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Erfahrung gegen grosse Spielerinnen: VC Kanti empfängt Holte im Europacup

Im Hinspiel der 1/32-Finals des CEV Challenge Cups trifft der VC Kanti am heute Abend in der heimischen BBC-Arena auf das dänische Team Holte IF. Schon vor fünf Jahren standen sich die beiden Teams gegenüber – mit dem besseren Ende für die Schaffhauser Volleyballerinnen. Ein gutes Omen?

Kapitän Kateřina Holásková, beobachtet von Zuspielerin Brigitta Petrenkó, war schon beim letzten Aufeinandertreffen mit Holte dabei. Bild Werner Schläpfer

Reinhard Standke

Vor knapp 30 Jahren, Mitte November 1994, bestritt der VC Kanti Schaffhausen das erste Spiel im Europacup. In den 1/32-Finals des CEV Challenge Cups stehen nun gegen den mehrfachen dänischen Meister Holte IF die Partien 111 und 112 der Vereinsgeschichte an. Die beiden Teams trafen bereits vor fünf Jahren aufeinander. Damals konnten die Schaffhauser Volleyballerinnen Hin- und Rückspiel jeweils glatt mit 3:0 gewinnen.

Heute Abend kommt es in der BBC-Arena (20 Uhr) zum Hinspiel der beiden Teams, die in ihrer Liga jeweils nach zwei Runden die Tabelle mit sechs Punkten anführen. Während im Vergleich zu 2019 die beiden Trainer Nicki Neubauer und Sven-Erik Lauridsen weiterhin im Amt sind, haben sich die beiden Mannschaften ziemlich verändert.

Bei den Munotstädterinnen sind Katerina Holaskova und Korina Perkovac noch dabei, aufseiten der Däninnen gibt es ein Wiedersehen mit Mittelblockerin Amalie Langbjerg Lachenmeier und Nora Møllgaard, die inzwischen von der Aussen- auf die Liberaposition wechselte. Ansonsten präsentiert sich das Team der Gäste stark verjüngt mit vielen Spielerinnen der Jahrgänge 2002 bis 2005.

Physisch starke Gegnerinnen

«Holte hat eine relativ gross gewachsene Mannschaft, vor allem bei den Aussenangreiferinnen und der Diagonalspielerin, zwischen 186 und 191 cm», betont Kanti-Trainer Neubauer. Bei seiner Equipe weisen die Spielerinnen auf den beiden genannten Positionen eine Grösse von «nur» 182 bis 189 cm auf.

«Von daher ist es eine Mannschaft – anders als zuletzt Volley Toggenburg –, die ein bisschen physischer ist.» Mit Mittelblockerin Sara Ósk Stefánsdóttir und Zuspielerin Isabelle Richmond Marciniak weist der Kader des Teams aus dem nördlichen Vorstadtbereich von Kopenhagen zwei Ausländerinnen auf, beim VC Kanti sind es derweil deren sieben.

«Holte IF ist eine Mannschaft, die sehr aggressiv spielt, vor allem aussen und diagonal hoch und hart», hat Nicki Neubauer anhand von den Videoaufnahmen der ersten beiden Saisonspiele der Gäste festgestellt – und bereitet sein Team entsprechend vor. «Mit uns wird eine Mannschaft auf sie treffen, wo sie das erste Mal einen richtigen Gegner haben werden. Wir müssen uns vor allem auf die Aussenangreiferin Clara Windeleff (Nummer 5, Anm. d. Red.) und Diagonalspielerin Emma Stevnsborg (11) konzentrieren, sie spielen wenig mit der Mitte», so die Beobachtungen des Kanti-Chefcoachs.

Seine Strategie: «Ich denke, wir müssen vor allem beim Aufschlag ansetzen – das ist sicher etwas, wo wir ein anderes Level spielen können als sie, um dann mit Block und Abwehr gut arbeiten zu können.» Dass die Kanti-Equipe zunächst zu Hause antritt, sieht Neubauer zwiegespalten: «Ich denke, es ist gut, mit einem Heimspiel zu starten», sagt der 47-Jährige – und warnt: «Aber Holte IF ist keine Mannschaft, die man unterschätzen darf.»

Es winkt ein rein schweizerisches Duell

Erreicht der VC Kanti die nächste Runde, heisst der Gegner in den 1/16-Finals dann Volley Düdingen. Mitte November käme es so zu gleich drei Begegnungen mit dem Team aus dem Senseland im Kanton Freiburg innerhalb von nur einer Woche: zweimal im Europacup und dazwischen das Auswärtsspiel in der Liga.


