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VC Kanti auch in der 1. Liga weiter ungeschlagen.

Melanie Kunz und Alexandra Schaber (r.). BILD WSCHL
Frauen 1. Liga, Gruppe D. Volleyball Academy - VC Kanti 2 0:3(16:25,20:25,22:25). Ruebisbachhalle, Kloten. - Kanti: Schaber, Nussbaumer, Kunz, Guyer, Çeçen, Neuhaus; Saipi (Libera); eingewechselt: Rubli, Schmied, Fuchs. – Weitere Resultate vom Wochenende: VBC Voléro Zürich - Pallavolo Kreuzlingen 3:0. VBC Kanti Baden - VC Smash Winterthur 0:3. STV St.Gallen Volleyball - BTV Aarau 3:0. Pallavolo Kreuzlingen - VC Smash Winterthur
Kanti bleibt ungeschlagener Tabellenführer
Auch im siebten Saisonspiel ist der VC Kanti nicht zu bezwingen. Die Schaffhauser Volleyballerinnen gewinnen auch das zweite Spitzenspiel innerhalb von einer Woche und schlagen nach Neuenburg UC (3:2) nun Aesch-Pfeffingen mit 3:1.

Brigitta Petrenkó (r.) lancierte, wie hier, einige direkte Angriffe. BILD W. SCHLÄPFER
Reinhard Standke
VOLLEYBALL. Erneut sollte dem Tabellenführer VC Kanti eine enge Partie gegen einen Tabellenzweiten aus Aesch-Pfeffingen bevorstehen, in der auch viel Kampfgeist gefragt war. Das Spiel fand für einmal nicht in der Halle Löhrenacker, der Heimstätte von Aesch-Pfeffinge, statt, sondern wurde in der Basler Rankhofhalle ausgetragen. In dieser hatten sich allerdings nur 209 Zuschauern eingefunden, eine enttäuschende Kulisse für ein NLA-Topspiel. «Es war ein Spiel auf hohem Level, beide Seiten waren gut eingestellt von der taktischen Seite her», stellte Kanti-Trainer Neubauer im Anschluss an die 109 Spielminuten fest.
Die Kanti-Spielerinnen hatten sich vorgenommen, mit dem Aufschlag den Gegner unter Druck zu setzen, dies setzten Petrenkó, Botkin, Holásková und Perkovac von Beginn bis zum 12:8 gut um. «Wir sind gut in den ersten Satz gestartet, hatten dann aber Probleme, die Punkte zu machen, vor allem aus der Abwehr raus.» Jodie Larsen schlug bis zum 14:12 für das Heimteam auf, das sich auf 23:19 absetzen konnte. Kanti konnte zwar noch ausgleichen, gab aber den Durchgang nach drei Satzbällen ab (25:27).
Acht Satzbälle
Anschliessend vermochten die Munotstädterinnen ihr Spiel im Aufschlag und Angriff durchzuziehen und kamen zu einem klaren Satzerfolg (25:17). Die Partie war insgesamt gekennzeichnet von guten Phasen von beiden Seiten, gefolgt von fehlerhaften Phasen. Im dritten Durchgang konnte sich Kanti erst nach dem 16:16 absetzen, büsste den Vorsprung von 21:18 jedoch wieder ein (23:23). Anschliessend duellierten sich die beiden Mannschaften in nicht weniger als acht Satzbällen, beim letzten blockte Lea Ambrosius erfolgreich zum 32:30. Beim Stand 9:12 hatte Nicki Neubauer Lina Lieb für Botkin eingewechselt. Die Deutsche brachte neue Impulse und spielte bis zum Matchende. «Ab Mitte dritter Satz zwingen wir sie zu vielen Fehlern», verweist Neubauer auf die Spielstatik (21:37 Fehler insgesamt). Sein Team zog im vierten Satz zunächst wieder das druckvolle Spiel aus Satz 2 auf. Doch die Führung von 19:12 sollte keinen Bestand haben. Aesch-Pfeffingen kam mit starken Aufschlägen wieder heran (22:22). Doch Kanti behielt die Nerven, Jordan Lockwood, die mit 21 Punkten erfolgreichste Skorerin bei den Schaffhauserinnen war, nutze den zweiten Matchball zum 25:23. «Wir sind sehr zufrieden mit dem Sieg, der Fighting Spirit war hervorragend», so ein glücklicher Kanti-Trainer. Hinter Lockwood steuerte Korina Perkovac, die viel Abnahmearbeit hatte leisten müssen, 12 Punkte bei. Weniger angespielt wurde Mittelblockerin Katerina Holásková, die somit (wie Lea Ambrosius) auf 8 Punkte kam.
