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Spitzen-Volleyballerinnen in der BBC-Arena

Im Hinspiel der Sechzehntel-Finals des CEV Challenge Cup empfängt der VC Kanti Schaffhausen heute Abend (20 Uhr, BBC-Arena) den rumänischen Club C.S.O. Voluntar 2005. Ein richtig starker Gegner, das Team ist gespickt mit international erfahrenen Spielerinnen. 

Kanti-Captain Katerina Holaskova am Block gegen den letztjährigen Europacupgegner aus Ub. BILD R. STANDKE

 Reinhard Standke

Das Volleyballteam aus dem Bukarester Vorort Voluntari ist eine Sektion des Städtischen Sportclubs (CSO), der nicht weniger als 13 Sportarten (darunter Gratissport für 1200 Kinder) anbietet und 2005 auf Initiative des Büros des Bürgermeisters gegründet wurde. Die rumänische Mannschaft hatte die Saison 2022/2023 auf Rang 6 abgeschlossen und liegt in der laufenden Meisterschaft der Division A1, die zwölf Vereine umfasst, nach einem schwierigen Start auf dem achten Rang. Gestern ist die Mannschaft in Schaffhausen eingetroffen, wo heute Abend in der BBC-Arena (20.00 Uhr) das Hinspiel der Sechzehntel-Finals des CEV Challenge Cup ausgetragen wird.

109. Spiel im Europacup

Seit dem 12. November 1994, als bei der Europacup-Premiere des VC Kanti das Team Celik Zenica (Bhi) in Schaffhausen zu Gast war, kann der VC Kanti auf bislang 108 Partien in einem der CEV-Europacup-Wettbewerbe zurückschauen. Die letzte Begegnung gegen den serbischen Klub aus Ub blieb hoch spannend bis zum letzten Ball. Nach der 0:3-Niederlage im Auswärtsspiel gelang Kanti in der BBC-Arena ein 3:1-Sieg, sodass ein «Golden Set» (Tiebreak) über den Einzug in die Achtelfinals des CEV Challenge Cup entscheiden musste. Hier hatten die Munotstädterinnen beim 14:12 den Erfolg vor Augen, konnten den Sack jedoch nicht zumachen und schieden letztlich nach 16:18 aus.

Heute Abend und im Rückspiel am kommenden Mittwoch wird die Europacupgeschichte der Schaffhauser Volleyballerinnen weitergeschrieben. «Es kommt ein Team mit grossen Namen, viel Energie und viel Erfahrung auf uns zu», beschreibt Kanti-Coach Nicki Neubauer einige der Qualitäten der rumänischen Gäste. Topangreiferin ist die Kubanerin Heidy Casanova (Nummer 6), die nach Stationen unter anderem in Havanna, Le Cannet (FRA), Targoviste (ROM), Prometey (UKR), Peking und Bolu (TUR) nun vom Klub im Bukarester Vorort Voluntari verpflichtet wurde. «Sie ist die spektakulärste Spielerin, die die grösste Angriffslast trägt», erläutert Neubauer. «Ich denke, diese Spielerin alleine kostet so viel wie drei Viertel unseres Teams.»

Die nächste wichtige Angreiferin ist die Serbin Ana Zivojinovic (4), die schon im Trikot von Belgrad, Piräus, Mulhouse gespielt hat. Zuspielerin bei Voluntari ist die langjährige erste Passeuse des belgischen Nationalteams, Ilka Van De Vyver (8), die wie die Bulgarin Mira Todorova (7) via Stuttgart und Targoviste (ROM) zum heutigen Gegner wechselte. Mittelblockerin Todorova spielte in der Saison 2017/2018 bei Volero Zürich. Die Angreiferin Nikola Radosova (12) war bei der vorletzten EM Captain des slowakischen Nationalteams. «Die Mannschaft ist von den Namen her wirklich gut bestückt, auch wenn sie in der Liga noch nicht ganz da sind, wo sie vielleicht hinwollen. Die Liga ist aber sehr stark.»

