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Die Aussichten in einer zweigeteilten Liga
Grosse Vorfreude vor dem Saisonstart herrscht beim VC Kanti, nicht nur beim Team und Cheftrainer Nicki Neubauer, sondern auch beim Vereinspräsidenten Sandro Poles.

Die Vorbereitungen hatten dabei nicht erst mit dem Trainingsstart begonnen, sondern bereits vor Monaten mit administrativen Dingen wie Vertragsverhandlungen, Beantragung von Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen für ausländische Spielerinnen, Festlegung der Wohnsituation, Versicherungen, Auto und weiterem. Wurden auf die Saison 2024/2025 die LED-Banden beschafft, gebe es aktuell keine weiteren innovativen Neuerungen, so Poles. Fortgeführt wird in der heute beginnenden Saison, dass die Vorstellung der Spielerinnen des VC-Kanti-Teams von «Einlaufkids» im Rahmen des Projektes «Volleyball macht Schule» begleitet wird. Zum einen bringen die Kinder zusätzliche Zuschauer zu den NLA-Spielen, zum anderen konnten seit Projektbeginn viele von ihnen zu Partnerklubs in der Region vermittelt werden. Zur Fortführung des Projektes wurde inzwischen ein separater Förderverein gegründet.
Die neuen Spielerinnen – vorgestellt von Chefcoach Nicki Neubauer
Kimi Schnegg Libera «Kimi ist hochtalentiert, trotz ihres jungen Alters hat sie bereits drei Jahre NLA-Erfahrung als Stammspielerin. Sie ist sicher noch nicht da, wo sie sein kann. Kimi muss sich von ihrem Spielstil in einer Mannschaft, die kompakter spielt als Volley Toggenburg und mehr Blockwirkung hat, etwas umstellen, ist aber sicher ein Versprechen für die Zukunft. Sie ist voller Engergie und sehr lernwillig.» | ||
Erin Shomaker Aussenangreiferin «Auch Erin ist eine hochtalentierte und unsere physisch stärkste Spielerin, von der Höhe und der Härte im Angriff. Was dies betrifft, hat sie ein unglaubliches Potenzial. Verbessern muss sie sich noch auf dem Feld, aber es ist für sie aufgrund der Grösse nicht leicht, Annahme und Abwehr zu spielen. Erin ist unsere Power-Angreiferin, mit einem guten Block, gutem Angriffsspiel. Der Aufschlag ist sehr hart.» | ||
Martina Koch Mittelblockerin «Martina ist eine Spielerin, die wir geholt haben, um mit ihr als Schweizerin die LAS-Regeln gut erfüllen zu können. Sie ist erfahren und hat bereits bei Toggenburg, Aesch-Pfeffingen, Düdingen und Genf gespielt. Sie war nicht immer Stammspielerin, verfügt jedoch über einen guten Aufschlag, ein gutes Blockspiel, vor allem am hohen Ball. Sie macht ihre Arbeit sehr gut und soll auch Ruhe in das Team bringen.» | ||
Sydney Cole Passeuse «Sydney ist eine hoch talentierte, sehr komplette Spielerin, die sehr gut zu uns passt, mit gutem Block, mit sehr gutem Aufschlag. In den USA hat man mit den Mittelblockerinnen anders gespielt, wir sind dabei, mit ihr das Spiel über die Mitte auf mehr Tempo umzustellen. Sie befruchtet sich auch mit Alessia Pazin, die sehr gute Fortschritte gemacht hat, sehr gut.» | ||
Josipa Marković Aussenangreiferin «Josipa ist eine Allround-Playerin, die einiges an Erfahrung mitbringt und bereits gut in Kroatien und zwei Jahre in Ungarn gespielt. Sie hatte einen guten Sommer mit der kroatischen Nationalmannschaft. Josipa ist eine sehr positiv eingestellte Spielerin, die bei uns mehr Verantwortung übernehmen soll im organisatorischenen Bereich. Sie ist eine gute Annahmespielerin, sie hat ein gutes Angriffspiel.» | ||
Netta Rekola Mittelblockerin «Netta bringt sehr viel Energie und Power mit. Für eine Mittelblockerin ist sie mehr angriffs- als blocklastig. Sie ist eine erfahrene Spielerin, allerdings ist es ihr erstes Jahr im Ausland. Für sie ist es eine tolle, neue Erfahrung, in einer anderen Liga zu spielen. Aufgrund der unterschiedlichen Profile vergrössert sie unsere Möglichkeiten in der Mitte.» |
Start in der 1. Liga nach turbulenter Saisonpause

Mit diesem Team ist VC Kanti 2 in der 1. Liga Saison 2025/2026 am Start: vorne (v.l.): Melanie Kunz, Gloria Blanco, Anna-Lena Rubli, Melisa Saipi, Mia Schmid; hinten: Elia Casutt (Assistenztrainer), Jana Pensini, Ana Turkalj, Alexandra Diemling, Vivian Guyer, Hanna Bukovac, Claudio Kriech (Cheftrain
Eigentlich stand der Kader des 2. Teams beim VC Kanti im April fest – dann kamen sieben Abgänge.
