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Kanti muss auch in Genf den Druck hochhalten
Zum Abschluss der Hinrunde in der NLA-Qualifikation bestreitet der VC Kanti heute das Auswärtsspiel bei Genève Volley.

Rückblick auf das Testspiel gegen Volley Genève Ende September: Mittelblockerin Jacqui Armer wird von Passeuse Lindsay Flory in Szene gesetzt. BILD REINHARD STANDKE
Reinhard Standke
Für das Highlight in der bisherigen Saison hatten die Schaffhauserinnen vor einer Woche gesorgt: «Die bis anhin fast immer siegreichen Neuenburgerinnen müssen nun aber ihre zweite Niederlage verkraften», vermeldete der Verband Swiss Volley. Kanti 3, NUC 0: So hatte das Verdikt nach den nur 68 Spielminuten gelautet. «In der Nachbetrachtung muss man sagen, dass das eine rundum gute Geschichte war», blickt Kanti-Trainer Nicki Neubauer zurück. «Der Gameplan, das, was wir vorbereitet hatten, um sie eventuell zu schlagen, hat hervorragend funktioniert.» So einen schlechten Matchreport hätte der Gegner in den letzten Jahren wohl nicht gesehen. «Wir hatten die beiden Aussen- und die Diagonalspielerinnen derart im Griff, dass keine über neun Punkte gekommen ist. Das ist schon sehr, sehr wenig für die Mannschaft», so die Einschätzung des Schaffhauser Trainers.
«Ich denke, dass sie nicht damit gerechnet haben, dass wir so stabil sind.» In der Spielvorbereitung hatte Neubauer festgestellt, dass das Neuenburg-Team in den Spielen, in denen es nicht so für es lief, anfing, Fehler zu machen. Seinem Team sei es gelungen, den Druck in den drei Sätzen hoch zu halten. «Dass sie dagegen gar keine Lösung finden, war etwas aussergewöhnlich.»
Schweres Auswärtsspiel
Doch nun muss sich der VC Kanti auf das Abschlussspiel der Hinrunde in der NLA-Qualifikation in Genf fokussieren. In den letzten Tagen hatte das Team von Nicki Neubauer durch Fremdbesetzungen nicht in der BBC Arena trainieren können und musste u. a. in die Dreifach-Halle in Diessenhofen ausweichen. Gegen Volley Genève mit dem Büsinger Trainer Andi Vollmer hatten die Munotstädterinnen die Saisonvorbereitung mit einem Testspiel in der BBC Arena abgeschlossen. Die beiden Teams hatten sich Ende September 2:2 getrennt. Acht NLA-Runden später liegt der VC Kanti auf Rang drei, Genf auf Rang acht. Das Team aus der Romandie hatte bei Toggenburg sang- und klanglos 0:3 verloren, bei Glaronia 2:3. Kanti-Trainer Neubauer weist aber darauf hin, dass «Genf sehr, sehr heimstark ist». Das Spiel gegen Aesch ging zwar verloren, es sei aber sehr eng in den Sätzen gewesen. «Sie haben aber in Düdingen gewonnen, es gibt genug Warnzeichen.»
Das Team ist gegenüber dem Vorjahr deutlich besser aufgestellt. Mit der jungen Niederländerin Hyke Lyklema hat es eine gute Zuspielerin in seinen Reihen, die Libera Florien Reesink (ebenfalls aus den Niederlanden) gehöre zu den drei auf dieser Position in der Liga. «Ich rechne mit einem engen und schweren Auswärtsspiel, vielleicht einem der schwersten in dieser Saison», so die Einschätzung Neubauers.
Zwei Siege für den VC Kanti 2
BEIM AUFSTEIGER LÄUFTS
Das zweite Team des VC Kanti Schaffhausen gewann sowohl das Spiel der zehnten Runde der 1. Liga als auch ein Nachholspiel.

Noelia Pazin mit einer starken Serviceserie kehrte das Momentum gegen Arnegg Andwil im zweiten Satz.