Nach dem Sieg auch im zweiten Spitzenspiel in acht Tagen liegen die Schaffhauserinnen in der Tabelle nun 5 Punkte vor dem Gegner vom Samstag. Auf den zweiten Platz mit zwei Punkten Rückstand setzte sich Neuenburg UC dank eines 3:0-Sieges über VBC Cheseaux.
Weiter geht es in dieser Woche bei den Schaffhauserinnen mit zwei Auswärtsspielen, und beide werden in Düdingen ausgetragen: Am Mittwoch kommt es zum Rückspiel der 1/16-Finals im CEV Challenge Cup, nach dem 3:1 im Hinspiel benötigt Kanti noch zwei Satzgewinne, um die Achtelfinals zu erreichen. Drei Tage später steht in der Leimackerhalle die Partie in der NLA-Qualifikation an. Düdingen gelang gestern im Duell der Kellerkinder in Kloten mit einem 3:0-Erfolg bei der Volleyball Academy der erste Saisonsieg.
NLA Frauen, 8. Runde: Aesch-Pfeffingen - VC Kanti Schaffhausen 1:3 (27:25, 17:25, 30:32, 23:25). - Rankhof. - 290 Zuschauer. - SR: Sanapo/Dzankovic. - Spieldauer: 25, 24, 35, 25 = 109 Minuten. – Aesch-Pfeffingen: Uiato (Pass), Larson (15), Matter (9), Cudworth (18), Eichler (22), Campos (6), Saladin (Libera); eingewechselt: Kneubühler, Haegele (1), Ammeter, Schenker; nicht eingesetzt: Wetzstein, Reinhard. – VC Kanti: Petrenko (Pass, 7), Perkovac (12), Botkin (8), Lockwood (21), Holaskova (8), Ambrosius (8), Habegger (Libera); eingewechselt: A. Pazin, Lieb (6). - Nicht eingesetzte Spielerinnen: Popic, Cavka, Loffreda. - Rekonvaleszente Spielerin: Capraro.
Weitere Spiele: Genève Volley - Volley Lugano 3:1 (27:25, 25:16, 21:25, 25:19). Toggenburg - Franches-Montagnes 1:3 (25:19, 19:25, 12:25, 20:25). NLZ Academy Zürich - Düdingen 0:3 (20:25, 20:25, 21:25). Neuchâtel UC - Cheseaux 3:0 (25:19, 25:13, 25:15).
Rangliste: 1. Kanti Schaffhausen 7/20 (21:6). 2. Neuchâtel UC 7/18 (20:7). 3. Sm’Aesch-Pfeffingen 7/15 (18:9). 4. Cheseaux 7/13 (16:12). 5. Volley Lugano 7/12 (16:11). 6. Glaronia Glarus 7/11 (14:15). 7. Franches-Montagnes 8/11 (16:17). 8. Genève Volley 7/9 (12:14). 9. Düdingen 7/5 (8:18). 10. Toggenburg 8/5 (9:20). 11. NLZ Academy Zürich 8/1 (3:24).
Kanti steht vor dem nächsten Spitzenspiel
Zwischen den beiden Europacupspielen gegen Volley Düdingen geht es für den VC Kanti erneut um die Tabellenführung in der Meisterschaft. Zu einemweiteren Spitzenspiel kommt es heute in der Basler Rankhofhalle gegen Aesch-Pfeffingen.

