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Das eigene Spiel wieder forcieren
Im vorletzten Spiel der Hinrunde der NLA-Qualifikation trifft der VC Kanti heute Abend auf das Team der «nationalen Talentförderung», die Volleyball Academy Zürich. Ein Gegner, der nicht unterschätzt werden darf.

Im Heimspiel der vergangenen Saison: Kateřina Holásková, mit einem Block gegen die Volleyball Academy. BILDWerner Schläpfer
Reinhard Standke
Grösser könnte die Spanne in der Tabelle nicht sein: In der BBC-Arena (20 Uhr) treten heute Abend NLA-Leader VC Kanti und Schlusslicht Volleyball Academy gegeneinander an. Während die Schaffhauserinnen nach acht Spielen noch ungeschlagen sind, gelang der Mannschaft der Talentförderung am vergangenen Wochenende mit 3:2 über Volley Glaronia (6.) der erste Saisonsieg. So sagt der Trainer der Munotstädterinnen, Nicki Neubauer, vor der heutigen Partie: «Die Tabellensituation ist nicht die reine Wahrheit. Diese sagt nicht aus, dass das Spiel schon gegessen ist. Letztes Wochenende haben wir gesehen, dass die Academy an einem guten Tag zumindest mitspielen und unangenehm sein kann», so Neubauer weiter. «Und wenn man es so macht wie Glarus, das dann den Faden verliert und mithilft, dann kann man auch verlieren, auch wenn es hinten raus etwas glücklich war.»
Letztes Spiel für Koutsogiannakis
Das Team der Volleyball Academy hat absolut nichts zu verlieren und weist zudem zwei Spielerinnen in den eigenen Reihen auf, die gegen Kanti, nämlich ihren ehemaligen Verein, sicher besonders gut aufspielen wollen. Da ist zum einen Mittelblockerin Jasmin Kuch, die ab 2022 für zwei Saisons das Trikot der Schaffhauserinnen getragen hatte, und zum anderen Laura Koutsogiannakis (ehemals Unternährer), die in der Saison 2019/2020 als Aussenangreiferin im Kader bei Kanti gestanden hatte. Die langjährige Nationalspielerin hatte kürzlich das Ende ihrer Karriere bekannt gegeben. Gemäss Ankündigung bestreitet sie ihr letztes Spiel zum Abschluss der Vorrunde ihres aktuellen Klubs, dies ist heute in Schaffhausen. «Laura will bestimmt ein gutes Spiel machen zum Abschluss der Karriere», meint Nicki Neubauer.
Die Spielweise des heutigen Gegners stuft der Kanti-Trainer dabei als «nicht super kompliziert» ein. Zu beachten gilt jedoch, dass die erste Zuspielerin, Mia Lüthi, nach einer Pause zurück ist und vor einer Woche ihr erstes Spiel von Beginn an gemacht hat. «Das Spiel hat sich deutlich stabilisiert im Vergleich zu den Wochen vorher», so Neubauer. «Viel geht über aussen mit viel Power, viel Kraft. Da gilt es anzusetzen mit dem Aufschlag, um so Blocksituationen vorzubereiten.» Weiter sagt der Coach der Schaffhauserinnen: «Der Fokus bei uns ist, auch gegen so ein Team unser Spiel wieder durchzudrücken. Am vergangenen Samstag in Düdingen sind wir auch mal ein bisschen geschwommen», sagt Neubauer. Am Ende hatte sein Team das Spiel jedoch mit 3:0 gewonnen. «Wir haben diese Woche viel gearbeitet, dass wir die Pace bestimmen und im Heimspiel mit viel Druck am Aufschlag und aggressiv im Angriff arbeiten.»
VC Kanti 2 weiter ohne Niederlage.
In der 1. Liga gehört die zweite Mannschaft des VC Kanti zu den drei Teams, die noch ungeschlagen sind. Für die Schaffhauserinnen war das 3:1 gegen Volley Rüschlikon der fünfte Saisonerfolg. Das Team hatte zunächst den Gameplan von Coach Claudi Kriech gut umsetzen können. Nach dem 25:18 im ersten Gang führte VC Kanti 2 im zweiten Satz klar mit 24:17, doch Rüschlikon kam mit einer Serviceserie bei einer nervösen Annahme bei Kanti zum Satzball (25:24). Dann erzielte Melis Ceçen einen glücklichen Punkt, dem Team gelang anschliessend der Satzerfolg (27:25). Nach einem Durchgang ohne Chance (16:25), trotz einiger Wechsel wurden keine Lösungen gefunden, konnte das Team von Claudio Kriech im vierten Satz auf dessen Inputs reagieren. Die Mannschaft fand zum eigenen Spiel zurück, agierte lockerer und holte sich mit 25:20 Satz und Sieg. Nach fünf Spielen ohne Niederlage belegen die jungen Munotstädterinnen den dritten Rang. Am kommenden Wochenende tritt das Team gleich zweimal an: am Samstag in Oerlikon bei Tabellenführer Voléro Zürich, am Sonntag beim Aufsteiger Pizol Volley (10.). (R.Sta.)