Reinhard Standke
«Es war ein guter Mix aus jungen Spielerinnen, die möchten, und erfahrenen Spielerinnen, die das Team stabilisieren und in den Trainings pushen», beschreibt Claudio Kriech, Cheftrainer des 1. Liga-Teams des VC Kanti, die Mannschaft, die er im April 2025 zusammengestellt hatte. Dann ergaben sich aufgrund von Langzeitverletzung, beruflichen Veränderungen oder Wegzug nicht weniger als sieben Abgänge. «Es war eine turbulente Zeit», erinnert sich Kriech, dem es dann gelang, einige Spielerinnen hinzuzuholen, mit denen er zuvor nicht gerechnet hatte. «Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und zum Beispiel Ana Turkalj die Chance gegeben, aus dem Damen 3 in die 2. Mannschaft zu kommen.»
Als bekannten Neuzugang baut Claudo Kriech auf die ehemalige NLA-Aussenangreiferin Elisa Suriano Schmid (beim VC Kanti 2019-2020 und 2022-2024). Als weitere erfahrene Spielerin stiess die deutsche ehemalige Beachvolleyballerin Lara Schreiber (30) zum Team. Die aus dem Südschwarzwald stammende Aussenangreiferin ist seit dem Frühjahr als Physiotherapeutin in Feuerthalen tätig. Im Trainingsbetrieb dabei sind Spielerinnen aus dem 4. Liga-Team als Ergänzung und um den eigenen Nachwuchs zu fördern.
Neues Spielsystem
Da die Abgänge nicht eins zu eins kompensiert werden konnten, wird Kriech das Spielsystem ändern und nur mit einer statt wie üblich zwei Mittelblockerinnen spielen lassen. «Es wird spannend sein zu sehen, wie wir damit zurechtkommen und wie die anderen Teams darauf reagieren.» Der Kader für die Saison 2025/2026 umfasst derzeit 12 Spielerinnen, davon sind drei Liberas (von denen jeweils nur eine auf dem Feld stehen kann) und zwar zwei Mittelblockerinnen, für die es aber keinen Ersatz gibt. Die Hälfte des Teams wird zusätzlich noch in der 2. Liga spielen. Trotz der zwischenzeitlichen Probleme zeigt sich Claudio Kriech mit der Intensität in den Trainings und dem Flow in der Mannschaft sehr zufrieden.
Wieder Top 3 als Saisonziel
Nach dem Aufstieg in die 1. Liga in der Saison 2022/2023 konnte die Mannschaft in der Gruppe D Rang vier bzw. zwei belegen. Im Rahmen eines Trainingswochenendes habe das Team über die Zielsetzung für die neue Spielzeit gesprochen. «Trotz der nicht optimalen Voraussetzungen und Vorbereitung sehen wir, dass wir eine gute individuelle Stärke im Team haben, wollen wir vorne mitspielen und die Top 3 avisieren», so der Cheftrainer des 1. Liga-Teams des VC Kanti. Als Konkurrenten erwartet Claudio Kriech vor allem STV St.Gallen (Dritter der vergangenen Saison), das den Aufstieg anstrebe, und VBC Voléro Zürich (1.).
«Wir wollen vorne mitspielen und die Top 3 avisieren.» Claudio Kriech, Cheftrainer VC Kanti 2
Nachdem das ursprüngliche Auftaktspiel in die Saison gegen die Appenzeller Bären vom vergangenen Samstag auf den 29. Oktober verlegt wurde, startet das Team VC Kanti nun am Samstag, 11. Oktober, in Kloten bei Züri Unterland in die Saison. Das spielfreie Wochenende wurde für ein Trainingsspiel gegen die Herren des VBC Schaffhausen 2 genutzt: «1:3 verloren, aber wichtige Erkenntnisse gewonnen», so Claudio Kriech wenige Tage vor dem Start in die Saison 2025/2026.
Kader 2025/2026 VC Kanti 2:
1 Melanie Kunz (Zuspiel); 2 Jana Pensini (Zuspiel, auch Kanti 3); 3 Hanna Bukovac (aussen, auch Kanti 3); 4 Anna Lena Rubli (Libera); 5 Lara Schreiber (Aussen); 6 Mia Schmid (Aussen, auch Kanti 3); 7 Melisa Saipi (Libera); 9 Ana Turkalj (Mitte); 10 Vivian Guyer (Diagonal/Zuspiel); 11 Elisa Schmid (Suriano) (Aussen); 13 Alexandra Diemling (Schaber) (Mitte); 15 Gloria Blanco (Libera, Kanti 3/nicht offiziell im Kader);
Cheftrainer: Claudio Kriech; Assistenztrainer: Elia Casutt.
