 100 Spielminuten an seine Worte zu den Aussichten vor der Partie. Sein Team geriet nach einer 5:4-Führung in Rücklage (5:7), dann kam Kanti zurück. Das Hin und Her ging bis zum 23:23, dann machte Jordan Lockwood mit zwei Punkten den Satzgewinn klar. «Wir haben lange gebraucht, um unseren Rhythmus zu finden in Aufschlag und Abwehr, wir hätten schlauer spielen müssen», so Nicki Neubauer. Sein Team konnte zwar im zweiten Satz den 1:4-Rückstand vom Beginn aufholen, doch die Gäste forderten Kanti immer wieder mit harten Aufschlägen, guter Verteidigung oder dem Doppelblock gegen das erste Tempo. Dazwischen setzten die Schaffhauserinnen ihr Spiel um, führten mit 15:12, 18:15. «Wir hätten den zweiten Satz nie verlieren dürfen», so Neubauer. Doch genau dieses sollte geschehen. Die Freiburgerinnen kamen heran, und nach den 19:18 konnten die Munotstädterinnen eine Serviceserie von Zuspielerin Josie Vondran nicht abwehren (19:25). Im ersten und zweiten Satz habe sein Team zu viele «unforced errors» in Aufschlag und Angriff begangen, so Neubauer, der auch die Spielintelligenz kritisiert.
Eng verlief auch der dritte Durchgang, beim 21:22 war noch alles möglich. Dank zwei Punkten von Botkin und zwei Assen von Holaskova ging der Satzgewinn an das Heimteam. Aggressiv startete Kanti mit Petrenko am Service in den vierten Satz (5:0), auch das Angriffsspiel funktionierte nun (mit Lieb, die beim 2:5 im dritten Satz für Perkovac gekommen war). Kanti zog das Spiel bis zum 21:10 durch, dann rückte Düdingen näher. Doch zum Ende blieb der VC Kanti vor 423 Zuschauern auch im neunten Pflichtspiel der Saison ungeschlagen. «Wir können noch zulegen, sie nicht», blickt Nicki Neubauer voraus.
Am nächsten Mittwoch findet in Düdingen das Rückspiel um den Einzug in die Achtelfinals statt. Dafür fehlen den Schaffhauserinnen nun noch zwei Satzgewinne. Der nächste Gegner für eines der beiden Teams wird ebenfalls am kommenden Mittwoch feststehen, im Hinspiel schlug SC Potsdam (GER) gestern ZOK UB (SRB) mit 3:0. Die Spiele der Achtelfinals werden Ende November und Mitte Dezember ausgetragen. Auf die Serbinnen war Kanti bereits vor zwei Jahren getroffen und damals in den 1/16-Finals im Golden Set ausgeschieden.
Zunächst geht es jedoch für die Schaffhauserinnen und Düdingen in der NLA weiter. Tabellenführer Kanti ist im nächsten Spitzenspiel am Samstag beim zweitplatzierten Aesch-Pfeffingen (Rankhof Basel) gefordert, Düdingen im Duell der Kellerkinder beim Tabellenletzten Volleyball Academy. Auch Aesch-Pfeffingen stand gestern in den 1/16-Finals des CEV Challenge Cup im Einsatz, im Hinspiel gegen VB Niederösterreich Sokol/Post (Schwechat bei Wien) gab es einen 3:0-Heimsieg.
CEV Challenge Cup, 1/16-Finals, Hinspiel: VC Kanti – Volley Düdingen 3:1 (25:23, 19:25, 25:22, 25:15). - BBC Arena. - 423 Zuschauer. - SR: Armandola (ITA)/Kälin (SUI). – Spieldauer: 27, 25, 25, 23 = 100 Minuten. – VC Kanti: Petrenko (Pass, 5), Ambrosius (8), Botkin (12), Holaskova (11), Lockwood (20), Perkovac (6), Habegger (Libera); eingewechselt: Lieb (9), A. Pazin, Popic nicht eingesetzt: Cavka, Loffreda; rekonvaleszent: Capraro. – Volley Düdingen: Wieland (18), Staffelbach (7), Firmino (1), Erni (15), Da Silva (11), Vondran (6), Portman (Libera); eingewechselt: Loosli (2), Gasser, Sacher; nicht eingesetzt: Flühmann (Libera), Nevot, Rothenbühler.
