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Neuerungen im Regionalvolleyball: Entweder mit Maske oder «2G+»-Regel
Viele regionale Volleyballspiele dürften ab diesem Wochenende mit Masken gespielt werden oder mit der Regel «2G+», wenn beide Teams einverstanden sind und auch ein Schiedsrichter und Schreiber gefunden wird, der diese Anforderungen erfüllt.

Dass der Spielbetrieb in professionellen oder semiprofessionellen Ligen und Junioren-Topmeisterchaften vieler (Team-)Sportarten auch nach dem Bundesratsbeschluss von Mitte Dezember praktisch uneingeschränkt weitergeht, war vor Weihnachten schnell klar. Das gilt für jeweils die obersten zwei Männer- und Frauenligen im Eishockey, Handball, Tischtennis oder Unihockey. In der Region betrifft das aktuell die Kadetten Schaffhausen, den VC Kanti, den TTC Neuhausen und ab dem 28. Januar, wenn auch draussen wieder wettkampfmässig gespielt wird, natürlich auch den FC Schaffhausen.
Während viele Sportverbände ihre Meisterschaften im Breiten- und Juniorensport ab 16 Jahren und älter unterbrochen haben und vorerst bis Ende Januar pausieren lassen – so zum Beispiel im Eishockey, Handball und Unihockey ab der 1. Liga abwärts, aber auch im kantonalen Faust- oder Korbball –, geht der Volleyball-Breitensport einen anderen Weg. Denn gemäss den bundesrätlichen Bestimmungen vom 17. Dezember gilt bei Sportveranstaltungen in Innenräumen für alle Personen ab 16 Jahren die 2G-Zertifikatspflicht und für Personen ab zwölf Jahren die Maskenpflicht.
Der nationale Verband Swiss Volley hat sich in der überregionalen 1. Liga für «2G mit Maske» entschieden – die Regelung, die Swiss Volley auch den Regionalverbänden empfohlen hat. Das heisst, die Volleyballteams ab der 1. Liga bis hinunter zum U17-Nachwuchs dürfen nur noch mit Maske oder aber nach der Regel «2G+», sofern sie von allen Beteiligten eingehalten werden kann, trainieren und spielen. In der 1. Liga betrifft das aus der Region Schaffhausen das Männerteam des VBC Schaffhausen. Analog der Empfehlung von Swiss Volley hat auch der Regionalverband Nord-Ostschweiz (RVNO) entschieden, die Saison grundsätzlich weiterzuführen. Das betrifft die 2. bis 5. Liga wie auch die älteren Juniorenkategorien.
«2G+»-Regel ist möglich
Sofern nichts anderes abgemacht wird, sollen die regionalen Volleyballspiele mit Maske durchgeführt werden. Auch die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter pfeifen mit Maske – entweder Handpfeife oder Pfeife unter der Maske –, wie dem RVNO-Merkblatt zu entnehmen ist, das Ende Dezember an alle Teamverantwortlichen und Schiedsrichter gegangen ist.
Wenn beide Teams einverstanden seien und die «2G+»-Regel (dreifach geimpft, genesen oder zusätzlich getestet) erfüllen, könnten die Spiele ohne Maske durchgeführt werden. Das Team, das nach den «2G+»-Regeln spielen möchte, nimmt mit dem gegnerischen Team und dem Referee Kontakt auf. Selbstverständlich müssen dann auch die Schreiberinnen und Schreiber «2G+» erfüllen. Sollten sich die beiden Teams nicht auf einen gemeinsamen Modus einigen, muss das Spiel verschoben werden. Hierfür wird die regionale Saison im RVNO bis zum 14. April (Gründonnerstag) verlängert. Wenn sich ein Team aufgrund der neuen Situation komplett vom Ligabetrieb zurückziehen wollte, konnte es das mit einer Meldung ans RVNO-Sekretariat bis am 31. Dezember tun. Aufgrund der im Online-Spielplan nicht mehr enthaltenen Spiele hat zum Beispiel das 3.-Liga-Männerteam der VBG Klettgau davon Gebrauch gemacht.
«Die regionalen Teams des VC Kanti werden alle weiterspielen», bestätigt Präsident Sandro Poles. «Nicht betroffen sind unsere fünf U16-Teams, die ohne Einschränkung spielen.» Vom 2.-Liga-Frauenteam weiss Kantipräsident Poles, dass es, weil ein Grossteil der Spielerinnen geboostert sei, nach Möglichkeit nach der «2G+»-Regel spielen will. Dabei müsse das jeweilige Heimteam das Einverständnis des Gegners einholen und dann eine Schiedsrichterin oder einen Schiedsrichter suchen, der diese «2G+»-Regel ebenso erfüllt. «Dafür gibt es jetzt extra eine Schiedsrichterbörse.» Sonst wird mit Masken gespielt. Als Trainer der 4.-Liga-Equipe des VC Kanti weiss Sandro Poles, dass er als Einziger nicht geboostert sei, «da kann ich dann halt vorerst nicht auf der Bank sitzen». Vom 1.-Liga-Männerteam des VBC Schaffhausen, für das er bis zum Ende der letzten Saison als Libero aktiv war, hat Poles erfahren, dass auch es nach Möglichkeit mit der «2G+»-Regel antreten möchte. Zum Beispiel im heutigen Heimspiel gegen Voléro Zürich 2 (16 Uhr, Sporthalle BBZ Mühlental). Es gelte aber von Spiel zu Spiel zu schauen, denn wer weiss, ob der Gegner und die Schiedsrichter mitmachen.
