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Holásková und Kanti verlängern Vertrag

Noch vor Beginn der Playoff-Finals: Nach Topscorerin Jordan Lockwood hängt auch Captain Kateřina Holásková eine weitere Saison an.

Kateřina Holásková 11. Saison beim VC Kanti     Bild W. Schläpfer

Reinhard Standke

Kateřina Holásková macht beim VC Kanti doch noch weiter! Nach dem die beliebte und erfolgreiche Mittelblockerin und Captain vor gut zwölf Monaten auf das an der Teampräsentation im September 2023 angekündigte Karriereende zurückkam und eine zehnte Saison bei den Munotstädterinnen weitermacht, entschied sich die Tschechin einen Monat nach ihrem 34. Geburtstag, noch ein weiteres Jahr mit dem VC Kanti zu verlängern. Sie bleibt somit der Trikotnummer treu und wird ab Herbst 2025 ihre elfte Spielzeit mit den Schaffhauserinnen Volleyballerinnen bestreiten. «Aufhören ist schwieriger als gedacht», erklärte die Tschechin, die vor ihrem Entscheid wissen wollte, wer aus dem jetzigen Kader bleibt und wer neu dazukommen wird.

Schwieriger Einstieg

Begonnen hatte die Karriere von Kateřina Holásková eher zufällig, wenn auch nicht ungewöhnlich. «Ich wollte als Kind alle Sportarten ausprobieren», so die heute 189 Zentimeter grosse Mittelblockerin. So ging sie mit circa acht Jahren, genau erinnert sie sich nicht mehr an den Zeitpunkt, in ihrer Heimatstadt Jablonec nad Nisou (deutsch Gablonz an der Neisse) mit ihrer Schwester in ein Volleyballtraining. Doch zunächst sollte es eine eher frustrierende Erfahrung sein, waren die anderen Kinder doch zwei bis drei Jahre älter und konnten etwas Volleyball spielen. «Ich wusste nicht, wie ich den Ball fangen und werfen sollte, und probierte vergebens, meine Hand zu brechen, damit ich nicht spielen muss», erzählt Kateřina Holásková. Ihr Vater schickte sie später in eine Gruppe mit gleichaltrigen Kindern, da begann das Volleyballspielen dann Spass zu machen. Die junge Spielerin kam in ihrer Heimatstadt in eine gute Gruppe, wurde im Alter von 13 oder 14 Jahren in eine regionale Auswahl berufen und begann zielbewusst zu trainieren und zu spielen. In den letzten drei Schuljahren besuchte Kateřina Holásková ein Sportgymnasium und hatte so die Möglichkeit, nachmittags im 20 Kilometer entfernten Liberec zu trainieren.

Aus einem Auslandsjahr werden elf

Um Sport und Englisch an einer pädagogischen Fakultät studieren und in der tschechischen Extraliga in verschiedenen Teams spielen zu können, ging Holásková nach Olomouc, wo sie nach fünf Jahren den Masterabschluss machte und anschliessend (2015) für ein Jahr ins Ausland wechseln wollte. Dafür hatte ihr Manager Angebote aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Frankreich hatte ihr Vater verboten, in Deutschland war es eines der hinteren Teams, so blieb noch der VC Kanti, bei dem damals Mélanie Pauli als Cheftrainerin amtierte. Bei den Munotstädterinnen kannte sie die von 2012–2016 spielende Lucie Rydvalova, mit der Kateřina Holásková in der Mittelschule in Liberec zusammen in einem Team stand.

«Von ihr wusste ich, dass es hier funktioniert, ich bereue es nicht», blickt die zu jener Zeit 24-Jährige zurück. Sich selbst beschreibt sie als empathisch, freundlich, sozial, zielbewusst und fleissig. So wundert es nicht, dass Holásková vor einigen Jahren die Rolle des Captains übernahm. «Ich habe diese Führungsposition, weil Nicki zu nett ist», äussert sich die Spielerin. «Heute bin ich kritischer als früher, aber es ist konstruktiv. Ich bin immer mit Herzblut dabei, ich hasse es zu verlieren.»

Beste  Blockerin in der Swissleague

Seit fünf Jahren lebt Kateřina Holásková mit ihrem Partner in Bülach und unterrichtet in einem 85-Prozent-Pensum an einer Sekundarschule in Opfikon Sport und Englisch, wofür sie die Sprachdiplome in Deutsch und Englisch nachholen musste. Beim VC Kanti absolviert sie fünf Trainings am frühen Abend, dazu kommen zwei Krafttrainings.«Ich liebe die Schweiz, der Plan ist hier zu bleiben», auch wenn ihre Familie in Tschechien lebe, sagt die Spielerin.

