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Auch im Toggenburg punkten
Der VC Kanti tritt morgen in Wattwil bei Volley Toggenburg an und muss dort auf die bisherige Topscorerin Isidora Ubavić verzichten.
Isidora Ubavić (r.) ging als Topscorerin des VC Kanti in die Partie gegen Düdingen.
Reinhard Standke
VOLLEYBALL. Nach den Siegen in Lugano und gegen Düdingen stehen für den VC Kanti mit den Partien gegen Toggenburg, Genf und Val de Tavers Partien gegen vermeintlich leichtere Gegner auf dem Programm, gegen die sich die Munotstädterinnen ein Punktepolster ansammeln wollen, bevor mit Volley Cheseaux ein Fünfter der Saison 2020/21 zu Gast ist.
Zumindest morgen muss das Team von Nicki Neubauer jedoch auf die Diagonalspielerin Isidora Ubavić verzichten. «Wir mussten sie nach dem Zusammenstoss mit Korina Perkovac auswechseln», so der Kanti-Coach. «Nach den Arztbesuchen ist klar, dass es sich um eine sehr, sehr starke Oberschenkelprellung handelt. Wir sind froh, dass es nichts Gröberes ist.» Um die Serbin im Toggenburg zu ersetzen, hat sich Neubauer einige Überlegungen gemacht, darunter mit einer der Aussenangreiferinnen oder Mittelblockerinnen, will aber abwarten, was bis heute im Training am besten funktioniert. Eventuell kämen auch beide Varianten abwechselnd in Betracht.
Volley Toggenburg sei insbesondere in der kleinen Rietsteinhalle daheim immer ein spielerisch «unangenehmer» Gegner, erinnert sich der Trainer der Schaffhauserinnen. Das Team sei mit dem kleinen Kader schlecht gestartet, hätte grosse Probleme in der Annahme sowie im Spielaufbau.
«Wir müssen in Bereitschaft sein, dass auch etwas Ungewöhnliches passieren kann», warnt der Kanti-Trainer. «Wir dürfen uns aber nicht an ihnen orientieren, sondern müssen unser Spiel durchziehen und die drei Punkte mitnehmen, egal, mit welcher Formation», erklärt Neubauer. «Wir haben genug Qualität im Kader und sollen den Sieg nach Hause fahren.»
Kanti dreht das Spiel gegen Düdingen
Nach einem 0:2-Rückstand zeigt der VC Kanti Moral und erreicht mit dem 3:2 gegen Volley Düdingen den zweiten Saisonsieg.

Die Spielerinnen und die Kanti-Fans feiern den Comeback-Sieg über Düdingen.
Das erste Meisterschaftsspiel vor Publikum seit einem knappen Jahr hätte wohl noch mehr als 336 Zuschauer verdient. Nach der 0:3-Niederlage am 24. Oktober 2020 vor 148 Fans fanden die weiteren Partien ohne Zuschauer statt. Gestern Abend im ersten Heimspiel der Saison sollten die beiden Teams den Fans dann 115 Spielminuten liefern. Kanti begann fast wie beim Auswärtssieg vor einer Woche in Lugano. Statt Mittelblockerin Wiebke Silge stand jedoch Karis Watson von Beginn an auf dem Feld.
Zeitweise zu wenig Druck
Den Schaffhauserinnen gelang der bessere Start, nach dem 4:1 wurden sie jedoch vom Service von Nicole Eiholzer erwischt (4:5) und gaben in der Folge immer wieder ein oder zwei Punkte mehr als der Gegner. Kanti agierte dann in einer längeren Phase mit zu wenig Druck, die Gegnerinnen konnten die Angriffe in der Defensive und am Block kontrollieren und ihrerseits zu Punkten kommen. So liefen die Munotstädterinnen einem 14:20-Rückstand hinterher, konnten diesen aber dank einer guten Schlussphase noch auf 23:25 reduzieren. Auch der zweite Satz sollte genau mit diesem Resultat wieder an die Freiburgerinnen gehen, dies allerdings nach einer zwischenzeitlichen Führung von 14:8 zugunsten der Schaffhauserinnen.