Die ersten Spiele: Samstag, 11. Oktober, 13.30: Züri Unterland - VC Kanti 2 (Kloten); Samstag, 18. Oktober, 18.00: STV St. Gallen - VC Kanti 2; Samstag, 25. Oktober, 13.00: VC Kanti 2 - Volley Näfels (BBC Arena); 29. Oktober,
Kanti verliert Tests gegen Bundesliga-Teams
Mit zwei Partien gegen deutsche Bundesliga-Teams schloss der VC Kanti die Vorbereitung vor dem Start in die NLA in einer Woche ab.

Die finnische Mittelblockerin Netta Rekola beim Angriff im Spiel gegen VC Wiesbaden. Bild: Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Hatten in der Vorbereitung seit Anfang September als Trainings- und Testspielgegner zunächst die Volleyball Academy und VBC Aadorf bereitgestanden, folgten dann die Spiele in Linz gegen die Gastgeberinnen sowie Olymp Praha und VK Královo Pole Brno. Nachdem Kanti diese Begegnungen allesamt für sich entscheiden konnte, folgten Tests gegen stärkere Gegner. Im Anschluss an die zwei Spiele gegen Volley Mulhouse Alsace vor einer Woche, die die Gäste gewannen, standen am Freitag und Samstag in Stuttgart mit MTV Stuttgart beziehungsweise VC Wiesbaden zwei Bundesligaklubs auf dem gegnerischen Feld. Beide Partien mussten die Schaffhauserinnen verloren geben.
Zufriedener Trainer Neubauer am Freitag
«Am Freitag haben wir ein sehr gutes Spiel gesehen», blickt Kanti-Trainer Nicki Neubauer zurück. Vor allem im Angriff habe man wieder sehr gut gespielt. «Wir hatten dann ein paar Probleme mit Aufschlag und Annahme, da war das Level von Stuttgart sehr hoch. Wir haben aber gut in der Abwehr gearbeitet.» Am Ende hätten dann ein paar Asse zur Entscheidung geführt.
Guter Auftakt im Spiel um Platz 3 in Stuttgart
Im Spiel um Rang drei hatten die Munotstädterinnen in Stuttgart im ersten Satz lange gegen den VC Wiesbaden in Führung gelegen. «Dann liessen wir uns die Butter vom Brot nehmen», so Neubauer, dessen Team den Durchgang mit 23:25 abgab. «Das Spiel ist dann gekippt, wir hatten aber auch ein paar Baustellen zu viel auf dem Feld und haben Energie verloren», sagte Nicki Neubauer weiter. «Der letzte Satz war dann nicht gut, es war nicht optimal, so aus dem Turnier zu gehen», meinte der Kanti-Coach zum Satzergebnis von 16:25.
Der Quervergleich mit dem amtierenden Meister und Pokalsieger, am 18. Oktober Gegner im Supercup, fällt zunächst zugunsten von Neuenburg UC aus. Die Westschweizerinnen konnten beide Turnierspiele gegen die Teams aus der Bundesliga gewinnen und werden so auf Rang 1 in der Turnierrangliste geführt.
In sechs Tagen startet die NLA in die Saison
«Es gibt sicher noch einiges an Arbeit zu tun», analysiert Nicki Neubauer sechs Tage vor dem Start in der höchsten Schweizer Frauenvolleyball-Liga am Samstag gegen Franches-Montagnes (16.30 Uhr, BBC Arena).
«Wir sind individuell noch ein ganzes Stück weg von der optimalen Verfassung. Vor allem mit der Angriffsleistung bin ich aber sehr zufrieden, wir haben viele gute Lösungen gefunden.» Was noch fehle, sei die Kompaktheit im Feld, vor allem gegen Teams, die physisch überlegen seien. «Da werden wir noch ein paar Spiele brauche, bis wir da sind, wo wir sein wollen.»
Hummel Cup, Testturnier. Stuttgart. Halbfinals: VC Kanti – MTV Stuttgart 0:3. Neuenburg UC – VC Wiesbaden 3:0. – Spiel um Rang 3: VC Kanti – VC Wiesbaden 0:3 (23:25, 21:25, 16:25). Final: Neuenburg UC – MTV Stuttgart 3:1. – Endstand: 1. Neuenburg UC. 2. MTV Stuttgart. 3. VC Wiesbaden. 4. VC Kanti.



