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Der VC Kanti spielt um die Medaillen
Der Gegner der Schaffhauserinnen in den Play-off-Halbfinals steht erst am Mittwochabend fest.

Die Kantigirls jubeln: Mit dem zweiten Sieg über Franches-Montagnes zieht das Team in die Playoff-Halbfinals ein und hat Chancen auf einen Medaillengewinn in der NLA-Meisterschaft. Bild: Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Mit dem zweiten Sieg schloss der VC Kanti gestern die Play-off-Viertelfinals auf dem kürzest möglichen Weg ab: Die Schaffhauser Volleyballerinnen beenden die Best-of-3-Serie als Sieger und ziehen nach zwei Jahren Unterbruch wieder in die Halbfinals ein. Damit erarbeitete sich das Team von Nicki Neubauer die Chance auf einen Medaillengewinn. Zuletzt hatte sich Kanti diesen vor drei Jahre gesichert, als die Munotstädterinnen mit Bronze ausgezeichnet wurden. Einen Medaillenerfolg (im Final) hatte der Cheftrainer als Saisonziel bereits im Rahmen der Teamvorstellung im September genannt.
Wer auf dem möglichen Weg dahin der nächste Gegner sein wird und damit zum Beginn der Halbfinals am kommenden Samstag in der BBC-Arena (15.30 Uhr) antreten wird, steht jedoch erst am späten Mittwochabend fest. In den Viertelfinals sind nach der zweiten von möglichen drei Runden nur Kanti und Titelverteidiger Neuenburg als Gewinner bekannt. Die Paarungen Lugano (3.) vs. Düdingen (6.) sowie Aesch-Pfeffingen (4.) vs. Cheseaux (5.) gehen in die dritte Runde, die übermorgen ausgetragen wird. Da Neuenburg (als bestklassiertes Team der Qualifikation) in den Halbfinals gegen das in der Qualifikation am schlechtesten rangierte Team antritt, kommt Düdingen als möglicher Gegner nicht infrage. Somit ist klar, dass der Widersacher für den VC Kanti aus dem Kreis von Volley Lugano,Aesch-Pfeffingen oder VBC Cheseaux kommt.
Den Input gut umgesetzt
Beim gestrigen Spiel in Saignelégier stand die Saisontopskorerin Jordan Lockwood nach ihrer Verletzungspause zum ersten Mal wieder in der Startformation und sollte mit 18 Punkten wieder an die bisherigen Punkte-Leistungen anknüpfen können. Ihr Team erarbeite sich in den ersten beiden Sätze mehrfach eine Führung von fünf bis zu neun Punkten, die Gegnerinnen vermochten aber auch heranzukommen auf ein, zwei Punkte oder auszugleichen, dies jedoch nur beim 11:11 im ersten Satz. Schwerer machte es Franches-Montagnes dem VC Kanti im dritten Satz, in dem sie viermal mit einem Punkt in Führung lagen, zuletzt beim 18:17. Danach zogen die Munotstädterinnen auf 25.20 davon.
«Es war ganz gut heute», lautete die Gesamtbilanz von Nicki Neubauer. Hervor hob der Kanti-Chefcoach die Anpassungen im Offensivplan an das Blockverhalten des Gegners und die saubere Arbeit im eigenen Block. «Das haben wir gegen die Mittelblockerinnen und Aussenangreiferinnen gut geschafft», erläutert Neubauer. «Die Diagonalspielerin machte noch viele Punkte, das Blockduell haben wir ganz klar gewonnen mit 10:3.» Die frühzeitige Qualifikation für die Halbfinals gereicht dem VC Kanti nun zum Vorteil: Dem Team stehen vor dem Beginn der Serie drei Tage mehr zur Regeneration und Vorbereitung zur Verfügung als den Gegnerinnen.
