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Volleyball macht Schule

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«Volleyball macht Schule» mit dem VC Kanti

Bereits mehr als 500 Lernende der Mittelstufe aus den Kantonen Schaffhausen, Zürich und Thurgau waren beim Schulprojekt des VC Kanti dabei.

Volleyballtrainer und Sportlehrer Claudio Kriech (l.) übt fleissig mit den Fünftklässlern der Primarschule Hohberg. Bild: Marianne Räss

Marianne Räss

Ortstermin in der Sporthalle Hohberg: Claudio Kriech, Trainer des erfolgreichen 1.-Liga-Volleyballteams des VC Kanti Schaffhausen, ist zum letzten Mal bei der fünften Klasse der Lehrerin Lisa Hatt. Nach einem Aufwärmspiel wiederholte Kriech, der mehrheitlich als Sportlehrer an der Sekundarschule Diessenhofen arbeitet, einige Spielelemente, die die Jugendlichen an den beiden vorhergehenden Terminen kennengelernt hatten. Zum Einsatz kommt dabei ein weicher und leichter Schulvolleyball. Gespielt wird am Minivolleyballnetz mit einer Höhe von knapp 2,10 m. Die Netzhöhe in der Nationalliga A Frauen beträgt dagegen 2,24 m.

Die Primarlehrerin Lisa Hatt hatte spontan ihre Kasse für das Projekt «Volleyball macht Schule» angemeldet, als sie mittels E-Mail darauf aufmerksam gemacht wurde. Die Begeisterung der Lernenden für Volleyball war sehr schnell geweckt. Fleissig übten die Schülerinnen und Schüler das Passen und die Manchette; zuerst allein an der Wand, später zu zweit übers Netz. Jede Volleyballstunde endete mit einem Abschlussturnier im 1 gegen 1 oder 2 gegen 2, quasi wie im Beachvolleyball. Die Fünftklässler der Primarschule Hohberg waren stolz, das Gelernte in der Praxis zu zeigen. «Gewisse Spiel- und Übungsformen des Volleyballs waren auch neu für mich und ich war sehr begeistert nach den drei Stunden mit meiner Klasse», so die Lehrerin Lisa Hatt. Sie will nun gewisse Elemente in ihren Turnunterricht einfliessen lassen. Als Highlight wird die ganze Klasse samt Eltern an ein Nationalliga-A-Heimspiel des VC Kanti Schaffhausen eingeladen. Zusätzlich erhalten die Gewinnerinnen des klasseninternen Abschlussturnieres die Gelegenheit, im Mobiliar-Topskorer-Shirt mit den Spielerinnen bei der Teampräsentation auf das Volleyballfeld einzulaufen.

Das Projekt findet in Absprache und mit der Unterstützung der kantonalen Fachstellen Sport der Kantone Schaffhausen, Thurgau und Zürich statt. Das Hauptziel ist es, Volleyball vermehrt in den Primarschulunterricht zu bringen und dadurch auch schon die ganz Jungen von dieser Sportart zu begeistern. Weiter möchte der VC Kanti auch die Zusammenarbeit mit den Partnervereinen (KJS Schaffhausen, Volley Schlatt und Volley Diessenhofen) in der Region stärken und ist offen, auch mit weiteren Vereinen zusammenzuarbeiten. «Um Partnerverein zu werden, entstehen keine Kosten. Man muss lediglich Mini- oder U14-Trainings anbieten», erläutert Claudio Kriech. Finanziert wird das Projekt derzeit vom VC Kanti Schaffhausen. In Zukunft soll dafür aber eigens ein Verein gegründet und breit abgestützt, von Gönnerinnen und Sponsoren getragen werden.


«Ende November haben wir uns als Team gefunden»

Nachgefragt

VC-Kanti-II-Trainer Claudio Kriech spricht über die aktuelle Saison – und wagt auch schon einen Blick in die Zukunft.

Wie lautet das Fazit nach einer erfolgreichen Saison?

Claudio Kriech: Schlussendlich ist es sogar besser gekommen, als wir gedacht hatten. Wir sind gut gestartet, haben sehr solid gespielt, Ende November haben wir uns als Team extrem gefunden und stabilisiert und haben es anschliessend durchgezogen. Wir haben unsere Stärke, wir sind auf allen Positionen auch neben den Stammspielerinnen ebenbürtig besetzt, um ausspielen zu können. Teilweise haben es die Spielerinnen uns Trainern bei der Frage, wen wir aufstellen sollen, schwierig gemacht. Aber das ist gut so.