Am vergangenen Samstag nahm der VC Kanti 2 zwei Punkte aus Jona mit nach Hause. In den ersten beiden Sätzen verlief der Stand dabei lange ausgeglichen, in der Schlussphase machten die Gäste konsequenter die Punkte. Im dritten Durchgang zog Rapperswil-Jona auf 9:5 davon, dann verletzte sich eine Spielerin des Heimteams, der VC Kanti 2 kam auf 15:15 heran, am Ende fehlte hin viel. Anschliessend dominierte eine Spielerin des Heimteams mit vielen Punkten, Kanti verliess etwas der Mut. Die Schaffhauserinnen starteten danach mit 8:0 perfekt in das Tiebreak, dann war das Selbstvertrauen zurück (15:5). «Den fünften Satz haben wir verdient gewonnen», so Coach Natalia Cukseeva.
Am Montag dann verpassten die Munotstädterinnen die ersten eineinhalb Sätze beim Schlusslicht Andwil-Arnegg gegen einen in der Defensive solide agierenden Gegner. Mit dem Service von Noelia Pazin kehrte das Momentum im zweiten Satz, und das Team von Seraina Backer holte sich dank gutem Zuspiel, guter Annahme und guten Angriffen nach einem Satzverlust die folgenden drei Sätze. Als 1.-Liga-Aufsteiger liegt der VC Kanti 2 nach zehn Runden auf dem dritten Rang.
Das nächste Spiel folgt am Samstag. Um 12 Uhr ist die Volleyball Academy in der BBC-Arena zu Gast. (rsta)
Frauen, 1. Liga/Gruppe D. Montag. VBC Andwil- Arnegg – VC Kanti 2 1:3 (25:23, 22:25, 18:25, 22:25). - Kanti mit: Kunz, N. Pazin, Ceçen, Cavka, Brugger, Broder, Saipi (Libera); eingewechselt: Neuhaus, Moser.
Samstag. TSV Jona - VC Kanti 2 2:3 (22:25, 27:29, 25:22, 25:21, 5:15). - Kanti mit: Kunz, N. Pazin, Ceçen, Cavka, Brugger, Broder, Loffreda (Libera); eingewechselt: Brander, Neuhaus, Fuchs.
Weitere Spiele: Volley Aadorf - VBC Andwil-Arnegg 3:0. NNV Volleyball Academy Zürich - Pallavolo Kreuzlingen 2:3. VBC Voléro Zürich - BTV Aarau 3:2. Volley Toggenburg - Volley Rüschlikon 3:0. STV St. Gallen - VBC Spada Academica 3:0.
Rangliste: 1. Volley Toggenburg 10/30 (30:5). 2. VBC Voléro Zürich 10/26 (28:8). 3. VC Kanti 2 10/18 (23:16). 4. TSV Jona Volleyball 10/18 (23:18). 5. Volley Aadorf 10/17 (23:18). 6. STV St. Gallen 9/15 (19:16). 7. Volley Rüschlikon 9/12 (14:17). 8. NNV Volleyball Academy Zürich 10/11 (17:23). 9. Pallavolo Kreuzlingen 9/10 (15:19). 10. BTV Aarau 10/7 (11:26). 11. VBC Spada Academica 9/6 (9:24). 12. VBC Andwil-Arnegg 10/4 (6:28).
Kanti-Exploit: 3:0-Sieg über den Leader
Den leidenschaftlich aufspielenden Spielerinnen des VC Kanti Schaffhausen gelingt ein überraschender Erfolg. Gegen Leader und Meisterschaftsfavorit Neuenburg gewinnen die Kanti-Girls mit 3:0. 
