VC Kanti spiel in der Saison 2018/19 im CEV Volleyball Challenge Cup.

VC Kanti vergibt den Sieg in Neuenburg

Im Achtelfinalhinspiel des europäischen CEV-Cups mussten die Schaffhauser Volleyballerinnen in Neuenburg nach einer 2:0-Führung eine bittere 2:3-Niederlage einstecken. Das wäre für das VC-Kanti-Team von Nicki Neubauer nicht nötig gewesen.

Chantale Riddle (rechts) gegen den Neuenburger Block. BILD WERNER SCHLÄPFER

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Hans Christoph Steinemann, Neuenburg

VOLLEYBALL. «Wenn man mir vor dem Spiel einen Punkt angeboten hätte, hätte ich ihn genommen», sagte Kantitrainer Nicki Neubauer nach rund zwei Stunden packendem Volleyball in der stimmungsvollen Halle. «Aber mit der Art, wie wir das Spiel hier schliesslich verlieren, kann ich nicht zufrieden sein. Wir dürfen hier nicht verlieren.» Punkt. Neubauer musste anerkennen, dass der Gegner in den entscheidenden Phasen mehr Siegeswillen auf den Platz brachte. Diese Erkenntnis ist nichts Neues in dieser Saison, noch ist dem VC Kanti kein Sieg gegen eine Top-3-Equipe der NLA gelungen, auch gestern im Europacup nicht.

Wie so oft in dieser Saison begann der VC Kanti auch in Neuenburg sehr stark und beeindruckte phasenweise den Gegner und dessen am Anfang noch ziemlich ruhiges Publikum. Gutes Servicespiel, starke Blocks und auch breit angelegte Angriffe liessen die Gäste auf 16:9, 18:10 und 21:11 davonziehen. Die Neuenburgerinnen hatte ausser ihrer US-Topangreiferin Kyra Holt, die allein im ersten Satz sieben Punkte (total 22) buchte, nicht viel entgegenzusetzen. Kanti holte den Satz mit 25:22, musste aber da schon ein Aufbäumen von NUC zulassen.

Der zweite Durchgang (18:25) lief noch klarer für die Schaffhauserinnen: Korina Perkovac (4), Chantale Riddle (5) und vor allem Karla Klaric (7) beherrschten die Szene, und die Serviceabnahme funktionierte noch. Sich nach der 2:0-Satzführung in Sicherheit zu wiegen, ist immer ein Fehler ... Im dritten Satz war nun plötzlich alles anders, wieder mit der kleinen, aber vifen Zuspielerin Meline Pierret, verstand es NUC vermehrt den Kanti-Block auszuspielen. Neubauer hatte nach dem 6:11 und 8:15-Rückstand Angela Lowak für Perkovac und im Zuspiel Vivian Guyer für Anna Mebus eingewechselt, das brachte den VC Kanti langsam wieder in die Partie zurück, denn bei 22:23 lag er in Führung und war nur noch zwei Punkte vom Matchball entfernt. Es sollte indes nicht sein, NUC kam mit dem 25:23 auf 1:2 heran.

Und damit war das Momentum in diesem Spiel endgültig auf die Seite des euphorischen Heimteams gekippt. Denn dieses holte nach dem 15:18 auch diesen Satz mit 25:23. Und das überaus spannende Tiebreak mit 15:13. Die eingewechselte Julie Lengweiler war mit 11 Punkten neben Kyra Holt die Neuenburger Matchwinnerin. Auf Kantiseite war keine Akteurin in der Lage, dem Match zum Schluss den Stempel aufzudrücken. Die Entscheidung aber, die fällt sowieso erst im Rückspiel am 23. Januar in der hoffentlich vollen BBC-Arena.