Madlaina Matter mit dem Smash gegen Kateřina Holásková im Januar 2023 im Rankhof Basel. Bild Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Jede Woche ein Spitzenspiel in der Nationalliga. Nachdem die Schaffhauser Volleyballerinnen vor einer Woche den Titelverteidiger Neuenburg UC mit 3:1 bezwungen hatten, reist der VC Kanti heute nach Basel zur Partie gegen Aesch-Pfeffingen. Und in neun Tagen empfängt dann NUC die Baselbieterinnen. Vom Spitzentrio sind nach sechs absolvierten Spielen einzig die Munotstädterinnen noch ungeschlagen. Aber auch das Team aus Aesch-Pfeffingen gehört zu den Jägern, die Kanti nur zu gerne die erste Niederlage beibringen möchten
«An einem guten Tag schätze ich sie, ehrlich gesagt, etwas gefährlicher ein als NUC», benennt Kantitrainer Nicki Neubauer die Leistungsstärke der Mannschaften, die seinem Team in der Tabelle folgen. Zumindest in der Startformation verfügten die Baselbieterinnen über eine grössere mannschaftliche Geschlossenheit, so Neubauer. Hervor hebt der Chefcoach der Schaffhauserinnen insbesondere die Passeuse Mita Uiato. «Sie verteilt sehr gut, sehr spielintelligent und unberechenbar.» Die Amerikanerin hatte sich im Heimspiel gegen Kanti vor ziemlich genau einem Jahr einen Riss der Achillessehne zugezogen und war bis zum Ende der Saison 2023/24 ausgefallen. «Aesch-Pfeffingen ist eine sehr kompakte Mannschaft, die gut verteidigt, gut aufschlägt», hebt Neubauer hervor. «Es ist von der Tagesform abhängig, wenn alle einen guten Tag erwischen, ist es eine Top-Mannschaft, mit uns und Neuenburg zusammen.» Es werde darauf ankommen, dass Kanti gut aufschlägt. Dieses war den Schaffhauserinnen jedoch im Europacupspiel vom Mittwoch gegen Düdingen nicht in allen Phasen gelungen. Wie man mit einem starken Service die Baselbieterinnen unter Druck setzen kann, hatte sich am Mittwoch in deren CEV Challenge-Cup-Spiel gegen Sokol (Niederösterreich) gezeigt. Beim Stand von 23:11 war die ehemalige Kantispielerin Lina Hinteregger an den Service gekommen. Die Österreicherin kam gut zehn Mal zum Aufschlag, der Satz endete 25:22.
Heute geht es für Neubauer aber auch um «Frische, heiss zu sein auf die Partie, vielleicht ist es ein kleiner Vorteil, dass wir nicht in ihrer normalen Heimhalle antreten. Wenn wir an unsere Leistung herankommen aus dem NUC-Spiel oder aus dem vierten Satz gegen Düdingen, dann sind wir voll dabei», meint der Kanticoach. «Aber ähnlich wie gegen Neuenburg wird es eine enge Partie mit Ausgang offen. Wir müssen unsere Sachen gut und richtig machen», sagt Neubauer weiter. «Unsere grosse Stärke in den letzten Spielen war es ja, dass wir taktisch, technisch oder personell kleine Anpassungen machen konnten.»
Zum ersten Kurzeinsatz war die beim Meisterschaftsbeginn am Knie verletzte Kanti-Mittelblockerin Astrid Popic am Mittwoch gekommen. Vor dem Matchball war die Kroatin eingewechselt worden, so führte sie den letzten Aufschlag durch, in dessen Folge Katerina Holaskova mit einem Blockpunkt den Sieg sichergestellt hatte.
Bruno Kernen: der Weg zum Abfahrtsweltmeister
Bei einem Power-Frühstück des Club Pallavolo berichtete der ehemalige Skirennfahrer Bruno Kernen (52) über seinen Weg zum Abfahrtsweltmeister. Diesen Titel gewann er 1997 in Sestriere auf derselben Piste, auf der er 2006 bei Olympia Turin die Bronzemedaille erreichte.

