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Die Bewährungsprobe gegen den Spitzenreiter Neuenburg
Nach den Siegen und Niederlagen in den letzten Wochen steht für den VC Kanti nun das Duell gegen den Meisterschaftsfavoriten aus Neuenburg an.

Eine gute Annahme, hier Viviane Habegger, wird gegen Neuenburg gefordert sein. BILD Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Zum aktuellen Spitzenspiel in der NLA der Frauen kommt es heute in der BBC-Arena: Der drittplatzierte VC Kanti empfängt den Leader aus Neuenburg. Während die Schaffhauserinnen am letzten Sonntag eine 2:3-Niederlage gegen den Aufsteiger Glaronia wegstecken mussten, blickt NUC auf drei Siege in Folge im Anschluss an die bisher einzige Saisonniederlage in Düdingen (2:3) zurück. Die letzten Erfolge der Schaffhauserinnen gegen Neuenburg UC datieren aus dem März 2021: Im Playoffs-Halbfinal erzwang Kanti durch zwei Siege ein fünftes Spiel, in dem sich der spätere Meister NUC durchsetzte.
Rückblickend auf das Spiel gegen Glaronia stellte Neubauer fest, die Partie sei eines von 2 bis 3 aus 100 Spielen, in denen die Matchstatistik «quasi lügt»: Kanti sei in jedem Element besser als der Gegner gewesen (und erzielte in der Summe mit 103:102 einen Punkt mehr), habe aber trotzdem das Spiel verloren. Im fünften Satz sei das Momentum ein bisschen gekippt, so habe Glaronia von 11 Blockpunkten allein 4 im Tiebreak erzielt. «Das killte uns etwas.» Offensiv sei die Begegnung jedoch eines der besten Spiele gewesen. Dass sein Team nach der 10-Minuten-Pause den Start in den dritten Satz verpasse (Rückstand 0:6), dürfe indes nicht passieren. Dies war allerdings nicht typisch für das Spiel des VC Kanti in dieser Saison, der nach einem Rückstand immer dagewesen sei, so Neubauer.
Der heutige Gegner NUC ist «der haushohe Favorit auf die Meisterschaft in dieser Saison», so die Einschätzung des Kantitrainers. «Die Mannschaft ist seit ein paar Jahren sehr eingespielt und hat mit Tia Scambray die tragende Figur wieder zurück. Sie spielen sehr aggressiv, sehr risikoreich, sei es im Aufschlag, sei es im Angriff.» Zu schlagen ist Neuenburg wohl nur, wenn sie viele Fehler machen. So wie bei der Niederlage in Düdingen, wo dem Leader mit 37 gleich 15 Fehler (in fünf Sätzen) mehr unterliegen als dem Heimteam. Normal könne NUC jedoch darauf vertrauen, dass sie trotz mehr Fehlern aufgrund des risikoreicheren Spiels auch mehr Punkte machen. «In einem Heimspiel liegt jedoch immer etwas drin, wir sind in dieser Saison stabil im Aufschlag, in der Block- und Abwehrarbeit. Ein Sieg unserer jungen Mannschaft wäre aber eine Sensation», so der Kantitrainer.
Mitte der Woche musste Nicki Neubauer in den Trainings auf wenige Erkrankte verzichten, daher wurden Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft dazugeholt. «Wir müssen dann schauen, wer 100-prozentig fit ist für das Spiel.»
Die konstantere Mannschaft gewinnt.
Nach zwei Wochen Spielpause empfing in der 1. Liga der VC Kanti die Gäste aus Aadorf.