CEV-Challenge-Cup 2018/19. Frauen, Achtelfinals, Hinspiel: Neuchatel UC - VC Kanti SH 3:2 (22:25, 18:25, 25:23, 25:23, 15:13). Riveraine. - 900 Zuschauer. - Schiedsrichter: Jakub Fall (CZE)/Marco van Zanten (NED). - Spieldauer: 23, 22, 25, 25, 13 = 108 Minuten. - NUC: Halter, Holt, Pierrette/Troesch Sarah, Girard, Scambray, Staffelbach, Bettendorf, Libero Dalliard, Lengweiler, Petitat, Troesch Carole, Wigger Jana (Libero). - VC Kanti: Perkovac, Riddle, Mebus, Holaskova, Wagner, Klaric, Libero Edberg Vieira; Guyer, Lowak, Smiljkovic; Pavlovic. - Rückspiel am 23. Januar 2019 in Schaffhausen (20.00 Uhr, BBC-Arena).

Hinspiel der möglichen Achtelfinalgegner (Februar 2019): Vasas Obuda Budapest - Volley Nova Gorica (Slowenien) 3:2 (19:25, 25:21, 25:21, 19:25, 16:14/104:106 in 118 Spielminuten).

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Europacup in nationalem Gefilde

Wenn der VC Kanti heute nach Neuenburg reist, tut er das, um ein internationales Spiel zu bestreiten. Die Setzliste des CEV-Challenge-Cups hat ihm Neuchâtel UC als Gegner eingetragen.

Gelassenheit vor dem Spiel in Neuenburg: Kantitrainer Nicki Neubauer. BILD HCS.

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VOLLEYBALL. Zwischen dem Schaffhauser und dem Neuenburger Verein herrscht seit dem Aufstieg des Letzteren von 2009 eine Rivalität, die sich zuweilen in wenig Verständnis füreinander ausdrückt, wenn es um Terminabsprachen oder Ähnliches geht. Mit der in­itiativen Präsidentin und NUC-Teammanagerin Jo Gutknecht sei es oft nicht einfach, güt­liche Einigungen zu finden, ist von Kanti-Manager Heinz Looser und von Cheftrainer Nicki Neubauer zu hören. Letztes Beispiel dafür ist der Europacup, für den usanzgemäss der Heimclub die Organisation der Hotelübernachtungen übernimmt. Im Reglement des europäischen Verbandes CEV sei das zwar nicht explizit vorgesehen, aber der VC Kanti sei sich von früher gewohnt, das Hotel für Gastteams und die Schiedsrichter zu organisieren. Aus Neuenburg sei dazu ein negativer Bescheid gekommen, erklärt Trainer Neubauer, das sei im nationalen Bereich nicht nötig. Im Rückspiel am 23. Januar werde das nun gleich gehandhabt.

Der VC Kanti zieht die Anreise am Tag vor dem Europacupspiel aber trotzdem durch und buchte selbst ein Hotel in Murten. Die im Re­glement vorgesehene Trainingsmöglichkeit in der Spielhalle musste den Schaffhauserinnen gestern und heute Morgen indes zugestanden werden. Es sei wichtig, Bekanntschaft damit zu machen, zumal die Partie auf einem eigens für den Europacup einzulegenden Boden gespielt werde. Sportlich dürften sich die beiden Rivalen etwa auf Augenhöhe bewegen, auch wenn der VC Kanti die letzte Partie in der ­Riveraine-Sporthalle im November mit 1:3 verlor. «Wir müssen die Topskorerinnen Kyra Holt und Tia Scambray besser in den Griff ­bekommen als damals», sagt Nicki Neubauer. «Mit einem guten Block-/Abwehrsystem neben einem starken Service ist das zu schaffen.» Wunschresultat wäre ein Sieg oder wenigstens der Gewinn von zwei Sätzen – und damit ein Punktgewinn. (hcs.)

Challenge-Cup Frauen. Achtelfinal, Hinspiel: Neuchâtel UC - VC Kanti SH (20.00, Halle de Sports de la Riveraine; Referees Jakub Fall/CZE, Marco van Zanten/NED. – Rückspiel am Mittwoch, 23. Januar, 20.00 Uhr in der BBC-Arena.

