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Das Halbfinalticket liegt bereit
Mit einem zweiten Sieg über Franches-Montagnes kann der VC Kanti bereits morgen den Einzug in die Playoff-Halbfinals schaffen.

Nicht nur im Angriff, sondern auch in der Verteidigung spielt Brooke Botkin eine wichtige Rolle. Bild: R. Standke
Reinhard Standke
Die Playoff-Viertelfinals können es in sich haben. Das musste der VC Kanti in den letzten beiden Spielzeiten erfahren. Im vergangenen Jahr folgten auf den 3:1-Heimsieg über Volley Lugano zwei knappe 2:3-Niederlagen, die Schaffhauserinnen beendeten die Saison lediglich auf Platz sechs.
In der Saison zuvor konnte das Team von Nicki Neubauer zwar das Auswärtsspiel zwischen zwei Heimpartien für sich entscheiden, aber nicht die Begegnungen vor eigenem Publikum, und landete auf dem fünften Schlussrang der NLA-Meisterschaft.
Mit dem Team der Saison 2024/25 soll es jedoch für den VC Kanti so kommen wie 2021/22: Nach einem Heimsieg über Franches-Montagnes folgte ein klarer 3:0-Auswärtserfolg. Dabei zählt für Cheftrainer Neubauer nur der Sieg, die Anzahl der gewonnenen Sätze des Gegners spielt ihm keine Rolle (solange es nicht mehr als zwei sind). Denn das Saisonziel lautet ja schliesslich «Mitspielen um die Medaillen». «In den Viertelfinals ist immer mehr Anspannung da. Es ist mehr eine mentale Sache. Wenn wir das gut meistern, dann sind wir die Mannschaft, die besser ist, die mehr Qualität hat, die mehr Optionen hat.»
«Wir haben in der letzten Woche gesehen, was uns erwartet und was wir machen müssen», blickt Nicki Neubauer auf das Heimspiel zurück. Franches-Montagnes werde natürlich zu Hause vor voller Halle noch einmal die Chance suchen. «Wir müssen den Hauptfokus auch auf technische Aspekte haben. Das ist das, was uns im zweiten Satz, in dem sie durch den Aufschlagrhythmus mehr in den Flow kamen, gefehlt hat», erinnert Nicki Neubauer. Alles sei zwar sehr gut vorbereitet gewesen, doch es habe ein bisschen an der Ausführung gehapert.
Franches-Montagnes habe gut gespielt, mache sehr wenig Fehler, habe gut geskort. «Wir haben noch ein bisschen viel Punkte zugelassen, wir können noch besser blocken, noch besser in der Abwehr spielen», so der Kantitrainer weiter. «Ansonsten geht es für mich darum, dass wir aggressiv sind, am Anfang scharf sind, aber auch eine gute Balance haben und trotzdem ruhig bleiben, wenn Franches-Montagnes zwei, drei, vier gute Aktionen am Stück hat.»
Im Idealfall geht es für den VC Kanti also (ohne dritte Runde in den Playoff-Viertelfinals am Mittwoch) am Samstag in einer Woche in den Halbfinals weiter. Im schlimmsten Fall müssten die Munotstädterinnen jedoch zum gleichen Termin am 15. März mit dem ersten Spiel der Zwischenrunde um die Ränge fünf bis acht vorliebnehmen.
Kanti II weiter auf Erfolgskurs.

Da kommt Freude auf: Die Spielerinnen des VC Kanti II feiern den klaren Sieg über Aarau. Bild: W. Schläpfer
Frauen, 1. Liga, Gruppe D: BTV Aaarau - VC Kanti II 0:3 (21:25, 22:25, 18:25). – VC Kanti: Schaber, Rubli, Nussbaumer, Kunz Guyer, Çeçen, Neuhaus. Eingewechselt: N. Pazin, Saipi, Fuchs, Schmid.
Weitere Spiele: VC Smash Winterthur - Volleyball Academy 2:3 (25:20, 19:25, 22:25, 25:19, 12:15). VBC Kanti Baden - Pallavolo Kreuzlingen 3:1 (25:19, 25:18, 23:25, 25:23). Volley Rüschlikon - TSV Jona Volleyball 3:0 (25:20, 25:17, 25:14). VC Smash Winterthur - STV St. Gallen Volleyball 1:3 (25:20, 21:25, 16:25, 20:25). Volleyball Academy - Pizol Volley 3:1 (21:25, 25:15, 25:17, 25:23). Volley Aadorf - VBC Voléro Zürich 0:3 (18:25, 17:25, 19:25).
Rangliste: 1. Voléro Zürich 19/51 (53:14). 2. VC Kanti II 19/46 (51:19). 3. St. Gallen 19/44 (50:22). 4. Aadorf 19/35 (40:26). 5. Rüschlikon 17/29 (37:31). 6. VBC Kanti Baden 19/28 (34:37). 7. Pallavolo Kreuzlingen 18/27 (35:33). 8. VC Smash Winterthur 19/24 (32:43). 9. BTV Aarau 19/21 (29:44). 10. Pizol Volley 18/13 (21:46). 11. Volleyball 19/12 (24:50). 12. Academy 19/6 (13:54).
