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Kanti startet mit Niederlage in die Saison

Am Ende zu viele Fehler und unter dem Strich einige Baustellen – dies offenbarte der Vizemeister VC Kanti beim Auftaktspiel der Nationalliga A gegen Franches Montagnes.

Erfolgloser Blockversuch von Netta Rekola und Alessia Pazin gegen VFM Topscorerin Karen Renteria. Bild: W.Sch..

Reinhard Standke

«Wir haben eigentlich gut angefangen, dann aber im Angriff viel liegen gelassen und viele Fehler gemacht», fasste der Cheftrainer des VC Kanti, Nicki Neubauer, die 100 Spielminuten des Auftaktspiels seines Teams zusammen. Neubauer, der sich im Vorfeld noch nicht auf eine Stammformation festlegen wollte, schickte am Samstag gegen Franches-Montagnes zu Beginn mit Alessia Pazin (Zuspiel) und Isabella Loffreda (Libera) zwei Kanti-Eigengewächse sowie fünf Ausländerinnen auf das Feld (Captain Holásková, Lockwood, Rekola, Lieb und Marković). Nach einem etwas herzigen Beginn (3:5) folgte eine kurze Phase mit ausgeglichenem Spielstand, dann zog das Heimteam mit einer Aufschlagsserie von Katerina Holásková von 13:11 auf 18:11 davon und brachte den erarbeiteten Vorsprung zu Ende (25:17). Kanti zeigte sich etwas besser im Aufschlag, Abwehr und Angriff, machte aber mehr Fehler. Kurz vor Satzende hatte Nicki Neubauer beim Zuspiel Cole für Pazin gebracht sowie auf der Mitte Koch für Rekola, begann im zweiten Durchgang dann wieder mit der Startformation. Diese sollte immer wieder gegen die in der Rotation umstellenden Gäste in Rückstand geraten (2:5, 8:10, 12:14, 17:18). Franches-Montagnes verteidigte gut gegen die Aufschläge und Angriffe des VC Kanti und punktete selber, trotz einer höheren Fehlerquote, immer mehr durch Rentaria, Varé und Bonardi. Hin und her ging es in einer hektischen Schlussphase. Kanti führte 22:20, musste den Ausgleich hinnehmen, kam zu zwei Satzbällen, die nicht genutzt wurden, und musste mit 25:27 den Satzausgleich hinnehmen.

Den dritten Durchgang gestaltete Kanti, wieder mit der Startformation beginnend, entweder punktgleich oder mit bis zu drei Punkten in Führung liegend. Nach dem erzielten 19:18 brachte Nicki Neubauer, wie schon im ersten Satz, Cole für Pazin und Koch für Rekola. Kanti geriet jedoch in Rückstand und gab auch diesen Satz ab (21:25). Bei den Schaffhauserinnen kehrte die letzte Aufstellung nach der Pause auf das Feld zurück. Das Team geriet jedoch nach dem 1:1 in Rückstand, machte viele Fehler (11:5). Beim 1:4 kam Erin Shomaker für Josipa Marković auf das Feld. Franches-Montagnes war im Flow und holte sich nach dem 16:10-Zwischenstand mit noch einmal 25:21 Satz und Match. Dem Vizemeister war der Auftakt in die neue Saison misslungen. Hatte Trainer Neubauer nach den letzten Testspielen auf die Baustellen in der Abwehr und auf dem Feld hingewiesen, zeigte er sich nach dem Samstagsspiel mit der Verteidigung noch zufrieden, kritisierte aber die Angriffsleistung. «Wir haben viel liegen gelassen und viele Fehler gemacht. Auch nach guter Annahme», so der Trainer des VC Kanti. «Wir haben es mit der Brechstange versucht, wir müssen die Sachen aber ordentlich machen.» Zum Teil habe auch die Präzision gefehlt.

Nachdem in den letzten vier Testspielen der Siegesjubel ausgeblieben war und nun eine weitere Niederlage hinzukam, wird das Selbstbewusstsein beim Team etwas angekratzt sein. Dies gilt es vor der Partie vom Mittwochabend bei Volley Düdingen wieder aufzubauen. Dieses Spiel der zweiten NLA-Runde wurde aufgrund des Supercups, in dessen Rahmen die Schaffhauserinnen am Samstag in Gümligen auf Neuenburg UC treffen, um drei Tage vorgezogen.