TV-Interview

Nicki Neubauer an der «Seitenlinie» (Sportsendung im Schaffhauser Fernsehen). www.shf.ch

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Ein starker VC Kanti feiert den Achtelfinaleinzug vor grosser Kulisse

870 Zuschauer sahen nach hartem Kampf den 3:1-Sieg des VC Kanti über Mladost Mostar im CEV-Cup.

Geschafft: Die Spielerinnen des VC Kanti jubeln zusammen mit ihren Fans nach dem 3:1-Sieg gegen Zagreb über das Weiterkommen. BILD REINHARD STANDKE

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Hans Christoph Steinemann

Nach dem 3:0-Sieg vor einer Woche in Zagreb wussten die Kanti-Spielerinnen, dass sie noch zwei Sätze brauchten, um das Weiterkommen zu sichern. Auf der anderen Seite brauchten die Kroatinnen einen Sieg mit 3:0 oder 3:1, um sich noch in den Golden Set zu retten. Diese spannende Konstellation ergab einen vom ersten Ball an hart umkämpften Match, in dem die Vorteile zu Beginn der Sätze jeweils eher bei Zagreb waren. So lagen die Gäste im ersten Abschnitt bis zum 17:18 meist leicht in Führung. Von da an übernahmen aber die Schaffhauserinnen und konnten die entscheidenden Punkte bis zum 25:19 durch Katerina Holaskova (7 Punkte allein im ersten Satz), Karla Klaric (4) und Chantale Riddle (5) buchen. Vor allem die amerikanische Linkshänderin ist nun, rund ein Jahr nach ihrer schweren Fussverletzung, fast wieder die Alte. Auch in der Abwehr kratzte sie mit ihrer stupenden Beweglichkeit viele Bälle.

Mit dem Gewinn des ersten Satzes war die halbe Miete eingefahren. Es war im zweiten Durchgang zu spüren, dass die Kroatinnen nun noch mehr unter Druck standen. Doch ihr Spiel war nach wie vor konsequent, sie bewiesen, dass sie weit besser sind, als sie beim 0:3 zu Hause hatten zeigen können. Viele packende Ballwechsel prägten die Partie weiter. Einen 7:11-Rückstand vermochte der VC Kanti dank einer Serviceserie von Zuspielerin Vivian Guyer, die insgesamt hervorragend servierte, auf 12:11 zu stellen. Zagreb blieb jedoch unentwegt dran, von 20:17 zog er seinerseits auf 20:23 davon. Kanti vermochte nochmals auszugleichen, aber musste den Satz trotzdem mit 23:25 abgeben.

«Vieles lief bei uns nach dem Gameplan, aber dass wir ein 20:17 noch hergegeben würden, das war sicher nicht eingeplant», ärgerte sich Kanti-Trainer Nicki Neubauer über diese Phase. Doch wichtig war, dass sich sein Team dadurch nicht aus dem Konzept hatte bringen lassen. Zwar übernahm auch im dritten Satz lange Mladost Zagreb die Führung (6:10, 13:16), aber es war dann Korina Perkovac, die mit starken Services die Grundlage zur Wende (18:17, 21:19) schaffte. Vor allem nach dem Superpunkt zum 18:17 gab es Szenen- applaus der begeisterten Fans. Der kroatische Trainer Sasa Ivanisevic nahm bei 21:19 sein letztes Time-out. Der VC Kanti war indes nicht mehr zu bremsen, ausgerechnet die gebürtige Zagreberin Karla Klaric vollendete den Satz zum 25:19.

Die Leute waren aus dem Häuschen, denn mit dem 2:1 war der Einzug in die nächste Runde bereits geschafft. Das Spiel war noch nicht zu Ende, aber die Luft etwas draussen, und Nicki Neubauer gab nun allen Akteurinnen auf der Bank Einsatzminuten. Sie dankten es ihm indes mit einem weiteren Satzgewinn (25:21), der das hochverdiente 3:1 sicherstellte. Lang anhaltender Applaus der dankbaren Zuschauer war den beiden Teams gewiss. Und der VC Kanti schaut heute gespannt in die Ukraine, wo bei Saporoschje gegen Neuenburg UC (Hinspiel 0:3) der Achtelfinalgegner ermittelt wird.