Düdingen ist nicht zu unterschätzen
Im Schweizer 1/16-Final des CEV-Challenge-Cup empfängt heute der VC Kanti den NLA-Konkurrenten Volley Düdingen zum Hinspiel. In der Meisterschaft stehen die letztjährigen Ligafinalistinnen noch ohne Sieg da.

Katerina Holaskova gegen Volley Düdingen BILD Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Diesmal ist alles anders im Europacup: Statt einem Flug in eine attraktive Grossstadtregion (wie zuletzt Holte bei Kopenhagen) oder einer langwierigen Reise in eine entfernte Region mit Konfliktpotential steht für den VC Kanti und den Gegner im 1/16-Final des CEV-Challenge-Cup eine gut zweistündige Autobahnfahrt an. Statt einem Zweitagestrip kommt auf Teams und Staff nur ein Aufwand von 12 bis 16 Stunden zu, was auch das Portemonnaie schont. So reisen die Freiburgerinnen statt am Vorabend erst heute an, absolvieren das Technische Meeting und nur ein Training in der Spielhalle, der BBC Arena (Spielbeginn 20 Uhr), und kehren unmittelbar nach Spielende in die Heimat zurück.
Während Volley Düdingen als NLA-Finalist für die 1/16-Finals gesetzt wurde und noch ohne internationalen Gradmesser dasteht, reihte sich in der laufenden Meisterschaftssaison Niederlage an Niederlage. Einzig gegen Toggenburg und auch Neuenburg UC gelang der Gewinn von zwei Sätzen. Je ein Punkt aus diesen zwei Spielen langt aktuell nur für Rang 10 im Feld der 11 NLA-Teams. Mit finanziellen Sorgen (siehe Kasten) gab es viele Wechsel bei den Spielerinnen. «Ich finde es schade», bedauert Nicki Neubauer, der während seiner Zeit in Düdingen (2012–2017) viel Aufbauarbeit in den Verein gesteckt hatte, die Situation.
Düdingen nicht ins Spiel kommen lassen
Aber der VC Kanti weiss, das ein Team in dieser Situation auch gefährlich sein kann. Dementsprechend sagte Trainer Neubauer: «Wir haben die Mannschaft so eingestellt, dass wir Düdingen auf keinen Fall unterschätzen. Dem Team fehlen zwar Ergebnisse, in vielen Spielen waren sie aber gar nicht so schlecht, mal ein bisschen Spielpech, mal gab es eine knappe Schiedsrichterentscheidung, mal kam ein Netzroller dazu», führt Nicki Neubauer aus. «Ihr Spiel ist nicht stabil, sie haben relativ wenig Selbstvertrauen.» Und dieses gelte es auch gar nicht aufkommem zu lassen, so der Kantitrainer. «Wir müssem unser Spiel durchziehen, viel Druck drauflassen, sodass sie gar nicht in einen Flow reinkommen.» Auf der anderen Seite heisst es, Ruhe zu bewahren. Den Punkt gegen NUC habe der NLA-Titelverteidiger mit etlichen Aufschlag- und Angriffsfehlern aber auch zugelassen, erklärt Neubauer.
Zu beachten ist bei Düdingen vor allem die brasilianische Diagonalspielerin Jaqueline Firmino, die im August kurzfristig für die verletzte Amerikanerin Kari Zumach verpflichtet wurde. «Firmino kommt immer mehr, sie ist klar die Spielerin, die sie am meisten suchen neben Sarina Wieland», so Nicki Neubauer. Die aktuelle Topskorerin spielt seit 2018 für die Freiburgerinnen. Aber Volley Düdingen hat nichts zu verlieren, den Druck hat das Team in der NLA, nicht im Europacup. «Für uns könnte es die Gefahr sein, dass sie freier und lockerer auftreten.»
Popic auf der Bank
Bei Kanti wird Mittelblockerin Astrid Popic nach der überstandenen Knieverletzung heute Abend zum ersten Mal zum Kader gehören und als Spielerin auf der Bank sitzen. Eine Einwechslung ist aber eigentlich nicht geplant, der Kraft- und Formaufbau soll noch einige Zeit weitergehen. Beim verletzten Fuss von Angreiferin Lia Capraro wurden zwei beschädigte Bänder ausgemacht. Die Spielerin wird dem Verein mehrere Wochen fehlen.
