News
VC Kanti muss gegen Glaronia zwei Punkte abgeben
In der 7. Runde der NLA-Saison bezog der VC Kanti Schaffhausen die zweite Niederlage. Gegen den Aufsteiger Glaronia mussten sich die Munotstädterinnen mit 2:3 geschlagen geben. 
Die Glaronia-Tokspkorerin Daria Szczyrba (l.) war immer für einen starken Angriff gut, Barbara Dapic (10) und Jasqui Armer (3) stellen einen Doppelblock. BILD Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Fünf Spiele hatten die Spielerinnen des VC Kanti in den letzten 15 Tagen in der Meisterschaft und im Europacup zu absolvieren. In den NLA-Begegnungen sollten daraus zwei Niederlagen resultieren. Hatten sich die Schaffhauserinnen nach der Niederlage in Aesch vor zwei Wochen von Spiel zu Spiel steigern können, vermochten sie dies gestern gegen den NLA-Aufsteiger aus dem Glarnerland – zumindest ergebnismässig – nicht fortzusetzen.
Kanti-Trainer Neubauer schickte gegen Glaronia seine Stammformation auf das Feld. Dieser gelang jedoch kein guter Start, die Schaffhauserinnen mussten bald einem 1:5-Rückstand hinterherspielen und lagen selten nur einen, meistens aber zwei oder mehr Punkte hinten. Man hatte die Topskorerinnen der Gäste, die Polin Daria Szczyrba, wohl weniger gut im Griff, als es andere Gegner hatten. Zum anderen lief es im Angriff zeitweilig zu unpräzis, Kanti machte etwas mehr Fehler und konnte erst mit dem zweiten abgewehrten Satzball ausgleichen. Doch mit einem Angriffs- und Blockpunkt sicherten sich den Glarnerinnen den 26:24-Satzerfolg.
Ein Auf und Ab
Anders, aggressiver, trat das Heimteam im zweiten Satz auf, agierte genauer im Angriff und mit den kleinen Serviceserien stand es bald einmal 13:5. Kanti war der Satz (25:19) nicht zu nehmen. Doch nach der 10-Minuten-Pause sollte es mit dieser Art Kanti-Spiel wieder vorbei sein. «Das darf nicht passieren», kommentierte Trainer Neubauer den 0:6-Start in den dritten Satz. Davon sollten sich die Schaffhauserinnen nicht erholen. «Wir machen viele kleine Fehler, spielen die Bälle teilweise zu dicht ans Netz, lassen viele Chancen liegen.» Volley Glaronia griff clever an, nutzte das ganze Feld und setzte sich mit 25:16 durch. Anschliessend sollten jedoch wieder die Kanti-Fans unter der grossen Kulisse von 508 Zuschauern auf ihre Kosten kommen. Ihr Team reagierte, kämpfte aggressiv, führte bald mit 11:2 und stellte mit 25:19 den Satzausgleich sicher.
Fehlende Konstanz
Im Tiebreak führten zunächst die Gäste mit 5:3, dann verlief der Stand ausgeglichen bis zum 13:13. Ein Angriffsfehler und eine Netzberührung ergaben den 15:13-Satzstand für Glaronia. Unter dem Strich hatte Kanti in den fünf Sätzen zwar einen Punkt mehr erzielt (103:102), musste jedoch zwei Tabellenpunkte abgeben. Trainer Nicki Neubauer bemängelte nach dem Auf und Ab die fehlende Konstanz, die in diversen Aktionen fehlende Ruhe und das Auslassen von diversen Chancen. «Dieser Challenge müssen wir uns stellen.» Der Trainer hatte aber nach den diversen Spielen in den letzten beiden Wochen auch eine gewisse Müdigkeit in seinem Team festgestellt.
Da Düdingen in Lugano beim 2:3 zwei Punkte liegen liess, folgen diese beiden Teams nun jeweils vier Punkte hinter dem drittplatzierten VC Kanti. Den Schaffhauserinnen steht am kommenden Samstag (16.30 Uhr, BBC-Arena) das Duell gegen den Leader Neuenbug UC bevor. In den letzten Spielen hatte es sich Kanti gegen die stärkeren Gegner Düdingen und Voluntari fast leichter getan als gegen Glaronia. Ob dies auch gegen Neuenburg gelten wird?