Danach kam das Heimteam mit dem Service von Sarina Wieland so schlecht zurecht, dass diese bis zum Stand von 14:13 aufschlagen konnte. Nach dem 18:15 kippte mit der früheren Kanti-Angreiferin Elena Steinemann am Service das Momentum zugunsten von Düdingen (19:18) die sich diesem Satz nicht mehr nehmen liessen. Auch im dritten Satz liefen die Schaffhauserinnen zunächst einem Rückstand nach, fingen sich jedoch und punkteten. Nach dem 12:8 kamen die Gäste mit einer weiteren Serviceserie (mit zwei Netzrollern) jedoch heran. Beim Stand von 14:13 wechselte Kanti-Coach Neubauer Romy Jatzko für Eva Svobodová ein, die Schaffhauserinnen behielten die Führung und schafften mit 25:21 den ersten Satzgewinn. Im vierten Satz blieb Jatzko auf dem Feld.Kanti tat sich zu Beginn mit der Abnahme und dem Angriff schwer (7:11), schaffte jedoch mit drei Services von Captain Kateriná Holásková an Anschluss. Beim Stand von 16:15 stellte Nicki Neubauer Vivan Guyer auf die Passposition (Einwechselung für Ubavić), beliess jedoch die erste Passeuse Victoria Deisl auf dem Feld. Nach einem engen Spielverlauf bis zum 23:22 setzte sich Kanti durch und erreichte den Tiebreak. Hier zogen die Gastgeberinnen (ohne Guyer und Ubavić , aber mit Jatzko und Svobodová ) auf 5:1 davon, mussten auf die Gegenerinnen noch auf 10:9 herankommen lassen. Die Munotstädterinnen behielten jedoch die Nerven und rissen Satz, Spiel und zwei Tabellenpunkte an sich. In der Rangliste liegt Kanti hinter Neuenburg, Aesch-Pfeffingen und Cheseaux (alle ohne Punktverlust) nach zweit Spieltagen auf Rang vier. Isidora Ubavić sollte das Topscorer-Trikot verteidigt haben, mit zunehmender Spieldauer steuerte gestern neben Eva Svobodová vor allem Korina Perkovac viele Punkte bei.
Trainer Neubauer zeige sich zum einen verärgert darüber, dass sein Team etwas ohne Disziplin begonnen habe und sich beeindrucken liess, betonte aber auch, dass es wichtig war, die Partie zu kehren und machte der Mannschaft ein Kompliment dafür.
Am kommenden Samstag tritt der VC Kanti bei Volley Toggenburg an, zu dem die letztjährige zweite Schaffhauser Libera Lara Halser gewechselt ist.
Mit Düdingen kommt am Sonntag ein erster Gradmesser für den VC Kanti
Nach dem klaren Saisonauftaktsieg in Lugano bekommt es der VC Kanti am Sonntag (19 Uhr, BBC-Arena) im zweiten Spiel mit dem Playoff-Finalisten der letzten Saison zu tun, mit Volley Düdingen. Die Freiburgerinnen sind nach vielen Wechseln noch schwierig einzuschätzen.
Sie strahlen zum Saisonstart viel Spielfreude aus: Der VC-Kanti-Trainer Nicki Neubauer (links) und sein Team beim überzeugenden 3:0-Sieg in Lugano. Das lässt hoffen auf das Heimspiel am Sonntag gegen Düdingen. BILD WERNER SCHLÄPFER
War das Team von Trainer Dario Bettello in der vergangenen Saison absolute Spitze und drang – auch dank etwas Glück und Coronafällen während des Playoff-Halbfinals beim Kontrahenten Aesch-Pfeffingen – gar in den Playoff-Final vor (1:3 gegen den späteren Meister Neuenburg), so gab es in der Folge bei Düdingen zahlreiche Abgänge. Die dänische Überfliegerin und Topskorerin Trine Kjelstrup auf der Diagonalposition verliess den Club genauso (in Richtung Heimat Dänemark, zu Bröndby) wie auch die beiden starken Mittelblockerinnen Samantha Cash (zu Straubing in die Bundesliga) und Samira Sulser. Die Schweizer Nationalspielerin schloss sich wie Libera Flavia Knutti Meister NUC an. Zudem verliessen die beiden Zuspielerinnen den Sensebezirk, Nationalspielerin Méline Pierret ging zu Trainer Andreas Vollmer nach Aesch, und die frühere Kanti-Passeuse Anna Mebus folgte Cash ins bayerische Straubing.
