NLA Team 2020/21

Laura Koutsogiannakis verlässt den VC Kanti vorzeitig

Nach nur einer Spielzeit geht das Engagement von Laura Koutsogiannakis beim VC Kanti bereits zu Ende. Auf Bitten der Spielerin wird der Zweijahresvertrag auf Ende Monat aufgelöst.

Verlässt den VC Kanti: Laura ­Koutsogiannakis. BILD Werner Schläpfer

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Reinhard Standke

VOLLEYBALL. Vor knapp 10 Monaten war es der «Transferhammer»: Laura Unternährer (jetzt Koutsogiannakis) wechselte vom französischen Verein Volero Le Cannet – der Club an der Côte d’Azur wird seit 2018 anstelle des Schweizer Serien-Double-Gewinners Volero Zürich von Stav Jacobi unterstützt – an den Rhein. Nun ist die 26-jährige Koutso­giannakis mit der Bitte an die Verantwortlichen des VC Kanti herangetreten, ihren auch für die Saison 2020/21 gül­tigen Vertrag frühzeitig aufzulösen, wie der Verein gestern mitteilte.

Neues Engagement von Jacobi

Der Wunsch von Laura Koutsogiannakis hängt eng zusammen mit dem neuen Engagement von Stav Jacobi, der bei ­einigen der letzten Spiele des VC Kanti vor Saisonabbruch in der BBC Arena zugegen war. Der Mäzen plant eine Kooperation von Volero Zürich mit dem NLB-Verein VBC Züri Unterland, bei dem der Ehemann von Laura Koutsogiannakis Präsident ist. Die Spielerin sei mit ihrem Herzen noch immer sehr stark mit Volero Zürich verbunden, so der VC Kanti, und möchte zu diesem Volero zurückkehren, das kommende Saison unter der früheren Schweizer Nationaltrainerin Svetlana Ilic in der NLB spielen wird.

Aus sportlicher Sicht sei dieser Verlust für den VC Kanti natürlich alles andere als glücklich, schreibt der Club. Koutsogiannakis, die vor Saisonbeginn an der Schulter operiert worden war, konnte erst ab Anfang dieses Jahres voll eingesetzt werden. Aber unter dem Motto «Reisende soll man nicht aufhalten» habe Kanti nach diversen Gesprächen entschieden, der Spielerin die Erlaubnis für den Wechsel zu erteilen. Ihr Vertrag wird somit auf den 30. April im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst

Das neue Konstrukt von Stav Jacobi mit VBC Züri Unterland wird auch die von beiden Clubs gegründete Volleyball Academy Zürich umfassen (wie der «Tages-Anzeiger» jüngst berichtete), in der 16 bis 18-jährige Talente zu Profispielerinnen geformt werden sollen. Das Team soll in der 1. Liga spielen.

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Unsere Kapitänin bleibt im Boot!

Vertragsverlängerung mit Katerina Holásková
Gute Neuigkeiten in einer schweren Zeit: Die Kanti-Fans dürfen sich  darüber freuen, dass die letztjährige Teamkapitänin Katerina Holásková ihren Vertrag mit dem VC Kanti um weitere zwei Jahre verlängert hat und somit auch in der anstehenden Saison 2020/2021 für uns am Netz
steht.

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Die tschechische Mittelblockerin überzeugte bereits in den letzten Jahren mit ihrer
Zuverlässigkeit, ihrem immensen Kampf- und Einsatzwillen, sowie ihrer grossen Erfahrung auf und neben dem Volleyballfeld. So durfte sie im letzten Sommer mit der Tschechischen Nationalmannschaft die Qualifikationsrunde für die Olympischen Spiele bestreiten, wobei sich die Tschechinnen gegen die erwartet schweren Gegner China, Türkei und Deutschland schlussendlich leider nicht durchsetzen konnten.
Die 190 cm grosse Katerina Holásková wird damit bereits die sechste Saison in Folge für den VC Kanti auf dem Feld stehen. «Mit der Vertragsverlängerung von Katerina Holásková bleibt uns eine unserer wichtigen Identifikationsfiguren erhalten. Sie wird uns auch in den nächsten zwei Jahren viel Freude bereiten», äussert sich Heinz Looser als Verantwortlicher Leistungssport zur Vertragsverlängerung.

Katerina Holásková selbst ist wirklich sehr froh, dass sie die Vertragsverlängerung in dieser schwierigen Zeit machen konnte. Momentan bleibt ihr fast nur, zu Hause im Kanti-Haus in Neuhausen zu bleiben, einige Übungen machen und draussen etwas Laufen. «Das ganze macht mir schon etwas Angst», sagt sie, denn nach Hause zu ihren Eltern nach Tschechien zu reisen hätte bedeutet, dass sie sich alle für viele Tage in Quarantäne hätten begeben müssen. Da bleibe sie lieber hier.

Eigentlich hätte sie 2015 nach ihrem Studium nur für eine Saison mal ins Ausland gehen wollen. Daraus wurden nun bereits fünf Jahre. Ihre Trainer waren nach Mélanie Pauli Teemu Oksanen und seit 2017 Nicki Neubauer. «Ich fühle mich einfach wohl hier, der VC Kanti ist wie eine kleine Familie, wir respektieren uns gegenseitig. Und wir wie auch die ganze Liga sind besser geworden.» So stimmt es auch sportlich für die 29-Jährige, die ihre berufliche Zukunft in der Schweiz sieht. Schon in letzter Zeit hat sie als Assistentin an der International School gearbeitet. «Im neuen Schuljahr werde ich an einer Schule 30 Prozent unterrichten, das mit zwei bis drei Stunden an vier Tagen, was sich mit dem Volleyball gut vereinbaren lässt», freut sich Katerina Holásková auf ihre berufliche Zukunft. Zuerst gelte es nun aber die Coronavirus-Krise zu überstehen, bevor es für die Volleyballerinnen im Oktober hoffentlich wieder Ernstkämpfe mit Publikum gibt … (hcs.)

Beim VC Kanti läuft nur ein Vertrag weiter

Für Heinz Looser, den Manager des VC-Kanti-NLA-Teams, war die Vertragsverlängerung mit Katerina Holásková erst die zweite Verpflichtung für das Kader 2020/21. Einzig mit Laura Koutsogiannakis laufe der Vertrag noch eine Saison weiter. Mit allen anderen Spielerinnen hatte Looser im Laufe des März reden wollen. Durch die notwendig gewordene plötzliche Abreise der Ausländerinnen mache er das über andere Kontakte. «Wir stehen in Verhandlungen. Korina Perkovac und Vivian Guyer haben unterschriftsreife Verträge vorliegen, das sind wir uns einig», erklärt Heinz Looser. Für März/April bis zum Ende der Saison 2019/20 habe er für alle im VC Kanti Kurzarbeit beantragt. Denn durch den Saisonabbruch fehlten Einnahmen, bei vier bis fünf ausstehenden Playoff-Spielen etwa 50 000 bis 60 000 Franken, das falle bei einem Budget von 500 000 bis 600 000 Franken ins Gewicht, ergänzt Looser. (hcs.)

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