NLA. Play-off-Viertelfinals (best of 3). 2. Runde: Franches-Montagnes (7.) - VC Kanti (2.) 0:3 (19:25, 18:25, 20:25); Endstand 0:2. - Maurice Lacroix Arena, Saignelégier. - 567 Zuschauer. – SR: Sigrist/Grellier. - Spieldauer: 26, 23, 24 = 73 Minuten. - Franches-Montagnes: Bonardi, Galvao (Pass), Giroud, Broekstra, Lindner, Alessi, K. Chappette (Libera); eingewechselt: Varé; Morandi, Z. Chappatte, Membrez, Tschanz. – VC Kanti: Petrenko (Pass), Perkovac, Botkin, Lockwood, Holaskova, Ambrosius, Habegger (Libera); nicht eingesetzt: Lieb, A. Pazin, Loffreda (Libera), Popic, Capraro, Cavka.
Die Spiele der Play-off-Halbfinals (best of 5): 1. Runde: Samstag, 15. März, 16.30 (BBC-Arena). 2. Runde: 22./23. März (auswärts). 3. Runde: Mittwoch, 26. März, 20.00 (BBC-Arena). Ev. 4. Runde: Freitag, 28. März (auswärts). Ev. 5. Runde: Sonntag, 30. März, 16.30 (BBC Arena).
Weitere Spiele vom Sonntag: Genève Volley (8.) - Neuenburg UC (1.) 1:3 (8:25, 11:25, 29:27, 18:25), Endstand 0:2. Volley Düdingen (6.) - Volley Lugano (3.). 3:0 (25:22, 25:23, 25:21), Stand 1:1. VBC Cheseaux (5.) - Aesch-Pfeffingen (4.) 2:3 (25:21, 25:18, 24:26, 15:25, 13:15), Stand 1:1.
Play-outs: Volleyball Academy - Volley Toggenburg 3:2.
Bemerkungen: Da sich kein NLB-Team für einen möglichen Aufstieg gemeldet hat, erfolgt kein Abstieg aus der NLA. Die Lizenzkommission von Swiss Volley hat drei NLA-Teams eine aufschiebende Frist für die NLA-Anmeldung genehmigt. Ein Update dazu soll am 19. März erfolgen.
Das Halbfinalticket liegt bereit
Mit einem zweiten Sieg über Franches-Montagnes kann der VC Kanti bereits morgen den Einzug in die Playoff-Halbfinals schaffen.

Nicht nur im Angriff, sondern auch in der Verteidigung spielt Brooke Botkin eine wichtige Rolle. Bild: R. Standke
Reinhard Standke
Die Playoff-Viertelfinals können es in sich haben. Das musste der VC Kanti in den letzten beiden Spielzeiten erfahren. Im vergangenen Jahr folgten auf den 3:1-Heimsieg über Volley Lugano zwei knappe 2:3-Niederlagen, die Schaffhauserinnen beendeten die Saison lediglich auf Platz sechs.
In der Saison zuvor konnte das Team von Nicki Neubauer zwar das Auswärtsspiel zwischen zwei Heimpartien für sich entscheiden, aber nicht die Begegnungen vor eigenem Publikum, und landete auf dem fünften Schlussrang der NLA-Meisterschaft.
Mit dem Team der Saison 2024/25 soll es jedoch für den VC Kanti so kommen wie 2021/22: Nach einem Heimsieg über Franches-Montagnes folgte ein klarer 3:0-Auswärtserfolg. Dabei zählt für Cheftrainer Neubauer nur der Sieg, die Anzahl der gewonnenen Sätze des Gegners spielt ihm keine Rolle (solange es nicht mehr als zwei sind). Denn das Saisonziel lautet ja schliesslich «Mitspielen um die Medaillen». «In den Viertelfinals ist immer mehr Anspannung da. Es ist mehr eine mentale Sache. Wenn wir das gut meistern, dann sind wir die Mannschaft, die besser ist, die mehr Qualität hat, die mehr Optionen hat.»
«Wir haben in der letzten Woche gesehen, was uns erwartet und was wir machen müssen», blickt Nicki Neubauer auf das Heimspiel zurück. Franches-Montagnes werde natürlich zu Hause vor voller Halle noch einmal die Chance suchen. «Wir müssen den Hauptfokus auch auf technische Aspekte haben. Das ist das, was uns im zweiten Satz, in dem sie durch den Aufschlagrhythmus mehr in den Flow kamen, gefehlt hat», erinnert Nicki Neubauer. Alles sei zwar sehr gut vorbereitet gewesen, doch es habe ein bisschen an der Ausführung gehapert.