Erster Schritt in Richtung Halbfinals
Nach dem 3:1 gegen Fraches-Montagnes fehlt dem VC Kanti noch ein Sieg, um die Medaillen spielen zu können.

Kantitopscorerin Korina Perkovac beim Smash Bild: W. Sch.
Reinhard Standke
Nein, einen Schönheitspreis können sich die Schaffhauserinnen Volleyballerinnen insgesamt für den erfolgreichen Start in die Playoff-Viertelfinals nicht abholen, aber darauf kommt es ja auch nicht an. Mit dem 3:1-Sieg über Frances ist der erste von zwei erforderlichen Schritten in Richtung Halbfinals gemacht. Das Spiel vom Sonntag kam dabei nicht in die Qualität und Intensität der Partie vom vergangenen Wochenende gegen Volley Lugano.
Das Comeback von Jordan Lockwood
Kanti ging erneut mit Lina Lieb anstelle der mehrere Wochen lang rekonvaleszenten Topscorerin Jordan Lockwood in die Partie. Die Amerikanerin gab im zweiten Satz ein kurzes Comeback und stand im dritten und vierten Satz dann länger auf dem Feld. Ihr Team startete mit dem nötigen Druck am Aufschlag und im Angriff in die Partie, schon beim 4:8 nahm Gäste-Coach Mélanie Cina ein erstes Time-out. Doch Kanti zog weiter voran bis zum 18:13. Dann servierte sich Franches-Montagnes bis auf 17:19 heran, auch Nicki Neubauer griff zur 30-sekündigen Auszeit, und sein Team sicherte sich nachfolgend mit 25:20 den ersten Satz.
Dann setzten die Gäste das Heimteam mit dem Aufschlag unter Druck. Die Annahmen wurden etwas schlechter, Kantis Angriffsmaschine geriet ins Stocken. Nach einer Side-out-Phase bis zum 11:11 zog Franches-Montagnes auf 17:12 davon. Beim ersten Kurzeinsatz gelang Jordan Lockwood bei der ersten Ballberührung zwar gleich ein Punkt, sie und Alessia Pazin vermöchten jedoch den Umschwung nicht zu bewerkstelligen (21:25). Auch im folgenden Durchgang liefen die Munotstädterinnen lange einem Rückstand hinterher. Nach dem 3:6 kam Lockwood für Lieb, nach dem 4:8 schickte Kantitrainer Neubauer anstelle der ersten Libera Viviane Habegger, die keinen guten Tag erwischte, bis Spielschluss Isabella Loffreda auf das Feld. Nach und nach fanden die Schaffhauserinnen zu druckvollen Aufschlägen zurück (Botkin, Holaskova, Perkovac) und kamen mit besserem Spielfluss zu ihrem zweiten Satzgewinn.
Anschliessend servierten Katerina Holskova (bis 6:2) und Brooke Botkin (18:10) ihr Team nach vorne, dazwischen kamen die Gäste aus dem Jura, die nichts zu verlieren hatten, mit wieder harten Aufschlägen und Angriffen auf 10:12 heran. Unter dem Strich sollte dieser Satz eine klare Sache zugunsten von Kanti werden.
Sein Team sei zwar gut gestartet, habe sich dann aber weniger an den Gameplan gehalten, sie fahrig geworden, so Kanti-Coach Neubauer. «Es war das erwartete erste Spiel.» Dank des 3:1-Sieges können die Munotstädterinnen am nächsten Sonntag auswärts die Serie bereits in der 2. Runde für sich entscheiden.
NLA. Playoff-Viertelfinals (Best of 3). 1. Runde. VC Kanti (2.) - Franches-Montagnes (7.) 3:1 (25:20, 21:25, 25:22, 25:16); Stand 1:0. - BBC-Arena. - 513 Zuschauer. - SR: Hefti/Kälin. - Spieldauer: 21, 24, 23, 23 = 91 Minuten. – VC Kanti: Petrenko (Pass), Perkovac, Botkin, Lieb, Holaskova, Ambrosius, Habegger (Libera); nicht eingesetzt: Lockwood, A. Pazin, Loffreda (Libera, ab 4:8 im 3. Satz), Popic; nicht eingesetzt: Capraro, Cavka. – Franches-Montagnes: Bonardi, Galvao (Pass), Varé, Broekstra, Lindner, Alessi, K. Chappette (Libera); eingewechselt: Tschanz, Giroud, Morandi, Faivet; nicht eingesetzt: Z. Chappatte, Membrez. - Nächste Runden: 9. März (16.30, Saignelégier); ev. 16. März (20.00, BBC-Arena).