Ein erfolgreicher Block von Sophie Broder (14), als Unterstützung stehen Leonie Brander (8) und Julia Künzler (15) parat. BILD M. RÄSS
Die Schaffhauserinnen mussten in jedem Satz den Aufholmodus starten. In den Sätzen 1 und 3 gelang das auch. Kanti 2 gewann den ersten Satz mit 25:23, musste aber bis 18:18 einen Rückstand wettmachen. Julia Künzler von der NLA-Mannschaft punktete zu Anfang des 2. Satzes serienweise. Beim Stand vom 11:16 kam das Heimteam langsam näher, Coach Seraina Backer wechselte Leonie Brander für Noelia Pazin ein. Die Spielerinnen aus Aadorf waren aber nicht zu bremsen – und gewannen den zweiten Satz mit 25:22. Im dritten Satz kam es beim Spielstand vom 5:6 zum spektakulärsten Ballwechsel. Dieser schien kein Ende zu finden, bis Sophie Broder (14) mit einer Finte abschliessen konnte. Die Aadorferinnen waren aber auch diesmal konstanter und entschieden den dritten Satz mit 25:19 für sich. Im vierten Durchgang verschärften die Kantispielerinnen das Tempo und wollten den Ausgleich. Und dies gelang mit 25:20. Sophie Broder punktete viermal hintereinander und auch Julia Künzler und Nina Cavka waren in diesem Satz nicht zu bremsen. Die Entscheidung musste im 5. Satz fallen. Bis zu dem Stand von 10:10 ging es im Gleichschritt, danach entschieden aber die Aadorferinnen den Satz mit 15:12 und den Match mit 3:2 für sich. Im nächsten Spiel tritt der fünftplatzierte VC Kanti 2 am Samstag in Jona (3.) an, zwei Tage später folgt das Nachholspiel bei Schlusslicht Andwil Arnegg. (mrä)
Frauen 1. Liga, Gruppe D: VC Kanti 2 - Aadorf 2 2:3 (25:23, 22:25, 19:25, 25:20, 12:15). – VC Kanti: Ceçen, Kunz, Künzler, Moser, Loffreda (Libera), Brugger, N. Pazin; eingewechselt: Brander, Broder, Cavka, Saipi (Libera).
Weitere Spiele: VBC Spada Academica - Rüschlikon 0:3. Jona Volleyball - Toggenburg 1:3. Aarau - Pallavolo Kreuzlingen 3:1. Andwil-Arnegg - Voléro Zürich 0:3. St. Gallen - Volleyball Academy Zürich 3:1. – Rangliste: 1. Toggenburg 9/27 (27:5). 2. Voléro Zürich 9/24 (25:6). 3. Jona 9/17 (21:15). 4. Aadorf 9/14 (20:18). 5. VC Kanti 2 8/13 (17:13). 6.Rüschlikon 8/12 (14:14). 7. St. Gallen 8/12 (16:16). 8. Volleyball Academy Zürich 9/10. (15:20). 9. Kreuzlingen 8/8 (12:17). 10. Spada Academica 8/6. (9:21). 11. Aarau 9/6 (9:23). 12. Andwil-Arnegg 8/4 (5:22).
VC Kanti muss gegen Glaronia zwei Punkte abgeben
In der 7. Runde der NLA-Saison bezog der VC Kanti Schaffhausen die zweite Niederlage. Gegen den Aufsteiger Glaronia mussten sich die Munotstädterinnen mit 2:3 geschlagen geben. 
Die Glaronia-Tokspkorerin Daria Szczyrba (l.) war immer für einen starken Angriff gut, Barbara Dapic (10) und Jasqui Armer (3) stellen einen Doppelblock. BILD Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Fünf Spiele hatten die Spielerinnen des VC Kanti in den letzten 15 Tagen in der Meisterschaft und im Europacup zu absolvieren. In den NLA-Begegnungen sollten daraus zwei Niederlagen resultieren. Hatten sich die Schaffhauserinnen nach der Niederlage in Aesch vor zwei Wochen von Spiel zu Spiel steigern können, vermochten sie dies gestern gegen den NLA-Aufsteiger aus dem Glarnerland – zumindest ergebnismässig – nicht fortzusetzen.
Kanti-Trainer Neubauer schickte gegen Glaronia seine Stammformation auf das Feld. Dieser gelang jedoch kein guter Start, die Schaffhauserinnen mussten bald einem 1:5-Rückstand hinterherspielen und lagen selten nur einen, meistens aber zwei oder mehr Punkte hinten. Man hatte die Topskorerinnen der Gäste, die Polin Daria Szczyrba, wohl weniger gut im Griff, als es andere Gegner hatten. Zum anderen lief es im Angriff zeitweilig zu unpräzis, Kanti machte etwas mehr Fehler und konnte erst mit dem zweiten abgewehrten Satzball ausgleichen. Doch mit einem Angriffs- und Blockpunkt sicherten sich den Glarnerinnen den 26:24-Satzerfolg.
Ein Auf und Ab
Anders, aggressiver, trat das Heimteam im zweiten Satz auf, agierte genauer im Angriff und mit den kleinen Serviceserien stand es bald einmal 13:5. Kanti war der Satz (25:19) nicht zu nehmen. Doch nach der 10-Minuten-Pause sollte es mit dieser Art Kanti-Spiel wieder vorbei sein. «Das darf nicht passieren», kommentierte Trainer Neubauer den 0:6-Start in den dritten Satz. Davon sollten sich die Schaffhauserinnen nicht erholen. «Wir machen viele kleine Fehler, spielen die Bälle teilweise zu dicht ans Netz, lassen viele Chancen liegen.» Volley Glaronia griff clever an, nutzte das ganze Feld und setzte sich mit 25:16 durch. Anschliessend sollten jedoch wieder die Kanti-Fans unter der grossen Kulisse von 508 Zuschauern auf ihre Kosten kommen. Ihr Team reagierte, kämpfte aggressiv, führte bald mit 11:2 und stellte mit 25:19 den Satzausgleich sicher.