Volleyball, NLA, Frauen. 1. Runde: VC Kanti - Franches-Montagnes 1:3 (25:17, 25:27, 21:25, 21:25) . - BBC Arena. - 431 Zuschauer. - SR: Hefti/S. Auricht. - Spieldauer: 25, 29, 22, 24 = 1:40 Stunden. – VC Kanti: Pazin (Pass, 2), Marković (8), Holásková (12), Lockwood (22), Lieb (10), Rekola (7), Loffreda (Libera); eingewechselt: Cole (1), Koch (1), Schnegg, Shomaker (4); nicht eingesetzt: Cavka, Corbach. – Franches-Montagnes: Zielinska (Pass), Varé, Membrez, Rentiera, Gilomen, Bonardi, K. Chapatte (Libera); eingewechselt: Tschanz, Em. Faivet, Morandi; nicht eingesetzt: El. Faivet, Z. Chapette. – Weitere Ergebnisse: Genève Volley - NLZ Volleyball Academy 3:1 (28:26, 25:20, 24:26, 25:9). Volley Toggenburg - Volley Düdingen 1:3 (25:22, 16:25, 20:25, 27:29). VBC Cheseaux - Aesch Pfeffingen 0:3 (20:25, 20:25, 22:25). Viteos NUC - Volley Lugano 3:2 (25:20, 22:25, 15:25, 25:20, 15:10). – Rangliste: 1. Aesch Pfeffingen 1 3:0 3. 2. Genève Volley 1 3:1 3. 3. Volley Düdingen 1 3:1 3.4. Franches-Montagnes 1 3:1 3. 5. Viteos NUC 1 3:2 2. 6. Volley Lugano 1 2:3 1. 7. VC Kanti Schaffhausen 1 1:3 0.8. Volley Toggenburg 1 1:3 0. 9. NLZ Volleyball Academy 1 1:3 0. 10. VBC Cheseaux 1 0:3 0.

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Wieder um die Medaillen mitspielen

Nach Silber in der Meisterschaft 2024/25 will der VC Kanti auch in der am Samstag beginnenden neuen NLA-Saison um die Medaillen kämpfen.

Für das Team um Kateřina Holásková (r.) beginnt diee Saison. Bild: W. Schläpfer

Das Team des VC Kanti in der Saison 2025/2026: vorne (v.l.): Netta Rekola, Lina Lieb, Kimi Schnegg, Sydney Cole, Isabella Loffreda; hinten: Assistenztrainer Xaver Kitzmüller, Jordan Lockwood, Nina Cavka, Maëlle Corbach, Erin Shomaker, Alessia Pazin, Kateřina Holásková, Josipa Marković, Martina Koch und Cheftrainer Nicki Neubauer. Bild: Werner Schläpfer

Reinhard Standke

Blicken wir zwölf Monate zurück: Von Beginn der Saison 2024/25 an konnte sich der VC Kanti auf Rang 1 in der Tabelle festsetzen, musste diesen Platz nach einem Einbruch mit dem Ausscheiden aus dem Europacup gegen ein zuvor enttäuschendes Team aus Düdingen sowie der ersten Meisterschaftsniederlage im letzten Spiel der Vorrunde in Lugano Neuenburg überlassen, konnte aber den zweiten Platz bis zum Saisonschluss halten. Als zweitplatzierter Klub erreichten die Schaffhauser Volleyballerinnen in den Playoffs den Final, hatten in den drei Spielen gegen Neuenburg UC aber trotz der Verletzung von Passeuse Brigitta Petrenkó durchaus Chancen auf Siege und wurden am Ende mit der Silbermedaille in der NLA-Meisterschaft für die Leistungen der Saison belohnt. Ob nun dieser Erfolg in einem durchaus veränderten Umfeld wiederholt oder gar getoppt werden kann mit einem ersten Titelgewinn der Vereinsgeschichte?