Bilder: Werner Schläpfer   Info  Statistik   Elmar Domig

Challenge Cup Frauen. Sechzehntelfinals, Rückspiel: VC Kanti SH – Mladost Zagreb 3:1 (25:19, 23:25, 25:19, 25:21); (Hinspiel 3:0. Kanti im Achtelfinal). BBC-Arena. - 870 Zuschauer. - Schiedsrichter Benone Visan (Rumänien)/Boris Skudnik (Slowenien; letztes Spiel nach 20 Jahren Karriere). - Spieldauer: 22, 26, 25, 22 = 95 Minuten. – VC Kanti: Perkovac (9/3), Riddle (14/5), Guyer (3/5), Holaskova (16/1), Wagner (10/3), Klaric (14/6), Libero Edberg; eingewechselt Lowak (6/3), Smiljkovic (0/2), Mebus, Pavlovic; nicht eingesetzt Zwanenburg.

CEV-Cup (zweithöchste Stufe). Sechzehntelfinals. Rückspiele: Aesch-Pfeffingen - Oudegem (BEL) 3:0 (25:16, 25:14, 25:21); Hinspiel 1:3. - Aesch-Pfeffingen gewinnt den Golden Set 15:9 und steht in den Achtelfinals. - Fatum Nyiregyhaza (HUN) - Düdingen 3:0 (25:18, 25:17, 25:14); Hinspiel 3:1. - Düdingen ausgeschieden.

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Sehr motiviert gegen den Stammclub

Eine ganz besondere Partie wird auch das heutige Rückspiel (20 Uhr, BBC-Arena) für die Kroatin Karla Klaric gegen ihren Club der Jugend, Mladost Zagreb. Sie will nochmals wie im Hinspiel eine Topleistung zeigen.

Volle Konzentration bei Karla Klaric (18) im Hinspiel in Zagreb gegen ihren früheren Stammclub Mladost. BILD ALEKSANDER DJOROVIC

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Karla Klaric (l.) wurde in Zagreb von ihrem Stammclub ein Geschenk überreicht. BILD CEV

Hans Christoph Steinemann

VOLLEYBALL. Selbstverständlich war es gewiss nicht, dass die 24-jährige Karla Klaric am letzten Mittwoch im Hinspiel des Challenge Cups mit dem VC Kanti beim 3:0 in Zagreb als Teamleaderin derart fokussiert aufspielte. Derart klar war nicht zu erwarten gewesen. Für Karla Klaric war es eine Rückkehr an den Ort ihrer Jugend, dorthin, wo sie mit acht, neun Jahren den Weg zum Volleyball gefunden hat. «Ich habe noch nie gegen meinen Club Mladost gespielt, das war schon ganz speziell für mich», erzählt Karla Klaric von den Anfängen ihrer Karriere. Mit ihrer früh erkennbaren Körpergrösse (heute 188 cm) und ihren grossen Händen sei Volleyball für sie von Anfang an der richtige Sport gewesen. Und sie entwickelte sich auch wirklich zu dem Talent, das sie früh angedeutet hatte. Bereits 2010, mit knapp 16 Jahren, stand sie im Fanionteam, und nur ein Jahr später hatte sie bereits Stav Jacobi bei Volero Zürich unter seine Fittiche genommen.

Schwere Knieverletzung im Sommer 2017

Drei Saisons bis 2013/14 absolvierte sie als junge Profispielerin bei Volero, dann ging sie für je eine Saison zu CSM Bukarest nach Rumänien, zu ASPTT Mulhouse ins Elsass und zu CSU Targes Mures wieder nach Rumänien (2016/17). Im Sommer 2017 passierte ihr im kroatischen Nationalteam, für das Karla Klaric seit nunmehr acht Jahren spielt – die Anzahl Länderspiele hat sie gar nicht gezählt –, eine gravierende Knieverletzung, ein Kreuzbandriss. «Das ist nun eineinhalb Jahre her, inzwischen ist alles wieder gut, und ich fühle mich gut in Form», sagt Klaric nach langer Rehabilitation. Eine harte Zeit, in der sie in vielerlei Hinsicht hart arbeiten musste, um wieder hochzukommen. Die letzte Saison verbrachte sie beim NLA-Neuling Galina Schaan.