Düdingen ist nicht zu unterschätzen
Im Schweizer 1/16-Final des CEV-Challenge-Cup empfängt heute der VC Kanti den NLA-Konkurrenten Volley Düdingen zum Hinspiel. In der Meisterschaft stehen die letztjährigen Ligafinalistinnen noch ohne Sieg da.

Katerina Holaskova gegen Volley Düdingen BILD Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Diesmal ist alles anders im Europacup: Statt einem Flug in eine attraktive Grossstadtregion (wie zuletzt Holte bei Kopenhagen) oder einer langwierigen Reise in eine entfernte Region mit Konfliktpotential steht für den VC Kanti und den Gegner im 1/16-Final des CEV-Challenge-Cup eine gut zweistündige Autobahnfahrt an. Statt einem Zweitagestrip kommt auf Teams und Staff nur ein Aufwand von 12 bis 16 Stunden zu, was auch das Portemonnaie schont. So reisen die Freiburgerinnen statt am Vorabend erst heute an, absolvieren das Technische Meeting und nur ein Training in der Spielhalle, der BBC Arena (Spielbeginn 20 Uhr), und kehren unmittelbar nach Spielende in die Heimat zurück.
Während Volley Düdingen als NLA-Finalist für die 1/16-Finals gesetzt wurde und noch ohne internationalen Gradmesser dasteht, reihte sich in der laufenden Meisterschaftssaison Niederlage an Niederlage. Einzig gegen Toggenburg und auch Neuenburg UC gelang der Gewinn von zwei Sätzen. Je ein Punkt aus diesen zwei Spielen langt aktuell nur für Rang 10 im Feld der 11 NLA-Teams. Mit finanziellen Sorgen (siehe Kasten) gab es viele Wechsel bei den Spielerinnen. «Ich finde es schade», bedauert Nicki Neubauer, der während seiner Zeit in Düdingen (2012–2017) viel Aufbauarbeit in den Verein gesteckt hatte, die Situation.
Düdingen nicht ins Spiel kommen lassen
Aber der VC Kanti weiss, das ein Team in dieser Situation auch gefährlich sein kann. Dementsprechend sagte Trainer Neubauer: «Wir haben die Mannschaft so eingestellt, dass wir Düdingen auf keinen Fall unterschätzen. Dem Team fehlen zwar Ergebnisse, in vielen Spielen waren sie aber gar nicht so schlecht, mal ein bisschen Spielpech, mal gab es eine knappe Schiedsrichterentscheidung, mal kam ein Netzroller dazu», führt Nicki Neubauer aus. «Ihr Spiel ist nicht stabil, sie haben relativ wenig Selbstvertrauen.» Und dieses gelte es auch gar nicht aufkommem zu lassen, so der Kantitrainer. «Wir müssem unser Spiel durchziehen, viel Druck drauflassen, sodass sie gar nicht in einen Flow reinkommen.» Auf der anderen Seite heisst es, Ruhe zu bewahren. Den Punkt gegen NUC habe der NLA-Titelverteidiger mit etlichen Aufschlag- und Angriffsfehlern aber auch zugelassen, erklärt Neubauer.
Zu beachten ist bei Düdingen vor allem die brasilianische Diagonalspielerin Jaqueline Firmino, die im August kurzfristig für die verletzte Amerikanerin Kari Zumach verpflichtet wurde. «Firmino kommt immer mehr, sie ist klar die Spielerin, die sie am meisten suchen neben Sarina Wieland», so Nicki Neubauer. Die aktuelle Topskorerin spielt seit 2018 für die Freiburgerinnen. Aber Volley Düdingen hat nichts zu verlieren, den Druck hat das Team in der NLA, nicht im Europacup. «Für uns könnte es die Gefahr sein, dass sie freier und lockerer auftreten.»
Popic auf der Bank
Bei Kanti wird Mittelblockerin Astrid Popic nach der überstandenen Knieverletzung heute Abend zum ersten Mal zum Kader gehören und als Spielerin auf der Bank sitzen. Eine Einwechslung ist aber eigentlich nicht geplant, der Kraft- und Formaufbau soll noch einige Zeit weitergehen. Beim verletzten Fuss von Angreiferin Lia Capraro wurden zwei beschädigte Bänder ausgemacht. Die Spielerin wird dem Verein mehrere Wochen fehlen.