Griff nach dem Titel

Beim VC Kanti erlebte Holásková, die auch in dieser Saison bislang die Statistiken der besten Blockerin in der Schweiz anführt (ein Blockpunkt pro Satz), erfolgreiche und weniger erfolgreiche Spielzeiten. Nachdem im Corona-Jahr 2020 die Saison nach dem Erreichen der Halbfinals abgebrochen wurde, holte das Team mit Cheftrainer Nicki Neubauer (seit 2017) 2021 den Titel im Schweizer Cup und sicherte sich im Folgejahr die Bronzemedaillen in der Meisterschaft. In den vergangenen beiden Saisons war Kanti nicht über Rang fünf beziehungsweise sechs hinausgekommen. «So wollte ich meine Karriere nicht beenden», sagt Kateřina Holásková, die mit dem für die Saison 2024/2025 breiter aufgestellte Team nach dem Erreichen der Finals nun nach dem Titel greifen kann und eine Silbermedaille auf sicher hat. «Wir sind hungrig auf den Sieg», sagt die Mittelblockerin wenige Tage vor dem Start in die Playoff-Finalserie, die am Sonntag, 19. März, mit dem Auswärtsspiel in Neuenburg losgeht.


Kanti verlängert mit Topskorerin

Kanti-Topskorerin Jordan Lockwood ist immer für einen gefährlichen Angriff bereit. Bild: W. Sch.

Der VC Kanti macht bereits eine Woche vor Beginn der Playoff-Finalspiele gegen Neuenburg UC (13. April) einen wichtigen Schritt in Richtung der nächsten Saison. Der Ende April auslaufende Vertrag mit der aktuellen Topskorerin, der Diagonalspielerin Jordan Lockwood, wird um ein Jahr verlängert. Die Hauptangreiferin war im September 2024 zu den Schaffhauser Volleyballerinnen in die Munotstadt gekommen. Zuvor hatte die US-Amerikanerin nach verschiedenen Stationen in College- sowie University-Teams je eine Saison in Quimper (FRA) und Salo (FIN) gespielt. Beim VC Kanti avancierte Jordan Lockwood schnell zur erfolgreichsten Punktelieferantin.Mit ihren eindrucksvollen Angriffspunkten hat sie sich neben dem Respekt der Gegnerinnen und der Bewunderung der Fans auch die diesjährige Auszeichnung zur Mobiliar-Topscorerin innerhalb des Kanti-Team erspielt. Headcoach Nicki Neubauer freut sich, eine weitere Saison mit Lockwood bestreiten zu dürfen. «Der Verbleib von Jordan in unserem Team bestätigt unsere gute Arbeit», so Neubauer in einer Mitteilung des VC Kanti. Sie wird im kommenden Jahr noch mehr Verantwortung übernehmen und noch stabiler werden. Das Umfeld passt für sie hier sehr gut und Jordan sehr gut zu unserem Verein.»Vor Ende der NLA-Qualifikation hatte sich die 24-jährige Lockwood einen Muskeleinriss in den Adduktoren zugezogen und pausierte einige Wochen. Rechtzeitig vor Beginn der Playoff-Phase war sie jedoch wieder auf das Spielfeld zurückgekehrt.Weitere Verträge laufen Ende April ausDie Verträge mit diversen Spielerinnen wie Kateřina Holásková (Mitte, seit 2015), Korina Perkovac (Aussen, seit 2017), Viviane Habegger (Libera, seit 2020) sowie den auf die laufende Saison verpflichteten Ausländerinnen Brigitta Petrenko (Pass), Brooke Botkin (Angriff), Lea Ambrosius (Mitte), Lina Lieb (Angriff) und Astrid Popic (Mitte) laufen jeweils nur bis Ende der aktuellen Saison. Verlängerungen beziehungsweise Abgänge wird der VC Kanti nun fortlaufend kommunizieren. Der Vertrag mit Cheftrainer Nicki Neubauer (seit 2017) läuft noch eine weitere Spielzeit. (R.Sta.)

«Volleyball macht Schule» mit dem VC Kanti

Bereits mehr als 500 Lernende der Mittelstufe aus den Kantonen Schaffhausen, Zürich und Thurgau waren beim Schulprojekt des VC Kanti dabei.