Weitere Spiele: Neuenburg UC (1.) - Genève Volley (8.) 3:0 (25:17, 25:11, 25:16), Stand 1:0.Volley Lugano (3.) - Volley Düdingen (6.) 3:1 (25:23, 19.25, 2.23, 25:16); Stand 1:0. Aesch-Pfeffingen (4.) - VBC Cheseaux (5.) 1:3 (25:23 19:25 25:23 25:16); Stand 0:1.
Playouts: Volley Toggenburg - VBC Glaronia 0:3, Volleyball Academy spielfrei. - Bemerkung: In den Playouts wird Volley Toggenburg nicht mehr durch den langjährigen Trainer Marcel Erni, sondern durch den bisherigen Assistenten Philip Brunner betreut.
Der VC Kanti startet in die K.-o.-Phase

Jordan Lockwood wird morgen nach der Verletzungspause wieder im Kader des VC Kanti stehen. Bild: Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Kann der VC Kanti um die Medaillen mitspielen (wie in der Saison 2021/22) oder muss er sich, wie in den beiden vergangenen Jahren, mit den Spielen um die Ränge fünf bis acht begnügen? In der Best-of-3-Serie der Playoff-Viertelfinals gegen Franches-Montagnes werden ab Sonntag (16.30 Uhr, BBC Arena) dafür die Weichen gestellt. Dabei liegt die Saisonzielsetzung bei den Schaffhauserinnen klar bei einem Medaillengewinn.
Dies ist auch für den SRF-Volleyballexperten Adrian Wicky klar: «Kanti ist für mich der ganz grosse Herausforderer von NUC um den Schweizer-Meister-Titel», äussert sich der Sportkommentator in der Vorschau von Swiss Volley zum Start in die Playoffs.
Als herausragende Spielerinnen führt Wicky natürlich Jordan Lockwood und Katerina Holaskova an. Der in der 10. Saison für die Munotstädterinnen spielende Captain, «es könnte punktemässig sogar ihre beste werden», so Adrian Wicky, führt klar die Bestenliste der Schweizer Blockerinnen an.
Dagegen konnte die Amerikanerin Jordan Lockwood ihren Stand als Topskorerin in den letzten vier Spielen nicht verbessern. Nachdem der Muskeleinriss nun so weit verheilt sein sollte, konnte die 24-Jährige am Donnerstag wieder ins Teamtraining einsteigen. Wenn der Sprungtest vom Samstag erfolgreich ist, wird Lockwood beim Auftakt gegen Franches-Montagnes zwar nicht unbedingt in der Startformation stehen, aber zumindest wieder dem Kader angehören.
«Alle anderen Spielerinnen sind gesund und fit, wir haben eine gute Trainingswoche hinter uns, mit guter Intensität», kann Kantitrainer Nicki Neubauer beruhigt feststellen. Mit dem Team habe man auch taktisch bereits gut gearbeitet und jeden Tag ein, zwei Dinge angesprochen, die in der Partie wichtig werden.
Nun gelte es, ein gutes Spiel zu machen. «Als Aussenseiter wird sich Franches-Montagnes zerreissen, sie haben nichts zu verlieren», meint Neubauer. Zwar gewann sein Team die beiden Begegnungen gegen den Aufsteiger in der Qualifikation jeweils mit 3:0, vier der sechs Sätze konnte jedoch Kanti nur mit zwei Punkten Vorsprung für sich entscheiden. In einem der Sätze in heimischer Halle hatten die Munotstädterinnen zum Schluss bei deutlichem Vorsprung vier junge Spielerinnen eingesetzt, sodass die Gäste bei einer Serviceserie noch herankamen.
Auf der anderen Seite waren die Schaffhauserinnen das einzige Team der Liga, das in der Qualifikation im Jura keinen Satz oder gar Punkt abgeben musste. Allerdings wird sich der VC Kanti auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen dürfen. «Mein Gefühl ist sehr gut, die Mannschaft ist sehr fokussiert im Moment», strahlt Trainer Neubauer Zuversicht aus. Es gebe zwar ein paar Punkte zu beachten beim Gegner, «es geht aber viel über das eigene Team. Wir müssen wieder mit der Pace, die wir gegen Lugano gemacht haben, auftreten.
Und die Intensität, die wir im Training gebracht haben, die müssen wir ins Spiel bringen», setzt Nicki Neubauer voraus. «Dann bin ich mir ziemlich sicher, dass ab einem gewissen Punkt Franches-Montagnes nicht mehr folgen kann.» Dazu müsse man versuchen, die Diagonalspielerin Leticia Bonardi in den Griff zu bekommen, dieses werde aber nicht immer gelingen. Die Spielerin, die immer für 16 bis 20 Punkte gut sei, habe man im Heimspiel von Anfang Januar «herunterschrauben» können. Weiter zu beachten ist die Aussenangreiferin Nadia Lindner.
So wie im Schlussspiel der Qualifikation gegen Volley Lugano wird auch beim Auftakt der Playoffs viel über den Aufschlag gehen. «Wenn wir ihnen unser Spiel aufdrücken, dann sollte das in unsere Richtung laufen», so Nicki Neubauer.



