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Volleyball macht Schule

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Der VC Kanti startet in die Playoff-Finals

Nach zweieinhalb Wochen Warten: Endlich beginnen am Sonntag die Playoff-Finals gegen Neuenburg UC.

Die Topscorerin des VC Kanti, Jordan Lockwood (r.), lanciert einen gefährlichen Angriff nach dem anderen. Bild:Werner Schläpfer

Reinhard Standke

Zwölf Jahre lang musst sich der VC Kanti gedulden, um in der NLA-Meisterschaft wieder um den Titel spielen zu können. Damals, 2013, musste man sich Volero Zürich in drei Spiele beugen, wurde aber unter Trainer Dirk Gross mit den Silbermedaillen für die erfolgreiche Saison belohnt. Die Zeiten der Zürcher Seriensiege in der Schweizermeisterschaft gingen 2018 zu Ende, seit 2019 dem kommt das dominante Team in der Schweizer NLA aus Neuenburg (im Coronajahr 2020 wurde kein Titel vergeben).

Herausforderer VC Kanti

Ob nun die Schaffhauserinnen das erste Team sind, die die laufende Serie der Neuenburgerinnen unterbrechen oder beenden können? Während der VC Kanti in der vorhergehenden Saison beide Aufeinandertreffen für sich entscheiden konnte (3:0 und 3:2), gewann in der laufenden Spielzeit jedes Team in der Qualifikation das Heimspiel (Kanti 3:2, NUC 3:1). «Wir sind hungrig auf den Sieg in der Meisterschaft», äussert sich Kanti-Captain Katerina Holaskova vor dem Start in die Playoff-Serie, in der die Munotstädterinnen nicht zu verlieren haben. «Wir können nur überraschen. Wenn wir so fokussiert sind wie in den letzten Spielen, dann können wir es schaffen. Aber wir müssen unser Bestes geben», so die 34-jährige Mittelblockerin.

Vergleich der beiden Teams

«Wir sind besser im Service, wir machen weniger Fehler, weil sie mehr riskieren, das ist ihre Taktik», fasst Holaskova die Analyse von Trainer Nicki Neubauer zusammen. «Wir sind etwas besser in der Annahme und auf jeden Fall im Block», so die beste Blockerin der Liga weiter. «Im Angriff hat Neuenburg mit Maia Dvoracek und Tia Scambray zwei starke Spielerinnen. Wir haben mehr Optionen und sind auf jeder Position gefährlich», schliesst Katerina Holaskova den Vergleich der beiden Teams ab.

Nachdem sich der VC Kanti in der Saison 2024/2025 in der Tabelle wochenlang auf Rang eins und später Platz zwei behaupten konnte, strömten für die Spiele der Playoff-Viertel- und Halbfinals immer mehr Fans in die BBC-Arena.

Im dritten Spiel gegen Volley Lugano wurde sogar die Marke von 1000 Zuschauern durchbrochen. Entsprechend konnte der Verein auch das vermehrte Interesse beim Verkauf von Werbung vermelden, insbesondere dank der auf die Saison neu beschafften LED-Banden. Und, zweieinhalb Wochen nach der Finalqualifikation, werden am Sonntag wohl weit über 50 Fans den Weg nach Neuenburg einschlagen, um ihr Team in der möglicherweise ausverkauften Riveraine-Halle zu unterstützen. Die zweite Runde findet dann am Ostersamstag in der heimischen BBC-Arena statt (17.00 Uhr).

Der Auftakt wird wie die weiteren Spiele via SRF Sport (App und Web) oder RTS 2 auch daheim zu verfolgen sein.

NLA, Frauen. Play-off-Finals (best of 5). 1. Runde: Sonntag, 13. April, 16.00, Neuenburg UC - VC Kanti (Riveraine). – 2. Runde: Ostersamstag, 19. April, 17.00, VC Kanti - Neuenburg UC (BBC-Arena). – 3. Runde: Donnerstag, 24. April, 19.00, Neuenburg UC - VC Kanti (Riveraine). – Ev. 4. Runde: Samstag, 26. April, 17.00, VC Kanti - Neuenburg UC (BBC-Arena). – Ev. 5. Runde: Dienstag, 29. April, 19.00, Neuenburg UC - VC Kanti (Riveraine). Live Stream: via SRF Sport (App und Web) oder RTS 2. Erfolge VC Kanti. Siege Schweizer Cup: 2000, 2009, 2021. – Medaillen in der NLA-Meisterschaft: Silber: 1998, 1999, 2000, 2001, 2004, 2008, 2009, 2013. Bronze: 1997, 2002, 2003, 2022 (seit dem Aufstieg 1991 spielt der VC Kanti ununterbrochen in der NLA).