Was kann man bereits jetzt zum Team für die Saison 2025/2026 sagen?

Es ist sehr schade, dass uns Melis Çeçen, Noelia Pazin, Jeanne Neuhaus und Nina Brugger verlassen. Dafür werden junge Spielerinnen aus dem Damen-3-Team aufsteigen, darunter Mia Schmid, die in den letzten Wochen bereits im Team Fuss gefasst hat und auch in Sursee gespielt hat. Dazu brauchen wir auch Spielerinnen mit Erfahrung als Stabilisatoren. So wird Natalia Cukseeva (ehemals NLA 2016–2018 und 2020–2021; Anm. d. Red.), die zuletzt in der 3. Liga dabei war, kommen. (R.Sta.)


Krimi zum Saisonabschluss

Der VC Kanti II sichert sich im Final 4 nach einem 5-Satz-Sieg über Sursee den dritten Platz.

Platz 3 ist gesichert: Die Spielerinnen des VC Kanti II bejubeln den Sieg über Sursee. Bild: W. Schläpfer

Werner Schläpfer

Zum Auftakt des Final-4-Turniers gab es gegen den Aufstiegsaspiranten Therwil eine Niederlage für das Kanti-II-Team. Wie schon in den letzten Meisterschaftsspielen wollte auch diesmal im Halbfinal in Therwil/BL kein Sieg gelingen. Zu viele Fehler verhinderten ein positives Satzresultat. Nur im ersten Satz konnten die Schaffhauserinnen einigermassen mithalten und führten mit 18:17. Doch dann erhöhten die Gastgeberinnen den Druck und den Schaffhauserinnen blieb keine Chance mehr.

Spannendes Duell um Platz 3 gegen Sursee

Im Spiel um Platz 3, dem letzten in dieser Saison, zeigten die Kanti-Spielerinnen am Sonntag in Schenkon LU nochmals ihr ganzes Können. Der Beginn ähnelt allerdings der Leistung vom Samstag. Kanti geriet mit 13:18 in Rückstand. Dank guter Serviceleistung unter anderem von Jana Fuchs kam ihr Team nochmals heran. Es sollte nicht ganz reichen, denn beim Stand von 23:24 beendete ein sehr umstrittener Schiedsrichterentscheid zugunsten von Sursee den Satz.

Die gute Performance zum Ende des ersten Durchganges gab den Kanti-Frauen Auftrieb. In den folgenden Sätzen liessen sie der Konkurrenz mit 25:14 und 25:17 keine Chance. Wie oft bei solch einseitigen Resultaten lässt die Konzentration etwas nach. Dies durchlebten auch die Schaffhauserinnen und gerieten gleich zu Beginn im vierten Satz unter Druck. Zeitweise sah es so aus, als ob sie nicht einmal über zehn Punkte kommen würden. Am Ende besannen sie sich nochmals auf ihre Stärken und holten noch einige Punkte für die Moral.

Dies sollte ein entscheidender Faktor in diesem Spiel gewesen sein. Denn im Entscheidungssatz gaben die Munotstädterinnen nochmals alles, es gelang das Break zum 8:5 beim Seitenwechsel. Nochmals hielt der VBC Sursee dagegen und kam zum 9:9-Ausgleich. Mit Nina Cavca am Service erhöhten die Gäste den Druck, die Führung zum 14:10 gelang. Noch war das Spiel nicht zu Ende, es brauchte noch beide Time-outs von Coach Claudio Kriech, ehe der letzte Matchball versenkt wurde. Am Ende brachen die Emotionen durch bei den Kanti-Spielerinnen, war es doch für einige das letzte Spiel im Schaffhauser Dress.

Frauen, 1. Liga, Final-4-Turnier der Gruppe C/D. Halbfinal in Therwil BL (Samstag): VB Therwil – VC Kanti Schaffhausen 3:0 (25:21, 25:15, 25:16). – Final in Schenkon LU (Sonntag): VC Kanti – VBC Sursee 3:2 (25:23, 14:25, 17:25, 25:14, 15:13). VC Kanti 2: Schaber, Rubli, Nussbaumer, Kunz, Guyer, Neuhaus, Cavka; eingewechselt: Brugger, Saipi, Çeçen, N. Pazin, Schmid, Fuchs.