Franches-Montagnes habe gut gespielt, mache sehr wenig Fehler, habe gut geskort. «Wir haben noch ein bisschen viel Punkte zugelassen, wir können noch besser blocken, noch besser in der Abwehr spielen», so der Kantitrainer weiter. «Ansonsten geht es für mich darum, dass wir aggressiv sind, am Anfang scharf sind, aber auch eine gute Balance haben und trotzdem ruhig bleiben, wenn Franches-Montagnes zwei, drei, vier gute Aktionen am Stück hat.»
Im Idealfall geht es für den VC Kanti also (ohne dritte Runde in den Playoff-Viertelfinals am Mittwoch) am Samstag in einer Woche in den Halbfinals weiter. Im schlimmsten Fall müssten die Munotstädterinnen jedoch zum gleichen Termin am 15. März mit dem ersten Spiel der Zwischenrunde um die Ränge fünf bis acht vorliebnehmen.
Kanti II weiter auf Erfolgskurs.

Da kommt Freude auf: Die Spielerinnen des VC Kanti II feiern den klaren Sieg über Aarau. Bild: W. Schläpfer
Frauen, 1. Liga, Gruppe D: BTV Aaarau - VC Kanti II 0:3 (21:25, 22:25, 18:25). – VC Kanti: Schaber, Rubli, Nussbaumer, Kunz Guyer, Çeçen, Neuhaus. Eingewechselt: N. Pazin, Saipi, Fuchs, Schmid.
Weitere Spiele: VC Smash Winterthur - Volleyball Academy 2:3 (25:20, 19:25, 22:25, 25:19, 12:15). VBC Kanti Baden - Pallavolo Kreuzlingen 3:1 (25:19, 25:18, 23:25, 25:23). Volley Rüschlikon - TSV Jona Volleyball 3:0 (25:20, 25:17, 25:14). VC Smash Winterthur - STV St. Gallen Volleyball 1:3 (25:20, 21:25, 16:25, 20:25). Volleyball Academy - Pizol Volley 3:1 (21:25, 25:15, 25:17, 25:23). Volley Aadorf - VBC Voléro Zürich 0:3 (18:25, 17:25, 19:25).
Rangliste: 1. Voléro Zürich 19/51 (53:14). 2. VC Kanti II 19/46 (51:19). 3. St. Gallen 19/44 (50:22). 4. Aadorf 19/35 (40:26). 5. Rüschlikon 17/29 (37:31). 6. VBC Kanti Baden 19/28 (34:37). 7. Pallavolo Kreuzlingen 18/27 (35:33). 8. VC Smash Winterthur 19/24 (32:43). 9. BTV Aarau 19/21 (29:44). 10. Pizol Volley 18/13 (21:46). 11. Volleyball 19/12 (24:50). 12. Academy 19/6 (13:54).
Erster Schritt in Richtung Halbfinals
Nach dem 3:1 gegen Fraches-Montagnes fehlt dem VC Kanti noch ein Sieg, um die Medaillen spielen zu können.

Kantitopscorerin Korina Perkovac beim Smash Bild: W. Sch.
Reinhard Standke
Nein, einen Schönheitspreis können sich die Schaffhauserinnen Volleyballerinnen insgesamt für den erfolgreichen Start in die Playoff-Viertelfinals nicht abholen, aber darauf kommt es ja auch nicht an. Mit dem 3:1-Sieg über Frances ist der erste von zwei erforderlichen Schritten in Richtung Halbfinals gemacht. Das Spiel vom Sonntag kam dabei nicht in die Qualität und Intensität der Partie vom vergangenen Wochenende gegen Volley Lugano.