Ein «Golden Set» ist möglich

Danach kam der Wechsel nach Schaffhausen, hier fühlt sich Karla Klaric rundum wohl, sei es sportlich im Team oder mit den Kolleginnen im Wohnhaus des VC Kanti in Neuhausen. Klar träumt sie noch von einem Engagement irgendwann in einer der grossen Ligen Europas, in Italien, Russland oder in der Türkei. Daran gelte es aber keinen Gedanken zu verschwenden. Der Moment zähle, und das sei nun heute Abend das Rückspiel gegen Mladost Zagreb. «Sie spielten wirklich nicht gut im Hinspiel», gesteht die Kroatin, «aber ich weiss, wie sie spielen können und dass es heute hart wird für uns. Sie haben nichts zu verlieren.» Sie seien jung, wild und ehrgeizig, hat auch Kantitrainer Nicki Neubauer ausgemacht. «Es ist ihnen alles zuzutrauen.» Mit einem 3:0- oder 3:1-Auswärtssieg kann sich Mladost noch ins «Golden Set» (auf 15 Punkte) vorkämpfen, der dann gespielt wird, wenn die Partie nach Punkten (3 für Sieg, 2 für Sieg im Tiebreak und einer für Erreichen des Tiebreaks) ausgeglichen ist. «Wir haben viele Sachen, die wir noch verbessern können fürs Rückspiel», macht sich Headcoach Saša Ivanišević Hoffnungen in fremder Halle, wenn der Druck kleiner ist.

Spannung ist auf jeden Fall da. Karla Klaric glaubt jedoch, dass die Schweizer NLA etwas besser sei als die kroatische Liga und dass sie mit einer weiteren konzentrierten Leistung die Entscheidung ohne goldenen Satz erzwingen können. Sie freute sich bereits aufs Treffen gestern Mittag in der Altstadt mit Iva Jurisic (auch 24), ihrer besten Freundin bei Mladost Zagreb (Nummer 18), die sie schon lange kennt, in der Saison aber kaum einmal sieht.

Challenge-Cup Frauen, 1/16-Final, Rückspiel: VC Kanti SH - Mladost Zagreb (Hinspiel 3:0). - 20.00 BBC-Arena Schaffhausen. - Referees: ­ Benone Visan (Rumänien) / Boris Skudnik (Slowenien).

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Franken für den ­Europacup gegen ­Zagreb hatte der VC Kanti in einer Crowdfunding-Aktion bei «I believe in you» im Vorfeld gesammelt. Damit wurde das von Präsident Sandro ­Poles ­gesetzte Ziel übertroffen. Das gesamte Europacupbudget ist bei 30 000 Franken.

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VC Kanti überrascht auch sich selbst

Damit hat kaum jemand gerechnet, aber der VC Kanti und Trainer Nicki Neubauer haben ihre Hausaufgaben vor dem Challenge-Cup-Hinspiel bei Mladost Zagreb akribisch gemacht und in einen 3:0-Sieg umgesetzt.

Jubel beim VC Kanti nach dem 3:0 in Zagreb: Karla Klaric (18) freut sich über den Erfolg in ihrer Heimat. BILD ALEKSANDAR DJOROVIC

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Hans Christoph Steinemann

VOLLEYBALL. Ein 3:0 in einer fremden Halle, und das im ersten Europacupmatch seit 2014 – damit hat der VC Kanti alle überrascht und gewiss auch sich selber. «So deutlich hatten wir das hier sicher nicht erwartet», bestätigte der ob des Spiels und des klaren Resultats sehr zufriedene Kantipräsident Sandro Poles beim Nachtessen mit dem Team. «Wir, das heisst Trainer Nicki Neubauer und sein Staff, haben aber auch in der Vorbereitung sehr viel getan dafür, haben viele Videos genau studiert und daraus die richtige Strategie entwickelt.» Bezüglich der Serviceziele sei fast alles aufgegangen, jedenfalls habe eine kroatische Abnahmespielerin bereits im ersten Satz ausgewechselt werden müssen, erklärte Poles. Auch das Angriffsspiel funktionierte sehr gut.