Der VC Kanti dominiert gegen Volley Toggenburg klar

Mit dem zweiten, zu erwartenden Sieg gestaltet der VC Kanti den Einstieg in die Saison 2024/25 weiterhin erfolgreich.

Viviane Habegger meistert als Libera eine Annahme. BILD WERNER SCHLÄPFER

Reinhard Standke

Zum ersten Heimspiel warteten die Schaffhauser Volleyballerinnen mit einem neuen Prozedere beim Einlauf der Spielerinnen auf das Feld sowie LED-Banden an den Stirnseiten auf. Mit einem am Satzende klaren 25:16 starteten die Munotstädterinnen in die Partie. Zwar gingen die Gäste zunächst mit 2:0 in Führung, doch die Stammsechs der Schaffhauserinnen agierte unter dem Strich am Service und Block, in Verteidigung sowie Angriff stärker und zog auf 5:2 davon. Anschliessend konnten die Toggerburgerinnen noch einmal kurz dagegenhalten und ausgleichen (5:5), danach dominierte jedoch das Heimteam und zog über 10:5, 14:7 auf 19:11 davon.

Im zweiten Satz konnten die Gäste den Spielstand bis zum 3:3 ausgeglichen halten, danach setzte sich die Überlegenheit des VC Kanti fort. Über 9:5 setzte sich das Team von Nicki Neubauer auf 19:10 ab, sodass der Trainer zum Doppelwechsel am Service (A. Pazin für Petrenko) sowie beim Angriff (Lieb für Perkovac) greifen konnte. Zwei Punkte später konnte Neubauer auch Capraro (für Botkin) Einsatzzeit geben, sein Team setzte sich deutlich mit 25:13 durch.

Etwas harziger begannen die Einheimischen nach der 10-Minuten-Pause. Kanti unterlief mehr Fehler, und Volley Toggenburg blieb bis zum 7:6 dran. In der Folge blockten die Schaffhauserinnen stärker, Neubauer konnte beim 13:7 wiederum der zweiten Passeuse Alessia Pazin die Verantwortung am Pass übertragen. Erneut brachte das Heimteam den Gegner mit mehr Fehlern ins Spiel, beim 14:11 griff der Kanticoach zum Time-out. Dann zogen die Munotstädterinnen auf 19:12 davon, bis zum Matchende (25:18) brachte Nicki Neubauer auch Lina Lieb sowie die Eigengewächse Nina Cavka und Isabella Loffreda. Für die meisten Punkte sorgten Captain Holaskova (15), Jordan Lockwood (14) und Brooke Botkin (12). «Ich bin sehr zufrieden heute, wir haben viele gute Sachen gemacht, so konnte ich auch alle Spielerinnen einsetzen», bilanzierte Nicki Neubauer.

Vor dem nächsten Heimspiel am 13. Oktober gegen VBC Cheseaux folgt am kommenden Mittwoch (20.00 Uhr, BBC Arena) der Auftakt in den Europacup. Im Hinspiel des CEV Challenge Cup treten die Schaffhauserinnen gegen Holte IF, ein Team aus einem nördlich von Kopenhagen gelegenen Vorort, an.

Nationalliga A Frauen, 2. Runde: VC Kanti – Volley Toggenburg 3:0 (25:16, 25:13, 25:18). - BBC Arena. - 486 Zuschauer. - SR: Hefti/Schemeth. - Spieldauer: 20, 19, 21 = 60 Minuten. – VC Kanti: Holásková (15), Perkovac (8), Petrenkó (3), Ambrosius (2), Lockwood (14), Botkin (12), Habegger (Libera); eingewechselt: A. Pazin (1), Lieb (2); Capraro, Cavka, Loffreda (Libera); rekonvaleszent: Popic. – Volley Toggenburg: Werfeli (5), Ishikawa (4), Petris, Lewis (5), Suriano (6), Herderson (8), Schnegg (Libera); eingewechselt: Joos, Keller, Spiess; nicht eingesetzt: Schoop, Marty, Wildberger. – Rangliste: 1. Kanti Schaffhausen 2/6. 2. Cheseaux 1/3. 2. Franches-Montagnes 1/3. 4. Genève Volley 1/3. 4. Neuchâtel UC 1/3. 6. Sm'Aesch-Pfeffingen 0/0. 7. Glaronia Glarus 1/0. 7. Volley Lugano 1/0. 9. Düdingen 1/0. 9. NLZ Academy Zürich 1/0. 11. Toggenburg 2/0.


