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«Das darf uns nicht passieren»: Kanti unterliegt beim Schlusslicht

Nach einer 2:0-Führung verliert der VC Kanti beim Tabellenletzten Volleyball Academy noch mit 2:3.

 

Mund abputzen und weitermachen: Die Volleyballerinnen vom VC Kanti verloren beim Tabellenschlusslicht. BILD Werner Schläpfer

 Reinhard Standke, Kloten

«Das darf nicht passieren», fasste Nicki Neubauer, Cheftrainer des VC Kanti, die nur 104 Spielminuten des Spiels seines Teams zum Jahresauftakt zusammen. Die Schaffhauser Volleyballerinnen hatten in der Partie der 13. Runde der NLA-Qualifikation in Kloten gegen die überwiegend jungen Schweizer Spielerinnen nach einer deutlich herausgespielten 2:0-Führung die drei folgenden Sätze abgegeben. Die Schaffhauser Volleyballerinnen verhalfen damit der Academy zum ersten Saisonsieg und sind bislang auch das einzige Team, das Punkte gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten abgeben musste.

Alles deutet auf einen Express-Sieg hin

Die Munotstädterinnen begannen in der Stammformation gegen die Zürcherinnen, bei denen, nach einer Abwesenheit im Dezember, die frühere Nationalspielerin Laura Koutsogiannakis (Unternährer) erfolgreich ins Team zurückkehren sollte. Im ersten Satz blieb der Spielstand bis 10:10 ausgeglichen, das Heimteam stellte die Kanti-Abnahme immer wieder mit harten Aufschlägen auf die Probe, deren Annahme nicht immer den besten Weg zur Zuspielerin fand.

Dann führte Eliasa Suriano mit dem Aufschlag ihr Team zum 15:10, Kanti brachte den Vorsprung bis zum Satzerfolg (25:17) durch. Den folgenden Durchgang sollten die Schaffhauserinnen klar dominieren. Mit schnellem Spiel zogen sie über 5:1 auf 12:6 davon, zwei Time-outs des Gegners sollten keine Wirkung zeigen. Captain Holaskova gelang eine Serviceserie zum 20:7, mit dem 25:9 nach nur 18 Minuten schien Kanti wie beim 3:0-Express-Sieg vor Weihnachten über Volley Toggenburg auf Erfolgskurs zu sein.

Und plötzlich dreht der Gegner auf

Doch es sollte ganz anders kommen. Das Team der Volleyball Academy gab nicht auf, ging aggressiver und kämpferischer in den dritten Satz. «Wir wurden fehleranfälliger, machten die leichten Punkte nicht und hatten keinen Druck im Aufschlag», beschrieb Nicki Neubauer das Spiel seines Teams ab dem dritten Satz. In diesem blieb Kanti bis zum 11:12 dran, dann zog das Heimteam davon bis zum 19:24. Die Schaffhauserinnen wehrten mit Barbara Dapic am Aufschlag zwar ganze vier Satzbälle ab, eine umstrittene Entscheidung führte dann aber zum 23:25-Satzverlust.

Aggressiver als Kanti gingen die Spielerinnen der Volleyball Academy auch in den vierten Satz (5:1), die Gäste kamen zwar zunächst wieder heran (6:7, 8:9), danach zogen jedoch die Zürcherinnen davon (18:11). Kanti war nicht in der Lage, den Rückstand entscheidend zu verringern, auch diverse Wechsel brachten keine Wende. «Wir waren zwar in jedem Element besser», meinte Neubauer beim Blick auf die Gesamtstatistik, die der klare zweite Satz jedoch verfälschte (Kanti hatte insgesamt 106:91 Punkte erzielt). Auch im vierten Satz gelang den Munotstädterinnen die Aufholjagd zum Schluss nur noch von 18:24 auf 21:25. Im Tiebreak konnte das Team die Ausgangslage beim 11:10 nicht nutzen und überliess den Gegnerinnen, die die stärkere Schlussphase zeigten, Satz und Match (15:12).

Im Anschluss an die Partie hatte Clubpräsident Sandro Poles Spielerinnen und Staff in die Kabine gerufen. «Nach dieser 2:0-Führung darf das nicht passieren», kommentierte Trainer Neubauer später die 2:3-Niederlage. «Am Ende können wir nicht zufrieden sein mit dem Auftritt und mit der Körpersprache. Wir müssen durchspielen.» Da auch Verfolger Cheseaux bei der gestrigen 2:3-Heimniederlage gegen Genève Volley wie Kanti zwei Punkte abgab, verbleiben die Schaffhauserinnen mit zwei Punkten Vorsprung auf Rang drei.

Nun warten zwei schwere Aufgaben

Am kommenden Wochenende stehen für den VC Kanti dann gleich zwei schwere Aufgaben an: Am Freitag ist der Tabellenzweite Aesch-Pfeffingen in der BBC-Arena zu Gast (20 Uhr), 46 Stunden später folgt in Neuenburg der Cup-Achtelfinal. In den bisherigen Saisonspielen hatten die Schaffhauser auswärts in Aesch 0:3 verloren, jedoch gegen NUC klar mit 3:0 gewonnen. Der Tabellenführer trägt an den Mittwochen vor und nach dem Cup-Spiel noch die Playoff-Spiele im CEV-Cup gegen den Dresdener SC aus und legt in der NLA eine Pause bis zum 21. Januar ein.