Den Aufschwung der letzten Spiele fortsetzen
Die Spiele im Europacup sind abgehakt. Nun kann sich der Dritte der NLA, der VC Kanti, in den nächsten Wochen auf den Fortgang der Meisterschaft fokussieren. Bis zur Jahreswende stehen noch sechs Partien an.

Wie in Düdingen möchten die Kanti-Girls auch morgen wieder jubeln. BILD W. SCHLÄPFER
Reinhard Standke
VOLLEYBALL. Nach den zwei Auswärtsspielen in der Liga in Aesch und Düdingen folgen nun für den VC Kanti zwei Heimspiele. Morgen ist Aufsteiger Glaronia (8.) in der BBC Arena (16.30 Uhr) zu Gast, am Samstag in einer Woche Leader Neuenburg. Zum Ende der zweiten «englischen» Woche mit dem Europacup-Rückspiel in Rumänien am Mittwoch konnte Trainer Neubauer nicht das übliche Trainingsprogramm ansetzen. Vor der langen Rückreise am Donnerstag konnte das Team ein Krafttraining absolvieren, nach einem freien Vormittag folgte gestern ein regeneratives Training, heute morgen steht das einzige Balltraining an.
In Aesch hatten die Schaffhauser Volleyballerinnen vor zwei Wochen die bisher einzige Niederlage in der NLA-Saison bezogen. Die Effizienz im Angriff war so tief wie nie in einem Spiel der Munotstädterinnen. Seitdem verzeichnete das Team aber eine kontinuierliche Steigerung. Vor und nach dem Sieg in Düdingen gingen zwar beide Europacupspiele gegen C.S.O. Voluntari 2005 verloren, nach der 1:3-Niederlage (91:95 Punkte) vom Mittwoch attestierte Trainer Neubauer seinem Team jedoch die bisher beste Leistung der Saison.
Mit Volley Glaronia kommt nun ein anderer Gegner nach Schaffhausen. «Sie spielen ganz gut, sind aber eine dünn besetzte Mannschaft», so die Beobachtung des Kanti-Trainers. «Sie haben keine wirkliche zweite Zuspielerin.» Für die beiden polnischen Aussenspielerinnen Ewelina Brzezinska (Nummer 14) und Daria Szczyrba (17), die neu zum Team gestossen ist, gibt es keinen Ersatz. Als dritte Ostblock-Ausländerin komplettiert die Serbin Ivana Bulajic (Diagonal, 10) die Start-Sechs. Für Kanti gehe es darum, diese drei Spielerinnen zu kontrollieren. Dies sei anderen, besser als der Aufsteiger klassierten Mannschaften gut gelungen. «Es geht auch darum, gut mit dem Aufschlag zu arbeiten, dann haben sie Mühe. Auch von der Physis her sind wir uns in den letzten Wochen anderes gewohnt», ist Neubauer zuversichtlich.
Kanti scheidet aus dem Europa-Cup aus, gewinnt aber einen Satz
Der VC Kanti verliert auch das Rückspiel in den Sechzehntel- Finals des CEV Challenge Cup gegen das rumänische Team C.S.O. Voluntari 2005 und scheidet aus diesem Wettbewerb aus. Kanti-Trainer Neubauer stufte das Spiel dennoch als bisher beste Partie der Saison ein.
Die Kanti-Girls mit Korina Perkovac (Mitte) mussten sich in Rumänien geschlagen geben. BILD CEV
Reinhard Standke
«Wir verkaufen uns gut», konnte Kanti-Präsident Sandro Poles während den 100 Spielminuten aus dem Sala Sporturilor Unirea im Bukarester Vorort Dobroesti vermelden, in dem der Europacupgegner C.S.O. Voluntari 2005 seine Heimspiele austrägt. Im Gegensatz zur Vorwoche, als 612 Zuschauer in der BBC-Arena trotz der 0:3-Kanti-Niederlage für Stimmung gesorgt hatten, war die 1200 fassende Arena fast menschenleer. Ganze 28 von Poles gezählte Zuschauer verloren sich in der Halle, dazu 10 Security-Personen.