Frauen, 1. Liga, Gruppe D . VC Kanti Schaffhausen 2 - Volley Rüschlikon 3:1 (25:18, 27:25, 16:25, 25:20). - VC Kanti 2 mit: Kunz (Pass), Guyer, Cavka, Neuhaus, Schaber, Nussbaumer, Saipi/Rubli (Libera); eingewechselt: Ceçen, Brugger, Fuchs; N. Pazin; nicht eingesetzt: M. Schmid. – Weitere Resultate: Pizol Volley - STV St. Gallen Volleyball 3:2. BTV Aarau - VBC Kanti Baden 3:1. Volleyball Academy - VBC Voléro Zürich 0:3. TSV Jona Volleyball - Volley Aadorf 1:3. – Rangliste: 1. VBC Voléro Zürich 6/18 (18:1). 2. Volley Aadorf 5/15 (15:2). 3. VC Kanti 2 5/13 (15:5). 4. VC Smash Winterthur 6/12 (14:10). 5. STV St. Gallen Volleyball 6/11 (13:9). 6. Volley Rüschlikon 4/8 (10:6). 7. Pallavolo Kreuzlingen 5/6 (8:11). 8. TSV Jona Volleyball 5/5 (9:12). 9. BTV Aarau 6/5 (7:16). 10. Pizol Volley 4/2 (4:11). 11. VBC Kanti Baden 6/1 (4:18). 12. Volleyball Academy 6/0 (2:18).
Kanti schafft mit 3:0 die Revanche in Düdingen
Das Ausscheiden im Europapokal bei Volley Düdingen bleibt ein Ausrutscher. In der Meisterschaft gewinnt der VC Kanti in Düdingen 3:0 und bleibt auch nach acht Runden ungeschlagen an der Tabellenspitze.

Kanti-Spielerin Astrid Popic (r.) findet die Lücke im Block. BILD WERNER SCHLÄPFER
Reinhard Standke
Das dritte Spiel gegen den gleichen Gegner innerhalb von zehn Tagen, das zweite Auswärtsspiel innerhalb von drei Tagen: Wieder massen sich am Samstag Volley Düdingen und der VC Kanti. Nach dem Aus im CEV Challenge Cup vom Mittwoch sollten sich diesmal in der NLA die Schaffhauser Volleyballerinnen den Sieg erarbeiten. «Es war kein schönes Spiel», meinte Kanti-Trainer Nicki Neubauer nach den drei gewonnenen Sätzen. «Wir waren recht nervös, recht fahrig. Unser Spiel war geprägt von guten Phasen, gefolgt von drei, vier Bällen, wo wir fast zu ängstlich agierten.» So kam im ersten Satz das Heimteam nach einer Führung von Kanti (7:4, 14:10, 20:14, 24:21) immer wieder heran. Und es brauchte sechs Satzbälle der Munotstädterinnen, bis der erste Durchgang mit 28:26 unter Dach und Fach war. Kanti hatte die etwas besseren Werte im Angriff, insbesondere war hier aber die Fehlerquote deutlich geringer (sechs Angriffsfehler in drei Sätzen anstatt 26 in fünf Sätzen) als am Mittwoch. Allerdings waren im Auftaktsatz fünf Aufschlagfehler zu verzeichnen.
Ab Ende des ersten Satzes kam Mittelblockerin Astrid Popic für Lea Ambrosius, deren «Tank leer» war (so Nicki Neubauer). «Astrid hat im Angriff überzeugt und mit guten Einbeineraktionen viele schöne Punkte (10, d. Red.) gemacht». Der zweite Satz verlief eng, wie zuvor zog Kanti zwar davon (17:14, 22:17), erneut kam das Heimteam heran (24:23). Doch Topskorerin Jordan Lockwood konnte dann den vierten Satzball nutzen. Davor war es zum einzigen weiteren Wechsel aufseiten der Schaffhauserinnen gekommen: Brooke Botkin habe sich etwas am Rücken wehgetan und sei daher gehemmt gewesen, so Trainer Neubauer. Für die Amerikanerin kam Lina Lieb. «Die Wechsel brachten Energie, mehr Drive.» Nach dem ersten Drittel des dritten Satzes hatten die Schaffhauserinnen dann Düdingen unter Kontrolle, allerdings brauchte es zum Schluss drei Matchbälle, bis Lina Lieb den Schlusspunkt erzielen konnte (25:19). Kanti hatte die Düdinger Spielerinnen, insbesondere die Skorerinnen Sarina Wieland und Diana Sacher, besser unter Kontrolle als drei Tage zuvor. «Von der Energieleistung, vom Spielerischen her können wir nicht zufrieden sein mit dem Spiel», so Kantitrainer Neubauer. «Man hat gemerkt, dass es das sechste Spiel innerhalb von 20 Tagen ist.» Zeit zum wieder Aufladen haben die Munotstädterinnen nun bis zum Freitagabend, dann kommt das Team der Volleyball Academy zum Spiel der zehnten NLA-Runde in die BBC-Arena.