Nationalliga A Frauen/13. Runde. Volleyball Academy - VC Kanti Schaffhausen 3:2 (17:25, 9:25, 25:23, 25:21, 15:12). - Ruebisbach. - Schiedsrichter: Troyon/Nguyen. - Spieldauer: 20, 18, 26, 25, 14 = 104 Minuten. – Volleyball Academy: Lüthi (Pass, 3/5), Zingg (11/1), Giroud (12/2), Solvik (13/6), Ammirati (18/7), Koutsogiannakis (13/10), Payé (Libera); eingewechselt: Schibli (1/0), Licka, Maeder, Loretan. – VC Kanti Schaffhausen: Flory (Pass, 2/3), Suriano (6/5), Holaskova (15/1), Dapic (16/4), Perkovac (16/4), Armer (15/2), Habegger (Libera); eingewechselt: Corbach (3/0), A. Pazin (0/1), Künzler, Hinteregger (1/0); Loffreda; ohne Kuch.

Kanti zum Jahresauftakt gegen die Volley Academy

Nach zweieinhalb Wochen ohne Pflichtspiel geht es in der NLA für den VC Kanti weiter. Heute geht es für die Schaffhauserinnen nach Kloten zum Tabellenschlusslicht Volleyball Academy.

 

Elisa Suriano (l.) greift im Hinspiel gegen die Volleyball Academy an. BILD W. Sch.

 

Verrückte Welt im NLA-Volleyball: Vier Wochen vor dem 3:0-Exploit des VC Kanti gegen den enteilten Leader Neuenburg UC hatten die Munotstädterinnen Ende Oktober gegen das Schlusslicht Volleyball Academy zwei Sätze abgegeben und damit dem jungen Team der früheren Volero Zürich-Erfolgstrainerin Svetlana Illic den bislang einzigen Tabellenpunkt zugestanden. Heute Abend (19.00 Uhr, Ruebisbach-Halle in Kloten) steht nun das Rückspiel an.

«Wir sind gewarnt, dass wir eine konstante Leistung zeigen müssen», erinnerte Kanti-Coach Neubauer an das Hinspiel, in dem sein Team in der heimischen Halle die Sätze eins und drei abgegeben hatte. «Wenn wir das schaffen, wie im Dezember oder am Mittwoch in den ersten zwei bis drei Sätzen im Trainingsspiel gegen Innsbruck, dann sollte nichts anbrennen.» Gegen die Tirolerinnen hatte Neubauer nach zwei klaren Satzgewinnen mit der Stammformation zu diversen Wechseln gegriffen.

Das Spiel gegen die Academy sei nicht einfach vorzubereiten, erläutert der Trainer der Schaffhauser Volleyballerinnen. «Sie setzen fast alle Spielerinnen des Kaders ein und ändern die Spielweise, wenn Laura Koutsogiannakis-Unternährer spielt.» Die frühere Schweizer Nationalspielerin, die in der Saison 2019/20 in Diensten des VC Kanti gestanden hatte, war allerdings im Dezember nicht zum Einsatz gekommen. Neben Laura Koutsogiannakis, wenn sie spielen sollte, sind aufseiten der Zürcherinnen die beiden Aussenangreiferinnen Sindi Mico und Chiara Ammirati zu beachten, die im Spiel in der BBC Arena für die meisten Punkte in ihrem Team gesorgt hatten.

«Für uns geht es darum, ein möglichst fehlerfreies Spiel zu zeigen und genügend Druck zu entwickeln, um unsere Punkte relativ zügig zu machen», fast Nicki Neubauer die Marschroute für sein Team zusammen. «Wir sind gewarnt, sie sind immer gut für ein bis zwei Satzgewinne, da müssen wir mit genügend Geduld agieren.» (R. Sta.)

Kanti Erfolgreiches Testspiel

Nach zweiwöchiger Spielpause stand für den VC Kanti ein Testspiel gegen TI Volley Innsbruck an. Nach knapp zwei Stunden hatten die Schaffhauserinnen die ersten drei Sätze gewonnen, der Zweite in der österreichischen Bundesliga die beiden folgenden (25:14, 25:16, 25:22, 18:25, 25:27). Kanti-Trainer Neubauer hatte zunächst auf die Stammformation gesetzt und konnte im Laufe der Partie dem gesamten Kader Einsatzzeit gewähren. Am Samstag tritt Kanti in der NLA in Kloten bei der Volleyball Academy an. 

VC Kanti will In der zweiten Saisonhälfte noch konstanter werden

Es gab in dieser Saison bisher einiges zu bejubeln für die Spielerinnen des VC Kanti. Bild:Werner Schläpfer

Acht Tage ohne Training, zwei Wochen ohne Spiel: Der VC Kanti ist in der Weihnachtspause. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Zwölf Runden sind in der Qualifikation der NLA 2023/2024 absolviert, bis zum Saisonende folgen noch 12 bis 19 weitere Partien. Die Festtage verbringt der VC Kanti auf dem dritten Platz in der Tabelle, Zeit für eine Zwischenbilanz.