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Grosse Euphorie nach Finaleinzug

Freude, Genugtuung und Hoffnung: Der VC Kanti spielt zum ersten Mal seit 2013 wieder um den Titel in der NLA.

Smash von Jordan Lockwood gegen NUC im November. Bild:W.Sch.

Reinhard Standke

Zwölf Jahre lang musste die Kanti-Familie warten, bis das Fanion-Team des Vereins nun wieder um den Titel spielen kann. 2013 unterlag das Team des damaligen Coachs Dirk Gross gegen Volero Zürich, die Schaffhauserinnen konnten den Gewinn der Silbermedaillen feiern. Im Anschluss an den Cupsieg 2021 holte das Team 2022 mit dem noch heutigen Trainer Nicki Neubauer die Bronzemedaille (gegen Volley Düdingen). Nach zwei zum Ende enttäuschenden Spielzeiten, in denen man nicht über Rang fünf beziehungsweise sechs hinausgekommen war, stiess das neu konzipierte Team des VC Kanti am Mittwoch in den NLA-Playoff-Final 2025 vor, in dem der Gegner ab dem 13. April Neuenburg UC heisst.

«Es ist eine grosse Genugtuung nach den letzten beiden Saisons, nach denen wir uns viele Gedanken gemacht haben über die Zusammenstellung der Mannschaft», äussert Neubauer. Das knappe Ausscheiden in den Viertelfinals mit fehlendem Spielglück 2022/23 und 2023/24 habe «schon etwas gemacht» mit den Verantwortlichen des Vereins. «Gehen wir den richtigen Weg mit ganz vielen jungen Spielerinnen oder fehlt die Breite?», dies sei eine der Fragestellungen gewesen. Auf den Input des Trainers hin setzt der Verein nun auf weniger junge Schweizerinnen, die man aber besser fördern könne. «Dem Anspruch gerecht zu werden, eine Topmannschaft zu sein und gleichzeitig Ausbildungsverein, ist extrem schwer», sagte Nicki Neubauer. Mit dem Finaleinzug hat die Führung des VC Kanti nun eine Bestätigung für das aktuelle Konzept erhalten. «Wir haben eine etwas breitere Mannschaft, wir haben mehr Möglichkeiten, Verletzungen, Krankheiten oder individuell schlechte Phasen auszugleichen. Und gleichzeitig können wir die jungen Leute mit mehr Verantwortung und mehr Spielzeit auf dem Feld ausstatten, als wenn wir zwei, drei Jüngere mehr hätten.» Der Verein konnte die finanzielle Herausforderung mitgehen.

Der sportliche Weg der letzten Monate brachte immer mehr Zuschauer zu den Spielen. Verfolgten Anfang November gut 400 Fans die Hinrunde gegen Neuenburg UC, strömten am Mittwoch über 1000 Anhänger in die BBC-Arena. «Es ist megaschön, dass die Wertschätzung da ist», freut sich Kanti-Präsident Sandro Poles. Man habe einerseits viel Werbung gemacht, andererseits habe der sportliche Erfolg viele Leute in die Halle gebracht, die noch nie ein Volleyballspiel gesehen hätten. Die Zuschauereinnahmen machen zwar nur einen kleinen Teil vom Budget aus, viele Fans, die die Werbung am Spielfeldrand sehen, ermöglichen aber eine bessere Vermarktung. Insbesondere der Verkauf der Werbung auf den neu angeschafften LED-Banden entwickele sich sehr gut, so der Vereinspräsident.

Neben der Freude, die der Finaleinzug bei Team und der erweiterten Vereinsführung ausgelöst hat, ergibt die Organisation der ein bis zwei Heimspiele (19. April, gegebenenfalls 26. April) auch neue Aufgaben. Aufgrund der Fernsehübertragung müsse wohl der spezielle Volleyballboden verlegt werden. Zwar stehen für die Finalserie bislang die Spieltage fest, nicht aber die von den TV-Übertragungen abhängigen Anspielzeiten.


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