Fehlende Konstanz
Im Tiebreak führten zunächst die Gäste mit 5:3, dann verlief der Stand ausgeglichen bis zum 13:13. Ein Angriffsfehler und eine Netzberührung ergaben den 15:13-Satzstand für Glaronia. Unter dem Strich hatte Kanti in den fünf Sätzen zwar einen Punkt mehr erzielt (103:102), musste jedoch zwei Tabellenpunkte abgeben. Trainer Nicki Neubauer bemängelte nach dem Auf und Ab die fehlende Konstanz, die in diversen Aktionen fehlende Ruhe und das Auslassen von diversen Chancen. «Dieser Challenge müssen wir uns stellen.» Der Trainer hatte aber nach den diversen Spielen in den letzten beiden Wochen auch eine gewisse Müdigkeit in seinem Team festgestellt.
Da Düdingen in Lugano beim 2:3 zwei Punkte liegen liess, folgen diese beiden Teams nun jeweils vier Punkte hinter dem drittplatzierten VC Kanti. Den Schaffhauserinnen steht am kommenden Samstag (16.30 Uhr, BBC-Arena) das Duell gegen den Leader Neuenbug UC bevor. In den letzten Spielen hatte es sich Kanti gegen die stärkeren Gegner Düdingen und Voluntari fast leichter getan als gegen Glaronia. Ob dies auch gegen Neuenburg gelten wird?
Den Aufschwung der letzten Spiele fortsetzen
Die Spiele im Europacup sind abgehakt. Nun kann sich der Dritte der NLA, der VC Kanti, in den nächsten Wochen auf den Fortgang der Meisterschaft fokussieren. Bis zur Jahreswende stehen noch sechs Partien an.

Wie in Düdingen möchten die Kanti-Girls auch morgen wieder jubeln. BILD W. SCHLÄPFER
Reinhard Standke
VOLLEYBALL. Nach den zwei Auswärtsspielen in der Liga in Aesch und Düdingen folgen nun für den VC Kanti zwei Heimspiele. Morgen ist Aufsteiger Glaronia (8.) in der BBC Arena (16.30 Uhr) zu Gast, am Samstag in einer Woche Leader Neuenburg. Zum Ende der zweiten «englischen» Woche mit dem Europacup-Rückspiel in Rumänien am Mittwoch konnte Trainer Neubauer nicht das übliche Trainingsprogramm ansetzen. Vor der langen Rückreise am Donnerstag konnte das Team ein Krafttraining absolvieren, nach einem freien Vormittag folgte gestern ein regeneratives Training, heute morgen steht das einzige Balltraining an.
In Aesch hatten die Schaffhauser Volleyballerinnen vor zwei Wochen die bisher einzige Niederlage in der NLA-Saison bezogen. Die Effizienz im Angriff war so tief wie nie in einem Spiel der Munotstädterinnen. Seitdem verzeichnete das Team aber eine kontinuierliche Steigerung. Vor und nach dem Sieg in Düdingen gingen zwar beide Europacupspiele gegen C.S.O. Voluntari 2005 verloren, nach der 1:3-Niederlage (91:95 Punkte) vom Mittwoch attestierte Trainer Neubauer seinem Team jedoch die bisher beste Leistung der Saison.
Mit Volley Glaronia kommt nun ein anderer Gegner nach Schaffhausen. «Sie spielen ganz gut, sind aber eine dünn besetzte Mannschaft», so die Beobachtung des Kanti-Trainers. «Sie haben keine wirkliche zweite Zuspielerin.» Für die beiden polnischen Aussenspielerinnen Ewelina Brzezinska (Nummer 14) und Daria Szczyrba (17), die neu zum Team gestossen ist, gibt es keinen Ersatz. Als dritte Ostblock-Ausländerin komplettiert die Serbin Ivana Bulajic (Diagonal, 10) die Start-Sechs. Für Kanti gehe es darum, diese drei Spielerinnen zu kontrollieren. Dies sei anderen, besser als der Aufsteiger klassierten Mannschaften gut gelungen. «Es geht auch darum, gut mit dem Aufschlag zu arbeiten, dann haben sie Mühe. Auch von der Physis her sind wir uns in den letzten Wochen anderes gewohnt», ist Neubauer zuversichtlich.