Der VC Kanti will mit einer guten Leistung das Spiel in die richtige Richtung bringen

Analyse und Ausblick standen beim VC Kanti Schaffhausen in den Tagen im Anschluss an den Saisonauftakt an. Nach dem 3:1-Sieg in Glarus ist heute Abend Volley Toggenburg zu Gast.

So wollen die Kanti-Fans auch heute ihre Spielerinnen gegen Volley Toggenburg erleben. BILD SCHLÄPFER

Reinhard Standke

Zunächst blickt Kanti-Cheftrainer Neubauer auf die Partie vom vergangenen Samstag bei Volley Glaronia zurück. Insbesondere kam er auf die Momente nach der 18:14-Führung im zweiten Satz zu sprechen. «Da hauen wir einfach vier Mal hintereinander in den Block und machen noch einen Angriffsfehler, und dann kippt der Satz in eine andere Richtung.» Die Gastgeberinnen führten bald mit 22:18 und holten diesen mit 25:21. «Wir haben in der Vorbereitung sicher schon bessere Leistungen gezeigt, aber Vorbereitung und Liga ist halt immer etwas anderes. Auf beiden Seiten war Anspannung und Nervosität zu spüren», betont Neubauer.

«Wir haben das Spiel gut analysiert. Ich glaube, wir können immer noch zulegen beim Aufschlag, da haben wir nach Time-outs oder Wechseln viele Fehler gemacht. Sonst haben wir den Druck gut gefunden, zu Hause sollten wir das noch etwas nach oben drehen können», so Neubauer weiter. Sein Team müsse sich auch weiter damit auseinandersetzen, die Favoritenrolle zu tragen. «Da müssen wir lernen, ruhig zu bleiben, auch wenn wir mal einen Satz verlieren.» Solche Spiele wie bei Glaronia seien dafür ziemlich wertvoll.

In der Favoritenrolle

Auch in der Partie vom Freitag gegen Volley Toggenburg (20 Uhr, BBC-Arena) müssen die Schaffhauserinnen als der Favorit gelten. «Toggenburg kommt sicher mit einer gehörigen Portion Wut hierher», erinnert Nicki Neubauer daran, dass das Team von Marcel Erni 1:3 gegen Genf unterlag, obwohl die Mannschaft von Andi Vollmer nach Lizenzierungsproblemen ohne die drei Nicht-EU-Ausländerinnen und daher mit zwei Spielerinnen Jahrgang 2009 antrat.

Bei Volley Toggenburg gibt es ein Wiedersehen mit Elisa Surino, die in der letzten Saison im Dress der Schaffhauserinnen spielte. Mit Cara Lewis (USA, Mitte), Kortlyn Henderson (USA, Diagonal) und Mana Ishikawa (JPN, Angriff) verzeichnen die Toggenburgerinnen drei Verstärkungen. «Die beiden Amerikanerinnen sind vor allem physisch sehr gut, sie sind im Angriff und im Block sehr hoch, da gilt es, das Augenmerk drauf zu legen», berichtet der Kanti-Trainer. Aber Toggenburg sei noch nicht ganz eingespielt, dies auch mit der jungen Schweizer Zuspielerin Luana Petris (2004) in den Reihen. Es gebe genug Ansatzpunkte für sein Team. «Es ist klar, dass wir eine gute Leistung, eine gute Aufschlagleistung brauchen, um das Spiel in unsere Richtung zu bringen.»

Bereits fünf Tage später, am Mittwoch, den 9. Oktober, steht dann im dritten Pflichtspiel der Saison das mit viel Spannung erwartete Hinspiel im CEV Challenge Cup gegen Holte IF (Dänemark) auf dem Programm.


Der VC Kanti ist in Glarus erfolgreich in die neue Saison gestartet

Es war ein intensives, hart umkämpftes erstes Saisonspiel für den VC Kanti Schaffhausen gegen ein sehr gutes Volley Glaronia. Am Ende durften die Kanti-Spielerinnen jubeln.

Korina Perkovac versucht mit einer Finte den Glaronia-Block zu überwinden. BILD WERNER SCHLÄPFER

VOLLEYBALL. Um 18.50  Uhr am Samstagabend war es vollbracht: Der erste Sieg des VC Kanti in der neuen Saison war Tatsache. Die Schaffhauserinnen konnten die guten Resultate der Vorbereitungen im ersten Meisterschaftsspiel auswärts gegen ein starkes Volley Glaronia mit dem 3:1-Sieg bestätigen. Im ersten Satz gelang ein Start nach Mass, die 9:3-Führung brachten die Gäste souverän mit 25:19 nach Hause.