Rückzüge auch in der 1. Liga
Bis am 4. Januar war es den Teams in der 1. Liga möglich, sich wegen der neuen Coronamassnahmen zurückzuziehen. Von den total 88 Teams können nur vier Teams (Volley Biasca (Frauen/Gruppe C), Martigny Volley (Männer/A) Volley Muristalden (Männer/B) und Volley Näfels (Männer/D) unter den neuen Bedingungen nicht mehr weiterspielen und müssen ihr Team mit Bedauern zurückziehen. (hcs.)
Kanti gewinnt das Spiel in Genf und geht als Dritter in die Weihnachtspause
Der VC Kanti machte keine Geschenke in Genf. Mit dem 3:1-Sieg verabschiedet sich das Team auf dem 3. Rang in die Weihnachtsferien.

Viktoria Deisl (links) verteilte die Bälle gekonnt auf alle ihre Angreiferinnen, unter anderem auch auf Romy Jatzko. BILD WSCHL
Werner Schläpfer, Genf
VOLLEYBALL. Das letzte Spiel im Jahr 2021 führte das Kantiteam nach Genf. Trotz Favoritenrolle war dies keine leichte Aufgabe, denn das Team der neuen Assistenztrainerin des Frauennationalteams, Aïda Shouk, ist so gut wie noch nie in der NLA platziert und durfte trotz Abgang einer Teamstütze nicht unterschätzt werden.
Das Spiel begann mit einem erfolgreichen Angriff von Romy Jatzko, sie bekam den Vorzug gegenüber Eva Svobodová auf der Aussenposition, Karis Watson agierte in der Mitte. Mit dem 2:0 von Isidora Ubavić startete der VC Kanti erfolgreich in die Partie. Es sollte aber nicht ganz so einfach werden, Genf wehrte sich, bei 6:6 gelang der Ausgleich. Erst ab Mitte des Satzes setzten sich die Gäste ab und verwalteten den Vorsprung zum Satzgewinn (25:20).
Wie schon zu Beginn der Partie war es Romy Jatzko die das Skore mit einem Smash und Servicewinner für die Schaffhauserinnen im zweiten Satz eröffnete. Ausgeglichen verlief der Satz bis dann beim 19:18 das Momentum auf die Seite der Westschweizerinnen kippte. Um jeden Ball kämpfend gelang dem Team, angeführt von den US-Amerikanerinnen Jody Larson und Madeline Palmer, die über die Hälfte aller Punkte für ihr Team verbuchten, vier Punkte in Serie zum vorentscheidendem 24:18.
Nach der Pause sahen die zehn Kantisupporter wie ihr Team den Druck zu Beginn von Satz drei erhöhte und sich eine komfortable Vierpunkteführung erarbeitete, ehe den Genferinnen das Break zum 7:8 gelang. Nicki Neubauer reagiert und bracht Rebekka Merkofer (für Lisa Contorno) auf der Libera-Position. Dieser Wechsel hatte Signalwirkung, die Munotstädterinnen steigerten sich, bauten den Vorsprung auf 18:11 aus und liessen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Das war so etwas wie die Vorentscheidung in dieser Partie. Im vierten Durchgang führte Kanti immer mit einigen Punkten. Die Gastgeberinnen kämpften sich bei 21:22 zwar nochmals heran, die Endphase gehörte aber wieder dem Gegner. Ein Wechsel bei den Nordostschweizerinnen brachte die Entscheidung, am Pass agierte jetzt Vivian Guyer und Eva Svobodová kam auf Aussen. Der Schlusspunkt in dieser Partie setzten ein Block von Korina Perkovac und der Longline-Smash von Isidora Ubavić.
Das breit ausgelegte Spiel des VC Kanti, bei dem fünf Spielerinnen punkteten im Gegensatz zu den Genferinnen, bei denen alles über zwei Angreiferinnen lief, sowie der gute Service und die Qualität auf der Bank mit dem breiten Kader machte den Unterschied an diesem Tag.
Nach den Weihnachtstagen beginnt der VC Kanti am 28. Dezember wieder mit dem Training, im ersten Spiel des neuen Jahres trifft das Team am Samstag, 8. Januar, auf Val-de-Travers (8.).