«Wir sind nicht ganz chancenlos, aber bei uns müssen schon sehr viele Sachen zusammenpassen», so Nicki Neubauer zur Frage nach den Aussichten für sein Team. Der Trainer verweist insbesondere auf die schlechte Angriffsbilanz vom Spiel am Sonntag bei Aesch-Pfeffingen (0:3). «Ich mache mir weniger Gedanken um Block-Abwehr, taktische Dinge oder sie mit dem Aufschlag unter Druck zu setzen, dies funktioniert sehr gut. Wir sind aber der klare Aussenseiter und müssen versuchen, Schwung für die Liga mitzunehmen, gerade im Angriff: aggressiver spielen, mehr riskieren, die Punkte erzwingen.»

VC Kanti 2 holt den 4. Sieg.

Top Services wie auf dem Bild von Sophie Broder waren der Erfolg zum Sieg


Die Voraussetzungen für das Auswärtsspiel vom vergangenen Samstag an der Uni Irchel in Zürich gegen VBC Spada Academica waren nicht die allerbesten. Melis Çeçen und Isabella Loffreda fehlten dem Team von Seraina Backer in dieser Begegnung. So standen nur gerade neun Spielerinnen auf Matchblatt. Das Schaffhauser Team zeigte aber eine top Teamleistung. Die Zürcherinnen konnten nur jeweils zu Beginn der Sätze 1 und 2 mithalten, dann legten die Gäste am Service zu, was den Gegner in der Defensive unter Druck setzte. Ihre Angriffe konnten von der guten Blockannahmeleistung der Kanti-Girls grösstenteils abgefangen werden. Im Angriff setzte Kapitän und Passeuse Melanie Kunz dank der guten Annahme alle ihre Angreiferinnen gekonnt in Szene. Dank den deutlichen Satzresultaten erhielten alle Kanti-Spielerinnen Einsatzzeit. Mit dem vierten Sieg im siebten Spiel ist der VC Kanti im Mittelfeld der 1. Liga angekommen (4.) und kann mit den Gegnern auch unter schwierigen Bedingungen mithalten. (wschl)

Frauen, 1. Liga, Gruppe D: VBC Academica - VC Kanti 0:3(15:25, 20:25, 10:25). – VC Kanti 2: Kunz, Broder, Cavka, N. Pazin, Brugger, Neuhaus, Saipi (Libera); eingewechselt: Brander, Fuchs. – Weitere Spiele: TSV Jona Volleyball - NNV Volleyball Academy Zürich 3:1. Volley Toggenburg - VBC Andwil-Arnegg 3:0. Volley Rüschlikon - BTV Aarau 3:0. STV St. Gallen - VBC Voléro Zürich 0:3. Volley Aadorf - Pallavolo Kreuzlingen 3:1. – Rangliste: 1. Toggenburg 7/21 (21:4). 2. Voléro Zürich 7/18 (19:6). 3. Jona 7/14 (17:11). 4. VC Kanti 7/12 (15:10). 5. Volleyball Academy Zürich 7/10 (14:14). 6. Aadorf 7/9 (14:16). 7. STV St. Gallen 7/9 (13:15). 8. Rüschlikon 7/9 (11:14). 9. Pallavolo Kreuzlingen 6/8 (10:11). 10. VBC Spada Academica 6/6 (9:15). 11. Andwil-Arnegg 7/4 (5:19). 12. BTV Aarau 7/3 (6:19).

Aesch-Pfeffingen zu stark für Kanti

In der 5. Runde zieht der bisherige Tabellenführer VC Kanti die erste Niederlage ein: Beim 0:3 bei Aesch-Pfeffingen gelingt den Schaffhauserinnen, die nun auf Rang drei liegen, kein einziger Satzgewinn.  