Die Spielerinnen des VC Kanti feiern den Sieg über Leader Neuenburg. BILDWerner Schläpfer
Reinhard Standke
«In einem Heimspiel liegt jedoch immer etwas drin. Ein Sieg unserer jungen Mannschaft wäre aber eine Sensation», hatte Kanti-Trainer Nicki Neubauer vor dem Spitzenspiel gegen Leader Neuenburg gesagt. Doch genau dieser Exploit sollte seinem Team vorgestern gelingen. Die Schaffhauser Volleyballerinnen konnten mit der Stamm-Sechs der Saison beginnen und legten mit den Aufschlägen von Lindsay Flory und Elisa Suriano gleich einen starken Einstieg in die Begegnung hin. Einen Fehlstart oder einen Rückstand zu Satzbeginn wie noch bei der 2:3-Niederlage gegen Volley Glaronia am Sonntag, dieses sollte es in diesem denkwürdigen Spiel nicht geben. Über 5:1, 7:3 auf 11:5 und 13:7 erspielte sich das Kanti Team den Vorsprung. Die Schaffhauserinnen konnten auf den Aufschlag sowie Block- und Abwehrarbeit bauen und überzeugten auch im Angriff: Genau, dosiert mit harten Smashes, aber auch klugen Finten erkämpften sie sich als Team die Führung. Dagegen kam die Angriffsmaschine der Gäste mit Topskorerin Tessa Grubbs sowie Tia Scambray und Madelaine Haynes nur schwer auf Schwung. Angesichts der beherzten Spielweise des Heimteams sprach Speaker Christian Ritzmann schon bald von einem spektakulären Spiel.
Dann sollte sich jedoch NUC nach und nach zurückkämpfen und übernahm im Anschluss an das 17:17 eine Führung von ein bis zwei Punkten. Doch wie meistens in dieser Saison behielten die Kanti-Girls zum Satzende die Nerven und wehrten sogar zwei Satzbälle ab. Mit drei Punkten von Barbara Dapic stellten sie den 27:25-Satzgewinn sicher.
Schwung mitgenommen
Den Schwung sollten die Munotstädterinnen in den nächsten Durchgang gleich mitnehmen. Mit einer aggressiven Teamleistung legten sie wieder von Beginn an dominant los, bald einmal kam es beim 8:2 zu einem Timeout bei den Gegnerinnen. Doch diese gerieten bei eigenen Fehlern und den dauernden starken Kanti-Angriffen immer wieder in Bedrängnis und immer weiter in Rückstand. Neuenburg blieb gegen diesen VC Kanti, der die Gäste nach nur 19 Minuten mit 25:12 vom Feld fegte, ohne Chance. Dann kam es zur 10-Minuten-Pause, nach der ein angeschlagenes Team so oft wieder erstarkt zurückkehrt. «Gegen NUC ist es noch nicht fertig», warnte Kanti-Präsident Sandro Poles, der mit einem 2:0-Zwischenstand seines Teams eigentlich nicht gerechnet hatte, kurz vor dem Wiederanpfiff. Doch bald sollte sich herausstellen, dass diese Sorge an diesem Samstag unbegründet war.
Auf Siegkurs geblieben
Das Kanti-Team setzte den Lauf fort, den Schaffhauserinnen gelang an diesem Tag einfach mehr im Angriff als den Gästen (so schlug Korina Perkovac ihren Angriff zum 10:5 durch einen Dreier-Block). Die Gastgeberinnen bauten ihre Dominanz über 5:2, 9:4 auf 14:8 aus. Die Gegnerinnen sollten nie mehr als auf zwei bis drei Bälle herankommen, in der Folge des umstrittenen 16:13 gab es eine Gelbe Karte gegen Kanti. Doch trotz einiger starker Aufschläge der Gegnerinnen blieben die Schaffhauserinnen auf Siegkurs, Elisa Suriano verwandelte gleich den ersten Matchball mit einer Finte zum 25:22. Während beim Heimteam Dapic und Perkovac mit 17 beziehungsweise 15 Punkte glänzten, kamen Grubbs, Branca und Scambray nicht über 9 beziehungsweise 8 oder 5 Punkte heraus. Kanti, effizienter im Block und im Angriff, hatte sich in die Herzen der Fans gespielt, von denen sich Trainer Neubauer während des schwierigen Spiels gegen Glaronia mehr Unterstützung erhofft hatte. Der 3:0-Erfolg über Neuenburg hätte wohl mehr als 428 Zuschauer verdient. Sein Team habe sich mit Herz und Leidenschaft den Sieg verdient und sehr gut auf das Spiel der Vorwoche reagiert, sagte Kanti-Trainer Nicki Neubauer.