«Wir wollen Meister werden», so hatte sich der langjährige Trainer Nicki Neubauer an der Medaillenfeier im April und auch im Rahmen der Teamvorstellung Ende September geäussert. Leichter gesagt als getan – denn vor einem möglichen Erfolg steht der Liga-Alltag mit 18 Partien in der Qualifikation sowie mindestens sieben Spielen in den Playoffs. Seit Anfang September bereitet der Cheftrainer des VC Kanti sein Team auf die 35. NLA-Saison des VC Kanti (seit 1991) vor. In den Trainings- und Testspielen wurden zunächst fünf Erfolge gegen mutmasslich leichtere Gegnerinnen erzielt, es folgen vier Begegnungen gegen auf dem Papier wohl stärkere Mannschaften, in denen man zum Teil nur knapp in den Sätzen unterlag.

Sieben Neuzugänge

Bereits vor dem Finale hatte Captain Kateřina Holásková angekündigt, dass sie eine 11. Saison bei Kanti anhängt, während Korina Perkovac ihre Karriere beendete. Die insgesamt sieben Abgänge wurden durch sieben Neuzugänge ersetzt. Mit der aus den USA zurückgekehrten Maëlle Corbach stehen vier Eigengewächse im Kader der Munotstädterinnen, dazu kommen mit Kimi Schnegg (Libera) und Martina Koch (Mitte) zwei neue (Ost-)Schweizerinnen. Komplettiert wird das Team neben Holásková von sechs weiteren Ausländerinnen, darunter sind vier neue Spielerinnen.

Zum Auftakt in die neue Meisterschaftssaison ist heute (16.30 Uhr, BBC Arena) Franches-Montagnes zu Gast. Das Team beschränkt sich für diese Spielzeit auf drei statt vier Ausländerinnen und war zuletzt offenbar von der Verletzung der Diagonalspielerin Laetitia Bonardi betroffen. Neu im Kader sind unter anderem die neue Zuspielerin Patrycja Zielińska (Pol) sowie die Aussenangreiferin Karen Renteria (Col), die für die Punkte sorgen soll. «Der Rest ist bekannt und überschaubar», so Kanti-Coach Neubauer.

Auftakt gegen Franches-Montagnes

Der Fokus in der Matchvorbereitung für den VC Kanti werde aber weniger auf dem Gegner als auf dem eigenen Team liegen. An «Baustellen» nennt Neubauer insbesondere Annahme und Abwehr sowie die Organisation auf dem Feld, während er sich mit dem Angriffsspiel der letzten beiden Wochenenden sehr zufrieden zeigt. In Annahme und Abwehr sei es nach den Abgängen von Viviane Habegger und Perkovac eine komplett neue Konstellation. «Wir haben niemanden mehr da aus dem bisherigen Annahmeriegel», erklärt Neubauer. Insbesondere Neuzugang Josipa Marković müsste sich bei der Raumaufteilung in der Abwehr umgewöhnen von einem nach rechts orientierten System auf eine Orientierung nach links.

Nach einer insgesamt sehr guten Vorbereitung sei es nun wichtig, dass sein Team das Niveau aus den Spielen gegen Wiesbaden, Stuttgart und Mulhouse halte. Franches-Montagnes werde kaum den Level dieser Teams haben, weder von der Physis noch von der Spielanlage. «Für uns wird es darum gehen, die Latte relativ hoch zu legen. Höher zu legen, als Franches-Montagnes springen kann», so Neubauer. «Wir wollen mit viel Schwung starten, denn die erste Woche hat es gleich in sich mit drei Spielen.» Bereits am Mittwoch folgt das Auswärtsspiel in Düdingen, am Samstag in einer Woche steht der Supercup gegen den Meister und Pokalsieger Neuenburg UC an.



Die Aussichten in einer zweigeteilten Liga

Grosse Vorfreude vor dem Saisonstart herrscht beim VC Kanti, nicht nur beim Team und Cheftrainer Nicki Neubauer, sondern auch beim Vereinspräsidenten Sandro Poles.