Die Spielerinnen des VC Kanti probierten viel aus, kamen aber nicht so wirklich in Fahrt an diesem Tag. BILD WERNER SCHLÄPFER

 Reinhard Standke

Ohne Satzerfolg und ohne Tabellenpunkt startete der VC Kanti in die beiden englischen Wochen mit den Europacup-Begegnungen. Beim Auswärtsspiel gegen den Play-off-Viertelfinalgegner der letzten Saison, Aesch-Pfeffingen, begannen die Schaffhauserinnen in der üblichen Stammformation. Elisa Suriano setzte zu Beginn die Annahme des Heimteams mit starken Aufschlägen unter Druck, Kanti startete mit 5:3 gut in die Partie gegen den Tabellenvierten. Dann kam Aesch-Pfeffingen heran und sollte mit einer Serviceserie von Passeuse Uiato die Führung übernehmen. Kanti scheiterte ein paar Mal am gegnerischen Block, Aesch machte die Punkte bis zum 13:7 und 14:8. Dann bekundeten die Baselbieterinnen erneut Mühe mit dem Service von Suriano, die ihr Team zum 13:14 heranführte. In der Folge blieb der Spielstand offen bis zum 21:21. In den meisten Sätzen der bisherigen Saison war dem VC Kanti der Erfolg treu geblieben. Gestern buchte jedoch der Gegner, der insgesamt etwas effizienter angegriffen hatte, die stärkere Schlussphase und entschied den Satz mit 25:22 zu seinen Gunsten.

Auch im zweiten Durchgang blieb Aesch-Pffeffingen auf der Erfolgsspur, die Gastgeberinnen zogen bald auf 6:3 davon und konnten lange einen Vorsprung von zwei bis drei Punkten behaupten. Nach dem 14:17 kämpften sich die Schaffhauserinnen jedoch wieder bis auf 20:21 heran. Erneut zeigte jedoch das Heimteam die besseren Nerven und gewann noch einmal mit 25:22 einen Satz. Der übliche Doppelwechsel (Pazin und Corbach für Dapic und Flory) hatte keine Wende bewirken können.

Mit einer 5:1-Führung setzt Aesch-Pfeffingen insbesondere mit Angreiferin und Topskorerin Tabea Eichler (22 Punkte) die Akzente. Dem sollte Kanti mit Topskorerin Korina Perkovac (10) weniger entgegenzusetzen haben. Die Munotstädterinnen waren auf 4:5 vielversprechend herangekommen, fielen dann aber auf 9:16 zurück. Auch eine Fussverletzung von Aesch-Passeuse Uiato (Kollision beim 11:16 mit Teamkollegin) warf das Heimteam nicht zurück, das mit 25:15 den dritten Satz deutlich gewann. Mit einem 0:3 musste so der VC Kanti, als letztes noch ungeschlagenes Team, die erste Niederlage der Saison hinnehmen und liegt in der Tabelle nun auf Rang drei.

«Wir waren relativ stabil, was Annahme, Block, Abwehr betrifft», begann Kanti-Trainer Neubauer die Analyse. Bis auf Diagonalspielerin Eichler haben wir alles relativ gut kontrolliert. Über das gesamte Spiel gesehen krankt es weiterhin im Angriff: zu wenige Punkte und im Gesamtpaket zu viele Fehler», benennt Neubauer die geringere und gleichzeitig zu geringe Angriffseffizienz als Problem seines Teams.

Unbeschwert und aggressiv soll sein Team am Donnerstag im Hinspiel der 1/16-Finals im CEV Challenge Cup spielen: In der BBC Arena (20.00) ist der rumänische Verein CSO Voluntari 2005 zu Gast.

Kanti ist in Aesch gefordert

Nach vier Runden ist der VC Kanti in der NLA als Tabellenführer das einzige ungeschlagene Team. Nach einer vermeintlich leichteren Startphase stehen nun Spiele gegen vermeintlich schwerere Gegner an. 