Viele starke Spielerinnen
Als Eckpfeiler des Teams geblieben sind Captain Elena Steinemann (auch sie früher mit langer Kanti-Vergangenheit), Libera Thays Deprati und die beiden Aussenangreiferinnen Nicole Eiholzer und Sarina Wieland. Es scheint, dass sich das Bettelo-Team mit der US-Zuspielerin Mita Uiato (dazu kommt Marcia Rohrer aus den eigenen Reihen), der französischen Diagonalspielerin Alexandra Dascalu (von Palac Bydgoszsz aus Polen) – sie hat 120 Länderspiele mit Frankreich absolviert – sowie den beiden US-Mittelblockerinnen Blake Mohler (vom VfB Suhl) und Cara Cunningham (vom spanischen 1.-Ligisten Alcobendas) gut verstärkt hat. Ob das grunderneuerte Düdinger Team sich schon genügend einspielen konnte, wird man sehen. Zum Start hat es jedenfalls schon mal einen souveränen 3:0-Erfolg über das gemäss Kantitrainer Nicki Neubauer eher stärker zu erwartende Team von Franches-Montagnes hingelegt (25:14, 27:25, 25:16). Die beste Skorerin war erwartungsgemäss Nicole Eiholzer (17), gefolgt von Mohler (11), Wieland (10) und Cunningham (9).
Wohlweislich hatte sich Nicki Neubauer in seiner Saisonprognose zurückgehalten, was die Besetzung der Ränge 3 bis 6 hinter den zwei klaren NLA-Topteams NUC und Aesch anbelangt. Düdingen und der VC Kanti, aber vielleicht auch Cheseaux oder Franches-Montagnes dürfen durchaus Ambitionen auf Platz 3 hegen. Inwiefern das auf die Schaffhauserinnen zutrifft, dürfte sich schon Sonntagabend im Heimspiel gegen Düdingen ein erstes Mal zeigen. Der Start in Lugano ist erfreulicherweise bestens gelungen, wie gut sich die ebenfalls auf einigen Positionen erneuerten Schaffhauserinnen schon gegen ein Spitzenteam wie Düdingen schlagen, wird für die Kantifans interessant zu beobachten sein. Volleyball auf gutem Niveau ist garantiert.
Chnopf der Woche
Toni Markovic Geboren am 4. Oktober 2021 Uhrzeit: 0.07 Uhr Gewicht: 3650 Gramm Grösse: 51 Zentimeter Nach einer Geburt, die viele Aufs und Abs beinhaltete, kam am Montag das erste Kind von Monika Meier-Markovic und ihrem Mann Josip Markovic auf die Welt. Die Eltern des kleinen Toni haben sich vor 13 Jahren an einem Volleyballmatch kennen und lieben gelernt. Im Mai folgte die Hochzeit. Auf die Frage, wem er denn ähnlicher sei, schmunzelt der frischgebackene Vater und meint: «Das Am-Abend-spät[1]ins-Bett-Gehen und Am-Morgen-nicht[1]aufstehen-Wollen hat er definitiv von der Mutter.» Bald soll es für die Familie nach Hause gehen, wo seit Wochen schon alles auf den Neuzugang wartet. Nur für den Namen habe man sich lange Zeit gelassen und aus drei Favori[1]ten schlussendlich Toni gewählt.