Infos       Livestream

Nicki Neubauer: «Wir sind hungrig nach einer Meisterschaft»

Mit ganzer Leidenschaft am Start: Kanti-Trainer Nicki Neubauer will sein Team zur Meisterschaft führen.

Nachgefragt Kanti-Trainer Nicki Neubauer vor dem Start in die Play-off-Finals gegen Neuenburg

Ab Sonntag kämpft der VC Kanti Schaffhausen gegen Neuenburg UC zum ersten Mal seit dem Jahr 2012 wieder um den Titel in der NLA-Meisterschaft. Vor dem Beginn der Best-of-5-Serie äussert sich Cheftrainer Nicki Neubauer zur Vorbereitung auf dieses Highlight. Und er spricht auch über die Stärken und Schwächen der beiden Teams.

Nicki Neubauer, was war ausschlagend dafür, dass der VC Kanti in dieser Saison um die Meisterschaft spielen kann?

Nicki Neubauer: Ich denke, es sind zwei Sachen. Wir haben mit sehr guter Kontrolle gespielt, wir hatten ein gutes Risk-and-secure-Management, das heisst, wir haben sehr wenig Fehler gemacht in den ganzen Spielen. Zudem waren wir taktisch über das ganze Jahr sehr diszipliniert, das Team hat das gut umgesetzt. Ein ausschlaggebender Punkt ist auch, dass wir ruhig geblieben sind in den Phasen, in denen wir mal Schwierigkeiten hatten. Wie im ersten Satz in der 2. Halbfinalrunde, den wir in Lugano verlieren und dann aber wieder zu unserem Spiel zurückkommen. Ich glaube, in den Play-offs und in den letzten Spielen der Rückrunde haben wir gesehen, immer mehr den Fokus auf uns selber zu setzen, und wie wir miteinander umgehen und uns gegenseitig helfen. Dies ist eine ganz grosse Stärke in dieser Saison der Mannschaft. Das werden wir sicher auch in der Finalserie brauchen.

Wo liegen die Stärken und Schwächen von Kontrahent Neuenburg UC?

Sie sind eine sehr selbstbewusste und sehr aggressive Mannschaft, ganz klar im Angriff, ganz klar auch am Aufschlag oder wenn es ihnen läuft am Aufschlag, dann sind sie sehr gefährlich. Und NUC ist natürlich eine Mannschaft, die mit Tia Scambray und Maia Dvoracek über zwei überragende Einzelspielerinnen verfügt. Der Transfer mit Dvoracek hat sie schon noch mal um einiges nach vorne gepusht. Von der ersten Saisonhälfte an hatten sie schon mächtig Respekt vor uns, auch mit dem Ausblick, dass man im Play-off irgendwo auch mal aufeinandertrifft. Ich glaube, die zwei Spielerinnen sind schon das Mass aller Dinge bei ihnen, wie man in den letzten Spielen und im Cupfinal sehen konnte. Am Ende, wenn sie Punkte brauchen, geht der Ball entweder zu Dovracek oder Scambray. Die zwei machen 50, wenn nicht mehr als 60 Prozent aller Punkte bei ihnen. Und ja, das ist ihre Stärke und vielleicht aber auch zugleich ihre Schwäche. Eine andere Schwäche kann auch ihre Risikobereitschaft werden. Sie machen extrem viele Fehler, vor allen Dingen im Aufschlag, weil sie extrem viel Risiko nehmen. Das ist ein bisschen der Unterschied zwischen uns und ihnen. Wir sind schon ein bisschen kontrollierter.

Was hat denn der VC Kanti dagegenzusetzen?

Wir haben immer einen sehr guten Gameplan dagegenzusetzen. Wir haben eine sehr hohe Disziplin in der Taktik, und wir haben eine sehr gute Vorbereitung auf unsere Gegner individuell. Ich glaube, das können wir auf jeden Fall dagegensetzen. Was wir ganz extrem herausstreichen müssen, ist auch unser Hunger nach einer Meisterschaft. Wir haben nichts zu verlieren. Es gibt nur was zu gewinnen. Wir haben natürlich unsere Stärken mit dem Block und auch mit dem Aufschlag. Gegen Neuenburg sind das ganz starke Waffen, gerade in der Kombination müssen wir es hinbekommen, dass wir ein paar Situationen für uns pro Satz kreieren und dann richtig zugreifen. Ich denke, dass NUC Respekt vor uns hat. Sie spielen auch nicht so gerne gegen uns. In den letzten Jahren waren es immer enge Partien.