VC Kanti: Mit drei Punkten in die Weihnachtspause
Zum Abschluss des Jahres hat der VC Kanti heute (17.30 Uhr, Henry-Dunant) noch die weitestmögliche Reise in der Liga nach Genf anzutreten.

Beim Sechstklassierten der Frauen-NLA darf sicher eine Wiederholung des klaren 3:0-Heimsiegs von Ende Oktober erwartet werden, auch wenn die von Aïda Shouk trainierten Genferinnen gegenüber der Vorsaison deutlich erstarkt sind und nur einen Zähler hinter Düdingen auf Platz 5 zurückliegen. Auch Kantitrainer Nicki Neubauer warnt davor, das Shouk-Team zu unterschätzen, das aber seit dem letzten Wochenende mit einem neuen Spielsystem spielen muss, weil die US-Aussenangreiferin Olivia Rusek den Club kurzfristig verlassen hat, wie Neubauer zuletzt beobachtet hat. Beim 1:3 gegen Aesch hätten sie es dann mit zwei Zuspielerinnen versucht, aber nach dem überraschenden Gewinn des ersten Satzes sei dann bald einmal wieder die Normalität eingekehrt, die sich in drei klaren Satzresultaten mit 25:15, 25:15, 25:19 ausdrückte.
«Die Frage ist nun, was machen sie gegen uns. Welches System und welche Formation wird Aïda Shouk gegen uns wählen», fragt sich Kantitrainer Neubauer. «Weil wir das nicht wissen werden bis zum Spielbeginn, müssen wir uns vor allem auf uns konzentrieren. Individuell haben wir wohl etwas mehr Qualität im Kader, aber klar ist auch, dass Genf nichts zu verlieren hat.» Gegenüber der letzten Leistung beim doch noch deutlichen 3:0 gegen Toggenburg gelte es indes, sich besonders im Angriff zu steigern, ist Neubauer bewusst. «Unser Block und die Abwehrarbeit waren gut.»
Sicherung des dritten Platzes
Für den VC Kanti ist die Partie in Genf in Bezug auf die angestrebte Sicherung des dritten Platzes ein erstes Schlüsselspiel – gefolgt von weiteren im Januar (vor allem das Direktduell am 15. Januar in Cheseaux). Die Schaffhauserinnen könnten sich mit weiteren drei Punkten mit einem guten Gefühl in die kurze Festtagspause verabschieden. Zumal sich an diesem Wochenende die direkte Konkurrenz in den Partien Cheseaux (4.) – Aesch (2.) und Neuenburg (1.) – Düdingen (5.) Punkte abnimmt. Bis am 28. Dezember pausiert danach der Trainingsbetrieb beim VC Kanti. Vor dem Start am 8. Januar 2022 gegen Val-de-Travers hat Nicki Neubauer noch ein Trainingsspiel auf den 5. Januar in Dornbirn vereinbart, wo die Schaffhauserinnen auf Innsbruck treffen. (hcs)
Bertolacci neue Nationaltrainerin
Lauren Bertolacci wird neue Cheftrainerin des Volleyall-Frauennationalteams – und Aïda Shouk wird Assistenztrainerin
Die Nachfolge von Saskia van Hintum steht fest: Lauren Bertolacci, Headcoach des Schweizer NLA-Clubs Neuenburg UC, übernimmt die vakante Stelle im Nationalteam. Aïda Shouk, Headcoach bei Genève Volley, wird Lauren Bertolacci als Assistenztrainerin zur Seite stehen. Nebst ihrem Engagement als Assistenztrainerin beim Elite-Nationalteam wird Aïda Shouk in der gleichen Funktion beim Juniorinnennationalteam neben Headcoach Frieder Strohm tätig sein. Von ihrer Zeit beim VC Kanti ist Shouk auch noch bestens bekannt in Schaffhausen. Beiden Trainerinnen ist der Schweizer Volleyball sehr vertraut: Während Lauren Bertolacci die mehrfachen und aktuellen Schweizermeisterinnen von Neuenburg trainiert, ist die ehemalige Nationalspielerin Aïda Shouk seit zwei Jahren bei Genève Volley als Cheftrainerin tätig und dort dabei, die Nachwuchsstrukturen des Clubs zu entwickeln. «Es ist eine grosse Ehre, das Land zu repräsentieren, welches zu meinem Zuhause geworden ist», meint die gebürtige Australierin Lauren Bertolacci. «Der Frauenvolleyballsport in der Schweiz wächst kontinuierlich, und es ist eine aufregende Zeit, um mit so einem tollen Team zu arbeiten.» Auch Aïda Shouk ist enthusiastisch: «Ich bin sehr motiviert! Wieder im Nationalteam zu sein – diesmal nicht als Spielerin, sondern als Assistenztrainerin – ist für mich ein Traum, der wahr wird! Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Lauren.»