Hinrunden- Abschluss in Genf
Zum Abschluss der Hinrunde in der NLA-Qualifikation tritt der VC Kanti am Samstag bei Volley Genève an. Fans können mit dem Teambus mitreisen (40 Franken), Abfahrt ist um 12.00 Uhr an der BBC-Arena.
Die Bewährungsprobe gegen den Spitzenreiter Neuenburg
Nach den Siegen und Niederlagen in den letzten Wochen steht für den VC Kanti nun das Duell gegen den Meisterschaftsfavoriten aus Neuenburg an.

Eine gute Annahme, hier Viviane Habegger, wird gegen Neuenburg gefordert sein. BILD Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Zum aktuellen Spitzenspiel in der NLA der Frauen kommt es heute in der BBC-Arena: Der drittplatzierte VC Kanti empfängt den Leader aus Neuenburg. Während die Schaffhauserinnen am letzten Sonntag eine 2:3-Niederlage gegen den Aufsteiger Glaronia wegstecken mussten, blickt NUC auf drei Siege in Folge im Anschluss an die bisher einzige Saisonniederlage in Düdingen (2:3) zurück. Die letzten Erfolge der Schaffhauserinnen gegen Neuenburg UC datieren aus dem März 2021: Im Playoffs-Halbfinal erzwang Kanti durch zwei Siege ein fünftes Spiel, in dem sich der spätere Meister NUC durchsetzte.
Rückblickend auf das Spiel gegen Glaronia stellte Neubauer fest, die Partie sei eines von 2 bis 3 aus 100 Spielen, in denen die Matchstatistik «quasi lügt»: Kanti sei in jedem Element besser als der Gegner gewesen (und erzielte in der Summe mit 103:102 einen Punkt mehr), habe aber trotzdem das Spiel verloren. Im fünften Satz sei das Momentum ein bisschen gekippt, so habe Glaronia von 11 Blockpunkten allein 4 im Tiebreak erzielt. «Das killte uns etwas.» Offensiv sei die Begegnung jedoch eines der besten Spiele gewesen. Dass sein Team nach der 10-Minuten-Pause den Start in den dritten Satz verpasse (Rückstand 0:6), dürfe indes nicht passieren. Dies war allerdings nicht typisch für das Spiel des VC Kanti in dieser Saison, der nach einem Rückstand immer dagewesen sei, so Neubauer.
Der heutige Gegner NUC ist «der haushohe Favorit auf die Meisterschaft in dieser Saison», so die Einschätzung des Kantitrainers. «Die Mannschaft ist seit ein paar Jahren sehr eingespielt und hat mit Tia Scambray die tragende Figur wieder zurück. Sie spielen sehr aggressiv, sehr risikoreich, sei es im Aufschlag, sei es im Angriff.» Zu schlagen ist Neuenburg wohl nur, wenn sie viele Fehler machen. So wie bei der Niederlage in Düdingen, wo dem Leader mit 37 gleich 15 Fehler (in fünf Sätzen) mehr unterliegen als dem Heimteam. Normal könne NUC jedoch darauf vertrauen, dass sie trotz mehr Fehlern aufgrund des risikoreicheren Spiels auch mehr Punkte machen. «In einem Heimspiel liegt jedoch immer etwas drin, wir sind in dieser Saison stabil im Aufschlag, in der Block- und Abwehrarbeit. Ein Sieg unserer jungen Mannschaft wäre aber eine Sensation», so der Kantitrainer.
Mitte der Woche musste Nicki Neubauer in den Trainings auf wenige Erkrankte verzichten, daher wurden Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft dazugeholt. «Wir müssen dann schauen, wer 100-prozentig fit ist für das Spiel.»