«Wir sind sehr, sehr gut gestartet», begann Kantitrainer Nicki Neubauer sein Resumée. Sein Team hatte nach dem 2:2 die Führung übernommen (6:3, 9:6, 11:9), Diagonalspielerin Barbara Dapic machte viele Punkte. «In der zweiten Satzhälfte sind wir ein bisschen unsauber geworden, haben 2 bis 3 Punkte verloren, dann setzt sich auch die Routine durch», schilderte Neubauer den Fortgang der Partie. Nach dem 14:14 musste die Schaffhauserinnen die Führung abgeben und später den Satz mit 22:25. «Wir haben uns nicht rausbringen lassen und sind im zweiten Satz wie die Feuerwehr gestartet.» Elisa Suriano servierte bis zum 4:0. Kanti gelang es, gegen die Topaufstellung des Heimteams immer eine Führung von 3 bis 6 Punkten zu halten und glich mit 25:20 aus.
Plötzlich macht sich Unruhe breit
Auch den Beginn des dritten Satzes konnten die Gäste erfolgreich gestalten (7:3) und zwangen den Gegner zu diversen Wechseln, der mit dem Service von Radasova auf 9:7 davonzog. Bis zum 10:10 hielten die Kanti-Girls das Spiel offen, später machte sich gemäss Trainer Neubauer eine gewisse Unruhe bemerkbar, wohl auch weil seine Spielerinnen merkten, «es geht etwas». Neubauer griff zum Doppelwechsel Pazin für Flory und Corbach für Dapic, das Heimteam setzte sich aber um 2 bis 3 Punkte ab. Beim 20:21 wurde die Voluntari-Topskorerin Casanova (16 Punkte) von einem von Korina Perkovac geschlagenen Angriff am Kopf getroffen und musste ausscheiden. Ihr Team setzte sich dennoch wiederum mit 25:22 durch und hatte dank dem zweiten Satzgewinn die Achtelfinals des Challenge Cup erreicht.
Aus Satz 1 und 3 könne sein Team noch einiges lernen, zum Beispiel mutiger in den 3er-Block zu gehen. «Aber es war noch mal ein deutlicher Schritt nach vorne, es war mit Abstand unsere beste Saisonleistung», zollte Nicki Neubauer seinen Spielerinnen das Lob. Im vierten Satz ging es um nichts mehr, der Coach konnte sein U23-Team (Corbach, Kuch, Hinteregger, Künzler, Pazin, den Libera Habegger/Loffreda) sowie Jacquie Armer aufs Feld schicken, welches sich mit 22:25 wiederum achtbar schlug.
Heute Vormittag ist ein Krafttraining angesetzt, das Team fliegt am Nachmittag zurück nach Zürich. Nach zwei Trainingstagen steht dann am Sonntag das nächste NLA-Spiel (BBC-Arena, 16.30 Uhr) gegen Aufsteiger Glaronia an.
CEV Challenge Cup, 1/16-Final/Rückspiel. C.S.O. Voluntari – VC Kanti 3:1 (25:22, 20:25, 25:22, 25:22). - Hinspiel 3:0. - Sala Dobroesti. - 28 Zuschauer. – SR: Kuzmanovic (BIH)/Lagierski (POL). – Spieldauer: 23, 24, 29, 24 = 100 Minuten. – Voluntari: Van De Vyver (Pass,1), Zivojinovic (7), Casanova (16), Todorova (2),Radosova (15), Nesimovic (15), Veres (Libera); eingewechselt: Kosinski (Libera), Matei (4), Ionescu (3), Galic (9), Kapelovies (Pass). – VC Kanti: Flory (2), Suriano (8), Armer (15), Dapic (8), Perkovac (12), Holaskova (9), Habegger (Libera); eingewechselt: Corbach (2), A. Pazin (Pass), Kuch (2), Hinteregger (6), Künzler (2), Loffreda (Libera).