Ski-Weltmeister Bruno Kernen bei seinem Referat in Schaffhausen, bei denen die Zuhörerinnen und Zuhörer gebannt zuhörten. BILDER REINHARD STANDKE
Reinhard Standke
VOLLEYBALL/SKI. Nur wenige Stunden nachdem der VC Kanti im Hinspiel der 1/16-Finals des CEV Challenge Cup den Gegner Volley Düdingen mit 3:1 geschlagen hatte, trafen sich die Haupt- und Co-Sponsoren der Schaffhauser Volleyballerinnen zum Power-Frühstück des Club Pallavolo im Hotel Kronenhof. Zu Gast: der ehemalige Skirennfahrer Bruno Kernen, der 2007 seine Karriere nach Knieverletzungen nach einem Sturz beim Weltcupfinale in Lenzerheide beendet hatte. Sein letztes Rennen sollte er wie sein erstes beenden: neben der Piste. Seit 2024 ist er als Managing Director bei Toko international tätig.
Der heute 52-jährige Kernen war bis 2020 bei SRF-Skiproduktionen als Kamerafahrer im Einsatz. An der Lauberhornabfahrt von Wengen, die er 2003 gewann, wurde nach dem Rücktritt ein Streckenabschnitt nach ihm benannt. Bruno Kernen hatte 1997 das «Brüggli-S», vor dem auch heute noch Top-Fahrer kurz zum Gegenschwung greifen, in direkter Fahrt absolvieren wollen, stürzte jedoch schwer, blieb aber fast unverletzt.
Spannender Werdegang
Im Alter von drei Jahre stand Kernen zum ersten Mal auf den Ski und gewann 1980 bei der JO, bei der er jede freie Minute verbrachte, sein erstes Rennen. Bruno Kernen schilderte eindrücklich, wie er 1997 bis 1990 von einem auf den anderen Tag (noch ohne Mobiltelefon) vom Skiverband zu ersten internationalen Rennen nach Abatone (ITA) und Norwegen oder zum ersten Weltcuprennen, einem Riesenslalom in Veysonnaz, beordert worden war. Nach den Erfolgen von 1996/97 (Doppelsieg Abfahrt Veysonnaz beziehungsweise Weltmeister Abfahrt und Vizeweltmeister Kombination in Sestriere) konnte er anschliessend bis 2003 nichts gewinnen, war wie blockiert, geriet in eine Negativspirale, verlor die Freude. 2002 analysierte er seine Situation, beschloss Änderungen, stellte sich neu auf: So wechselte Bruno Kernen die Skimarke, stellte einen eigenen Konditionstrainer an, arbeitete mit einem Sportpsychologen zusammen und optimierte die Trainingsplanung. Bald spürte er wieder die Freude an dem, was er machte. Ihm gelang 2003 der Erfolg am Lauberhornrennen, sein für ihn wertvollster Sieg, sowie die Bronzemedaille in der WM-Abfahrt von St. Moritz.
Bruno Kernen führte in seinem Referat unter anderem auch Voraussetzungen auf dem Weg zum Weltmeister an. So bestritt er sowohl Einzel- als auch Mannschaftssport: im Winter Skifahren, im Sommer Rollhockey. «Es ist viel schöner, gemeinsam etwas zu erreichen.» Als weitere Punkte nannte er die Familie, finanzielle Mittel (seine Eltern hätten auf vieles verzichtet) und die geografische Lage. Weiter nannte der ehemalige Spitzensportler Eigenschaften wie Talent, Freude, Ehrgeiz, Disziplin und auch Glück. Aufschlussreich war das Bild «des Eisbergs des Erfolges». Unter der «Wasserlinie» sind dabei unter anderem Begriffe wie Tapferkeit, Aufopferung, Zweifel, Kritik, Spott und Enttäuschung aufgeführt.
Zum Abschluss gab Bruno Kernen den Zuhörern diese Feststellung mit auf den Weg: «Verlierer hören auf, wenn sie scheitern. Gewinner scheitern, bis sie Erfolg habe.»
Facts Bruno Kernen (Auswahl). 1972 geboren. – 1975 zum ersten Mal auf Ski. – 1980 erster JO-Sieg. – 1990 erstes Weltcuprennen. – 1991 Gold Junioren-WM Kombination. – 1997 Gold WM-Abfahrt Sestriere. – 2003 Sieg Lauberhorn-Abfahrt. – 2006 Bronze Abfahrt Olympia Turin. – 2007 Rücktritt nach Knieverletzungen.