Das Comeback von Jordan Lockwood
Kanti ging erneut mit Lina Lieb anstelle der mehrere Wochen lang rekonvaleszenten Topscorerin Jordan Lockwood in die Partie. Die Amerikanerin gab im zweiten Satz ein kurzes Comeback und stand im dritten und vierten Satz dann länger auf dem Feld. Ihr Team startete mit dem nötigen Druck am Aufschlag und im Angriff in die Partie, schon beim 4:8 nahm Gäste-Coach Mélanie Cina ein erstes Time-out. Doch Kanti zog weiter voran bis zum 18:13. Dann servierte sich Franches-Montagnes bis auf 17:19 heran, auch Nicki Neubauer griff zur 30-sekündigen Auszeit, und sein Team sicherte sich nachfolgend mit 25:20 den ersten Satz.
Dann setzten die Gäste das Heimteam mit dem Aufschlag unter Druck. Die Annahmen wurden etwas schlechter, Kantis Angriffsmaschine geriet ins Stocken. Nach einer Side-out-Phase bis zum 11:11 zog Franches-Montagnes auf 17:12 davon. Beim ersten Kurzeinsatz gelang Jordan Lockwood bei der ersten Ballberührung zwar gleich ein Punkt, sie und Alessia Pazin vermöchten jedoch den Umschwung nicht zu bewerkstelligen (21:25). Auch im folgenden Durchgang liefen die Munotstädterinnen lange einem Rückstand hinterher. Nach dem 3:6 kam Lockwood für Lieb, nach dem 4:8 schickte Kantitrainer Neubauer anstelle der ersten Libera Viviane Habegger, die keinen guten Tag erwischte, bis Spielschluss Isabella Loffreda auf das Feld. Nach und nach fanden die Schaffhauserinnen zu druckvollen Aufschlägen zurück (Botkin, Holaskova, Perkovac) und kamen mit besserem Spielfluss zu ihrem zweiten Satzgewinn.
Anschliessend servierten Katerina Holskova (bis 6:2) und Brooke Botkin (18:10) ihr Team nach vorne, dazwischen kamen die Gäste aus dem Jura, die nichts zu verlieren hatten, mit wieder harten Aufschlägen und Angriffen auf 10:12 heran. Unter dem Strich sollte dieser Satz eine klare Sache zugunsten von Kanti werden.
Sein Team sei zwar gut gestartet, habe sich dann aber weniger an den Gameplan gehalten, sie fahrig geworden, so Kanti-Coach Neubauer. «Es war das erwartete erste Spiel.» Dank des 3:1-Sieges können die Munotstädterinnen am nächsten Sonntag auswärts die Serie bereits in der 2. Runde für sich entscheiden.
NLA. Playoff-Viertelfinals (Best of 3). 1. Runde. VC Kanti (2.) - Franches-Montagnes (7.) 3:1 (25:20, 21:25, 25:22, 25:16); Stand 1:0. - BBC-Arena. - 513 Zuschauer. - SR: Hefti/Kälin. - Spieldauer: 21, 24, 23, 23 = 91 Minuten. – VC Kanti: Petrenko (Pass), Perkovac, Botkin, Lieb, Holaskova, Ambrosius, Habegger (Libera); nicht eingesetzt: Lockwood, A. Pazin, Loffreda (Libera, ab 4:8 im 3. Satz), Popic; nicht eingesetzt: Capraro, Cavka. – Franches-Montagnes: Bonardi, Galvao (Pass), Varé, Broekstra, Lindner, Alessi, K. Chappette (Libera); eingewechselt: Tschanz, Giroud, Morandi, Faivet; nicht eingesetzt: Z. Chappatte, Membrez. - Nächste Runden: 9. März (16.30, Saignelégier); ev. 16. März (20.00, BBC-Arena).
Weitere Spiele: Neuenburg UC (1.) - Genève Volley (8.) 3:0 (25:17, 25:11, 25:16), Stand 1:0.Volley Lugano (3.) - Volley Düdingen (6.) 3:1 (25:23, 19.25, 2.23, 25:16); Stand 1:0. Aesch-Pfeffingen (4.) - VBC Cheseaux (5.) 1:3 (25:23 19:25 25:23 25:16); Stand 0:1.
Playouts: Volley Toggenburg - VBC Glaronia 0:3, Volleyball Academy spielfrei. - Bemerkung: In den Playouts wird Volley Toggenburg nicht mehr durch den langjährigen Trainer Marcel Erni, sondern durch den bisherigen Assistenten Philip Brunner betreut.