Service als Schlüssel im Spiel

Im ersten Satz, in dem die Schaffhauserinnen dank den starken Services von Anfang an dominierten und schnell 7:2 führten, sei es praktisch perfekt gelaufen. Neubauer hatte auf eine Formation mit Zuspielerin Vivian Guyer, Diagonalangreiferin Chantale Riddle, den Aussenangreiferinnen Karla Klaric und Korina Perkovac, auf den Mittelblock mit Katerina Holaskova und Jessica Wagner sowie auf Libera Johanna Edberg gesetzt. Die Kroatinnen hatten diesem eingespielten Ensemble bis zum 25:16 nichts entgegenzusetzen.

Auch im zweiten Satz ging es in ähnlichem Stil weiter: Karla Klaric (24), die Kroatin, die im Club Mladost Zagreb vor ihrer Profikarriere gross geworden war und vor der Partie in freundschaftlicher Verbundenheit ein paar Trikots überreicht erhielt, antwortete nicht mit einem Gegengeschenk. Mit einer Serviceserie schraubte sie vielmehr das Skore gleich einmal auf 5:0 und sorgte dafür, dass ihr Club erneut nicht richtig in die Partie fand.

Ace 🎉💪🏻🏐

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Zwar fiel bei 12:12 einmal der Ausgleichspunkt, aber der VC Kanti hatte über 16:14, 21:17, 24:18 bis zum 25:20 das Heft fest in der Hand.

Der knappste Durchgang war dann der dritte, als die Kroatinnen bei 10:8 und 11:9 zwischenzeitlich die Führung übernahmen. «Da konnten sie unser Team mit ihren Services vermehrt unter Druck setzen», beschrieb es Sandro Poles. Aber nicht allzu lange, denn beim zweiten technischen Time-out führte bereits wieder Kanti mit 16:13. Es blieb zwar enger als zuvor, aber am 25:21 nach total 74 Spielminuten gab es nichts mehr zu rütteln. «Das ist sicher positiv für das Rückspiel, aber gewonnen ist noch nichts», warnt Präsident Poles vor verfrühter oder übermässiger Euphorie. «Erst müssen wir im Rückspiel nochmals zwei Sätze für uns buchen.»

Infos     Statistik    Bilder    Bericht CEV

Challenge Cup/Sechzehntelfinal. Hinspiel: Mladost Zagreb - VC Kanti SH 0:3 (16:25, 20:25, 21:25). -Dom Odbojke Bojan Stranic. - 250 Zuschauer. - SR: Momirov Ivan (Bulgarien)/Juracek Miroslav (Slowakei). - Spieldauer: 24, 24, 26 = 74 Minuten. - Satzverlauf: 2:7, 5:8, 10:11, 11:14, 12:16, 15:22, 16:25; 0:5, 2:6, 5:10, 8:10, 12:12, 13:15, 14:16, 15:18, 17:19, 17:21, 18:24, 20:25; 10:8, 11:9, 12:12, 12:13, 13:16, 14:20, 17:21, 19:22, 21:23, 21:25. – Zagreb: Pavicic Katarina, Butigan Bozana, Stimac Lara, Grabavica Mika, Volmut Antonia, Pazin Iva, Kulic Dinka, Freund Mirta, Lukic Mila, Vrbanc Valentina, Jurisic Iva; Liberas: Matic Ana, Rajkovic Matea. – Kanti: Perkovac, Riddle, Guyer, Holaskova, Wagner, Klaric, ­Libero Edberg Vieira; eingewechselt: Lowak (für Perkovac im 3. Satz), Smiljkovic (für Wagner beim Service); Mebus, Pavlovic. – Rückspiel: VC Kanti - Mladost Zagreb (Mi, 5.12., 20.00 Uhr, BBC-Arena).