NLA, Frauen. Volley Düdingen - VC Kanti 0:3 (26:28, 23:25, 19:25). - Leimacker. - 434 Zuschauer. - SR: Droguett/ Pedrazzini. - Spieldauer: 30, 28, 22 = 80 Minuten. – Volley Düdingen: Wieland (11), Staffelbach, Sacher (13), Loosli (3), Da Silva, (10), Vondran (6, Pass), Portman (Libera); eingewechselt: Gasser, Rothenbühler (5), Firmino, Erni (1); nicht eingesetzt: Flühmann (Libera). – VC Kanti: Petrenko (Pass, 2), Ambrosius (1), Botkin (6), Holaskova (10), Lockwood (16), Perkovac (10), Habegger (Libera); eingewechselt: Popic (10), Lieb (3); nicht eingesetzt: A. Pazin, Loffreda; rekonvaleszent: Capraro; ohne Cavka (1. Liga).
Weitere Resultate. Sonntag. Franches-Montagnes - Genève Volley 0:3 (21:25, 16:25, 18:25). Cheseaux - Volley Lugano 0:3 (18:25, 17:25, 23:25). Neuchâtel UC - Sm'Aesch-Pfeffingen 3:0 (25:21, 25:20, 25:16). – Samstag. NLZ Academy Zürich - Glaronia Glarus 3: 2 (25:19, 25:23, 23:25, 1825, 15:12). – Rangliste: 1. Kanti Schaffhausen 8/23. 2. Neuchâtel UC 8/21. 3. Volley Lugano 8/15. 4. Sm'Aesch-Pfeffingen 8/15. 5. Cheseaux 8/13. 6. Glaronia Glarus 8/12. 7. Franches-Montagnes 9/11. 8. Genève Volley 8/9. 9. Toggenburg 8/8. 10. Düdingen 8/5.11. NLZ Academy Zürich 9/3.
Revanche nach harter Lektion gefordert
Nach dem bitteren, aber verdienten Ausscheiden im Europacup gegen Volley Düdingen geht für den VC Kanti heute der Alltag in der Meisterschaft weiter – mit dem Auswärtsspiel beim gleichen Gegner.

Kanti-Block gegen Düdinger Angriff . BILD CEV
Reinhard Standke
«Unglaublich, was im Sport alles passieren kann», äusserte die Journalistin von «La Liberté», nachdem sie am Mittwochabend den Matchbericht des Rückspiels im CEV Challenge Cup übermittelt hatte. «Volley Düdingens Traumabend» lautete der Titel in den «Freiburger Nachrichten», nachdem das Team die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel mit einem 3:1-Sieg ausgeglichen und mit dem 15:8 im Golden Set die Achtelfinals gegen SC Potsdam (GER) erreicht hatte. Dem VC Kanti blieb es nur, die erste Niederlage der Saison mit dem Verlust von vier Sätzen nacheinander zu analysieren. «Wir können zulegen, sie nicht», hatte Kantitrainer Nicki Neubauer vor dem Hinspiel gesagt. Doch es kam anders. Nach einem sehr guten Beginn hatte Kanti den «Flow» verloren und im «Endeffekt zu viele Fehler produziert», musste Neubauer konstatieren. In der Gesamtstatistik der fünf Sätze sind 35:21 Fehler verzeichnet. Zudem hätten bei Düdingen zwei, drei Leute das Spiel ihres Lebens gemacht. Volley Düdingen hatte einen Lauf, Kanti war in der Negativspirale gefangen. Zwar hatte das Team in der prickelnden Schlussphase des zweiten Satzes dank zwei Satzbällen die Chance gehabt, das Weiterkommen sicherzustellen. Doch Düdingen wusste dies zu verhindern.
Harte Lektion gelernt
«Wir brauchen mehr Disziplin in der Defensive. Phasenweise war es nicht ganz leicht, weil überraschende Dinge passiert sind. Am Ende lassen wir aber viel zu viel leichte Punkte zu», so Nicki Neubauer. «Diana Sacher macht 50 Prozent der Punkte mit unserem Zutun, weil wir nicht konsequent sind in unserem Block-Abwehr-System. In der Summe mit den ungewöhnlich vielen Angriffsfehlern war das einfach zu viel.» Sacher erzielte nach der Einwechslung im ersten Satz insgesamt 21 Punkte.
Das Team sei schwer enttäuscht über das Ausscheiden gewesen. «Wir müssen das aus den Knochen schütteln», äussert Coach Neubauer vor dem heutigen Spiel. «Wir haben uns in der Kabine vorgenommen, zu zeigen, was wir können.» Neubauer ist guter Dinge, dass sein Team eine stabilere Leistung zeigen kann. «Mehr Stabilität würde heissen, dass wir gute Chancen haben, dass Spiel zu gewinnen. Wir müssen in allen Elementen sicherer und aggressiver auftreten, vor allem auch im Aufschlag. Da ist der Druck, je länger es ging, verloren gegangen.» Auch auf das Risikomanagement werde es ankommen.
Vor der erneuten Partie gegen Düdingen (10.) liegt der in der NLA noch ungeschlagene VC Kanti zwei Punkte vor Neuenburg UC und fünf vor Aesch-Pfeffingen. Diese beiden Mannschaften treten am Sonntag im Spitzenspiel gegeneinander an.