Volleyballtrainer und Sportlehrer Claudio Kriech (l.) übt fleissig mit den Fünftklässlern der Primarschule Hohberg. Bild: Marianne Räss

Marianne Räss

Ortstermin in der Sporthalle Hohberg: Claudio Kriech, Trainer des erfolgreichen 1.-Liga-Volleyballteams des VC Kanti Schaffhausen, ist zum letzten Mal bei der fünften Klasse der Lehrerin Lisa Hatt. Nach einem Aufwärmspiel wiederholte Kriech, der mehrheitlich als Sportlehrer an der Sekundarschule Diessenhofen arbeitet, einige Spielelemente, die die Jugendlichen an den beiden vorhergehenden Terminen kennengelernt hatten. Zum Einsatz kommt dabei ein weicher und leichter Schulvolleyball. Gespielt wird am Minivolleyballnetz mit einer Höhe von knapp 2,10 m. Die Netzhöhe in der Nationalliga A Frauen beträgt dagegen 2,24 m.

Die Primarlehrerin Lisa Hatt hatte spontan ihre Kasse für das Projekt «Volleyball macht Schule» angemeldet, als sie mittels E-Mail darauf aufmerksam gemacht wurde. Die Begeisterung der Lernenden für Volleyball war sehr schnell geweckt. Fleissig übten die Schülerinnen und Schüler das Passen und die Manchette; zuerst allein an der Wand, später zu zweit übers Netz. Jede Volleyballstunde endete mit einem Abschlussturnier im 1 gegen 1 oder 2 gegen 2, quasi wie im Beachvolleyball. Die Fünftklässler der Primarschule Hohberg waren stolz, das Gelernte in der Praxis zu zeigen. «Gewisse Spiel- und Übungsformen des Volleyballs waren auch neu für mich und ich war sehr begeistert nach den drei Stunden mit meiner Klasse», so die Lehrerin Lisa Hatt. Sie will nun gewisse Elemente in ihren Turnunterricht einfliessen lassen. Als Highlight wird die ganze Klasse samt Eltern an ein Nationalliga-A-Heimspiel des VC Kanti Schaffhausen eingeladen. Zusätzlich erhalten die Gewinnerinnen des klasseninternen Abschlussturnieres die Gelegenheit, im Mobiliar-Topskorer-Shirt mit den Spielerinnen bei der Teampräsentation auf das Volleyballfeld einzulaufen.

Das Projekt findet in Absprache und mit der Unterstützung der kantonalen Fachstellen Sport der Kantone Schaffhausen, Thurgau und Zürich statt. Das Hauptziel ist es, Volleyball vermehrt in den Primarschulunterricht zu bringen und dadurch auch schon die ganz Jungen von dieser Sportart zu begeistern. Weiter möchte der VC Kanti auch die Zusammenarbeit mit den Partnervereinen (KJS Schaffhausen, Volley Schlatt und Volley Diessenhofen) in der Region stärken und ist offen, auch mit weiteren Vereinen zusammenzuarbeiten. «Um Partnerverein zu werden, entstehen keine Kosten. Man muss lediglich Mini- oder U14-Trainings anbieten», erläutert Claudio Kriech. Finanziert wird das Projekt derzeit vom VC Kanti Schaffhausen. In Zukunft soll dafür aber eigens ein Verein gegründet und breit abgestützt, von Gönnerinnen und Sponsoren getragen werden.


«Ende November haben wir uns als Team gefunden»

Nachgefragt

VC-Kanti-II-Trainer Claudio Kriech spricht über die aktuelle Saison – und wagt auch schon einen Blick in die Zukunft.

Wie lautet das Fazit nach einer erfolgreichen Saison?

Claudio Kriech: Schlussendlich ist es sogar besser gekommen, als wir gedacht hatten. Wir sind gut gestartet, haben sehr solid gespielt, Ende November haben wir uns als Team extrem gefunden und stabilisiert und haben es anschliessend durchgezogen. Wir haben unsere Stärke, wir sind auf allen Positionen auch neben den Stammspielerinnen ebenbürtig besetzt, um ausspielen zu können. Teilweise haben es die Spielerinnen uns Trainern bei der Frage, wen wir aufstellen sollen, schwierig gemacht. Aber das ist gut so.

Was kann man bereits jetzt zum Team für die Saison 2025/2026 sagen?

Es ist sehr schade, dass uns Melis Çeçen, Noelia Pazin, Jeanne Neuhaus und Nina Brugger verlassen. Dafür werden junge Spielerinnen aus dem Damen-3-Team aufsteigen, darunter Mia Schmid, die in den letzten Wochen bereits im Team Fuss gefasst hat und auch in Sursee gespielt hat. Dazu brauchen wir auch Spielerinnen mit Erfahrung als Stabilisatoren. So wird Natalia Cukseeva (ehemals NLA 2016–2018 und 2020–2021; Anm. d. Red.), die zuletzt in der 3. Liga dabei war, kommen. (R.Sta.)


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