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Nach vier Jahren wieder dabei

Der VC Kanti musste eine lange Durststrecke in der NLA durchmachen, bis er sich erstmals seit 2014/15 wieder für einen europäischen Wettbewerb qualifizierte. Heute gilt es ernst in Zagreb.

Die elf Spielerinnen des VC Kanti und der Staff nach dem ersten Training in Zagreb. BILD REMO TOBLER

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Challenge-Cup, ­Fakten zu den Sechzehntelfinals

Hinspiel: Mladost Zagreb - VC Kanti Schaffhausen. - Heute: 19.00 Uhr, Dom Odbojke Bojan Stranic, Zagreb. - Schiedsrichter: Ivan Momirov (Bulgarien)/Miroslav Juracek (Slowakei).

Rückspiel: VC Kanti SH - ­Mladost Zagreb. - Mittwoch, 5. Dezember, 20.00 Uhr, ­BBC- Arena (kleine Halle). - Schiedsrichter: Benone Visan (Rumänien)/Boris Skudnik (Slowenien).

Allfällige Gegner in den ­Achtelfinals im Januar: ­Neuchâtel UC oder Orbita ­Saporoschje (Ukraine); Hinspiel 29. 11. in Neuenburg; Rückspiel am 6. 12. in Saporoschje.

Letzte Europacup-Teilnahme des VC Kanti, 2014/15: CEV Challenge Cup Achtelfinal ­(Chimik Juschni, zweimal 0:3).

VOLLEYBALL. Dank dem 4. Platz 2017/18 darf der VC Kanti im dritthöchsten Europacup, dem CEV-Challenge-Cup, erst in den Sechzehntel­finals eingreifen. Konkurrent Neuenburg, der im letzten Play-off-Viertelfinal in einer engen Serie bei zwei 3:2-Auswärtssiegen der Schaffhauserinnen mit 1:2 das Nachsehen hatte, musste schon in der ersten Runde antreten. Mit 6:0 überstand er sie aber gegen Las Palmas souverän. Brisant wäre es, wenn beide Schweizer Clubs diese Runde überstehen würden – die Schaffhauserinnen gegen Zagreb, die Neuenburgerinnen gegen Orbita Saporoschje –, dann träfen sie in den Achtelfinals aufeinander.

So weit ist es aber noch längstens nicht. Sowohl NUC in der Ukraine wie auch dem VC Kanti gegen den kroatischen Meister stehen schwierige Aufgaben bevor. Wie starke diese Teams wirklich sind, muss sich noch zeigen, denn vor allem der Schaffhauser Gegner, Mladost Zagreb, dominiert seine Liga. «Ich konnte mir ein paar Spiele von Zagreb auf Video anschauen», sagt Kantitrainer Nicki Neubauer. «Sie haben in der Liga noch keinen Satz verloren und spielen auch in der MEVZA gegen ungarische, slowenische oder slowakische Teams.» Mladost Zagreb sei eine sehr junge Mannschaft, einige hätten Jahrgang 1999 oder 2000. Hinzu kämen ein bis zwei erfahrene Akteurinnen, hat Neubauer analysiert. «Wir müssen auf die Diagonale aufpassen. Es wird nicht leicht für uns, aber ich sehe Chancen.» Wichtig wäre es, wenn die Schaffhauserinnen in Zagreb mindestens einen Punkt holen würden – «das ist unser Ziel».

Der Heimatverein von Karla Klaric

Für zwei Spielerinnen mit kroatischen Wurzeln ist die Partie in Zagreb ganz speziell: Korina Perkovac (19) tritt im Heimatland ihrer Eltern an und für Karla Klaric (24) ist es gar eine Rückkehr in die Heimatstadt und zu dem Club, bei dem sie 2011/12 erstmals Profi war. Danach kam die Aussenangreiferin in die Schweiz zu Volero Zürich und auf diese Saison hin zum VC Kanti. An Motivation wird es den beiden und allen anderen gewiss nicht fehlen.