Nicht ganz so gut für den VC Kanti verlief der nachfolgende Spielabschnitt. Glaronia, das sich auf der Diagonalposition und am Pass verstärkt hatte, ging mit 5:2 in Führung. Gute Services von Brooke Botkin setzten die Einheimischen unter Druck und der Ausgleich bei 6:6 gelang. Ein Spiel, bei dem sich keines der Teams entscheidend absetzen konnte, war die Fortsetzung, als vor der Schlussphase (14:18 für Kanti) das Momentum auf die Seite der Gastgeberinnen kippte (22:18 für Glaronia). Auch die Einwechslung von Alessia Pazin und Lina Lieb bei 22:19 für Glaronia brachte nicht die erhoffte Wendung, und das 1:1 wurde Tatsache. Kanti reagierte, die Schaffhauserinnen verstärkten im folgenden Satz den Service und machten mit guter Blockarbeit die Angriffe der Gegnerinnen zunichte.  Nach der Serviceserie von Kapitänin Kateřina Holásková betrug die Führung 9:2. Es war die Vorentscheidung zum 2:1-Satzgewinn. Kanti-Trainer  Nicki Neubauer brachte beim Stand von 16:9 für Brooke Botkin Lina Lieb auf der Aussenposition

Finale nichts für schwache Nerven

Nochmals hielten nachfolgend die Glarnerinnen dagegen. Kanti, nicht mehr so druckvoll wie zuletzt, hatte viel Mühe. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich kein Team absetzen konnte. In der Endphase erarbeitete sich Glaronia die Führung zum 20:18, drei Punkte später führte Kanti mit 20:21, es blieb spannend bis zum 23:23. Der Angriff von Lina Lieb und der Block von Jordan Lockwood beendeten ein intensives erstes Meisterschaftsspiel beider Teams, in dem die Schaffhauser Volleyballerinnen sehr guten Phase zeigten, aber gegen einen starken Gegner zwei Sätze lang um den Sieg kämpfen mussten.

«Am Ende sind wir froh und zufrieden, im vierten Satz war es knapper und spannender, als wir vermutet hatten», fasste Kanti-Cheftrainer Nicki Neubauer die 109  Spielminuten zusammen. «Man hat schon gemerkt, dass wir zum Start in die Saison etwas nervös waren. Viele Teams werden sich in die Aussenseiterrolle zurückziehen, wir müssen an der Bürde, der Favorit zu sein, noch wachsen», meinte Neubauer weiter. «Wir haben viele, viele gute Phasen gesehen, aber es gab auch Phasen, in denen wir uns ein bisschen schwergetan haben. So, wenn der Gegner ein bisschen Glück hat, wir ein bisschen unglücklich agieren», sprach der Kanti-Trainer den Schluss des zweiten Satzes an, in der sein Team acht Punkte in Folge hinnehmen musste. «Das sind wichtig Erkenntnisse, wir müssen unseren Stempel dem Spiel aufdrücken, dann können wir viele Mannschaften dominieren.» (wschl/R.Sta.)

NLA, Frauen, 1. Runde: Volley Glaronia – VC Kanti 1:3 (19:25, 25:21, 18:25, 23:25). Kantonsschule Glarus. – SR: Bastante/Tobler-Kaufmann. Spieldauer: 26, 24, 25, 25 = 109  Minuten – Volley Glaronia: Bulajic, Szczyrba, Helm, Mazzoleni, Brzezińska, Wilhite; eingewechselt: Djuric, Egger. – VC Kanti: Kateřina Holásková, Korina Perkovac, Brigitta Petrenkó, Lea Ambrosius, Jordan Lockwood, Brooke Botkin, Viviane Habegger (Libera); eingewechselt: Pazin, Lieb; nicht eingesetzt: Capraro, Cavka, Loffreda; rekonvaleszent: Popić.

Das erste Heimspiel dieser Saison

Nach dem Auftakt in Glarus folgt am Freitag (20.00  Uhr, BBC-Arena) der Heimauftritt gegen Volley Toggenburg. «Da wollen wir ein paar Sachen ein bisschen besser, konsequenter machen», kündigt Trainer Nicki Neubauer an.


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