Vor den Halbfinals hatten Sie eine Serie mit vier Spielen erwartet, Kanti zog dann bereits nach drei Begegnungen in den Final ein. Wie viele Runden sind dort zu erwarten?

Ich hoffe, dass es mehr als drei werden. Ich nehme alles. Es sind die zwei besten Mannschaften dieses Jahr, die aufeinandertreffen. Ich glaube, dass es eine enge Serie wird, und ich sage mal, es gibt vier Runden. Dann hätten wir eine gute Chance, zu Hause Meister zu werden, und das ist irgendwo natürlich auch ein Ziel. (Reinhard Standke)

Holásková und Kanti verlängern Vertrag

Noch vor Beginn der Playoff-Finals: Nach Topscorerin Jordan Lockwood hängt auch Captain Kateřina Holásková eine weitere Saison an.

Kateřina Holásková 11. Saison beim VC Kanti     Bild W. Schläpfer

Reinhard Standke

Kateřina Holásková macht beim VC Kanti doch noch weiter! Nach dem die beliebte und erfolgreiche Mittelblockerin und Captain vor gut zwölf Monaten auf das an der Teampräsentation im September 2023 angekündigte Karriereende zurückkam und eine zehnte Saison bei den Munotstädterinnen weitermacht, entschied sich die Tschechin einen Monat nach ihrem 34. Geburtstag, noch ein weiteres Jahr mit dem VC Kanti zu verlängern. Sie bleibt somit der Trikotnummer treu und wird ab Herbst 2025 ihre elfte Spielzeit mit den Schaffhauserinnen Volleyballerinnen bestreiten. «Aufhören ist schwieriger als gedacht», erklärte die Tschechin, die vor ihrem Entscheid wissen wollte, wer aus dem jetzigen Kader bleibt und wer neu dazukommen wird.

Schwieriger Einstieg

Begonnen hatte die Karriere von Kateřina Holásková eher zufällig, wenn auch nicht ungewöhnlich. «Ich wollte als Kind alle Sportarten ausprobieren», so die heute 189 Zentimeter grosse Mittelblockerin. So ging sie mit circa acht Jahren, genau erinnert sie sich nicht mehr an den Zeitpunkt, in ihrer Heimatstadt Jablonec nad Nisou (deutsch Gablonz an der Neisse) mit ihrer Schwester in ein Volleyballtraining. Doch zunächst sollte es eine eher frustrierende Erfahrung sein, waren die anderen Kinder doch zwei bis drei Jahre älter und konnten etwas Volleyball spielen. «Ich wusste nicht, wie ich den Ball fangen und werfen sollte, und probierte vergebens, meine Hand zu brechen, damit ich nicht spielen muss», erzählt Kateřina Holásková. Ihr Vater schickte sie später in eine Gruppe mit gleichaltrigen Kindern, da begann das Volleyballspielen dann Spass zu machen. Die junge Spielerin kam in ihrer Heimatstadt in eine gute Gruppe, wurde im Alter von 13 oder 14 Jahren in eine regionale Auswahl berufen und begann zielbewusst zu trainieren und zu spielen. In den letzten drei Schuljahren besuchte Kateřina Holásková ein Sportgymnasium und hatte so die Möglichkeit, nachmittags im 20 Kilometer entfernten Liberec zu trainieren.

Aus einem Auslandsjahr werden elf

Um Sport und Englisch an einer pädagogischen Fakultät studieren und in der tschechischen Extraliga in verschiedenen Teams spielen zu können, ging Holásková nach Olomouc, wo sie nach fünf Jahren den Masterabschluss machte und anschliessend (2015) für ein Jahr ins Ausland wechseln wollte. Dafür hatte ihr Manager Angebote aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Frankreich hatte ihr Vater verboten, in Deutschland war es eines der hinteren Teams, so blieb noch der VC Kanti, bei dem damals Mélanie Pauli als Cheftrainerin amtierte. Bei den Munotstädterinnen kannte sie die von 2012–2016 spielende Lucie Rydvalova, mit der Kateřina Holásková in der Mittelschule in Liberec zusammen in einem Team stand.

«Von ihr wusste ich, dass es hier funktioniert, ich bereue es nicht», blickt die zu jener Zeit 24-Jährige zurück. Sich selbst beschreibt sie als empathisch, freundlich, sozial, zielbewusst und fleissig. So wundert es nicht, dass Holásková vor einigen Jahren die Rolle des Captains übernahm. «Ich habe diese Führungsposition, weil Nicki zu nett ist», äussert sich die Spielerin. «Heute bin ich kritischer als früher, aber es ist konstruktiv. Ich bin immer mit Herzblut dabei, ich hasse es zu verlieren.»