Rang drei konsolidiert

«Wenn mir jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir konstant den dritten Platz einnehmen, hätte ich dies sofort genommen», freut sich Kanti-Trainer Nicki Neubauer über die aktuelle Rangierung seines Teams. «Es gab doch einige wichtige Wechsel bei uns, auf der Zuspielposition, bei der Diagonalspielerin.» Nach einem Jahr Verletzungspause wurde Elisa Suriano in der Startformation integriert. «Zusammen mit Jacqui Armer haben wir vier neue Stammspielerinnen, ob dies immer zu 100 Prozent funktioniert, war schwierig vorauszusagen», meint Neubauer.

Die Ausgeglichenheit der Liga

Während der Titelaspirant Neuenburg UC der Konkurrenz bereits um sieben Punkten enteilt ist, sind die Teams auf den Plätzen zwei bis sechs bis auf einen Abstand von drei Punkten untereinander zusammengerückt. Die Feststellung, «jeder kann jeden schlagen», bestätigt sich seit Wochen in der Liga. «Alles wird enger, alle schaffen in die gleiche Richtung, mehr Professionalität, mehr Strukturen, bessere Spielerinnen», so lautet die Erklärung von Kanti-Präsident Sandro Poles für dieses Phänomen. «Glaronia ist nicht der klassische Aufsteiger, der mit NLB-Spielerinnen kommt, sie haben aufgestockt und wollen mitspielen», erläutert Poles. «Vieles ist bei allen Teams auch abhängig von der Tagesform von einzelnen Spielerinnen.»

Konstanz verbessern

Zumeist erfolgreich war der VC Kanti in den letzten Wochen gegen die stärkeren Gegner wie Neuenburg, Lugano, Düdingen, allerdings hatte er auch Punkte abgegeben gegen vermeintlich schwächere Gegner wie die Volleyball Academy, Volley Glaronia und Genève Volley. «Den Januar und Februar wollen wir die Zeit nutzen, um individuell mental stark zu werden, stabil zu sein in einem Grossteil der Spiele, damit wir vier, fünf, besser sechs Leute haben, die auf einem guten Level an den Spieltagen sind. Dann sind wir sehr schwer zu schlagen», meint der Kanti-Trainer. Arbeiten müsse sein Team daran, auswärts mehr an seine Leistungsgrenze heranzukommen, als dies zuletzt der Fall war.

Gute Ausgangslage erarbeiten

Richtig beginnt die Saison für Nicki Neubauer erst in der Playoff-Phase. «Alles andere ist Vorgeplänkel. Wichtig ist, dass wir am Ende der Qualifikationsrunde unter den ersten vier sind.» Das gibt in den Viertelfinals das Heimrecht im ersten und in einem allfälligen dritten Spiel.

In Schweizer Hand

Schon bei der Teampräsentation hatte Kanti mitgeteilt, dass der Kader um eine Spielerin (Ausländerin) verkleinert wird und der Verein dafür jungen Schweizerinnen Einsatzzeit geben will. Dies bedeutete auch, dass auf der Aussenposition nur auf einheimische Spielerinnen gesetzt wurde, neben Korina Perkovac insbesondere auf Elisa Suriano, die am Dienstag gegen Toggenburg zur zweitbesten Skorerin avancierte. «Wir haben uns inzwischen gegen eine Nachverpflichtung entschieden», erläutert Neubauer. «Das ist ein gewisses Risiko, aber ein Zeichen des Vertrauens gegenüber dem Kader.»

Solide in der 1. Liga

Als Aufsteiger hat sich das zweite Team des VC in der 1. Liga gut etablieren können und belegt aktuell den vierten Platz. «Wir schwimmen immer in der ersten Tabellenhälfte mit», freut sich Sandro Poles. Das am 2. Dezember wegen Stromausfall abgebrochene Spiel gegen die Volleyball Academy Zürich wurde von Swiss Volley noch nicht neu angesetzt.

Für das Fanionteam geht die Trainingsarbeit am 28. Dezember weiter. Nach zwei weiteren freien Tagen über den Jahreswechsel folgt am Mittwoch, 3. Januar, ein Trainingsspiel gegen TI-Volley Innsbruck (13:30 Uhr, BBC-Arena). In der NLA wird die nächste Partie bei der Volleyball Academy in Kloten am Samstag, 6. Januar, um 19 Uhr angepfiffen.

So geht es weiter

Trainingsauftakt für die NLA-Spielerinnen des VC Kanti ist am 28. Dezember. Am Mittwoch, dem 3. Januar, folgt ein Trainingsspiel gegen TI-Volley Innsbruck (13:30 Uhr, BBC-Arena). In der Liga geht es am 6. Januar in Kloten weiter, wo das Neubauer-Team auf die Volleyball Academy trifft.  Reinhard Standke

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