Die Vorbereitungen hatten dabei nicht erst mit dem Trainingsstart begonnen, sondern bereits vor Monaten mit administrativen Dingen wie Vertragsverhandlungen, Beantragung von Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen für ausländische Spielerinnen, Festlegung der Wohnsituation, Versicherungen, Auto und weiterem. Wurden auf die Saison 2024/2025 die LED-Banden beschafft, gebe es aktuell keine weiteren innovativen Neuerungen, so Poles. Fortgeführt wird in der heute beginnenden Saison, dass die Vorstellung der Spielerinnen des VC-Kanti-Teams von «Einlaufkids» im Rahmen des Projektes «Volleyball macht Schule» begleitet wird. Zum einen bringen die Kinder zusätzliche Zuschauer zu den NLA-Spielen, zum anderen konnten seit Projektbeginn viele von ihnen zu Partnerklubs in der Region vermittelt werden. Zur Fortführung des Projektes wurde inzwischen ein separater Förderverein gegründet.


Die neuen Spielerinnen – vorgestellt von Chefcoach Nicki Neubauer


Kimi Schnegg Libera

«Kimi ist hochtalentiert, trotz ihres jungen Alters hat sie bereits drei Jahre NLA-Erfahrung als Stammspielerin. Sie ist sicher noch nicht da, wo sie sein kann. Kimi muss sich von ihrem Spielstil in einer Mannschaft, die kompakter spielt als Volley Toggenburg und mehr Blockwirkung hat, etwas umstellen, ist aber sicher ein Versprechen für die Zukunft. Sie ist voller Engergie und sehr lernwillig.»


Erin Shomaker Aussenangreiferin

«Auch Erin ist eine hochtalentierte und unsere physisch stärkste Spielerin, von der Höhe und der Härte im Angriff. Was dies betrifft, hat sie ein unglaubliches Potenzial. Verbessern muss sie sich noch auf dem Feld, aber es ist für sie aufgrund der Grösse nicht leicht, Annahme und Abwehr zu spielen. Erin ist unsere Power-Angreiferin, mit einem guten Block, gutem Angriffsspiel. Der Aufschlag ist sehr hart.»



Martina Koch Mittelblockerin

«Martina ist eine Spielerin, die wir geholt haben, um mit ihr als Schweizerin die LAS-Regeln gut erfüllen zu können. Sie ist erfahren und hat bereits bei Toggenburg, Aesch-Pfeffingen, Düdingen und Genf gespielt. Sie war nicht immer Stammspielerin, verfügt jedoch über einen guten Aufschlag, ein gutes Blockspiel, vor allem am hohen Ball. Sie macht ihre Arbeit sehr gut und soll auch Ruhe in das Team bringen.»


Sydney Cole Passeuse

«Sydney ist eine hoch talentierte, sehr komplette Spielerin, die sehr gut zu uns passt, mit gutem Block, mit sehr gutem Aufschlag. In den USA hat man mit den Mittelblockerinnen anders gespielt, wir sind dabei, mit ihr das Spiel über die Mitte auf mehr Tempo umzustellen. Sie befruchtet sich auch mit Alessia Pazin, die sehr gute Fortschritte gemacht hat, sehr gut.»



Josipa Marković Aussenangreiferin

«Josipa ist eine Allround-Playerin, die einiges an Erfahrung mitbringt und bereits gut in Kroatien und zwei Jahre in Ungarn gespielt. Sie hatte einen guten Sommer mit der kroatischen Nationalmannschaft. Josipa ist eine sehr positiv eingestellte Spielerin, die bei uns mehr Verantwortung übernehmen soll im organisatorischenen Bereich. Sie ist eine gute Annahmespielerin, sie hat ein gutes Angriffspiel.»


Netta Rekola Mittelblockerin

«Netta bringt sehr viel Energie und Power mit. Für eine Mittelblockerin ist sie mehr angriffs- als blocklastig. Sie ist eine erfahrene Spielerin, allerdings ist es ihr erstes Jahr im Ausland. Für sie ist es eine tolle, neue Erfahrung, in einer anderen Liga zu spielen. Aufgrund der unterschiedlichen Profile vergrössert sie unsere Möglichkeiten in der Mitte.»


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