Beste  Blockerin in der Swissleague

Seit fünf Jahren lebt Kateřina Holásková mit ihrem Partner in Bülach und unterrichtet in einem 85-Prozent-Pensum an einer Sekundarschule in Opfikon Sport und Englisch, wofür sie die Sprachdiplome in Deutsch und Englisch nachholen musste. Beim VC Kanti absolviert sie fünf Trainings am frühen Abend, dazu kommen zwei Krafttrainings.«Ich liebe die Schweiz, der Plan ist hier zu bleiben», auch wenn ihre Familie in Tschechien lebe, sagt die Spielerin.

Griff nach dem Titel

Beim VC Kanti erlebte Holásková, die auch in dieser Saison bislang die Statistiken der besten Blockerin in der Schweiz anführt (ein Blockpunkt pro Satz), erfolgreiche und weniger erfolgreiche Spielzeiten. Nachdem im Corona-Jahr 2020 die Saison nach dem Erreichen der Halbfinals abgebrochen wurde, holte das Team mit Cheftrainer Nicki Neubauer (seit 2017) 2021 den Titel im Schweizer Cup und sicherte sich im Folgejahr die Bronzemedaillen in der Meisterschaft. In den vergangenen beiden Saisons war Kanti nicht über Rang fünf beziehungsweise sechs hinausgekommen. «So wollte ich meine Karriere nicht beenden», sagt Kateřina Holásková, die mit dem für die Saison 2024/2025 breiter aufgestellte Team nach dem Erreichen der Finals nun nach dem Titel greifen kann und eine Silbermedaille auf sicher hat. «Wir sind hungrig auf den Sieg», sagt die Mittelblockerin wenige Tage vor dem Start in die Playoff-Finalserie, die am Sonntag, 19. März, mit dem Auswärtsspiel in Neuenburg losgeht.


Kanti verlängert mit Topskorerin

Kanti-Topskorerin Jordan Lockwood ist immer für einen gefährlichen Angriff bereit. Bild: W. Sch.

Der VC Kanti macht bereits eine Woche vor Beginn der Playoff-Finalspiele gegen Neuenburg UC (13. April) einen wichtigen Schritt in Richtung der nächsten Saison. Der Ende April auslaufende Vertrag mit der aktuellen Topskorerin, der Diagonalspielerin Jordan Lockwood, wird um ein Jahr verlängert. Die Hauptangreiferin war im September 2024 zu den Schaffhauser Volleyballerinnen in die Munotstadt gekommen. Zuvor hatte die US-Amerikanerin nach verschiedenen Stationen in College- sowie University-Teams je eine Saison in Quimper (FRA) und Salo (FIN) gespielt. Beim VC Kanti avancierte Jordan Lockwood schnell zur erfolgreichsten Punktelieferantin.Mit ihren eindrucksvollen Angriffspunkten hat sie sich neben dem Respekt der Gegnerinnen und der Bewunderung der Fans auch die diesjährige Auszeichnung zur Mobiliar-Topscorerin innerhalb des Kanti-Team erspielt. Headcoach Nicki Neubauer freut sich, eine weitere Saison mit Lockwood bestreiten zu dürfen. «Der Verbleib von Jordan in unserem Team bestätigt unsere gute Arbeit», so Neubauer in einer Mitteilung des VC Kanti. Sie wird im kommenden Jahr noch mehr Verantwortung übernehmen und noch stabiler werden. Das Umfeld passt für sie hier sehr gut und Jordan sehr gut zu unserem Verein.»Vor Ende der NLA-Qualifikation hatte sich die 24-jährige Lockwood einen Muskeleinriss in den Adduktoren zugezogen und pausierte einige Wochen. Rechtzeitig vor Beginn der Playoff-Phase war sie jedoch wieder auf das Spielfeld zurückgekehrt.Weitere Verträge laufen Ende April ausDie Verträge mit diversen Spielerinnen wie Kateřina Holásková (Mitte, seit 2015), Korina Perkovac (Aussen, seit 2017), Viviane Habegger (Libera, seit 2020) sowie den auf die laufende Saison verpflichteten Ausländerinnen Brigitta Petrenko (Pass), Brooke Botkin (Angriff), Lea Ambrosius (Mitte), Lina Lieb (Angriff) und Astrid Popic (Mitte) laufen jeweils nur bis Ende der aktuellen Saison. Verlängerungen beziehungsweise Abgänge wird der VC Kanti nun fortlaufend kommunizieren. Der Vertrag mit Cheftrainer Nicki Neubauer (seit 2017) läuft noch eine weitere Spielzeit. (R.Sta.)

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