Wohin geht der Pass von Lindsay Flory? 

Nach den Partien in Lugano, gegen Cheseaux, bei Volley Toggenburg und gegen die Volleyball Academy muss der VC Kanti morgen Nachmittag bei Aesch-Pfeffingen antreten. Die Schaffhauser Volleyballerinnen führen nach diesen vier Runden mit nur einem verlorenen Punkt die Tabelle noch vor dem Meister und erneuten Titelfavoriten Neuenburg an. Aesch-Pfeffingen liegt hinter Lugano, bei dem sich Kanti mit 3:1 durchgesetzt hatte, auf Rang vier.

Die Baselbieterinnen sind dabei das Team, welches in der vergangenen Saison den Munotstädterinnen vor der Sonne gestanden hatte. Aesch-Pfeffingen hatte Mitte Januar den VC Kanti in den Cup-Achtelfinals mit 3:1 geschlagen. In der letzten Partie der Qualifikation sowie in den anschliessenden Playoff-Viertelfinals konnte Kanti die Auswärtsspiele für sich entscheiden, musste jedoch die Heimspiele abgeben und verpasste mit einer knappen 2:3-Niederlage im entscheidenden Viertelfinalspiel den Einzug in die Halfinals.

In den Startrunden der Meisterschaft 2023/24 unterlag Aesch-Pfeffingen einzig gegen Neuenburg (0:3), setzte sich aber gegen Cheseaux (3:0), Düdingen (3:2) und Aufsteiger Glaronia (3:0) durch.

«Wir haben keine Revanchegelüste, es ist jetzt eine komplett andere Mannschaft», nennt Kantitrainer Nicki Neubauer einen Aspekt der morgen anstehenden Begegnung. «Nach der Historie der letzten Jahre kann man aber davon ausgehen, dass es wieder ein engeres Spiel gibt. Aesch-Pfeffingen wird die Favoritenrolle wohl wegdrücken, sie spielen noch nicht so gut, wie es der Kader vermuten liesse», erklärt der Kantitrainer. Mit der niederländischen Aussenangreiferin Nicole Luttikhuis haben die Gegnerinnen vom Sonntag eine verletzte Spielerin in den Reihen, während der VC Kanti bisher davon verschont blieb.

Rein vom Kader her sind für Neubauer Neuenburg und Aesch-Pfeffingen die beiden stärksten Teams in der NLA 2023/24. «Es ist schön, dass wir vorne sind, aber wir haben genug eigene Baustellen abzuarbeiten.»

Mit dem Spiel in Aesch beginnt für Neubauer auch eine Phase, in der der VC Kanti die eigene Leistung der letzten Wochen besser einordnen könne. Es sei eine gewisse Unsicherheit da. «Wir denken, wir spielen nicht so gut, gewinnen aber die Spiele.» Kanti hatte in den bisherigen Partien in manchem Satz zwar zurückgelegen oder abgegeben, aber alle vier Spiele am Ende gewonnen. «Einigen Mannschaften wäre wohl, die Punkte, die wir bereits gesammelt haben, schon auf dem Konto zu haben», meint Neubauer. «Wir wissen, dass wir besser spielen müssen und auch können gegen die besseren Mannschaften. Es wird in Aesch nicht leicht werden, wir wissen, was schon ganz gut bei uns funktioniert: Aufschlag, Block, Abwehr, da haben wir stabile Leistungen gezeigt in den letzten zwei, drei Spielen», so der Trainer der Schaffhauserinnen. «Wir brauchen aber eine bessere Angriffsleistung.»

In der kommenden Woche geht es dann für den VC Kanti Schlag auf Schlag weiter. Am Donnerstag steht das Heimspiel im CEV Challenge Europacup gegen den rumänischen Club CSO Voluntari 205 an, am Sonntag geht es zum Auswärtsspiel zum letztjährigen Meisterschaftszweiten Volley Düdingen.

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