Die 16-köpfige Delegation des VC Kanti ist am Dienstagmorgen problemlos nach Zagreb geflogen und konnte am Abend auch bereits in der Spielhalle trainieren, wie Delegationsleiter und Clubpräsident Sandro Poles berichtet. Es laufe alles wie geplant – hoffentlich gilt das dann auch für das Spiel. (hcs.)

Infos.

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Europacup Mladost ZAGREB vs.Kanti SCHAFFHAUSEN

Dank dem vierten Rang in der vergangenen Spielzeit bestreitet der VC Kanti morgen in Kroatien gegen Mladost ZAGREB im Challenge Cup das erste internationale Spiel seit vier Jahren.

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Der Gegner aus Zagreb ist, wie in der Vergangenheit Volero in der Schweiz, Dominator ihrer Liga. Das Team musss wie viele der Klubs im Balkan immer wieder junge Spielerinnen Einbauen, da die Talente sich meist in ausländischen Klubs engagieren weil sie dort als Profi mehr Geld verdienen. Eines dieser Talente war, die heute 24 Jahre alte Karla Klaric. In der Saison 2011/12 verpflichtete Stav Jakobi die damals 17 Järige für drei Saisons bei Volero Zürich. In dieser Zeit erlangte Klaric den LAS(Lokal ausgebildete Spielerin) Status und kann heute in der Swiss Liga als Schweizer Spielerin eingesetzt werden. Für Karla ist es eine Reise in ihre Heimat, ausserhalb der Saison wohnt die Leistungsträgerin vom VC Kanti in Zagreb.

Nicht minder speziell dürfte der Auftritt für Korina Perkovac im ersten Europacupspiel in ihrer zweiten Heimat gegen Mladost sein. In Zagreb spielte Vater Goran in seiner aktiven Zeit bei RK Medveščak Handball und ihre Schwester lebt heute in Kroatien.

Für den VC Kanti wird es ein schwieriges Spiel mit offenem Ausgang aber Dank der internationalen Erfahrung der meisten Kantigirls, sowohl im Europacup in allen drei Bewerben oder als Nationalspielerin, sollte ein Erfolg möglich sein und in dieser Saison hat das Schaffhauser Team schon mehrmals bewiesen, dass es in der Lage ist, in schwierigen Situationen das Momentum auf ihre Seite zu ziehen.

Mladost ZAGREB vs.Kanti SCHAFFHAUSEN

Mittwoch 28.11.2018 19:00Uhr

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VC Kanti reist nach Zagreb

Der VC Kanti spielt in der Saison 2018/19 nach drei Jahren wieder im Europacup mit.

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Im Challenge Cup der Frauen heisst der erste Gegner im 1/16-Final Haok Mladost aus Zagreb. Bei diesem Club aus der kroatischen Hauptstadt hat die neue Kantispielerin Karla Klaric das Volleyballspielen gelernt und eine Saison in der ersten Mannschaft absolviert, bevor sie nach Zürich zu Volero wechselte. Haok Mladost ist zwölffacher kroatischer Meister, den letzten Titel holte es in diesem Frühling. Die Schaffhauserinnen spielen zwischen dem 27. und 29. November zuerst auswärts in Kroatien und empfangen Haok Mladost eine Woche später in der BBC-Arena. (r.)

Luxemburg. Europacup-Auslosungen. Frauen. CEV-Cup. Sechzehntelfinals (27.-29. November und 4.-6. Dezember): Oudegem (BEL) - Aesch-Pfeffingen, Düdingen - Fatum Nyiregyhaza (HUN). – Challenge Cup. 2. Runde (6.-8. und 13.-15. 11.): Las Palmas (ESP) - Neuchâtel UC. - Sechzehntelfinals (27.-29. 11. und 4.-6. 12.): Sieger Las Palmas/NUC - Orbita Saporoschje (UKR), Mladost Zagreb - Kanti Schaffhausen.

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